Mittwoch, 28. Dezember 2005

Colorado Kid



Autor: Stephen King
Original: Colorado Kid (2005)
meine Bewertung: 1 von 5

Stephanie besucht die Journalistenschule und muss deshalb ein viermonatiges Praktikum bei einer Zeitung absolvieren. Sie beschließt, dies beim Weekly Islander auf der kleinen Insel zu tun. Die gesamte Belegschaft der Zeitung besteht aus ihr, dem neunzigjährigen Chefredakteur und dem fünfundsechzigjährigen Journalisten. Eines Tages kommt ein Reporter vom Boston Globe auf die Insel, weil er nach einer Geschichte sucht, die sich in einer achtteiligen Reportage über ungeklärte und rätselhafte Ereignisse abdrucken ließe. Vince Teague und Dave Bowie, die beiden Zeitungsveteranen des Weekly Islander schweigen. Sie haben dem Bostoner Reporter nichts zu erzählen, was in seine Serie passen würde.

Als der Reporter wieder weg ist und die drei Hauptpersonen der Geschichte wieder in den Räumen der Zeitungsredaktion sind, beschließen Vince und Dave, Stephanie eine mysteriöse Geschichte zu erzählen, die sie dem nicht ortsansässigen Reporter hartnäckig verschwiegen hatten. In ihrer Geschichte geht es um eine Leiche, die vor zwanzig Jahren am Strand aufgefunden wurde. Der Mann war an einem Stück Fleisch erstickt und konnte nicht identifiziert werden, weil er außer einem Zigarettenpäckchen nichts bei sich hatte und die ortsansässigen Polizisten nicht gerade ein Ausbund an Intelligenz waren.

Die beiden Journalisten Dave und Vinve, damals noch jünger, nehmen sich der Sache an. Nach sechzehnmonatiger, mühsamer Recherche finden sie heraus, dass es sich bei der Leiche um James Cogan aus Colorado handelt. Was sonderbar ist: am Tage seines Todes um zehn Uhr war James Cogan noch in seinem Büro, um achtzehn Uhr abends war er dann schon in Maine. Unmöglich - vielleicht. Dave und Vince finden noch mehr heraus, aber längst nicht alles.

Bei diesem kurzen Büchlein von Stephen King, seinem neuesten Werk, handelt es sich nicht um eine Horror-Geschichte, sondern einfach um das Gespräch eines Nachmittags von drei Menschen. Das allein wäre nicht so schlimm, da die Dialoge sehr gut gelungen sind und King ja auch schon mit dem "Buick" bewiesen hat, dass so etwas funktioniert. Schlimm ist, dass diese angeblich mysteriöse Geschichte der Leiche von James Cogan keinesfalls mysteriös ist, nur ein wenig interessant. Schade, denn vom Großmeister hätte ich mir mehr erwartet.
Broschiert: 160 Seiten
Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 1 (Januar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354826378X
ISBN-13: 978-3548263786

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