Mittwoch, 3. Mai 2006

Traumnovelle



Autor: Arthur Schnitzler
Original: Traumnovelle (1926)
meine Bewertung: 5 von 5

Spätestens seit Stanley Kubricks Verfilmung der Traumnovelle ("Eyes Wide Shut" mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen) ist jedem bekannt, worum es geht. Trotzdem hier nochmal der Inhalt des Originals zur Auffrischung:

Fridolin und Albertine leben in Wien. Sie führen eine Ehe, die man als Außenstehender wahrscheinlich als sehr harmonisch bezeichnen würde, doch dem ist nicht so. Unter der scheinbar makellosen Oberfläche gehen seltsame Dinge vor sich. Albertine träumt von fremden Liebhabern und von Fridolin, dem Qualen zugefügt werden. Fridolin hingegen findet sich eines Tages inmitten einer Geheimgesellschaft, in der die Männer und Frauen mit Masken verkleidet Orgien feiern.

Er hat allerdings keine Ahnung, in welch große Gefahr er sich begibt, denn sollte er entdeckt werden, muss er um sein Leben bangen. Durch diese unterdrückten (im Fall Albertines) und real ausgelebten (im Fall Fridolins) Leidenschaften entfremden sich die beiden immer mehr, bis schließlich ihre Ehe auf dem Spiel steht.

Ich liebe dieses Buch. Man möge mir für diese sehr subjektive Bewertung verzeihen, allerdings entspricht es der Wahrheit. Man kann soviel von diesem dünnen Büchlein über sich selbst lernen, man merkt außerdem Freuds Einflüsse auf Schnitzler deutlich. Nicht umsonst wurde die "Traumnovelle" zum Klassiker erklärt. Muss man lesen, wird man mögen!

Angemerkt sei außerdem, dass der Film der Buchvorlage nicht wirklich in etwas Nachsteht. Bis auf einige Kleinigkeiten (zB die Verlegung der Handlung von Wien nach New York, von der Faschingszeit in die Weihnachtszeit etc.), die man durchaus als dramaturgisch rechtfertigbar bezeichnen kann, weicht Kubrick kaum von Schnitzlers Werk ab - und das ist gut so!


  • Gebundene Ausgabe: 93 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (5. Juni 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793100
  • ISBN-13: 978-3937793108
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