Sonntag, 9. September 2007

Das Phantom auf dem Feuerstuhl




Autor: Stefan Wolf
Original: Phantom auf dem Feuerstuhl; das (1979)
meine Bewertung: 3 von 5
 
An einem warmen Mai-Abend fahren Tarzan, der eigentlich Peter Carsten heißt, aber wegen seiner sportlichen Figur so genannt wird, und sein Sportlehrer Dr. Bienert von einem Volleyballmatch nach Hause. Die beiden fachsimpeln über das verlorene Spiel und merken so zu spät, dass da jemand in Motorradkluft auf der Brücke über ihnen steht. Und ehe der Sportlehrer bremsen kann, fliegt auch schon ein kopfgroßer Stein von der Brücke. Die Scheibe des Wagens zersplittert, Dr. Bienert verreißt den Wagen, er überschlägt sich einmal und kommt schließlich zum Stillstand. Tarzan ist nichts passiert, der Lehrer ist allerdings bewusstlos. Verantwortungsbewusst und vernünftig, wie der Junge nunmal ist, sichert er die Unfallstelle, birgt seinen Lehrer aus dem verbeulten Wagen und bringt ihn in die stabile Seitenlage. Beachtliche Leistung, denn Tarzan ist erst 13 Jahre alt.

Das erste Auto, das der Junge anhalten möchte, fährt einfach weiter. Tarzan ist entsetzt ob solch nichtvorhandener Zivilcourage und kann sich gerade noch einen Teil des Nummernschildes merken. Der nächste Wagen hält an, es ist ein Transporter. Der Fahrer stellt sich als Ströter, Holzschnitzer in der Stadt, vor. Er schenkt Tarzan einen verkrüppelten Esel aus Holz, bevor er sich auf in die Stadt macht, um die Rettung zu rufen. Dr. Bienert wird ins Krankenhaus gebracht. Zum Glück hat er nur eine Gehirnerschütterung davon getragen.

Tarzan und seinen Detektiv-Freunden Gaby, Karl und Klößchen, die zusammen TKKG ergeben, machen sich natürlich auf die Suche nach dem Steinewerfer. Er hat schon des Öfteren mit solchen Aktionen Schlagzeilen gemacht und ist von der Polizei gesucht. Bisher konnte ihm allerdings niemand auf die Schliche kommen. Doch wenn TKKG sich der Sache annehmen, kann ja nur was Gutes dabei herauskommen…

Wieder hat Stefan Wolf eine spannende Geschichte für Kinder von ca. 8 bis 10 Jahren geschaffen. Als Kind hat man wahrscheinlich seinen Spaß daran, da die Handlung in einem eindeutigen Spannungsbogen verläuft und sich gegen Ende hin wieder einmal alles auf ein Happy End zuspitzt. Als Erwachsener empfindet man den erhobenen moralischen Zeigefinger von Stefan Wolf als sehr oberlehrerhaft (S. 11: „Beide hatten natürlich die Sicherheitsgurte angelegt.“ – S. 67: „Kopfsprünge in unbekannte Gewässer sind gefährlich.“). Wenn das auch bei Kindern so auffällig rüber kommt, wage ich zu bezweifeln, ob die erwünschte Wirkung eintritt. Und dass Tarzan, der 13-jährige Superheld, alleine ein Auto verschiebt, wird ihm ein Kind wohl auch nicht glauben. Als etwas seltsam anmutend mag man wohl auch die Erklärung „schwieriger“ Wörter empfinden, die etwas wahllos erfolgt. Zwar wird einem erklärt, dass ein Meteor ein Gesteinsbrocken aus dem Weltall ist, das Wort „ironisch“ kommt aber ohne Erklärung auf jeder zweiten Seite vor.

Fazit also: Für Kinder harmlos, es wird versucht, Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Ehrgefühl zu vermitteln, die Geschichte kommt ohne größere Gewalt, dafür aber mit viel Edelmut und Spannung daher. Kann man Kinder der Zielgruppe ohne weiteres empfehlen.


  • Broschiert: 186 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357021575X
  • ISBN-13: 978-3570215753

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    1 Kommentar:

    1. leo14 schreibt am 10.09.2007 um 16:42 Uhr:Danke für den Tipp!
      leo14

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