Donnerstag, 9. Februar 2006

Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär



Autor: Walter Moers
Original: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (1999)
meine Bewertung: 5 von 5

Buntbären haben 27 Leben. Der Held dieser Geschichte, Blaubär, beschließt, nach der Hälfte seines Lebens eine Biografie zu schreiben. Er beginnt mit seiner Geburt - das heißt, eigentlich wurde Blaubär gar nicht geboren. Er wurde in einer Nussschale auf dem zamonischen Meer treibend von den Zwergpiraten gefunden. Die konnten gerade noch verhindern, dass er in den gefährlichen Malmstrom gerät. Die Zwergpiraten nehmen Blaubär auf und füttern ihn mit Seetang, doch schon bald wird ihr neuer Gast zu groß für das Schiffchen von ein paar winzigen Zwergpiraten.

Blaubär wird also ausgesetzt und treibt einige Zeit lang am Meer herum, dann trifft er die Tratschwellen. Die helfen ihm aus seiner Not und schon bald beginnt für den Helden dieser Geschichte eine aufregende Zeit, in der er von einem Abenteuer ins nächste stolpert. Der Bär ist nicht besonders clever, bevor er in die Schule des berühmten Eydeeten Professor Abdull Nachtigaller kommt, doch er scheint mehr Glück als Verstand zu haben und meistert jede Gefahr.

In seiner Schulzeit in den Finsterbergen beim intelligentesten Wesen Zamoniens findet Blaubär in der Berghutze Fredda und dem schwabbeligen Qwert Zuiopü aus der 2364. Dimension gute Freunde, denen er auch nach ihrer gemeinsamen Schulzeit noch öfters begegnen wird.

Bis Blaubär endlich Ruhe in seinem Leben findet, durchquert er ganz Zamonien, macht allerlei Bekanntschaft mit seltsamen Wesen und hat ein Lexikon im Kopf. Die Abenteuer des Helden sind meist gefährlich und spannend, aber immer voll Überraschungen.

Moers ist einfach ein Genie. Er hat eine Welt geschaffen, in der es von liebenswürdigen und bösartigen Wesen nur so wimmelt. Nichts scheint in Zamonien so zu sein wie bei uns, und doch ist alles vollkommen normal. Auch dieser Roman ist ein Erlebnis für die Augen, es ist mehr als nur ein Buch. Moers hat geniale Zeichnungen geschaffen, wieder einmal kommt das "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung" zu Wort - eigentlich mehr als einmal, sogar ziemlich oft.

Sehr sympathisch macht das Buch auch das Schriftbild. Je nachdem, wer gerade das Wort hat, verändert sich das Schriftbild und manchmal weiß man einfach aufgrund der Darstellungsform mancher Wörter, was passieren wird. Moers Bücher sind einfach unbeschreiblich. Sie sind schön, witzig, gruselig, fantastisch, spannend und einfach...zamonisch. Jedes bisher veröffentlichte Werk des Erfinders des "Kleinen Arschloch" ist wärmstens zu empfehlen. Eine Pflichtlektüre!

Man muss sich dieses Buch im Gehirn zergehen lassen (auch wenn man nur eins hat) und sollte beim Lesen nichts überstürzen. Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, bemerkt man viele Wortspielereien (Qwert Zuiopü > schaut mal auf die erste Buchstabenreihe eurer Computertastatur - na, was steht da?) oder Buchstabenstürze (Chemluth > Hut (s) chelm). Auch auf diesem Gebiet ist Moers einfach einmalig.

Als Lesereihenfolge würde ich empfehlen, "Rumo und die Wunder im Dunkeln" VOR "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" zu lesen, weil im letzgenannten Band viele alte Bekannte (auch Rumo) wieder auftauchen.
Taschenbuch: 702 Seiten
Verlag: Goldmann (Januar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344245381X
ISBN-13: 978-3442453818

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