Sonntag, 12. Februar 2006

Die Meute der Erben



Autorin: Gaby Hauptmann
Original: Die Meute der Erben (1999)
meine Bewertung: 4 von 5

Anno Adelmann ist steinreich und 85 Jahre alt. Klar, dass seine Töchter, allesamt lieblose Geschöpfe, nur aus einem Grund zur Geburtstagsfeier ihres Vaters kommen: Lange wird es nicht mehr dauern, dann gibt es viel zu erben, unter anderem auch eine großzügige Villa am Bodensee. Anno lebt dort mit seiner Haushälterin Nancy, die ihm viel Lebensfreude zurück gegeben hat, seit dem seine Frau verstorben ist. Er hat einige gute Freunde, darunter auch die junge und hübsche Ina Schwarz.

Ina lebt alleine in einem kleinen etwas baufälligen Häuschen mit ihrer siebenjährigen Tochter. Sie steht auf eigenen Beinen, etwas wacklig zwar, aber sie steht. Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt selbstständig mit Übersetzungs- und Schreibarbeiten, doch sie ist glücklich.

Andere Freunde von Anno sind Romy und Claudio. Romy ist auch schon etwas betagter, aber durch und durch außergewöhnlich. Sie lebt mit dem rund 50 Jahre jüngerem Claudio keusch zusammen, die beiden verbindet eine Abmachung: Claudio ist Romys Kümmerer. Er bringt ihr Lebensfreude, die beiden gehen ins Theater, Malen gemeinsam, haben Spaß und genießen ihr Leben. Im Gegenzug dazu soll er später Romys Besitz erben, da sie ihre Familie bereits enterbt hat.

Gerade als sich die "Meute der Erben" in der Villa einfindet, um dem Vater ehrliche Liebe vorzugaukeln, läutet es an der Tür. Die kleine Caroline steht draußen, um Nancy bei den Vorbereitungen zu Annos Geburtstagsfeier zu helfen. Sie wird jedoch von einer der Töchter barsch zurückgewiesen, so dass die kleine heulend nach Hause läuft. Ina schwört der Brut Rache, Anno kommt unterdessen während seiner Feier seinen Töchtern auf die Schliche. Auch er möchte sich an seinen Töchtern rächen.

Ina und Anno schmieden einen Plan: Die beiden heiraten, gehen ebenfalls ein keusches "Kümmerer-Verhältnis" ein. Natürlich passt das der Familie von Anno gar nicht. Zwar verstehen sich die vier Töchter untereinander ungefähr so gut wie Feuer und Wasser, allerdings beschließen sie, das eine Mal, nämlich wenn es um das gemeinsame Erbe geht, zusammenzuhalten. Sie schmieden Pläne, einer bösartiger als der andere, schließlich stirbt sogar eine Person. Doch das Buch hat ein Happy-End, das wirklich köstlich ist.

Hauptmann hat einen Roman geschaffen, der wirklich amüsant und spannend zugleich ist. Bemängeln könnte man daran nur, dass für ein relativ dünnes Büchlein wie dieses sehr viele Personen auf einmal auftauchen und es mehrere kleine Nebengeschichtchen gibt. Ansonsten kann man es wirklich empfehlen. Zwar wird es vorrangig den Geschmack von Frauen treffen, doch vielleicht bringt es den Einen oder Anderen dazu, über die eigenen Familienverhältnisse nachzudenken - das Leben ist einfach so schon zu kurz, um dauernd nur ans Erben zu denken!
Taschenbuch: 317 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 10., Aufl. (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492229336
ISBN-13: 978-3492229333

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