Mittwoch, 27. September 2006

Lord Arthur Saviles Verbrechen



Autor: Oscar Wilde
Original: Lord Arthur Savile's Crime (1887)
meine Bewertung: 5 von 5

"Lord Arthur Saviles Verbrechen und andere Erzählungen" lautet der vollständige Titel dieser Sammlung von Oscar Wildes Geschichten. In diesem Band sind "Lord Arthur Saviles Verbrechen", "Das Gespenst der Cantervilles", "Die Sphinx ohne Geheimnis" und "Der Millionär als Modell" aus dem Genre der Erzählungen gesammelt, des weiteren auch noch die Prosagedichte "Der Künstler", "Der Wohltäter", "Der Schüler", "Der Meister", "Das Richthaus" und "Der Lehrer der Weisheit".
Um nicht zuviel des Inhalts zu verraten (schließlich handelt es sich um ein sehr dünnes Büchlein), sei an dieser Stelle nur auf die Titelgeschichte eingegangen. Lord Arthur Savile trifft auf einer feinen Abendgesellschaft einen Handleser. Dieser sagt ihm eine schreckliche Tat voraus: nämlich Mord. Lord Arthur, der an die Unab-wendbarkeit des Schicksals glaubt, ist nun verzweifelt. Er weiß, dass er einen Mord begehen wird, allerdings will er das noch erledigen, bevor er seine Geliebte zum Altar führt. Mit allerlei Umwegen gelingt es ihm dann doch, wieder glücklich zu werden und seine "Pflichten" zu erfüllen.
Oscar Wilde, dessen Geschichten im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert angesiedelt sind, schafft es, ein charmantes Bild dieser Zeit zu zeichnen, ohne jedoch eine verschnörkelte Sprache zu benutzen. Das England seiner Zeit erwacht zu neuem Leben, Wilde hat viel Humor in seine Geschichten gelegt, viel Nachdenklichkeit in seine Prosagedichte.
Diese Lektüre ist vor allem zu empfehlen, wenn man einen kleinen Vorgeschmack auf "Das Bildnis des Dorian Gray" will - ohne sich durch einen Wälzer kämpfen zu müssen, kann man so schon einmal einen Eindruck vom Werk des Autors bekommen. Richtiger Buchgenuss kommt auf, wenn man es während eines England- oder gar London-Aufenthalts liest und im Anschluss daran vielleicht ein paar der angegebenen Adressen besucht. So hab ichs zumindest gemacht - ein Buchgenuss der besonderen Art.


  • Taschenbuch
  • Verlag: Piper (2003)
  • ISBN-10: 3492230261
  • ISBN-13: 978-3492230261
  • Montag, 25. September 2006

    Küss mich, wenn du kannst



    Autorin: Sophie Kinsella
    Original: Match me if you can (2005)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Annabelle Granger hat ein schweres Los gezogen. In ihrer Familie wimmelt es von erfolgreichen Karrieremenschen, alle sind die Leiter des Erfolgs bis ganz nach oben geklettert. Alle, bis auf Annabelle, die mit ihren 31 Jahren die Jüngste in diesem ehrgeizigen Clan darstellt. Weil ihr das auch immer wieder vorgehalten wird, hat sie sich auch mit ihrer Großmutter am besten verstanden - denn die war wie sie: idealistisch und lebensfroh.

    Als ihre Großmutter stirbt, hinterlässt sie ihrer Enkelin eine Heiratsvermittlung. Annabelle hat zwar keine Ahnung in diesem Geschäft, aber sie ist mit Herz bei der Sache und möchte für alle den idealen Partner finden. Eines Tages verhilft ihr ihre Freundin Molly Sommerville (spätestens hier wird den Fans von Susan Elizabeth Phillips das Herz aufgehen!) zu ihrem ersten dicken Fisch.

    Der Sportagent Heath Champion ist auf Brautschau. Dafür hat er Portia Powers, die knallharte Geschäftsführerin der berühmten "Power Matches" Heiratsagentur angeheuert und die sanfte Annabelle Granger. Nur durch einen kleinen Trick gelingt es Annabelle, Heaths Aufmerksamkeit zu gewinnen und nach und nach ihre Konkurrentin Portia Powers auszustechen.

    Doch obwohl sie sich alle Mühe gibt, kann auch sie nicht die ideale Partnerin für Heath finden. Dies lässt sich auf eine einfache Tatsache zurückführen: Heath hat in Annabelle genau das gefunden, was er schon seit seiner frühesten Jugend sucht. Allerdings wird das den beiden erst langsam bewusst.

    Viele aus früheren Büchern bekannte Figuren tauchen auch hier wieder auf: Dan Calebow, Phoebe und Molly Sommerville, die Tuckers und auch die Greers. Hat man schon mehrere Bücher von Phillips gelesen, weiß man natürlich schon von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird, allerdings ist es immer wieder spannend und amüsant, den charismatischen Hauptfiguren dabei zu beobachten, wie sie schließlich ihr (gemeinsames) Glück finden.

    Sympathisch, nett, romantisch, humorvoll und wie eine Familie, in die man immer wieder gerne zurückkehrt - das sind die Bücher von Phillips. Am besten an einem regnerischen Herbsttag mit Tee und Plätzchen aufs Sofa gekuschelt genießen!





  • Taschenbuch: 450 Seiten
  • Verlag: Blanvalet (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442362997
  • ISBN-13: 978-3442362998
  • Donnerstag, 21. September 2006

    Das Schwein trägt seinen Namen nicht umsonst



    Autor: Michael Hallstatt
    Original: Das Schwein trägt seinen Namen nicht umsonst (1984)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Michael Hallstatt hat in diesem Buch die lustigsten Stilblüten aus deutschen Klassenzimmern zusammengestellt und in Kategorien eingeteilt. So findet sich allerhand Lustiges und Amüsantes zu den Themen "Liebe", "Verwandte", "Leben", "Schule" und "Geschichte".
    Das Buch ist mittlerweile vergriffen und nur noch auf Flohmärkten bzw. gebraucht zu bekommen, deshalb möchte ich meinem geneigten Leser und meiner geneigten Leserin natürlich das Beste nicht vorenthalten:
    "Die Konserven werden im Konservatorium hergestellt und bleiben so immer frisch."
    "Erst nachdem wir ihn lange darum gebettelt hatten, ließ er einige fahren."
    "Als ich heute morgen aufstehen wollte, war ich noch nicht wach. Deshalb habe ich verschlafen."
    Wenn einem einmal der Sinn nach unschuldiger Heiterkeit steht, so wie nur Kinder sie zu verbreiten mögen, sollte man sich dieses Buch wirklich zulegen. Einfach mal beim nächsten Flohmarkt die Augen offen halten!


  • Broschiert: 128 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1984)
  • ISBN-10: 3453421264
  • ISBN-13: 978-3453421264
  • Mittwoch, 20. September 2006

    Keine Panik



    Autor: Neil Gaiman
    Original: Don't Panic (1988)
    meine Bewertung: 2 von 5

    Neil Gaiman hat mit "Keine Panik" soetwas wie den Reiseführer für den Anhalter geschrieben. Man erfährt allerhand interessante Details über die Entstehung des gesamten Werkes von Douglas Adams, Hintergründe zu den Radiosendungen, zu den anderen Büchern aus der "Anhalter-Serie", den Videospielen und den Fernsehsendungen.

    Mit viel Liebe hat Gaiman Interwievs und Anektoden von Douglas Adams und Freunden bzw. Mitarbeitern gesammelt und zu einer Art "Biografie einer Idee" zusammengestellt. Wussten Sie beispielsweise, dass "Per Anhalter durch die Galaxis" eigentlich made in Austria ist? Die Idee dazu kam Douglas Adams nämlich, als er auf einem Feld in der Nähe von Innsbruck lag und in den Himmel blickte.

    Man merkt, dass sich hier ein wahrer Fan ans Werk gemacht hat. Gaiman hat Witz und Humor, allerdings wird das Buch für einen nicht-Hardcorefan ziemlich schnell unübersichtlich, zeitweise sogar etwas langatmig und langweilig. Kennt man nicht zumindest alle Bücher von Douglas Adams, sollte man sich mit der Lektüre dieses Buches lieber noch etwas Zeit lassen, denn interessant wirds erst dann, wenn man von allen Büchern und besser noch: dem Gesamtwerk von Douglas Adams Ahnung hat.



  • Taschenbuch: 325 Seiten
  • Verlag: Heyne; Auflage: 1 (Oktober 2003)
  • ISBN-10: 3453869729
  • ISBN-13: 978-3453869721
  • Montag, 18. September 2006

    Der blinde Hellseher



    Autor: Stefan Wolf
    Original: Der blinde Hellseher (1979)
    meine Bewertung: 3 von 5

    Volker Krause ist ein Freund von Karl und Tarzan, zwar kein besonders enger, aber man hat doch Kontakt, unternimmt gemeinsam etwas und kennt sich halt. Eines Tages kommt Volker nicht in die Schule. Am Anfang nehmen Tarzan, Karl, Klößchen und Gaby ja noch an, dass ihr Schulkamerad einfach nur krank sei, allerdings klärt sie Gabys Vater, der ja bekanntlich Kriminalkommissar Emil Glockner ist, darüber auf, dass Volker entführt wurde.
    Natürlich stellt das für die TKKGler eine einzige große Herausforderung dar. Die vier wollen unbedingt auf eigene Faust versuchen, Volker zu finden und aus den Fängen der Entführer zu befreien. Allerlei seltsame Gestalten kreuzen dabei ihre Wege und die Freunde geraten von einer brenzligen Situation in die nächste.
    Ein blinder Hellseher, dessen Medium Amanda, ein heimtückischer Schulkollege, und ein zwielichtiger Pizzeria-Besitzer sind nur einige der Verdächtigen, doch wie immer kommen die Freunde von TKKG auch diesesmal wieder auf die richtige Fährte und helfen so, den verschwundenen Volker aufzuspüren und die Entführung aufzuklären.
    Ich muss gestehen, mich überkommt jedes Mal die Nostalgie, wenn ich einen der TKKG-Bände in die Finger bekomme. Damals, als ich noch ein Kind war, haben mich die Abenteuer der Freunde gefesselt, auch heute lese ich sie noch gerne. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie die Kinder von heute auf die Geschichten von Stefan Wolf reagieren, aber der Erfolg gibt ihm ja Recht. Denn seit 1979 sind mittlerweile über 195 Bände erschienen.
    Die Geschichten von TKKG kommen ohne nennenswerte Gewalt aus, sind allerdings, wie schon mal erwähnt, ziemlich chauvinistisch und manchmal formuliert Wolf etwas unglücklich - oder ist das gewollt? Als Beispiel soll an dieser Stelle folgendes Zitat angeführt werden:
    "Ihr Vater (Anm.: Gabys Vater), der aus Liebhaberei den Schwimmclub NEPTUNIA als Trainer betreute, nahm sie dreimal in der Woche hart ran."
    Im Schwimmtrainig, wohl gemerkt. Trotz dieser kleineren Mankos durchaus empfehlenswerte Lektüre für zehn bis zwölf Jahre alte Jungs - und wahrscheinlich auch Mädchen, die sich mit der bezaubernden Gaby wohl alle bestens identifizieren können.



  • Broschiert: 187 Seiten
  • Verlag: Omnibus Tb Bei Bertelsmann (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570215725
  • ISBN-13: 978-3570215722
  • Sonntag, 17. September 2006

    Das oblattendünne Eis des halben Zweidrittelwissens



    Autorin: Sarah Kuttner
    Original: Das oblattendünne Eis des halben Zweidrittelwissens (2006)
    meine Berwertung: TOP!

    Muss man Sarah Kuttner kennen? Ja, unbedingt! Die quirlige vormals VIVA- jetzt MTV-Showinhaberin verfügt über unglaublichen Witz und die Fähigkeit, ihre Umwelt zu beobachten und sich höchst eigene Gedanken dazu zu machen. Das vorliegende Buch ist eine Sammlung ihrer Kolumnen, die erstmals in der Süddeutschen Zeitung zwischen dem 6.12.2004 und dem 12.12.2005 und im Musikexpress zwischen November 2004 und Dezember 2005 erschienen sind.
    Angesprochen werden darin Phänomene unserer Alltagskultur, Politik und vor allem auch Musik, jedoch auf eine Weise, die einen die Tränen in die Augen treibt. Da eine umfassende Inhaltsangabe an dieser Stelle der unvergleichlichen Sarah Kuttner nicht gerecht wird, werde ich mich damit begnügen, meine Lieblingsstellen aus dem Buch zu zitieren:
    Schuhe ausziehen bei Freunden?
    "Sofern es mir die eigene Kommodität nicht gebietet, ziehe ich
    bei Freunden erstmal gar nichts aus. Nennt der Freund jedoch
    einen Perserteppich sein Eigen, würde ich mich zwar kurz fragen,
    warum in aller Welt ich Freund mit Perserteppich habe und
    warum sie den Perserteppich "sein Eigen" nennen und nicht einfach "Perserteppich", danach aber demutsvoll die Schuhe ausziehen".
    oder:
    Schönste Behauptung eines Kuttner-Mitarbeiters: "Scheiße, ich glaub, ich hab eben das Internet gelöscht."
    Witzig, ironisch, herzerfrischend und unbedingt lesenswert! An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Kuttner jetzt auch auf Lese-Tour ist. Demnächst werde ich in den Genuss kommen, ihre Kolumnen nicht nur lesen zu dürfen, sondern auch noch zu hören. Und natürlich werde ich berichten, wie es war (und dann ein Original-Autogramm von ihr posten).


    • Broschiert: 192 Seiten
    • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 6., Aufl. (20. März 2006)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3596171083
    • ISBN-13: 978-3596171088

    Freitag, 15. September 2006

    Der Lotse



    Autor: Frederick Forsyth
    Original: The Shepherd (1975)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Es ist Weihnachtsabend. Ein junger englischer Kampfflieger-Pilot hat seinen Dienst hinter sich gebracht und freut sich jetzt nur noch auf einen schönen Weihnachtsmorgen im Kreise seiner Familie. Dazu muss er nur noch von einem kleinen Flughafen in Deutschland mit seiner einsitzigen Vampire nach England fliegen und von dort seinen Bus erwischen. Es ist eine finstere und kalte Nacht, doch die Aussicht auf zu Hause wärmt den jungen Piloten.
    Er fliegt schon einige Zeit lang übers offene Meer, ehe er bemerkt, dass etwas mit der Stromversorgung seiner Vampire nicht mehr so funktioniert, wie es sollte. Aus dem Funkgerät kommt nicht einmal mehr das atmosphärische Knacken, alle Geräte, die an das Stromnetz angeschlossen sind, sind ausgefallen.
    Der Pilot bekommt es mit der Angst zu tun, besinnt sich aber auf seinen damaligen Ausbilder, der ihn auf derartige Notsituationen vorbereitet hat. Er beginnt neue Hoffnung zu schöpfen, jedoch schlägt diese schnell in Verzweiflung um, als er die englische Küste erreicht, die total von Nebel verschluckt ist. Gerade als er kurz davor ist, aufzugeben, kommt die Rettung - die sich im Nachhinein als ebenso unheimlich wie erfolgreich herausstellt.
    Frederick Forsyth hat mit dieser kurzen Geschichte (rund 90 Seiten) das geschafft, was oft nicht einmal der dickste, gut ausgeklügeltste Thriller vermag. Der Spannungsbogen wird von Anfang an aufgebaut und immer weiter gespannt, bis man schließlich auf der letzten Seite des Rätsels Lösung erfährt - und eine Gänsehaut bekommt. Unbedingt lesen!



  • Gebundene Ausgabe: 94 Seiten
  • Verlag: Kabel Verlag (November 2002)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3822506168
  • ISBN-13: 978-3822506165
  • Donnerstag, 14. September 2006

    Bartleby der Schreiber



    Autor: Herman Melville
    Original: Bartleby the Scrivener (1853)
    meine Bewertung: 5 von 5


    Der Ich-Erzähler der Geschichte ist ein Anwalt, der seine Kanzleiräume in der Wallstreet hat. Er beschäftigt zwei Kopisten, die er Zange und Truthahn nennt, außerdem einen Laufburschen, der den Namen Pfeffernuss trägt. Natürlich heißen diese Menschen nicht wirklich so, bei ihren sonderbaren Namen handelt es sich um Beinamen, die ihnen der Erzähler aufgrund von Charaktereigenschaften gegeben hat.
    Irgendwann häuft sich die Arbeit in seinem Büro, deshalb entschließt er sich dazu, einen weiteren Kopisten anzustellen. Sein neuer Mitarbeiter heißt Bartleby, hat eine recht passable äußere Erscheinung, ist jedoch ein bisschen blass. Er erledigt seine Arbeiten schnell und zuverlässig, eigentlich gibt es keinen Grund zur Klage.
    Eines Tages allerdings fordert der Erzähler Bartleby auf, ihm dabei zu helfen, ein Schriftstück auf seine Richtigkeit zu überprüfen. Eigentlich eine Arbeit, die für einen Kopisten völlig normal ist. Jedoch weigert sich Bartleby mit den Worten: "Ich würde es vorziehen, das nicht zu tun."
    Anfangs sind es noch kleinere Aufgaben, die er verweigert, doch schon bald erledigt er nicht einmal mehr die Arbeiten, für die er bezahlt wird. Der Ich-Erzähler sieht sich der Situation gegenüber ohnmächtig. Lange Zeit versucht er es auf die nette Art, doch als auch dies nicht dazu führt, dass er sich Bartleby entledigen kann, bleibt ihm nur noch die Flucht aus seinem eigenen Büro...
    Melville ist zwar bekannt für seinen "Moby Dick", dennoch ist ihm auch mit der Erzählung "Bartleby, der Schreiber" ein wahres Meisterwerk geglückt. Die eigentliche Hauptfigur ist jedoch nicht Bartleby, sondern der Erzähler der Geschichte. Dass er beinahe über kein Rückgrat verfügt, wird schon am Anfang der Geschichte klar, dies steigert sich in einem großen Bogen bis zum Ende der Geschichte hin.
    Wer sich nicht gleich an das sehr anspruchsvolle "Moby Dick" wagen möchte, dem sei Bartleby wirklich wärmstens ans Herz gelegt.
    "Ach, Bartleby! Ach, Menschheit!"


  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 4., Aufl. (März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458347348
  • ISBN-13: 978-3458347347
  • Dienstag, 5. September 2006

    Was denkt die Maus am Donnerstag?



    Autor: Josef Guggenmos
    Original: Was denkt die Maus am Donnerstag (1998)
    meine Bewertung: 2 von 5 

    Josef Guggenmos hat in diesem Büchlein 121 Gedichte für Kinder zusammengestellt. Meist handelt es sich um nette Gedichtchen über Tiere oder Dinge des Alltagslebens.
    Nett zu lesen, aber nicht gerade etwas Besonderes - auch für Kinder nicht.




  • Gebundene Ausgabe: 118 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (März 2006)
  • ISBN-10: 3866151276
  • ISBN-13: 978-3866151277
  • Sonntag, 3. September 2006

    Die Party Queen von Manhattan



    Autorin: Lauren Weisberger
    Original: Everyone Worth Knowing (2005)
    meine Bewertung: 4 von 5

    Bette Robinson lebt mitten in New York, ist aber alles andere, als ein Partygirl. Sie arbeitet bei einer Bank, wohin sie Tag für Tag, züchtig gekleidet, aber widerwillig zurückkehrt. Einen Vorteil hat der Job allerdings: Sie trifft in den Mittagspausen immer auf ihre beste Freundin Penelope, mit der sie dan klatscht und tratscht und sich aus dem Bürogebäude stiehlt.
    Als ihrem Vorgesetzten dies allerdings auffällt, weist er Bette auf ihr - seiner Meinung nach - unangemessenes Verhalten aufmerksam, woraufhin Bette die Nerven verliert und kündigt. Vor hatte sie das schon länger, allerdings hatte es ihr bis zu diesem Vorfall immer an Mut gefehlt, diesen Schritt durchzuziehen.
    Sie verbringt Tage alleine mit ihrem Hündchen in der Wohnung, sieht fern und geht jetzt noch weniger unter die Leute als zuvor. Die einzigen Menschen, zu denen sie jetzt noch kommt, sind Penelope, ihr Onkel Will und dessen Lebensgefährte Simon. Onkel Will schreibt eine Klatschkolummne für die Gesellschaftsseiten und kennt deshalb Gott und die Welt. Er kann nicht länger mitansehen, wie sich seine Nichte gehen lässt. Will besorgt ihr deshalb einen Job bei Kelly & Company, einer Eventmanagement-Agentur.
    Anfangs hat Bette noch ihre Probleme damit, diese Art von Arbeit zu machen. Sie muss abendelang ausgehen, das gehört zum Job. Sie ist gemeinsam mit ihren Kollegen in den besten Partylocations anzutreffen und prompt schmeißt sich ihr auch noch Philip Weston, der berühmte englische Beau, auf den momentan die gesamte weibliche Weltbevölkerung abzufahren scheint, an den Hals. Bette hält überhaupt nichts von ihm, so kommt es auch nie zu intimeren Begegnungen mit dem Schönling. Das ist der Klatschpresse allerdings egal, denn schon kurz nachdem Bette zum ersten Mal mit Philip gesichtet wurde, ist sie auch schon das Gesprächsthema Nummer eins in New Yorks Klatschkolummnen.
    Eigentlich hat sich Bette ja in jemand ganz anderen verliebt, aber ob der auch was von ihr will, wird sich erst zeigen. So wenig Bette ihr Job am Anfang begeisterte, so sehr legt sie sich aber auch ins Zeug, um ihre Sache wirklich gut zu machen. Schon bald zeigt sich ihr Talent für Partyplanung und sie bekommt immer verantwortungsvollere Aufgaben übertragen, allerdings leidet Bettes Privatleben darunter mehr als kräftig.
    Mit ihrem zweiten Werk hat Lauren Weisberger wieder einmal einen Roman geschaffen, der nur so vor prominenten Namen und Locations strotzt, der ebenso amüsant wie auch interessant ist. Zwar nicht so sprühend vor Witz wie ihr Erstlingswerk, aber dennoch komisch präsentiert sich "Die Party Queen von Manhattan". Man hat das Gefühl, Bette sei seine eigene Verbündete, die sich mittem im Partywahn wiederfindet und zwischen all den Schönen, Reichen und Berühmten vermutlich ebenso verloren wirkt, wie man selbst sich fühlen würde.
    Bette ist ein sympathisches Mädchen, der Rest bei Kelly & Company gibt sich zwar nett, ist aber hinterlistig - man weiß das und würde der Romanheldin gerne zuschreien: "Kind, mach die Augen auf." Weisberger hat wieder einmal viele sympathische Charaktere rund um einige Kotzbrocken arrangiert und gewartet, was dabei herauskommt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - trotz einiger Langatmigkeiten.

    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2006)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442542340
    • ISBN-13: 978-3442542345