Donnerstag, 31. Mai 2007

Macbeth

Autor: William Shakespeare
Original: Macbeth (1606)
meine Bewertung: 5 von 5
 
Nach einer erfolgreich geschlagenen Schlacht kommen die Feldherren Macbeth und Banquo auf ihrem Rückweg durch eine Heide. Dort treffen sie auf drei Hexen, die Macbeth mit „Than von Cawdor und zukünftiger König“ und seinen Gefährten Banquo als „Ahn künftiger Könige“ begrüßen. Erst tun die beiden dies als Weibergeschwätz ab, doch als sie an den Königshof zurück kehren, erfährt Macbeth, inzwischen wirklich Than von Cawdor geworden zu sein. Für ihn ist somit klar, dass es sich bei den Worten der Hexen um Prophezeiungen gehandelt haben muss.
Angestachelt durch seine Frau versucht er nun, auch den anderen Teil der Hexenrede in Wahrheit zu verwandeln. Als Duncan, der König von Schottland, eines Nachts auf seinem Anwesen übernachtet, sieht er seine Zeit gekommen. Macbeth ermordet den König im Schlaf und lenkt die Schuld auf die Kammerdiener des Königs. Die Söhne Duncans ergreifen die Flucht und Macbeth wird zum neuen König von Schottland ausgerufen.
Da die Hexen Banquo als „Vater künftiger Könige“ begrüßten, lässt Macbeth Banquo auf dem Weg zu einem Fest in seinem Schloss ermorden. Während des Festes erscheint Macbeth jedoch der Geist von Banquo, woraufhin er so außer sich gerät, dass seine Frau die Gäste nach Hause schicken muss. Malcom, der Sohn von Duncan, der fliehen konnte, und Macduff verbünden sich gegen ihn, um ihn zu stürzen. Durch diese Vorgänge beunruhigt, sucht Macbeth erneut die Hexen auf. Hecate und die anderen Hexen sagen ihm daraufhin, niemand, der von einer Frau geboren wurde, könne ihm schaden. Er müsse sich erst Sorgen machen, wenn sich der Wald von Birnam Richtung Schloss ziehe. Macbeth fühlt sich siegessicher und zieht beruhigt von Dannen. Seiner Frau hingegen geht es immer schlechter. Sie plagt das Gewissen, sie beginnt zu schlafwandeln und versucht sich ständig, unsichtbares Blut von den Händen zu waschen. Sie begeht Selbstmord.
Die Verbündeten von Malcolm und Macduff kommen dem Schloss immer näher, dabei tragen sie zur Tarnung Zweige vom Wald Birnam vor sich her. Eine der Hexenprophezeiungen erfüllt sich. Schließlich wird Macbeth von Macduff ermordet – der nicht von einer Frau geboren wurde, sondern per Kaiserschnitt zur Welt kam.„Macbeth“ muss man gelesen haben. Zwar mag man am Anfang seine Schwierigkeiten mit der Ausdrucksweise des 17. Jahrhunderts („Macbeth“ entstand 1606) haben, allerdings sollte man sich unbedingt auf dieses Abenteuer einlassen. Hat man die Schönheit dieser Sprache erst einmal erkannt, wird man sie zu schätzen wissen. Das Stück ist spannend und voll von moralischen Zwiespältigkeiten und so herrlich altmodisch. Ein ähnliches Motiv findet man übrigens auch im Werk „Lord Arthur Saviles Verbrechen“ von Oscar Wilde.


  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Anaconda (September 2005)
  • ISBN-10: 3938484578

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    Montag, 28. Mai 2007

    Greenwich Killing Time

    Autor: Kinky Friedman
    Original: Greenwich Killing Time (1986)
    meine Bewertung: 4 von 5

    Der Journalist McGovern findet in der Wohnung nebenan die Leiche von Frank Worthington, einem scheinbar sehr beliebten Bisexuellen. Das Problem dabei ist, dass die beiden Cops Fox und Cooperman die Tatwaffe in der Wohnung von McGovern finden. McGovern steht unter Mordverdacht und taucht deshalb unter. Zum Glück zählt zu seinen Freunden auch der Kinkster, seines Zeichens Cowboy, Countrysänger und Privatdetektiv.
    Gemeinsam mit seinen anderen Freunden Ratso, Rambam und Mick Brennan macht sich der Kinkster daran, den Fall aufzuklären. Und nebenbei kümmert er sich noch um die kokainabhängige Freundin von McGovern, Cynthia, die es ihm irgendwie angetan hat. Leider sind Kinkys Ermittlungen längere Zeit nicht gerade von Erfolg gekrönt, weshalb noch weitere Leichen auftauchen, ehe McGovern entlastet werden kann. Wie immer erfolgt die Lösung des Falles eher zufällig, ist aber schlüssig und nicht wirklich vorherzusehen.
    Anders als in seinen Nachfolgerwerken ist „Greenwich Killing Time“, sein erster Krimi, noch nicht mit Allgemeinplätzen vollgestopft und noch nicht so vorurteilsbeladen, dennoch aber witzig. Oder aberwitzig. Auch Klischees findet man nicht so zuhauf, wie in späteren Werken und Frauenfeindliches fällt noch gar nicht so stark auf. Man könnte also sagen, dieses Erstlingswerk hat alle positiven Seiten schon, die auch die Nachfolgerwerke haben, viel Negatives ist noch nicht so ausgeprägt. Leider auch nicht der schnodderige Ton und die Selbstironie, vor denen die späteren Bücher nur so strotzen – gerade das macht aber auch einen Teil des Charmes von Kinky Friedman aus.
    Eine Bewertung ist deshalb schwierig, mit Sicherheit kann man aber sagen, dass es sich um einen unterhaltsamen Krimi mit interessanten Twists handelt. Politisch korrekter, als alles, was nachher kam – ob gut oder schlecht, sei dem Leser überlassen.


  • Broschiert: 227 Seiten
  • Verlag: Rotbuch Verlag; Auflage: Neuausgabe (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 343454058X

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    Der kleine Nick und seine Bande

    Autor: René Sempe/Jean-Jacques Goscinny
    Original: Le petit Nicolas (1960)
    meine Bewertung: 5 von 5

    René Goscinny und Jean-Jacques Sempé lassen den kleinen Nick von den Abenteuern mit seinen Freunden erzählen, die allesamt sehr amüsant sind und voll kindlichem Humor. Sehr liebevoll illustriert und von Hans Georg Lenzen geschickt aus dem Französischen ins Deutsche übertragen, so präsentieren sich die achtzehn Geschichten und um den kleinen Nick und seine Bande. Im Detail sind dies:
    - Die Cowboys
    - Das Fleißheft
    - Ich rauche
    - Der kleine Däumling
    - Briefmarken
    - Ich spiele mit Adalbert
    - Herr Bordenau hat was gegen die Sonne
    - Otto wird nach Hause geschickt
    - Onkel Eugens Nase
    - Wir mache eine Zeitung
    - Die Uhr
    - In der Pause hauen wir uns
    - King
    - Der Fotoapparat
    - Fußball
    - Das Abzeichen

     

  • Broschiert: 170 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257235410
  • Sonntag, 20. Mai 2007

    Das Paket mit dem Totenkopf

    Autor: Stefan Wolf
    Original: Das Paket mit dem Totenkopf
    meine Bewertung: 3 von 5
    Zufällig rettet im Stadtwald Peter einen älteren Herren vor zwei maskierten Räubern, die gerade drauf und dran sind, dem Mann seine Geldbörse zu klauen. Peter ist zwar erst 13, allerdings hat er den blauen Gürtel in Judo und so nehmen die Maskierten die Beine in die Hand. Der Gerettete ist dankbar und gibt Peter, der von seinen Freunden aufgrund seiner braunen Haut, den schwarzen Locken und seiner Sportlichkeit „Tarzan“ genannt wird, 100 Mark. Als Tarzan in der Nähe des Tatortes ein Etui mit Spritze und anderem Fixerbesteck findet, ahnt er bereits, dass ein neuer Fall für TKKG ansteht.

    Gemeinsam mit seinen Freunden Karl, Klößchen und Gaby, die die restlichen Mitglieder von TKKG bilden, stellt er Nachforschungen an. Recht viel lässt sich am selben Tag nicht mehr machen, weil Tarzans Mutter zu Besuch kommt – ein Umstand, der recht selten geschieht, weil die Bahnfahrt von Tarzans Heimatstadt bis zum Internat lange dauert und das Fahrgeld teuer ist. Die Kinder treffen sich mit Tarzans Mutter am Bahnhof und verbringen dann den restlichen Tag mit ihr. Sie ist dienstlich auf dem Weg nach Salzburg, wo sie einen Koffer mit wichtigen Dokumenten abgeben soll. Als sie nach dem Abendessen mit ihrem Sohn und seinen Freunden wieder auf ihr Hotelzimmer kommt, ist der Koffer weg.

    Tarzan, der einige ungewöhnliche Beobachtungen gemacht hat, kombiniert messerscharf und weiß sofort, wo er die Diebe suchen muss. Er begibt sich dadurch aber in große Gefahr, denn an der Sache ist mehr dran, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Bei der finalen Aufklärung des Falles wird er tatkräftig von Karl, Klößchen und Gaby unterstützt.
     
    Der mittlerweile vierte Fall der Bande führt die Kinder ins Rauschgiftmilieu. Als Erwachsener hört man den erhobenen Zeigefinger von Stefan Wolf aus jeder Zeile überdeutlich heraus; auf die Zielgruppe hat das hoffentlich den erwünschten Abschreckungseffekt. Wie in den drei Vorgängerbänden auch, fällt auch die allzu typische Rollenverteilung wieder auf. Gaby, als einziges Mädchen der Bande, muss daheim bleiben, wenn es „zu gefährlich für Mädchen“ wird. Schade, dass sie sich dieser Forderung auch noch fügt. Wieder kommt das Abenteuer allerdings ohne übermäßige Gewalt aus und ist auch recht spannend.



  • Broschiert: 188 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570215741

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    Mittwoch, 16. Mai 2007

    Farm der Tiere

    Autor: George Orwell
    Original: Animal Farm (1945)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Die Tiere auf der Herren-Farm, die dem Ehepaar Jones gehört, leben eigentlich das ganz normale, relativ ruhige Leben, das Farmtiere nun mal leben. Sie stellen ihre Existenz eigentlich nicht in Frage – zumindest so lange, bis Old Major, ein kluges Schwein, seine Visionen von einer Farm der Tiere unter den Tieren verbreitet. Old Major stirbt, seine Ideen leben aber weiter. Die Tiere bringen sich selbst das Lesen und das Rechnen bei, eines Tages kommt dann auch die Gelegenheit, bei der sie die Farmer vertreiben können.
    Anfangs leben die Tiere noch gleichberechtigt nebeneinander, die Arbeit wird geteilt, alles was sie produzieren ebenfalls. Leider geht das nicht lange gut. Die Schweine erheben sich über die anderen Tiere. Nun sind zwar alle gleich – aber einige sind eben gleicher.

    Orwells Roman, 1945 erschienen, ist wohl zu jeder Zeit von großer politischer Brisanz. Damals zwar als Fabel auf den Kommunismus gemeint, trifft die Geschichte auch heute noch den Nerv der Zeit. Mit den besten Absichten kann noch so großes Unheil angerichtet werden. Und dass es ausgerechnet die Schweine sind, die sich über die anderen Tiere erheben, kommt auch nicht von ungefähr, wie Orwell in seinem interessanten Nachwort klar macht. Genauso lesenswert wie „1984“, genauso wichtig, genauso aktuell.



  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 36., Aufl. (Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257201184

  • Sisi. Mythos und Wahrheit

    Autorin: Karin Unterreiner
    Original: Sisi - Mythos und Wahrheit (2005)
    meine Bewertung: 3 von 5

    Karin Unterreiner ist Kuratorin des Sisi-Museums in Wien und hat ein nettes kleines Büchlein über Kaiserin Elisabeth von Österreich verfasst. Mit vielen Bildern dokumentiert sie das Leben der unglücklichen Elisabeth. Besonders umfassend ist das Buch nicht, auch ist es nicht eine Biografie in dem Sinne, sondern eher eine Nacherzählung von Elisabeths Leben. Auch räumt sie nicht wirklich mit Legenden auf, sondern behauptet einfach Gegenteiliges, was leider nicht immer dokumentiert bzw. argumentiert wurde.

    Vieles kommt zu kurz, allerdings ist das Buch sicher gut dazu geeignet, um einen groben Überblick über Sisis Leben zu erhalten, bestenfalls macht es Lust auf mehr, auf eine „richtige“ Biografie. Vor allem die vielen Illustrationen und Bilder machen es dennoch interessant. Übrigens ist dies bereits die zweite Auflage – dennoch konnte sich die Autorin immer noch nicht entscheiden, ob Elisabeths Mutter nun „Ludovica“ oder „Ludovika“ hieß…


  • Taschenbuch: 111 Seiten
  • Verlag: Brandstätter; Auflage: 1 (Mai 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3854983972
  • Freitag, 11. Mai 2007

    Vorsicht, bissiger Gott

    Autor: Shalom Auslander
    Original: Beware of God (2005)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Der Untertitel des Buches lautet „Fiese Storys“ – und genau darum handelt es sich. Auslander hat 14 Geschichten verfasst, die alle zum Thema die jüdische Religion haben. Allerdings handelt es sich um satirische und witzige Storys, die schon beim ersten Lesen klar machen, dass dahinter noch mehr steckt. Es handelt sich um Erzählungen, die die Existenz Gottes sehr stark in Frage stellen und amüsant verpackt auch noch das logische Argument liefern, warum Gott anders sein kann, als wir denken.
    Als Beispiel sei die Geschichte vom „Buch Stan“ angeführt. Stan findet in der Wüste einige Schrifttafeln. Er befragt zahlreiche Gelehrte und Wissenschafter, die ihm alle seinen ersten Verdacht bestätigen: Es handelt sich um die Originalfassung der Bibel. Was ein sensationeller Fund sein könnte, wächst sich zu einem Problem aus. Der Autor der Bibel hat nämlich eine Einleitung verfasst, die in allen späteren Ausgaben weggelassen wurde. Sie lautet nämlich: „Alle Personen, Orte und Vorfälle sind frei erfunden…“
    „Vorsicht, bissiger Gott“ hat das Zeug dazu, zum Kultbuch zu werden! Unbedingt lesen!


  • Broschiert: 156 Seiten
  • Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag (Mai 2007)
  • ISBN-10: 3833304596

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    Donnerstag, 10. Mai 2007

    Der Knochenmann

    Autor: Wolf Haas
    Original: Der Knochenmann (1997)
    meine Bewertung: 4 von 5

    Dieser Fall führt Simon Brenner in die Steiermark, genauer gesagt, nach Klöch. Der Privatdetektiv wurde von der Tochter des Besitzers der weithin bekannten und beliebten Grillstation Löschenkohl gerufen worden. Im Keller des riesigen Restaurants wurden zwischen all den Hühnerknochen auch die Oberschenkelknochen eines Menschen gefunden. Der Arbeiter, der die Knochenmehlmaschine bedient, hat sie gefunden. Wo das Fleisch des Toten hingekommen ist, wagt die Kellnerin vom Löschenkohl gar nicht zu denken. Simon Brenner stellt in gewohnter Manier seine Fragen und als im Laufe der Ermittlungen noch drei weitere Menschen verschwinden und die Spuren auch nach Wien führen, wird’s langsam „trabig“, wie die Österreicher sagen. Doch unter Einsatz seines Lebens, bzw. seines kleinen Fingers, gelingt es auch dieses Mal dem sympathischen Detektiv, den Fall zu lösen. Wolf Haas hat erneut einen wirklich verzwickten Fall geschaffen, in den er seinen griesgrämigen Anti-Helden Simon Brenner schickt. Viel Lokalkolorit und Humor zeichnen seine Werke aus, der Fall ist meist spannend und die Erzählperspektive sehr interessant. Man hat das Gefühl, mit dem Autor am Tisch zu sitzen und seinen Schilderungen zu lauschen, ein kühles Bier vor sich und wartend auf die Brettljausn.


  • Taschenbuch: 154 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 10., Neuausg. (August 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228327
  • Sonntag, 6. Mai 2007

    Streifzüge durch das Abendland

    Autor: Bill Bryson
    Original: Neither Here nor There (1991)
    meine Bewertung: 1 von 5

    Bill Bryson beschreibt in diesem (seinem Erstlingswerk aus dem Jahre 1991) Buch seine Reise nach Europa. Die Stationen, die er dabei besucht sind Hammerfest, Oslo, Paris, Brüssel, Belgien, Aachen und Köln, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Göteborg, Stockholm, Rom, Neapel, Sorrent und Capri, Florenz, Mailand und Como, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Sofia, Istanbul. Bryson beschreibt seine Reise anschaulich, allerdings hat sein Bericht ein gewaltiges Manko: Er macht vor wirklich keinem Klischee Halt, außerdem wirft er jedem Land seine Geschichte vor – und daraus natürlich nur die übelsten und unrühmlichsten Kapitel. Es ist nicht angebracht, ein Land mitsamt seiner Einwohner für Dinge zu verurteilen, die oft Jahrhunderte zurück liegen – oder auch nur 50 Jahre. Das ändert nichts an der Sehenswürdigkeit seiner Touristenattraktionen. Solche Beispiele hat der Autor schnell zur Hand, wenn es um Europa geht. Die amerikanischen Ureinwohner, für deren Ausrottung man ja auch ihn zur Verantwortung ziehen müsste (wie er das von den Europäern ja auch erwartet, wenn es beispielsweise um die Opfer des imperialistischen Sklavenhandels geht), vergisst er dabei vollkommen. Zwar schafft er es schon, den Leser zum Lachen zu bringen, das allerdings bezeichnenderweise nur dann, wenn es eben nicht um den Reisebericht an sich geht, sondern um episodische Ausschnitte aus seinem Privatleben. Störend ist für einen Europäer die Arroganz, die Bryson „uns“ entgegenbringt. Er ist herablassend und glaubt, Amerika könne mit seiner 300-jährigen Geschichte der Geschichte Europas das Wasser reichen. Vielleicht findet ein Amerikaner das lustig, angeblich sind auch die Nachfolgerwerke Brysons besser, dieses Werk würde ich nicht unbedingt empfehlen.



  • Taschenbuch: 313 Seiten
  • Verlag: Goldmann (September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 344245073X
  • Das leere Grab im Moor

    Autor: Stefan Wolf
    Original: Das leere Grab im Moor (1976)
    meine Bewertung: 3 von 5


    Es ist kurz vor den Sommerferien. Die Mitglieder von TKKG haben ein paar Tage frei, weshalb Tarzan und Klößchen diese Tage bei den Sauerlichs, also Klößchens Eltern, verbringen. Doch das hält sie nicht davon ab, mit Karl und Gaby, ihren Freunden, viel Zeit zu verbringen. Eines Nachts beobachtet Tarzan, der eigentlich Peter Carsten heißt und nur wegen seiner schwarzen Locken und der braungebrannten Haut so genannt wird, wie am schwarzen Himmel etwas explodiert. Anfangs glaubt der Junge noch, eine Sternschnuppe gesehen zu haben.
    Am nächsten Tag erfährt er von Karl, dass er wohl das Flugzeug des Scheichs Abu Yassir Khalun war, das in der Nacht über dem Moor explodiert und abgestürzt ist. Die Maschine war auf dem Weg nach Paris und außer dem Piloten, der an Bord war, ist auch ein Schatzkästchen verschwunden, das der Pilot transportieren sollte. Natürlich ist die ganze Stadt am nächsten Tag auf den Beinen, um nach dem verschwundenen Schatz zu suchen. Auch die Kinder begeben sich ins Moor, aber auch sie finden nichts. Zumindest vorerst. Denn Tarzan macht eine grausame Entdeckung: Jemand hat im Wald gewildert und ein Reh in einem Baum versteckt.
    Die Bande setzt sich in den Kopf, den Wilddieb ausfindig zu machen, um diese himmelschreiende Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen. Sie machen in ihren Ermittlungen auch ansehnliche Fortschritte, doch sie kommen der Lösung des wahren Problems immer näher. Einige Personen fühlen sich auf den Schlips getreten, weshalb der treue Cockerspaniel Oskar, der Gaby gehört, entführt wird. Kommen die Bandenmitglieder den Tätern noch rechtzeitig auf die Schliche?
    Auch dieses Werk von Stefan Wolf bietet Kindern ideale Unterhaltung. Es werden moralische Werte vermittelt, beispielsweise Umweltschutz, Ehrlichkeit und Loyalität, allerdings tritt hier besonders eklatant in Erscheinung, was schon öfters an Wolfs Büchern kritisiert wurde. Es herrscht eine ziemlich chauvinistische Haltung der Jungs gegenüber Gaby, die das einzige Mädchen der Bande ist. Zwar respektieren und schätzen (und lieben, wie in Tarzans Fall) die Jungs Gaby zwar, allerdings sagen sie schon mal Dinge wie: „Um diese Zeit gehören Mädchen ins Bett.“ Oft muss Gaby daheim bleiben, weil die Unternehmungen für sie angeblich zu gefährlich werden. Außerdem kommt in diesem Band noch hinzu, dass ein Obdachloser vorkommt und von der Bande sehr herablassend behandelt wird. Auch in diesem Bereich lässt Wolf kein Klischee offen. Ansonsten harmlos und spannend.

  • Broschiert: 187 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570215733

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    Samstag, 5. Mai 2007

    Ruhe unsanft

    Autorin: Agatha Christie
    Original: Sleeping Murder (1976)
    meine Bewertung: 2 von 5

    Das junge Ehepaar Gwenda und Giles Reed sind auf der Suche nach einem kleinen Häuschen an der Küste Englands, wo sie sich häuslich niederlassen und ihren eigenen Haushalt gründen können. Eher zufällig entdeckt Gwenda ein nettes Anwesen, das „Hillside“ genannt wird. Eigentlich fühlt sie sich anfangs recht wohl in ihrem neuen Heim, doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Gwenda ahnt beispielsweise, wo früher die Treppen von der Terrasse in den Garten geführt haben, sie vermutet eine versteckte Tür an genau der richtigen Stelle und auch die Tapete im alten Kinderzimmer konnte sie noch beschreiben, bevor sie sie je zu Gesicht bekommen hat. Natürlich ist Gwenda beunruhigt, doch mit der Angst bekommt sie es erst richtig zu tun, als sie eine Theateraufführung in London sieht und plötzlich ein Flashback-Erlebnis hat. Sie weiß, dass in der Halle eine Frau namens Helen erwürgt wurde. Besorgt wendet sich das Ehepaar an Miss Marple, die sie durch gemeinsame Bekannte kennen und schätzen wissen.Miss Marple ist überzeugt, dass ihr ein kleiner Tapetenwechsel gut tut und so reist sie von St. Mary Mead nach Dillmouth zu den Reeds. Wie es die alte Dame so an sich hat, stellt sie hier und dort ihre Fragen und hat auch schnell einen Verdacht. Allerdings wird es inzwischen brenzlig für Gwenda, denn die scheint einfach zuviel zu wissen und nun selbst zur Zielscheibe des Mörders zu werden.
    „Ruhe unsanft“ ist ein spannender Krimi, allerdings muss man sich schon die Mühe machen, die verschiedenen Personenkonstellationen stets im Gedächtnis zu behalten, um der Geschichte folgen zu können. Es gibt viel, viel Besseres von der „Queen of Crime“, lesen kann man dieses Buch aber auch ganz gut.


  • Taschenbuch: 212 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag GmbH; Auflage: 2. Aufl. (1991)
  • ISBN-10: 378552336X

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