Sonntag, 16. September 2007

So eine wie mich...

Autor: Bjarne Reuter
Original: Busters verden (1979)
meine Bewertung: 3 von 5

Eigentlich ist Buster ja arm dran. Er hat eine Schwester, die ständig gehänselt wird, weil sie einen Klumpfuß hat. Er hat einen Vater, der nicht arbeiten geht, dafür aber umso mehr Alkohol trinkt und die ganze Familie schlägt und tyrannisiert. Und seine Mutter hat wenig Zeit für ihre Kinder, weil sie als Putzfrau arbeitet, um die Familie durchzubringen. Buster hat aber etwas, was ihn von vielen anderen Kindern unterscheidet: Er hat Humor und ein Talent zum Zaubern. Wo es nur geht, verwendet er es, um sich aus dem Schlamassel zu ziehen und jeder noch so traurigen Situation etwas Lustiges abzuringen.

Buster nimmt eines Tages einen Job als Fahrradkurier nach der Schule an. Die Arbeit ist zwar anstrengend, überhaupt, wenn man von den Schulschlägern ständig verfolgt wird, weil man ihnen Zucker in den Tanks ihrer Motorräder geschüttet hat, nachdem sie die Schwester mal wieder gehänselt haben, aber der Job hat auch seine guten Seiten. So lernt er nämlich auch das hübsche Mädchen mit dem langen blonden Haar kennen, das so gut Klavier spielen kann. Er verliebt sich sogar in sie und hat so wieder ein Problem mehr…

Die Geschichte rund um Busters Familie wäre sehr tragisch, wäre Buster nicht so ein Optimist und Lebenskünstler. Zwar ist sie nicht besonders spannend oder besonders einprägsam, man hat sie aber schnell weggelesen und irgendwie bleibt eine positive Erinnerung – an Buster, der anders ist, als die anderen, aber deshalb nicht schlechter. Nicht ohne Grund wurde Bjarne Reuter 2002 für die Hans-Christian-Andersen-Medaille nominiert, das Buch war außerdem auf der Auswahlliste für den Deutschen Literaturpreis 1987. Nicht umwerfend, aber sehr nett.


  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (Februar 2006)
  • ISBN-10: 3866151241
  • ISBN-13: 978-3866151246

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