Freitag, 17. März 2006

Die Panne



Autor: Friedrich Dürrenmatt
Original: Die Panne (1979)
meine Bewertung: 3 von 5

Der Textilvertreter Traps erleidet eines Nachts eine Autopanne, deshalb sucht er Zuflucht und Hilfe in einem nahegelegenen Haus. Er trifft dort auf vier ältere Herren: einen pensionierten Richter, einen pensionierten Henker, einen pensionierten Staatsanwalt und einen pensionierten Rechtsanwalt.

Traps lässt sich dazu überreden, doch ein wenig zu bleiben, einen edlen Wein mit den älteren Herren zu trinken und sich mit ihnen einem Spiel zu widmen. Die Herren wollen ihre alten Berufe nachspielen, deshalb brauchen sie einen Angeklagten. Da Traps davon überzeugt ist, völlig unschuldig zu sein und noch nie ein Verbrechen verübt zu haben, stimmt er der Farce zu.

Die Stimmung wird immer weinseliger, Traps beginnt aus seinen Leben zu erzählen und ehe er sichs versieht, drehen sich die Perspektiven in diesem Spiel um 180 Grad. Am Ende ist Traps schließlich davon überzeugt, ein Verbrecher zu sein, auch wenn er noch nie ein Verbrechen begangen hat. Das, was als Spiel begann, endet nicht als Spiel, sondern findet einen tragischen Ausgang.

Zu dieser Dürrenmatt-Geschichte findet man anfangs vielleicht nur etwas schwer Zugang, weil sie mit dem Ende beginnt und man dadurch etwas verwirrt und abgelenkt sein könnte. Doch hat man sich einmal in die Stimmung eingelesen, entdeckt man die Gesellschaftskritik hinter Dürrenmatts Werk. Nur zu oft geschieht es heutzutage, dass die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen.
Broschiert: 79 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (April 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257235399
ISBN-13: 978-3257235395

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