Dienstag, 23. Dezember 2008

Die Christbaumräuber



Autor: Jo Pestum
Original: Die Christbaumräuber (2008)
meine Bewertung: 4 von 5

Im Werkunterricht bastelt die Klasse von Aladin und Paul tollen Christbaumschmuck aus alten Konservendosen. Sie wollen den extravaganten Schmuck gerne der Kindertagesstätte „Froschkönig“ spenden, in die früher auch Aladins kleine Schwester Mely gegangen ist. Die Kindertagesstätte hat nicht besonders viel Geld und die edle Schmuckspende soll ein wenig Weihnachtsglanz in die Hütte bringen. Aladin erklärt sich außerdem bereit, einen Christbaum zu besorgen.

Der Junge denkt nicht daran, dass er von seinen Mitschülern Geld einsammeln könnte oder seinen Vater um ein wenig Hilfe bitte könnte. Er klaut gemeinsam mit Paul eine schöne Tanne vom Weihnachtsmarkt. Er ist fest davon überzeugt, es ja für einen guten Zweck zu machen. Aber gerade als er wieder über den Zaun zurück klettert und die Tanne unter dem Arm hat, flammen Autoscheinwerfer auf, streifen die Jungs und fahren davon. Die beiden kommen mit einem Heidenschreck davon.

Doch schon am nächsten Tag bekommt Aladin eine SMS. Jemand hat ihn und Paul bei ihrem Tannendiebstahl gesehen und Beweisfotos gemacht. Aladin wird erpresst. Die gemeinen Erpresser verlangen von ihm, in einen Getränkemarkt einzusteigen und ihn von innen zu öffnen. Aladin wird also zum Komplizen einer verbrecherischen Bande, weiß aber nicht, wer hinter den Anrufen steckt. Woher haben die Anrufer seine Handynummer? Woher kennen sie ihn? Aladin bekommt es mit der Angst zu tun und wendet sich deshalb an Paul und den Klassendetektiv Lovis. Wird es ihnen gelingen, die Diebesbande dingfest zu machen?

Die Seiten dieses Adventkalender-Buches sind jeweils zu zweit geschlossen, aber perforiert. Man muss jeden Tag mit dem Brieföffner also sein Kapitel erst „aufmachen“, was eine sehr nette und witzige Idee ist. Die Geschichte an sich ist spannend und endet fast jeden Tag mit einem Cliffhanger. Natürlich geht die Geschichte gut aus, allerdings wird vieles zum Ende hin nicht aufgeklärt, beispielsweise ob es nur Zufall war, dass Aladin beim Tannendiebstahl beobachtet wurde etc. Schade ist auch, dass die Kinder auf naheliegende Ideen nur selten kommen und sozusagen alles kompliziert angehen. Aber irgendwie mussten wohl die 24 Kapitel gefüllt werden.

Insgesamt ein spannendes Buch für die Adventszeit, Kinder bis ca. 10 Jahre werden daran ihre Freude haben. Zwar kommt die Moral doch sehr offensichtlich daher, was manchmal ein wenig aufgesetzt wird, ansonsten aber eine echte Alternative zum ewig gleichen Schokoladenadventskalender.
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Arena (Juni 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401062492
ISBN-13: 978-3401062495

Montag, 22. Dezember 2008

Gibt's Probleme?



Autor: Jeff Kinney
Original: Rodrick Rules (2008)
meine Bewertung: 3 von 5

Greg Heffley schreibt nicht Tagebuch, nein, er nicht. Er ist ja eine coole Sau. Deshalb schreibt er seine Memoiren. Und die sind wieder geprägt von allerlei witzigen Ereignissen und den Sorgen des gerade auf die Highschool gekommenen Greg.Auch in diesem zweiten Band der „Gregs Tagebuch“-Serie von Jeff Kinney trifft man auf die verrückte Familie Heffley, Gregs seltsamen Freund Rupert und seine Geschwister Manni und Rodrick. Zwar ist Greg immer noch nicht reich und berühmt, so wie er sich das für seine Zukunft erhofft, aber er ist immerhin ein Jahr älter geworden. Und das ist ja auch schon mal eine Leistung.

Die zwei bisher auf Deutsch erschienen Bücher sind sehr liebevoll gemacht. Sie sehen innen aus wie ein liniertes Heft, die Schrift sieht aus wie mit Hand geschrieben und zahlreiche Strichmännchen-Cartoons ergänzen die Geschichte, die an sich amüsant ist. Vom Humor her sind zwar die Bert-Tagebücher von Olsson/Jacobsson um Welten besser, allerdings eignen sich die Greg-Bücher auch für jüngeres Publikum, da in ihnen Sex und Pubertät gar nicht bzw. noch nicht thematisiert wird. Für Kinder bis zehn sicherlich empfehlenswert, weil harmlos. Ältere dürften sich damit eher etwas langweilen.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Baumhaus Verlag Frankfurt; Auflage: 1 (25. Juli 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833936339
ISBN-13: 978-3833936333

Sonntag, 21. Dezember 2008

Die Musen sprechen



Autor: Truman Capote
Original: The Muses are heard (1946)
meine Bewertung: 3 von 5

Schon seit vier Jahren ist die Theatergruppe von Robert Breen, Everyman Opera genannt, gemeinsam auf Tournee, um das Stück „Porgy and Bess“ aufzuführen. Nun winkt ihnen ein Engagement in Russland. Einziges Probleme dabei: Russland ist streng kommunistisch, Deutschland noch geteilt und der eiserne Vorhang bittere Realität. Natürlich sind die amerikanischen Schauspieler aufgeregt. Noch viel mehr, da „Porgy and Bess“ ein Stück ist, das von den schwarzen Armenviertel Amerikas berichtet, Sex, Drogen und Spiel zuhauf enthält.

Die Truppe macht sich nach einigen Instruktionen seitens der russischen Botschaft und mit ängstlicher Erwartung mit der Eisenbahn auf den Weg von Ostberlin nach Leningrad. Eine lange Zugreise steht ihnen bevor. Die Stimmung schwankt zwischen Euphorie und totaler Niedergeschlagenheit, das Wetter ist ungewohnt kalt, die Menschen für das Empfinden der Reisenden zugeknöpft und geschmacklos.

In Russland erwartet die Mitglieder der Everyman Opera eine unerwartet komfortable Unterkunft, wenngleich sie doch sehr russisch eingerichtet ist. Die Schauspieler nehmen an allerhand gesellschaftlicher Verpflichtungen teil und lernen ein wenig das Leben der Russen kennen. Gleichzeitig bereiten sie sich auf ihre große Premiere vor.Die unmittelbaren Reaktionen zum Stück fallen für die Schauspieler erwartungsgemäß aus, ihre Premiere, die auch politisch heikel ist, ist überstanden. Doch wie werden die Kritiker reagieren? Haben die Menschen, für die Religion, Spiel und Freude praktisch nicht existent sind, die Spirituals des Schwarzen-Stücks verstanden?

Truman Capote hat die Erzählung aus der Sicht des stillen, beobachtenden Begleiters geschrieben. Er liefert einen perfekten, nüchternen Bericht, der fast einer Reportage gleicht. Die Geschichte liest sich ansprechend und steuert geradlinig auf den Höhepunkt, nämlich die Premiere, zu. Präzise und genau, aber dennoch sprachlich nicht langweilig schildert er die Ereignisse bis dahin. Eine nette Erzählung, vor allem für Russland- oder New Journalism-Fans.
Broschiert: 225 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg. (1987)
ISBN-10: 3548400264
ISBN-13: 978-3548400266

Dienstag, 16. Dezember 2008

Die Villen der Frau Hürsch



Autor: Alfred Komarek
Original: Die Villen der Frau Hürsch (2005)
meine Bewertung: 3 von 5

Daniel Käfer ist Chefredakteur des renommierten deutschsprachigen Männermagazins IQ. Oder besser: Er war es. Denn die Zeitung wurde eingestellt, er wurde abgestellt. Ein bisschen Geld hat er, also beschließt Käfer, sich auf ins Ausseer Land zu machen und damit jene Region in Österreich zu besuchen, in der er viele glückliche Sommerferien verbracht hat. Das ist zwar schon einige Zeit her, aber seinen Zauber hat die Gegend immer noch nicht verloren.

Käfer macht sich also mit seiner Ente auf den Weg. Er findet in einem Bauernhof Unterkunft in der Dachkammer, mit Blick auf den Dachstein. Auch sonst beginnt er, sich einzuleben. Zwar ist er gekommen, um seine Gedanken zu ordnen, doch dazu kommt es nicht so richtig. Käfer begegnet vielen interessanten und teilweise auch skurrilen Figuren, er genießt die schöne Gegend und das Sommerwetter und stößt dabei auf einen Stein mit seltsamer Inschrift.

„M. Käfer“ steht da, ebenso wie die Jahreszahl 1933. Käfer ist verwirrt. Was macht sein eigener Familienname auf einem Stein im Ausseer Land? Nach und nach kommt er der Geschichte der Maria Käfer auf die Schliche, einer längst verstorbenen Verwandten. Er rüttelt die Geister der Vergangenheit wach, streift umher und stellt Nachforschungen an. Wer war diese Frau? Und warum erzählt man sich, dass sie seltsame Geschichten vor sich hinbrabbelte, als sie alt wurde?

Normalerweise kennt man von Alfred Komarek ja seine Krimiserie um Kommissar Polt, doch was man hier liest, ist mehr eine Erzählung, ein träumerisches Schwärmen von längst vergangenen Tagen und wunderschönen Landschaften, ebenso wie eine kleine Charakterstudie der Menschen in Aussee. Die Charaktere sind wundervoll plastisch und sympathisch, die Schilderungen sehr atmosphärisch.

War man nicht längst einmal dort, dann macht dieses Buch definitiv Lust darauf, einige schöne Sommertage an den Seen dort zu verbringen und sich auf die Spuren Daniel Käfers zu begeben. Die Geschichte ist ein bisschen spannend und interessant, Krimi darf man sich halt keinen erwarten. Der ideale Zeitpunkt der Lektüre wäre wohl Sommer, der ideale Ort dafür der Grundlsee.
Taschenbuch: 246 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (September 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257234651
ISBN-13: 978-3257234657

Montag, 15. Dezember 2008

Die Katze im Taubenschlag



Autorin: Agatha Christie
Original: Cat among the Pigeons (1959)
meine Bewertung: 3 von 5

Die Zeiten im steinreichen persischen Königreich Ramat sind rau geworden. Man munkelt, dass eine Revolution gegen den aktuellen Herrscher Prinz Ali geplant ist. Prinz Ali bittet seinen persönlichen Freund, den Engländer Bob Rawlings, die wertvollen Juwelen des Prinzen als Versicherung außer Landes zu schmuggeln. Bob hat nicht viel Zeit, um die Diamanten einem harmlos aussehenden Ausländer unterzujubeln. Wie praktisch, dass sich ausgerechnet seine Schwester mit ihrer Tochter in Ramat befindet.

Bob sucht seine Schwester in deren Hotelzimmer auf, doch Mrs. Suttcliffe ist gerade mit ihrer Tochter Jennifer auf einem Ausflug. Bob bleibt nichts anderes übrig, als ihr die Steine ins Gepäck zu schmuggeln und darauf zu hoffen, seine Schwester in England wieder zu sehen. Er macht sich also ans Werk und ahnt nicht, dass er dabei beobachtet wird.

Einige Tage später sind sowohl Bob als auch der Prinz tot. Doch die Juwelen haben es unbeschadet nach England geschafft. Verschiedene Gruppierungen haben davon gehört, doch niemand weiß, wo die kostbaren Steine versteckt sind. Ein Einbruch in die Villa der Suttcliffes hat schon keiner Ergebnisse gebracht, also muss ein Spitzel in das teure Mädcheninternat der Tochter eingeschleust werden.

Als plötzlich drei Morde geschehen und die Cousine des ermordeten Prinzen entführt wird, die zufällig auch eine Schülerin in Meadowbanks war, scheint die vornehme Schule dem Untergang geweiht zu sein. Doch Miss Bulstrode, die Gründerin der Schule, kämpft gemeinsam mit Monsieur Poirot, dem berühmten belgischen Detektiv, und Inspektor Kelsey um die Aufklärung der Tat und den guten Ruf der Schule.

Agatha Christie hat einen spannenden Krimi mit dichter atmosphärischer Stimmung geschrieben, allerdings erscheint die Auflösung ein wenig an den Haaren herbei gezogen und auch Poirot kommt erst sehr spät ins Spiel. Fast so, als hätte Christie erst im letzten Moment entschieden, die Lösung des Falls Kelsey doch nicht zuzutrauen. Es gibt bessere Krimis von Agatha Christie, dieser ist eher schwach.
Broschiert: 207 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596168260

Sonntag, 14. Dezember 2008

Happy Hour in der Unterwelt



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and unappreciated (2006)
meine Bewertung: 3 von 5

Man hats einfach nicht leicht, wenn man an seinem 30. Geburtstag gestorben ist, dann als Vampir von den Toten wieder zurückgekehrt ist und sich schließlich als Vampirkönigin in der Welt der Toten wiederfindet. Betsy weiß das, denn auf sie treffen all diese Attribute zu. Sie ist mit dem umwerfenden Eric Sinclair, seinerseits mächtigster Vampir alive, verheiratet, blöd nur, dass sie ihn so gar nicht ausstehen kann. Betsy lebt mit ihrer besten Freundin Jessica, die noch dazu steinreich ist, in einem riesigen Herrenhaus, gemeinsam mit ihrer aller Freund Marc, seines Zeichens schwul und vielbeschäftigter Arzt in Ausbildung.

Auch so ist Betsys Leben nicht gerade einfach. Da sie im letzten Band die Bar „Scratch“ geerbt hat (sozusagen), versucht sie sich nun als Barbesitzerin und Geschäftsfrau, allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg. Außerdem hat sie gerade eben erfahren, dass sie irgendwo da draußen eine Halbschwester hat. Blöderweise ist diese Halbschwester eine Tochter des Teufels. Das Buch der Toten prophezeit, dass diese Ausgeburt der Hölle eines Tages die Weltherrschaft übernehmen wird.

Betsy muss das Schlimmste verhindern und macht sich deshalb auf die Suche nach ihrer ominösen Halbschwester. Dass diese sich als absolut süß und lieb erweist, ist natürlich nicht gerade eine große Hilfe. Soll Betsy Laura, so heißt sie nämlich, einfach bitten, die Weltherrschaft doch netterweise nicht zu übernehmen? Langsam bemerkt Betsy außerdem, dass ihr Eric Sinclair doch nicht so egal ist, wie sie immer dachte…

Der dritte Band um die Vampirkönigin Betsy ist ein wenig schwächer als seine Vorgänger. Zwar sorgt die untote Tussi immer wieder für Überraschungen, aber in diesem Band wird lediglich die Geschichte um Sinclair etwas vorangetrieben. Der Handlungsstrang mit ihrer Schwester Laura findet ein zu abruptes Ende. Wahrscheinlich wird sie in den Nachfolgebänden noch öfters auftauchen oder sogar eine größere Rolle spielen, wenn nicht, wäre das wirklich sehr schwach. Man hat einfach den Eindruck, dass das Buch viel mehr Umfang gebraucht hätte, um alle Handlungsverläufe zufriedenstellend abzuschließen. So hat man irgendwie das Gefühl, ein Buch begonnen zu haben, aber nicht zu Ende gelesen zu haben.
Broschiert: 222 Seiten
Verlag: Egmont Lyx (15. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581253
ISBN-13: 978-3802581250

Halbritters Tier- und Pflanzenwelt



Autor: Kurt Halbritter
Original: Halbritters Tier- und Pflanzenwelt (1975)
meine Bewertung: 4 von 5

Kurt Halbritter, seines Zeichens Satiriker und Karikaturist, hat in diesem Buch witzige Figuren aus der Tier- und Pflanzenwelt porträtiert und mit einer kurzen Erklärung versehen. Längst vergessene Wesen wie Finguine, Lampire und Fußpilze werden von ihm gebührend gewürdigt.

Wortspiele, geniale Karikaturen und lustige Erklärungen machen dieses Buch zu einem unverzichtbaren Lexikon imaginärer Tiere und Pflanzen, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, weil man sich einfach nett damit amüsieren kann.
Gebundene Ausgabe: 159 Seiten
Verlag: Carl Hanser (1975)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446119906
ISBN-13: 978-3446119901

Samstag, 13. Dezember 2008

Das Wetter vor 15 Jahren



Autor: Wolf Haas
Original: Das Wetter vor 15 Jahren (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Vittorio Kowalski ist bei „Wetten dass…!?“ Wettkönig geworden, weil er das Wetter an jedem Tag der letzten 15 Jahre im Urlaubsort seiner Kindheit, dem österreichischen Alpendorf Farmach, auswendig hersagen konnte. Er hat jeden Tag die Frau Bachl angerufen, um das Wetter zu erfragen.

Die traurige Geschichte hinter dieser Wette erfährt der Leser erst nach und nach, denn es hatte schon seine Gründe, warum der Kowalski das Wetter der letzten 15 Jahre hersagen konnte und er ausgerechnet bei der Frage nach dem Wetter am ersten Tag der vergangenen 15 Jahre ins Stocken geriet. Damals spielte nämlich das Wetter eine entscheidende Rolle, als er nämlich mit seiner Ferienliebe Anni in ein Unwetter gerät und dabei in doppelter Hinsicht seine Unschuld verliert. Er hat sich in die Anni verliebt, sie aber seit jenem Tag vor 15 Jahren nicht mehr gesehen. Und jetzt war er eben bei „Wetten dass…!?“ im Fernsehen und ist sogar Wettkönig geworden.

Es verwundert ihn also nicht, dass er aus dem Urlaubsort seiner Kindheit eine Karte bekommt, obwohl diese eigentlich sein Freund Riemer abgeschickt hat, und macht sich auf den Weg in die Alpen. Er hofft darauf, die Anni zu sehen, in die er seit 15 Jahren verliebt ist. In Farmach jedoch überschlagen sich die Ereignisse, denn die Anni hat sich entschieden, den Lukki, Vittorios Peiniger aus der Kindheit, zu heiraten. Für Vittorio bricht eine Welt zusammen – und nicht nur die. Er gerät in eine höchst brenzlige Lage, aus der er sich nur mit roher Gewalt befreien kann. Doch kommt er noch rechtzeitig in die Kirche, um die Hochzeit von Anni und Lukki zu verhindern?


So betrachtet scheint der Inhalt des Buches nichts Besonderes zu sein – eine tragische Liebesgeschichte eben. Allerdings liegt der Clou in der Erzähltechnik Haas‘. Das Buch um die Liebesgeschichte gibt es nicht wirklich, sondern der Leser erfährt nach und nach durch ein Interview davon. Das eigentliche Buch ist nämlich als Interviewsituation zwischen einer deutschen Journalistin und dem österreichischen Autor verfasst und in diesem Interview geht es eben um das Buch des Autors über die Liebesgeschichte zwischen Anni und Vittorio, in der natürlich auch ein bis zwei Leichen vorkommen – sonst wäre es ja kein Haas.

Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, entpuppt sich beim Lesen als interessantes Experiment. Man liest zwar nur ein Interview über ein Buch, hat aber nach der Lektüre das Gefühl, nicht nur das Interview, sondern auch das Buch über die Anni gelesen zu haben. Mit Leichtigkeit findet man sich in den beiden Ebenen zurecht und kann zwischen ihnen umschalten, wie zwischen Fernsehkanälen.

Mit viel Humor und gespickt mit typisch österreichischen Ausdrücken erzählt der Interviewte über die Entstehung seines fiktiven Werkes und spielt mit den Unterschieden Österreich – Deutschland, was sich über das ganze Werk hinzieht, aber immer geprägt von einer sympathischen Zuneigung ist, was auch dadurch gut zur Geltung kommt, dass die deutsche Journalistin bemüht ist, Haas zu verstehen und umgekehrt.

„Das Wetter vor 15 Jahren“ ist ein Werk, dass sich gänzlich von den Brenner-Büchern, mit denen Wolf Haas seine größten Erfolge gefeiert hat, unterscheidet. Es besticht nicht so sehr durch die Geschichte, die zwar auch interessant ist, als vielmehr durch die Form. Der Leser kann sich nach der Lektüre die Anni-Vittorio Geschichte detektivähnlich zusammenpuzzeln und gleichzeitig erfährt man, was sich Autoren beim Schreiben denken könnten und nach welchen Motiven sie handeln könnten. Eine Erfahrung, auf die man sich einlassen sollte!
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Dtv (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423136855
ISBN-13: 978-3423136853

Hunde, Hunde, Hunde



Fotograf: Araldo de Luca
Original: -
meine Bewertung: 3 von 5

In diesem Bildband hat Araldo De Luca Fotografien von Hunden auf rund 240 Seiten versammelt. Die Verarbeitung des Bildbandes ist hochwertig, es handelt sich um ein großformatiges, dickes und schweres Buch mit vielen Hochglanzfotos. Von daher also einwandfrei.

Was mich aber ein wenig daran stört (deshalb auch die Abzugspunkte) ist die Tatsache, dass die Auswahl der Hunde schwer nachvollziehbar ist. Auf rund 240 Fotografien sind es nur wenig unterschiedliche Hunde aus nur wenigen Rassen. Ausgewählt wurden weder Hunderassen mit markanten körperlichen Merkmalen, noch Rassen einer bestimmten FCI Gruppe oder einer bestimmten Farbe.

Leider sind es vor allem für mein Empfinden nicht so sehr ästhetische Hunde, beispielsweise Chow Chow, Dackel oder Boxer. Weiters sind es Studioaufnahmen mit schwarzem oder weißen Hintergrund, auf den Fotos sind ausschließlich Hunde. Wahrscheinlich hat jeder Hundebesitzer witzigere, ästhetischere, „schönere“ Fotos in seiner Sammlung als gestellte Studioaufnahmen.
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: WHITE STAR VERLAG, Vertrieb durch TRAVEL HOUSE MEDIA; Auflage: 1 (1. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3867260745
ISBN-13: 978-3867260749

Freitag, 12. Dezember 2008

Süß wie Blut und teuflisch gut



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and Unemployed (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Betsy hat sich gerade erst an ihren neuen Status als untote Königin der Vampire abgefunden, den alten Diktator-Vampir Nostro getötet und den unheimlich gut aussehenden Sinclair offiziell zu ihrem Prinzgemahl gemacht, als schon wieder neue Probleme auf sie warten. Ihre steinreiche Freundin Jessica beschließt, ein riesiges Herrenhaus zu kaufen, da Königin Betsy angemessen wohnen sollte, also ist ein Umzug zu managen.

Außerdem ist es nicht einfach, sich in einem Haus mit 30 Schlafzimmern zurecht zu finden, selbst für Betsy mit ihren außergewöhnlichen Vampir-Sinnesorganen nicht. Ständig gehen Leute ein und aus, die Tochter einer Angestellten taucht immer wieder in Betsys Zimmer auf und auch sonst läuft ihr Leben einfach nicht normal. Um ein bisschen Regelmäßigkeit in ihr Leben zu bringen, nimmt die schuhsüchtige Betsy einen Job bei Macy’s an.

Die Flucht in ein halbwegs normales Leben ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn schon gehen die Probleme in der Vampirwelt weiter. Irgendjemand hat sich scheinbar in den Kopf gesetzt, Vampire zu töten. Betsy muss ran und als Königin für Ordnung sorgen. Irgendwie stellt sie sich das aber leichter vor, als es ist. Es geht ziemlich heiß her – nicht nur im Kampf gegen die Vampirkiller, sondern auch zwischen Betsy und Sinclair, den sie immer noch nicht lieben will.

Bereits der erste Band der Reihe um die unfreiwillige Vampirkönigin mit dem Schuhtick und der rotzfrechen Ausdrucksweise hat mich begeistert. Die Idee, Vampire auch mal als Sympathieträger darzustellen und ihnen ein mehr oder weniger normales Leben zu geben, finde ich genial. Seltsam ist allerdings, dass einige Dinge nicht ganz konsequent durchgezogen werden. So bekommt Betsy an einigen Stellen Kopfschmerzen, auf anderen Seiten wiederum ist sie froh, tot zu sein, weil ihr damit Kopfschmerzen und Schmerzen generell erspart bleiben. Andererseits erlebt sie phänomenale Orgasmen.

Darüber kann man jedoch hinweg sehen, sind die Charaktere doch einfach plastisch und sehr sympathisch gezeichnet, die Situationen, in die sich Betsy immer wieder manövriert witzig und die Reihe bisher empfehlenswert und mit vielen Überraschungen gespickt. Es sind eher Frauenbücher, was vor allem dadurch deutlich wird, dass Betsy einen beinahe nervtötenden Schuhtick hat.
Broschiert: 253 Seiten
Verlag: Egmont Lyx (15. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581245
ISBN-13: 978-3802581243

Montag, 8. Dezember 2008

Meg Finn und die Liste der vier Wünsche



Autor: Eoin Colfer
Original: The Wishlist (2000)
meine Bewertung: 5 von 5

Meg Finn ist erst vierzehn, aber bereits Waise, mit einem idiotischen Stiefvater geschlagen und außerdem eine Kleinkriminelle. Schon in diesem zarten Alter hat sie mit der Welt abgerechnet und sich mit der Tatsache abgefunden, dass das Leben nunmal nicht fair ist und sich kein Mensch um sie schert. Eines Tages macht sie sich mit ihrem Kumpel Belch und dessen Köter Raptor an einen Einbruch bei einem armen, alten Rentner. Viel zu holen gibt es nicht, außerdem erweist sich der Rentner als ein wenig schwach auf der Brust. Meg stellt sich schützend vor den Mann, will Belch daran hindern, ihm etwas anzutun und flieht schließlich, um die Polizei zu alarmieren.

Natürlich kann Belch das nicht zulassen, also folgt er Meg und stellt sie. Meg steht mit dem Rücken zur Wand und kann nicht fliehen, als Belch, der nicht gerade helle ist, einen Schuss mit einer Schrotflinte abgibt. Woran er nicht gedacht hat: Das Mädchen steht mit dem Rücken zu einem Gastank, der auf den Schuss reagiert, wie er den physikalischen Gesetzen nach reagieren muss. Der Gastank fliegt in die Luft und reißt Meg Finn, Belch und Raptor in den Tod.

Doch weil Meg gestorben ist, weil sie einem anderen das Leben retten wollte, also als direkte Folge einer guten Tat. Ihre Plus- und Minusliste ist deshalb ausgeglichen und Petrus und Beelzebub können sich nicht entscheiden, ob sie nun in den Himmel oder die Hölle kommen soll. Sie schicken Meg deshalb als Geist zurück auf die Erde, wo sie nun entweder Gutpunkte oder eben Schlechtpunkte sammeln soll.

Meg will natürlich in den Himmel und kehrt deshalb zurück zu dem alten Lowrie, den Rentner, den sie und Belch überfallen wollten. Sie beschließt, ihm zu helfen, sein Leben, dessen verbleibende Tage auch gezählt sind, auf die Reihe zu bringen. Lowrie freut sich irgendwie, er hat eine Liste mit vier Wünschen, die er sich mit Hilfe Megs erfüllen möchte, bevor er in die ewigen Jagdgründe eingeht.

Doch der Satan hätte die kleine Meg Finn lieber bei sich in der Hölle. Er hetzt ihr also Belch, der eindeutig in die Hölle gehört, auf die Fersen, um sie daran zu hindern, Gutes zu tun. Werden Meg und Lowrie es schaffen, die Liste abzuarbeiten, bevor ihrer beider Zeit abgelaufen ist? Und was noch wichtiger ist: Wie weit werden sie kommen, bevor ihnen das, was nach der Explosion von Belch übrig geblieben ist, einen Strich durch die Rechnung machen kann?

Eoin Colfer hat mit „Meg Finn und die Liste der vier Wünsche“ ein fantastisches Kinderbuch geschrieben, das ohne Probleme aber allen Lesern, auch den etwas älteren, Spaß machen wird. Es ist ein Buch mit einem Bad Beginning am Anfang, von dem man hofft, dass es mit einem Happy Ending aufhört, einfach weil man Meg Finn, obwohl sie eine Diebin und Kleinkriminelle ist, ins Herz schließt, ebenso wie den sympathischen Lowrie. Es ist eines der seltenen Exemplare von Büchern, bei denen ich laut auflachen musste, selbst in einem gut gefüllten Bahnabteil und gegen Ende nicht so recht wusste, ob ich nun lachen oder heulen soll. Man möchte einfach nicht, dass die Geschichte endet, die Charaktere sind nämlich bis zum Ende hin nicht nur selbst Freunde geworden, sondern auch die Freunde des Lesers. Absolute Empfehlung!
Broschiert: 239 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604730
ISBN-13: 978-3548604732

Sonntag, 7. Dezember 2008

Der Tod hat 24 Türchen



Herausgeber: Jan Seghers
Original: Der Tod hat 24 Türchen (2008)
meine Bewertung: 3 von 5

Jan Seghers hat einen mörderischen Adventskalender herausgegeben: in 24 grausamen, makaberen und unheimlichen Geschichten wird die Wartezeit auf das Fest der Feste verkürzt. Beiträge stammen unter anderem auch von Gisa Klönne, Sandra Lüppkes, Stefan Slupetzky, Oliver Bottini, Ruth Berger, Jan Costin Wagner und Elisabeth Herrmann.

Seghers ist es gelungen, eine vortreffliche Auswahl zusammenzustellen, die spannend ist und bei der es einem einfach schwer fällt, jeden Tag nur ein Kapitel zu lesen (weshalb ich das ganze Buch beinahe ohne Unterbrechung gelesen habe). Besonders hervorzuheben ist auch die ziemlich hohe Beteiligung von österreichischen Geschichten, die sich hervorragend in das Gesamtbild einfügen. Eine wahre Empfehlung für die Wartezeit auf das Fest.
Taschenbuch: 298 Seiten
Verlag: Rowohlt TB-V. Rnb. (1. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499248646
ISBN-13: 978-3499248641

The Tales of Beedle the Bard



Autorin: Joanne K. Rowling
Original: The Tales of Beedle the Bard (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

Was für die Kinder normaler Menschen die Märchen der Gebrüder Grimm sind, sind für die Kinder der Zaubererwelt die Geschichten von Beedle dem Barden. Das Büchlein enthält die Geschichten „The Wizard and the Hopping Pot“, „The Fountain of Fair Fortune“, „The Warlock’s Hairy Heart“, „Babbitty Rabbitty and her cackling Stump“ und „The Tale oft he Three Brothers“. Alle Geschichten sind so, wie man es auch aus den Märchen der nichtmagischen Welt kennt: Sie transportieren eine ziemlich eindeutige Meinung von Gut und Böse und sollen den Kindern, für die sie gedacht sind, Orientierung in ihrer Welt bieten. Und genauso ist es in der magischen Welt.

Die kleinen Zaubererkinder lernen mit den Geschichten, welche Macht Zauberer ausüben können, aber auch, welche Gefahren mit ihrer Gabe verbunden sind. Wie es Märchen so an sich haben, sind sie eher unheimlich und sogar ein wenig grausam. Im vorliegenden Fall sind die Geschichten eher kurz, doch jede Geschichte wird von einem Kommentar von Albus Dumbledore ergänzt, übersetzt wurden die Geschichten angeblich von Hermine Granger.

Das lange Warten auf ein so dünnes Büchlein aus der Feder von Joanne K. Rowling hat sich gelohnt. Zwar wird man ein wenig wehmütig, wenn man an das Ende von Band 7 der Harry Potter Reihe denkt und dann die Kommentare von Albus Dumbledore liest, doch man findet sich sofort wieder in der magischen Welt zurecht. Die Märchen könnten ebenso Märchen aus unserer Welt sein und könnten von der Machart her tatsächlich sehr, sehr alt sein.

Man nimmt Rowling einfach ab, dass es sich um althergebrachte Legenden handelt und findet sich schnell wieder in der Zaubererwelt zurecht. Einfach empfehlenswert, die Geschichten sind wunderschön und zauberhaft. Dumbledores Kommentare empfand ich als mit einem Augenzwinkern vorgebracht und durchaus erheiternd. Es tut einen direkt Leid, dass das Buch so dünn ist, fast wünscht man sich, einen dicken Schmöker vor sich zu haben.
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Carlsen; Auflage: 1 (4. Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551599998
ISBN-13: 978-3551599995

Freitag, 5. Dezember 2008

Katze, Kind und Katastrophen



Autor: Kinky Friedman
Original: Meanwhile back at the Ranch (2002)
meine Bewertung: 3 von 5

Als eines Tages im New Yorker Loft des Kinksters die beiden roten Telefone gleichzeitig zu läuten beginnen, kostet das der Katze nur ein müdes Grinsen. Der Kinkster allerdings weiß, dass was Schreckliches passiert sein muss. Wer würde ihn sonst anrufen? Und tatsächlich hat er einen neuen Fall an der Backe. Ein kleiner autistischer Junge, der nicht viel mehr als „shnay“ sagen kann, ist verschwunden.

Die Polizei hat bisher nicht wirklich etwas erreichen können, also wendet sich selbst Sergeant Fox hilfesuchend an ihn. Kinky und McGovern, sein Freund von den Village Irregulars, machen sich daran, die Familie zu interviewn. Kinkys jüdische Nase trügt ihn nicht: Irgendetwas ist mit der Familie gewaltig faul. Doch gerade als er nah dran ist, einen Geistesblitz zu haben, läuten die beiden Telefone wieder.

Dieses Mal ist es Cousine Nancy, die sich zuhause in Texas um Kinkys Rescue Ranch kümmert, wo über siebzig Hunde leben, die von Kinky und seinen Helfern aus den widrigsten Umständen gerettet wurden. Und ausgerechnet von dort ist eine Katze verschwunden. Cousine Nancy ist verzweifelt und bittet den Kinkstah, sofort zu kommen.

Der in New York lebende jüdische Texaner mit der dicken Zigarre, den Stiefeln aus Brontosaurusvorhaut und dem riesigen Hut hat ein unglaublich weiches Herz. Er macht sich auf den Weg nach Texas, wo er sich auf der Farm sofort wieder wohl fühlt. Während der nach der verschwundenen Katze sucht, hat er Zeit, sich über einiges klar zu werden.

Natürlich kommt es in New York nicht besonders gut an, dass sich der Detektiv, der beauftragt wurde, nach einem vermissten Kind zu suchen, abgesetzt hat, um in Texas nach einer verschwundenen Katze zu fahnden. Doch als sich Kinky wieder auf den Weg nach New York macht, weiß er schon mehr als vor seinem Abflug – und eins ist sicher: die, die am meisten heulen, haben vielleicht auch das meiste zu verbergen…

Wie immer kommen zahlreiche Kinky-Gemeinplätze in dem Buch vor, es hat Wortwitz und hin und wieder auch ruhige und melancholische Momente. Der Kinkstah zeigt Herz, das Buch scheint einmal mehr zahlreiche autobiografische Elemente zu enthalten. Schade ist, dass die Village Irregulars dieses Mal nicht wirklich eine Rolle spielen, sondern nur McGovern bei der Aufklärung des Falls behilflich ist.

Geniales Detail am Rande: "Judge Judy" wurde mit "Barbara Salesch" übersetzt - witziger Gedanke, allerdings ist Judge Judy auch hier ein Begriff.Die Geschichte ist nicht besonders spannend und hält auch weiters keine Überraschungen parat. Ein durchschnittlicher Friedman also, der zwar amüsiert, aber nicht herausragend ist.
Broschiert: 158 Seiten
Verlag: Bittermann (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3893201076
ISBN-13: 978-3893201075

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Rohfütterung für Hunde



Autorin: Silke Böhm
Original: Rohfütterung für Hunde (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Rohfütterung für Hunde trifft auf immer mehr aufgeschlossene Menschen, die diese Art der Fütterung als einzig natürliche empfinden und deshalb selbst zu Hackebeil, Pürrierstab und Fleischermesser greifen, um ihr Hundefutter selbst herzustellen. Viele hält einerseits die schiere Informationsflut, die man im Internet und gerüchteweise am Hundeplatz hört, und die ganz schön beängstigend sein kann.

Von irgendwelchen Kalzium-Phosphor Verhältnissen ist die Rede, von Bedarfsberechnung und Zeitaufwand. Davon, wieviel mal falsch machen kann, man hört Gerüchte über wildernde Hunde und Salmonellen, da lässt man lieber gleich die Finger davon und greift zur guten alten Dose, die ja „ausgewogen“ alle Nährstoffe enthält, die der Hund angeblich braucht, oder zum praktischen Sack Trockenfutter.

Silke Böhm hat ein übersichtliches Buch zur Einführung in die Rohfütterung geschrieben, das mit Gerüchten aufräumt und dieser Ernährungsweise für Hunde das Komplizierte nimmt. Natürlich rät auch sie nicht dazu, einfach drauflos alles in den Mixer zu schmeißen, was einem so unterkommt, aber sie macht auch deutlich, dass es nicht nötig ist, Ernährungswissenschaften studiert zu haben oder jeden Tag drei Stunden Zeit zur Verfügung zu haben, um seinen Hund artgerecht ernähren zu können.

Mit Listen und schönen Illustrationen bietet das Buch alles, was ein Einsteiger wissen muss. Ergänzende Informationen finden sich zu dieser Thematik im Internet dann ja zuhauf. Und wer einmal angefangen hat, seinen Hund roh zu füttern, und sieht, mit welch großer Begeisterung der eigene Hund darauf reagiert, wie sein Fell glänzt und er seine Futterschüssel immer blitzblank ausleckt, wird sowieso restlos begeistert sein.
Broschiert: 96 Seiten
Verlag: Cadmos; Auflage: 1 (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861277425
ISBN-13: 978-3861277422

Zauberstreit in Caprona



Autorin: Diana Wynne Jones
Original: The Magicians of Caprona (2006)
meine Bewertung: 4 von 5

In Caprona gibt es zwei mächtige Zauberer-Häuser: die Petrocchis und die Montanas. Jeder Montana weiß, wie sehr die Petrocchis stinken und welch Halunken aus dieser Familie hervorgingen. Und jeder Petrocchi kennt die Geschichte um die Übeltaten der Montanas und deren Sippschaft. Und jeder, der nicht zu einer der beiden Familien gehört, weiß, wie falsch die Gerüchte der verfeindeten Zaubererhäuser übereinander sind. Warum sie jedoch verfeindet sind, weiß niemand mehr so genau.

Dann jedoch bedroht ein starker Zauberer Caprona, außerdem verschwinden sowohl Tonino Montana als auch Angelica Petrocchi. Natürlich hat jede Familie die jeweils andere in Verdacht, hinter der Entführung zu stecken. Nicht nur die Situation in Caprona wird immer bedrohlicher, sondern auch in den umliegenden Ländern bricht der Krieg aus.

Den beiden Zaubererhäusern wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als gemeinsam zu versuchen, die beiden entführten Kinder zurück zu bekommen, Italien vor dem drohenden Krieg zu retten und Caprona von dem unheimlichen Zauberer zu befreien. Doch die Erwachsenen sehen das ganz anders. Lediglich die Kinder sind auf dem richtigen Weg. Doch kommen sie noch rechtzeitig?

Diana Wynne Jones Buch ist eine Romeo und Julia – Geschichte für Kinder, für Erwachsene sehr vorhersehbar, für Kinder aber sicher spannend und unterhaltsam zu lesen. Es wird Toleranz und Moral vermittelt, jedoch nicht explizit und belehrend, sondern sozusagen nebenher. Die Atmosphäre des Buchs hat etwas sehr heimeliges und wer Gefallen an dem Buch gefunden hat, kann weitere Bücher aus der Chrestomanci-Serie von Diana Wynne Jones lesen.
Gebundene Ausgabe: 266 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866151306
ISBN-13: 978-3866151307

Haushaltsschnecken leben länger



Autorin: Christine Nöstlinger
Original: Haushaltsschnecken leben länger (1987)
meine Bewertung: 4 von 5

Hausfrauen kennen es: Schuldgefühle, Multitasking, Zwiegespräche mit der Waschmaschine und Bügeln als Wellnesserlebnis. Christine Nöstlinger hat ihre Kolumnen und Erlebnisse aus einem reichen Leben zwischen Brote-Schmieren und Windeln Wechseln gesammelt und in diesem sehr amüsanten Büchlein versammelt. Wieder ist zu beachten, wie alt das Buch schon ist (1987 erstmals herausgegeben). Man merkt, wieviel sich verändert hat – und was auch noch nach 20 Jahren Gültigkeit hat!
Broschiert: 153 Seiten
Verlag: Dtv (Mai 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423252499
ISBN-13: 978-3423252492

Freitag, 28. November 2008

Ich schenk mir täglich rote Rosen



Autorin: Erma Bombeck
Original: Aunt Erma's Cope Book (1979)
meine Bewertung: 5 von 5

Stress im Haushalt, mit den Kindern, mit dem Hund, dem Gewicht, dem Ehemann, dem Rest der Verwandtschaft und und und… Immer wieder raten Erma alle möglichen Bekannten und Freunde zu den neuesten Lebenshilfe- und Ratgeberbüchern. Sowieso schon mit schlechtem Zeitmanagement und erheblichen Selbstzweifeln geplagt, beginnt eine literarische Odysee für die Protagonistin. Für jede Lebenslage das richtige Buch mit den angeblich einzig richtigen Ratschlägen.

Doch was tun, wenn einen die trotz aller akribisch befolgten Tipps nicht weiter helfen können? Wenn „Die unvollkommene Frau“, „Kaufangst“, „Wie erziehe ich meine Eltern?“ und „Billiger Leben“ alles nur noch schlimmer machen? Da bleibt letztlich nur eins: Selbst eins schreiben. Denn das Leben spielt sich nunmal nicht in Büchern ab.

Auf gewohnt humorvolle Weise nimmt Erma Bombeck in diesem Buch die Ratgeberliteratur aus sämtlichen Lebensbereichen auf die Schaufel, sie tut dies witzig und unkompliziert. Bombeck ist immer wieder ein Garant für humorvolle Lektüre, manchmal kann man sogar herzhaft lachen, kennt man doch ähnliche Szenen aus dem eigenen Alltag oder eben nicht mehr weil das Buch eben doch ein Kind seiner Zeit ist.
Broschiert
Verlag: Lübbe; Auflage: N.-A. (Juni 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404104943
ISBN-13: 978-3404104949

B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde



Autorin: Barbara Messika
Original: B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

Lange Zeit lebten unsere Hunde sehr gut ohne Fertigfuttermittelindustrie und auch die Wölfe als direkte Vorfahren der domestizierten Hunde hatten wohl kein Dosen- oder Trockenfutter bei der Hand, wenn sie mal der kleinere oder größere Hunger plagte. Futtermittelallergien, Milben und andere Krankheiten bringen immer mehr Hundehalter auf diese natürliche Art der Hundeernährung zurück.

Schäfer und Messika geben einen guten Einblick in die biologisch artgerechte Rohernährung von Hunden und räumen mit vielen Vorurteilen auf. Hunde können aufgrund ihres verkürzten Verdauungstrakts und der erhöhten Magensäurekonzentration fast nie an Salmonellen erkranken, auch der Mythos, Hunde würden dann wildern, von dem niemand mehr sagen kann, woher er kam und wieso er sich weiterhin so hartnäckig hält, wird widerlegt.

Viele barf-Beginner haben Respekt vor dem Zeitaufwand, dem Zusammenstellen von ausgewogener Ernährung und den gesunden Zutaten, doch auch diese Ängste, Unsicherheiten und Zweifel werden dem Leser genommen. Übersichtliche Tabellen über saisonales Obst und Gemüse, gesundes Fleisch und Futterpläne machen das Büchlein zu einem wertvollen Helfer beim Einstieg. Die wissenschaftliche Richtigkeit kann ich nicht beurteilen, allerdings fühle ich mich damit größtenteils gut beraten. Zusätzliche Informationen kann man sich im Zweifel ja aus dem Internet holen. Das Büchlein lässt sich allerdings praktischer in die Küche und zum Einkaufen mitnehmen.

Dem Hund schmeckts, das Fell glänzt, Blutbild passt und da wir von teurem Nassfutter umgestellt auf Rohfütterung haben, kommts auch noch günstiger. Für jeden empfehlenswert, der noch ein wenig Scheu vor dem Thema hat und ein übersichtliches Buch für den Einstieg sucht.
Broschiert: 104 Seiten
Verlag: Kynos; Auflage: 3 (12. Dezember 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938071117
ISBN-13: 978-3938071113

Mittwoch, 26. November 2008

Ein Quälgeist kommt selten allein



Autor: Simon Brett
Original: Not another little Sod (1997)
meine Bewertung: 1 von 5

Baby ist mittlerweile zwei Jahre alt und gibt sein Bestes, um seine Eltern auf die Palme zu bringen und immer wieder daran zu erinnern, wer der Boss in der Familie ist. Das Kindermädchen wird beständig zur Weißglut gebracht und auch in der Spielgruppe hat Baby das Sagen.

Doch dann erzählt sie die ganze Zeit von einem neuen Baby. Klar, dass das Baby eins nicht besonders gefällt. Und nach einiger Zeit ist es tatsächlich soweit. Sie kommt mit einem kleinen hässlichen Fleischklops daher und bringt ihn nicht wieder dorthin zurück, wo sie ihn gefunden hat. Und plötzlich dreht sich alles nur noch um dieses hässliche Ding.

Baby merkt, dass es Zeit wird, das Heft wieder selbst in die Hand zu nehmen. Doch auch der Fleischklops gibt sein Menschleinmögliches. Fast ist man versucht, mit den Eltern so etwas wie Mitleid zu haben. Doch dann fällt einem schlagartig wieder ein, dass sie sich das ganz allein eingebrockt haben.

Das Buch ist der Nachfolgeband zu „Wie ich meinen Eltern den letzten Nerv raube“ und behandelt die erste Zeit des älteren Kindes mit einem neuen Baby. Es ist aus der Sicht der beiden Babys abwechselnd geschrieben, hin und wieder auch ganz amüsant. Der Großteil des Buches ist aber ziemlich lächerlich und es nervt einfach, wie sich die kleinen Gören aufführen. Ich weiß nicht, vielleicht findet man diese Art von Humor ganz gut, wenn man gerade am Weg dazu ist, Eltern zu werden oder ein Elternteil von Kleinkindern ist. Ich fands okay, musste zweimal grinsen, aber das wars auch schon.
Taschenbuch
Verlag: Droemer Knaur (1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426730677
ISBN-13: 978-3426730676

Dienstag, 25. November 2008

Nichtlustig 4



Autor: Joscha Sauer
Original: Nichtlustig 4 (2008)
meine Bewertung: 4 von 5

Die wahren Helden des Alltags sind nicht Superman, Batman, Spiderman oder Mutti. Nein, es sind Herr Riebmann, Dinosaurier, die jeden Tag aufs Neue aussterben müssen, Yetis, Lemminge, der Tod und sein Pudel. Und sie alle hat Joscha Sauer im vierten Band seiner beliebten und erfolgreichen Nichtlustig-Serie in durchwegs sehr lustigen Comics verewigt.Vielleicht nicht unbedingt für politisch korrekte oder zart besaitete Menschen, für alle anderen dafür ein Garant für komische Comics und gute Unterhaltung! Schade allerdings, dass die Lemminge- und Tod-Comics weniger geworden sind, das waren meine persönlichen Favoriten. Und wer öfters auf http://www.nichtlustig.de/ vorbeigeschaut hat, wird alle Comics außerdem schon kennen.
Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
Verlag: Carlsen Verlag; Auflage: 1 (24. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551680078
ISBN-13: 978-3551680075

Von Idioten umgeben



Autor: Jeff Kinney
Original: Diary of a Whimpy Kid (2007)
meine Bewertung: 3 von 5

Greg ist gerade auf die Junior High School gekommen und beginnt, Tagebuch zu schreiben. Obwohl, Tagebuch ist nicht das richtige Wort dafür. Er besteht darauf, es als seine „Memoiren“ zu bezeichnen. Er hat das Ding von seiner Mutter bekommen, schwört sich aber, keine Gefühle oder so reinzuschreiben. Greg macht das sowieso nur, weil er eines Tages reich und berühmt werden will und sich dann nicht auch noch damit herumschlagen will, erstmal seine Memoiren zu schreiben. Er hat sie dann praktisch schon.

Und so Memoiren eines Teenies sind gar nicht so uninteressant, vor allem, wenn man bedenkt, dass Greg scheinbar der einzig normale Mensch in seiner unmittelbaren Umgebung zu sein scheint. Sein Bruder Rod ist ein kleiner Tyrann, in der Schule sind nur absolute Loser und überhaupt wähnt er sich von Idioten umzingelt. Die Illustration seiner Memoiren übernimmt er auch gleich selbst: im Comicstil.

Greg muss sich mit der Aufführung des Zauberers von Oz, Mädchen und anderen Teenager-Problemen herumschlagen, hält sich aber wacker und bleibt dabei optimistisch. Immer nach dem Motto: Es kann nur besser werden.

„Diary of a Wimpy Kid“ belegte Platz eins der New York Times Bestsellerliste – sowas macht natürlich neugierig. Ich habe es nicht bereut, das Buch gekauft und gelesen zu haben, dennoch hat es meiner Meinung nach einige Mankos.

So lustig wie die Tagebücher von Bert (Olsson/Jacobsson) ist „Gregs Tagebuch“ bei weitem nicht, humorvoll hingegen schon. Die Illustrationen mit Strichmännchen machen das Buch auch zu nichts Besonderem, auch hier ziehe ich die „Bert Bücher“ vor. Allerdings handelt es sich um einen netten Zeitvertreib, die Bücher sind auch aktueller als die Bert-Bücher. Die Aufmachung ist hochwertig, es handelt sich also nicht um eine unnötige Investition – vorausgesetzt, man kann Kinder-/Jugendbüchern etwas abgewinnen. Für eher lesefaule Kinder vielleicht der ideale Einstieg in die Welt der Bücher, denn das Layout entspricht einem "richtigen" Tagebuch.
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Baumhaus Verlag Frankfurt; Auflage: 1 (24. Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833936320
ISBN-13: 978-3833936326

Dienstag, 18. November 2008

Weihnachtsdetektive



Hrsg.: Daniela Kampa
Original: Weihnachtsdetektive (2008)
meine Bewertung: 3 von 5

In dieser Sammlung von Krimigeschichten hat Daniela Kampa Fälle der berühmtesten Detektive zu einem Weihnachtsbuch zusammengestellt. Eins haben die Fälle gemeinsam: Sie spielen in der Weihnachtszeit. Sehr unterschiedlich ist jedoch die Atmosphäre der Geschichten. Während Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle wie immer meisterhaft erzählen und die perfekte englische Weihnachtsstimmung vermitteln, gelingt das Rex Stout und Mary Allingham nicht so gut. Dennoch bringt das Buch eine nette Lektüre in der Vorweihnachtszeit.

Die Geschichten sind im Einzelnen folgende: Sir Arthur Conan Doyle lässt Sherlock Holmes in „Der blaue Karfunkel“ einen Edelstein in einer Weihnachtsgans auftauchen, G. K. Chesterton bekehrt in „Die Sternschnuppen“ einen Dieb, George Simenon lässt den Leser Weihnachten mit Maigret erleben. Margery Allingham schickt einen Mann mit Sack (hoho) auf Diebstour und Agatha Christies Miss Marple berichtet von einer Weihnachtstragödie. Hercule Poirot hingegen gelingt es, das Rätsel um den Weihnachtspudding zu lösen. Rex Stouts Detektiv Nero Wolfe schließlich begibt sich als Weihnachtsmann verkleidet auf eine Weihnachtsfeier.

Wie erwähnt, die meisten der Geschichten sind durchaus passend, allerdings bin ich mir sicher, schon in mehreren solcher Anthologien (sogar zu verschiedenen Themen) die Geschichte „Der blaue Karfunkel“ bereits vorkommt, und es beschleicht mich das Gefühl, dass auch die Anthologie „O du schreckliche“ die Geschichte enthält. Besonders ärgerlich daran: Dieser Band ist ebenfalls von Daniela Kampa herausgegeben worden. Blöd, wenn man für die ewig gleichen Geschichten in anderer Verpackung Geld ausgibt.
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257238851
ISBN-13: 978-3257238853

Sonntag, 16. November 2008

Nackte Angst



Autor: Dean R. Koontz
Original: The Face of Fear (1989)
meine Bewertung: 3 von 5


Graham Harris hat eine seltene Gabe. Seit seinem Unfall wird er von Visionen geplagt, die ihm Gewaltverbrechen voraussagen oder auch beim Berühren der Kleidung Toter Hinweise auf den Mörder geben. Zwar wird er vielfach belächelt, doch hin und wieder konnte er der Polizei schon nützlich sein. Der ehemalige Profi-Bergsteiger macht sich langsam einen Namen als wahrer Hellseher.

Als in New York ein Serienkiller sein Unwesen treibt, der „der Schlächter“ genannt wird, wird Graham Harris zu Hilfe gerufen. Er kann zwar nicht viel über den Täter, der bereits zehn Frauen auf bestialische Weise um die Ecke gebracht hat, sagen, aber er kommt ihm doch so gefährlich nahe, dass sich dieser veranlasst fühlt, sich Harris zu entledigen. Dabei soll auch seine Freundin dran glauben. Doch wird dem Schlächter diese Tat gelingen? Was ist mit der Vision, die Graham von sich selbst, in einer Blutlache liegend, hat?

Koontz ist einfach ein Garant für Spannung. Zwar kann man von seinen Werken keinen Tiefgang erwarten, allerdings sind sie spannend und temporeich. Auch für „Nackte Angst“ hat er keine Seite zu viel verschwendet, was der Spannung gut tut, das Ende aber ein wenig schnell und etwas zu kurz kommen lässt. Dennoch werden alle Fragen beantwortet und obwohl die Geschichte mitten drin mal sehr vorhersehbar scheint, kommt dann doch alles anders, als man denkt.

Ein paar Abzüge gibt’s allerdings schon, obwohl ich mich ein paar Stunden gut unterhalten gefühlt habe. Was mich am meisten gestört hat, ist, dass ständig von dem orkanartigen Schneesturm gesprochen wird, der sogar eine der Kugeln des Schlächters abzulenken vermag, auf die beiden Helden und ihre Kletterpartie aber keine gröberen Einflüsse zu haben scheint. Etwas unglaubwürdig und ein paar Momente hat man wohl auch das Gefühl, dass einiges zu zufällig passiert. Dennoch und wie schon gesagt: solide, spannende Lektüre!
Taschenbuch
Verlag: Heyne (1996)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453097742
ISBN-13: 978-3453097742

Samstag, 15. November 2008

Der Meister und Margarita



Autor: Michail Bulgakow
Original: Master i Margarita (1966)
meine Bewertung: 4 von 5

An einem Frühlingsnachmittag sitzen ein Dichter und ein Redakteur im Park und unterhalten sich über den Auftrag, den der Dichter gerade bekommen hat. Er soll ein satirisches Gedicht auf Jesus schreiben. In diesem Moment gesellt sich ein seltsam aussehender Ausländer zu ihnen. Er hat ein schwarzes und ein grünes Auge, trägt einen Gehstock mit Pudelkopf und mischt sich sogleich in das Gespräch der beiden. Er erzählt ihnen von den „wahren Ereignissen“ rund um die Kreuzung Christi und behauptet, deshalb so gut darüber Bescheid zu wissen, weil er selbst dabei gewesen sei. Außerdem prophezeit er ihnen, dass einer der beiden die Nacht nicht mehr erleben würde. Er selbst stellt sich als Voland, ausländischer Konsulator, vor.

Tatsächlich dauert es nicht lange, bis einer der beiden auf seltsame Art und Weise ums Leben kommt. In Moskau ereignen sich allerhand unheimliche Dinge, die drohen, die Stadt ins Chaos zu stürzen. Die Hauptbeteiligten der chaotischen Zustände sind immer ein dicker Kater, ein langer Typ, eine nackte Rothaarige und Voland. Was bezwecken die seltsamen Gestalten in Moskau? Wer ist Voland, den niemand zu fassen bekommt, in Wirklichkeit?

„Der Meister und Margarita“ vereint zwei Haupthandlungsstränge in einem Buch. Zum einen dreht sich das Werk immer wieder um die Geschehnisse in Jerusalem rund um Pontius Pilatus und die Kreuzigung Jesu, zum anderen tauchen zwei Menschen auf, die einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Margarita willigt ein, Voland auf seinen unheimlichen Ball zu begleiten, um dadurch ihren Geliebten, den sie nur „Meister“ nennt, zurück zu bekommen. Dieser war zuvor in eine Nervenheilanstalt eingewiesen worden, weil er ein als konterrevolutionär eingestuftes Werk rund um die historische Figur des Pilatus verfasst hatte.

Insgesamt ist Bulgakows Roman eine irrwitzige Odyssee ins Reich des Fantastischen. Einerseits mit vielen politischen Anspielungen auf das kommunistische Russland und dessen Regime, andererseits mit einer subtilen Art von Humor. Man schließt Berlioz, den Meister, Margarita und selbst den Teufel und seine Gefolgsleute direkt ins Herz, schließlich passiert das Unglück, das sie verursachen, nur jenen Menschen, die abgrundtief schlecht, gierig und falsch sind. Der Witz kommt vor allem dadurch zum Tragen, dass Voland ständig auf sich selbst anspielt, indem er flucht und auf „des Teufels Großmutter“ anspielt. Selbst sein Name ist eine Anspielung auf den Teufel (siehe „Faust“). Und scheinbar geht vom Teufel selbst nicht das Gegenteil des Himmels aus, also nicht die Hölle, sondern ewige Ruhe.

Bemerkenswert an „Der Meister und Margarita“ ist, dass es in einer Zeit entstand, in der der Autor wahrscheinlich mit der Regierung die ärgsten Probleme bekommen hätte, obwohl er Stalins bevorzugter Stückeschreiber war. Erschienen ist es deshalb erst rund 30 Jahre nach Bulgakows Tod und wurde zu einem der bekanntesten Romane Russlands. Viele Aussprüche des Werks sind in die russische Sprache eingegangen und werden gleichsam als Redewendungen noch heute verwendet.

Zugegebenermaßen habe ich wohl nicht den gesamten Sinn und die gesamte Aussage des Romans verstanden, was vor allem dadurch zu begründen ist, dass meine Kenntnis historischer und politischer Ereignisse der damaligen Sowjetunion betrifft. Dennoch hat man auch als historisch-politisches Nackedei seinen Spaß an der Geschichte. Zwar mag sie an einigen Stellen über Längen aufweisen, allerdings ist die Geschichte es Wert, darüber hinweg zu sehen und weiter zu lesen. Wer Spaß an Werken hat, die nicht streng einem Handlungsstrang folgen und sich auch nicht an eine strikte Chronologie halten, ist mit dem Buch gut beraten. Etwas Zeit sollte man jedoch schon mitbringen, genauso wie einen Sinn für hintergründigen Humor. Und eins muss selbst ein negativer Kritiker der Geschichte zugeben: handwerklich ist an dem Buch nichts auszusetzen!
Broschiert: 510 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (16. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3630620930
ISBN-13: 978-3630620930

Mittwoch, 12. November 2008

Geschichten von Advent und Weihnachten



Autorin: Edith Meyendorff
Original: Geschichten von Advent und Weihnachten (1992)
meine Bewertung: 2 von 5

Edith Meyendorff, Herausgeberin dieses dünnen Bändchens, hat Geschichten rund um das Warten, den Advent und Weihnachten zusammengetragen. Namhafte AutorInnen, beispielsweise Gudrun Pausewang, sind darin ebenso vertreten wie Alfons Schweiggert. Die kurzen Geschichten eben genannter Autoren gehören zu den eher besseren Geschichten, insgesamt ist das Büchlein ein wenig altbacken und auch nicht unbedingt festlich. Außerdem eignet es sich nicht dafür, Kindern vorgelesen zu werden, die noch ans Christkind glauben. Wenigstens bringt in den Geschichten noch das gute alte Christkind die Geschenke. Zum richtigen Einstimmen auf das Fest würde ich illustrierte Bücher mit einer etwas feinfühligeren Auswahl empfehlen.
Broschiert: 91 Seiten
Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: N.-A. (März 2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3579015079
ISBN-13: 978-3579015071

Sonntag, 9. November 2008

Fahrenheit 9/11



Autor: Michael Moore
Original: The Fahrenheit 9/11 Reader (2004)
meine Bewertung: 2 von 5

Kein anderes Ereignis hat die amerikanische Welt wohl mehr getroffen, als die Anschläge des 11. September. Eine ganze Nation trauerte, war wütend und verlangte nach Antworten. Viele dachten, Hilfe und Antwort von ihrem gewählten Volksvertreter, dem 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten, George W. Bush, zu bekommen. Schuldige fanden er und seine Gefolgsleute in Osama bin Laden, der Al Quaida und im Irak.

Michael Moore deckte in seinem Film „Fahrenheit 9/11“ die seltsamsten Verbindungen zwischen Präsidenten Bush und den bin Ladens auf, er zeigt, wie systematisch die Bevölkerung getäuscht wurde und ein Krieg gegen ein Land begann, das dem amerikanischen Volk nie etwas Böses wollte.

Moore, der für „Fahrenheit 9/11“ die Goldene Palme in Cannes gewann, erregte damit nicht nur in den Vereinigten Staaten großes Aufsehen, sondern auch in Europa. Hüben wie drüben spalteten sich die Geister an der Frage nach der Authentizität des von ihm produzierten Dokumentarfilms. In diesem Buch nun hat er die Filmszenen transkribiert, im zweiten Teil seine Quellen (zumindest teilweise) offengelegt und im dritten Teil Reaktionen der Seher gesammelt. Der vierte Teil widmet sich Artikeln und Kritiken zum Film. Teil fünf befasst sich mit weiteren Artikeln zu Themen aus dem Film, während in Teil sechs Bilder und Karikaturen dazu angeführt sind.

Zwar gehört Bush mittlerweile der Geschichte an, unumstritten ist wohl, dass er nicht gerade eine glorreiche Vergangenheit für die Welt brachte. Der Film war schon berührend, dann aber auch noch dummdreiste Kommentare Bushs schwarz auf weiß zu lesen, verstärkt diese Wirkung noch. Vielfach wurde Moore vorgeworfen, Fakten zu seinem Gunsten zu verdrehen und keinen wirklichen Dokumentarfilm gedreht zu haben.

In seinem Buch legt er Quellen offen, die jedermann zugänglich und leicht selbst nachzuprüfen sind. Wie lückenlos diese Offenlegung ist, vermag ich nicht zu beurteilen, aber selbst wenn alles andere reine Erfindung sein sollte, reichen die von ihm angeführten Quellen aus, um zu erkennen, wie die Amerikaner an der Nase herum geführt wurden – von einem Präsidenten, den sie nicht gewählt hatten.

Zum Thema Dokumentarfilm lässt sich nur sagen, dass Dokumentarfilme eben nicht immer langweilig sein müssen, sondern sich durchaus auch beißender Satire als Stilmittel bedienen dürfen. Dem Film entsprechend ist auch das erste Kapitel des Buches so aufgebaut und lässt sich flüssig und schnell lesen, obwohl durchaus auch nicht offensichtliche Tatsachen erklärt werden. Als Sachbuch kann man das Werk dennoch nicht bezeichnen, immerhin wurde es von einem bekennenden Demokraten verfasst, der damit auch eine Menge Geld verdient hat. Von Neutralität keine Spur.

Leider hat Moore auch für die Darlegung von Publikumsreaktionen (Teil drei) und Pressereaktionen (Teil vier) gänzlich darauf verzichtet, auch negative Leserbriefe abzudrucken oder schlechte Kritiken zu veröffentlichen. Nicht besonders mutig oder gar ausgewogen. Teil fünf ist außerdem etwas langatmig geraten und einem Nicht-Amerikaner teilweise nicht besonders eingängig. Was „Fahrenheit 9/11“ betrifft, sollte man sich wohl eher den Film ansehen. Eine aufschlussreiche Diskussionsgrundlage – egal welche Meinung man nun vertritt – bietet dieser allemal.
Taschenbuch: 460 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 4., Aufl. (Januar 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349204736X
ISBN-13: 978-3492047364

Sonntag, 2. November 2008

Chocolat



Autorin: Joanne Harris
Original: Chocolat (1997)
meine Bewertung: 4 von 5

Vianne Rocher und ihre kleine Tochter Anouk kommen am Faschingdienstag in ein kleines Dorf in Frankreich. Die Menschen sind einfach, sie leben in bescheidenen Verhältnissen und glauben an harte Arbeit und die Kirche. Selbst wenn ihnen der Pfarrer des Dorfes, Curé Reynaud, ein wenig suspekt ist. Die fremde Frau in den bunten Kleidern wird nicht nur wegen ihres Äußeren, sondern auch aufgrund der Tatsche, dass sie ohne Mann in das Dorf gekommen ist, eher misstrauisch beäugt.

Doch Vianne und Anouk sind Kämpfer. Sie mieten sich ein kleines Häuschen, in dessen Erdgeschoß sich früher eine Bäckerei befand. Vianne ist eine Meisterin der Confisserie-Kunst, deshalb macht sie aus den Geschäftsräumen La Celeste Praline, eine gemütliche Chocolaterie. Anfangs sind es vor allem die Kinder, die sich etwas scheu in den neuen Laden wagen, doch schon bald werden auch andere Dorfbewohner von den verführerischen Auslagen angelockt. Bald schon kann Vianne eine stolze Anzahl an Stammkunden vorweisen und gewinnt sogar einige Freunde.

Eines Tages gibt sich sogar der Pfarrer die Ehre, das Geschäft zu besuchen. Sein Besuch ist jedoch keine Geste der Höflichkeit. Vielmehr ist ihm die ungezügelte Völlerei seiner Schäfchen ein Dorn im Auge, vor allem, weil doch Fastenzeit herrscht. Vianne, die von ihrer Mutter in einigen hexerischen Künsten unterwiesen worden war, ahnt, dass den Curè ein Geheimnis umgibt, allerdings kommt sie nicht wirklich dahinter, was es ist. Obwohl sie ihm erklärt, dass im Dorf wohl für sie und die Kirche genug Platz sei, bleibt der Priester ihr erbitterter Feind.

Als dann auch noch die fahrenden Leute ins Dorf kommen und sich Vianne mit ihnen anfreundet und außerdem ein großes Schokoladenfest geplant wird, sieht sich der Pfarrer genötigt, andere Saiten aufzuziehen. Wird es dem Priester gelingen, Vianne und ihre kleine Tochter zu vertreiben? Was wird aus der kränklichen Armande, der alten Frau, die Vianne so gut zu kennen scheint? Und welches Geheimnis umgibt den Pfarrer?

„Chocolat“ ist ein wundervoll warmes Buch, eine schöne Erzählung, in der nur so in Schokolade geschwelgt wird. Vianne und ihre Freunde schließt man schnell ins Herz, von Anfang an baut man außerdem eine tiefe Abneigung gegen Reynaud auf, dessen Beweggründe bis zum Ende eher im Dunkeln bleiben. Es ist eine Geschichte über Toleranz, Wertschätzung und Lebensfreude. Sie wird abwechselnd aus der Sicht vom Priester und aus der Sicht Viannes erzählt, wodurch man beide Seiten kennen lernt, obwohl Reynaud eher dichter Nebel zu umgeben scheint, während Viannes Welt in helles Sonnenlicht getaucht ist.

Den Abzugspunkt gibt es dafür, dass das Ende ein wenig schnell kommt, wenngleich es zum Buch passt. Schade ist weiters, dass man über den Curé zwar einige Puzzleteilchen erfährt, die sich aber nicht zu einem gesamten Bild zusammen setzen wollen. Ansonsten ein lesenswertes Buch, das zeitnah gelesen sicher noch mehr Atmosphäre entfaltet. Der ideale Zeitpunkt dafür wäre wohl die Fastenzeit – welch Ironie! Die Verfilmung mit Johnny Depp und Juliette Binoche soll übrigens auch sehr sehenswert sein!
Taschenbuch: 331 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 284492039X
ISBN-13: 978-2844920393

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Das düstere Dorf



Autor: Lemony Snicket
Original: The Vile Village - A Serious of Unfortunate Events 7 (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Die drei Baudelaire-Waisen Violet, Klaus und Sunny sind nach einer Reihe betrüblicher Ereignisse wieder zurück bei ihrem Vormund Mr. Poe. Dieser ist schon wieder dabei, ihnen eine neue Bleibe zu suchen. Dieses Mal verschlägt es die drei Kinder in das düstere Dorf F.F. Sie sollen dort an einem Programm teilnehmen, das sich nach dem Grundsatz richtet, „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“.

Die Kinder bekommen ihre Unterkunft bei dem ziemlich netten aber sehr schüchternen Gemeindearbeiter Hektor etwas außerhalb des Dorfes. Das Dorf und seine Einwohner sind seltsam genug. Das gesamte Dorf ist von Krähen bevölkert, die friedlich sind und in Ehren zu halten sind. Die Krähen halten sich vormittags in der Wohngegend auf, nachmittags im Stadtzentrum und abends fliegen sie in den Hinterhof von Hektor, um dort in einem Baum ihre Nachtruhe zu halten. Die Kinder und Hektor müssen sich nach dem Rhythmus der Vögel orientieren, denn sie haben alle Arbeiten des Dorfes zu verrichten.

Außerdem müssen sie darauf achten, alle seltsamen Regeln des Dorfes zu beachten, beispielsweise, dass keine mechanischen Apparate benutzt werden dürfen. Natürlich gestaltet sich so die Arbeit auch nicht gerade einfach. Violet, Klaus und Sunny sind erst froh, weil sie gedacht hatten, dem Geheimnis „F.F.“ schon nah zu sein, doch die Abkürzung entpuppt sich als Abkürzung für Dorf der Federvieh-Freunde. Erst sind die Kinder ein wenig enttäuscht, aber immerhin ist Graf Olaf, der ihnen Böses will, um an das Erbe der Kinder zu kommen, nicht in Sicht.

Natürlich dauert es aber nicht lange, bis er auftaucht. Außerdem finden die Kinder Terzette unter dem Vogel-Baum, die sie stark an ihre Freundin Isadora Quagmeier erinnern und die scheinbar eine Botschaft enthalten, wohin Graf Olaf sie und ihren Bruder – ebenfalls Waisen und Freunde der Baudelaires – verschleppt hat. Sie scheinen ganz in der Nähe zu sein.

Wieder einmal müssen die Kinder ihre Fähigkeiten nutzen, um Graf Olaf und seinen Kumpanen ein Schnippchen zu schlagne. Violet macht sich daran, etwas zu erfinden, Klaus liest in der geheimen Bibliothek Hektors und Sunny setzt ihre Zähnchen gekonnt ein. Gerade als sie kurz davor sind, das Geheimnis zu lüften, werden sie ins örtliche Gefängnis geworfen, um am nächsten Tag auf dem Scheiterhaufen geröstet zu werden. Werden die Kinder aus dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – brenzligen Situation entkommen können? Finden sie die Quagmeiers? Und werden sie Graf Olaf entkommen?

Das Buch ist anders als seine Vorgänger nicht ganz so seltsam. Zwar erklärt der Autor immer noch „schwierige“ Wörter nervtötend oft, allerdings jetzt nicht mehr im Sinne eines Wörterbuchs, sondern paraphrasiert auf die jeweilige Situation abgestimmt, was einem doch hin und wieder ein Lächeln auskommen lässt. Es ist ein wenig spannend und auch dieses Mal lässt er das Baby Sunny ein Wort sagen, das gar nicht so richtig aus der Babysprache zu stammen scheint: „Leucophrys“ – es handelt sich dabei um eine Entenart. Fazit: Die Bücher sehen im Regal schön aus, sind halbwegs spannend und für Kinder ab 8 sicher ganz in Ordnung.

Gebundene Ausgabe: 231 Seiten
Verlag: Manhattan; Auflage: 1 (17. August 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442545900
ISBN-13: 978-3442545902

Dienstag, 28. Oktober 2008

Basic Instinct



Autor: Richard Osborne
Original: Basic Instinct (1992)
meine Bewertung: 2 von 5

Das Leben von Nick Curran ist alles andere als einfach. Curran, seines Zeichens Beamter des Morddezernats von San Francisco, hatte erst vor kurzem eine Untersuchung am Hals, da er bei der Verfolgung eines Verdächtigen zwei Touristen versehentlich erschoss. Immer noch muss er regelmäßig das Gespräch mit der Polizeipsychologin Beth Garner suchen, was nicht immer leicht für ihn ist. Vor allem, da er vor kurzem noch ein Verhältnis mit ihr hatte.
Sein nächster Fall bringt ihn wieder ins Gerede.

Johnny Boz, ein alternder und reicher Rockstar, wurde mit einem Eispickel ermordet in seinem Schlafzimmer aufgefunden. Der Verdacht fällt sofort auf Catherine Tramell, eine junge und betörende Frau, die bezeichnenderweise vor einiger Zeit ein Buch veröffentlicht hat, in dem ein Rockstar mit einem Eispickel von seiner Geliebten ermordet wurde. Curran und sein Partner Moran müssen nun herausfinden, ob das Buch eine Prophezeihung und damit das perfekte Alibi für Tramell darstellt oder ob jemand absichtlich nach dem Buch vorgegangen ist, um Catherine zur Verdächtigen zu machen. Die Sache gestaltet sich als sehr schwierig, da sich Curran sofort Hals über Kopf in die Schönheit verliebt.

Curran beobachtet Catherine und kommt ihr dabei auch ziemlich nahe, dennoch geht das Morden weiter. Während Moran von der Schuld der gar nicht trauernden Geliebten überzeugt ist, kämpft Curran für seine Liebe. Als sein persönlicher Rivale ermordet aufgefunden wird, fällt der Verdacht schließlich auf Curran, weshalb er von der Polizei suspendiert wird und so noch mehr Zeit hat, die er Catherine Tramell widmen kann.

Er findet einige unbekannte Tatsachen aus dem Leben der Verdächtigen heraus, die schließlich in eine ganz andere Richtung weisen. Doch was hat die Polizeipsychologin mit der scheinbar ziemlich irren und gefährlichen Tramell gemeinsam? Curran und Moran begeben sich in große Gefahr, aus der schließlich nur einer lebend hervorgeht – und selbst der scheint es nicht mehr lang zu machen.

Das vorliegende Buch ist das Buch zum Film, dh. es entstand nach dem Film. Man merkt, dass ca. 230 Seiten viel zu wenig für eine Geschichte sind, die eigentlich auch einen Wälzer füllen könnte. Dementsprechend kommen viele Dialoge, Charakteristika und Beschreibungen viel zu kurz, außerdem wurde bei der Übersetzung ziemlich geschlampt. Manchmal meint man, ein Computer hätte diese vorgenommen. Die Wörter mögen zwar entsprechende Übersetzungen aus dem Englischen sein, doch passen tun diese nicht immer. Und außerdem: hundertzehn Millionen Dollar ist eine Elf mit sieben Nullen – und nicht wie im Buch angegeben mit sechs Nullen!

Die beiden Punkte vergebe ich nur deshalb, weil das Büchlein ein bisschen spannend ist und besonders die letzten beiden Sätze einen ziemlichen Twist bergen, den man so nicht unbedingt erwartet hätte.
Broschiert: 204 Seiten
Verlag: Lübbe (1992)
ISBN-10: 3404134443
ISBN-13: 978-3404134441

Weihnachtswimmelbuch



Autorin: Anne Suess
Original: Weihnachtswimmelbuch (2007)
meine Bewertung: 4 von 5

Anne Suess hat auf 4 Doppelseiten das Leben vor Weihnachten versammelt. Man findet in diesem Wimmelbuch eine Doppelseite zum Thema Christkindlmarkt, eine zum Thema Vorbereitungen in der Weihnachtszeit, eine Doppelseite ist dem Weihnachtsabend gewidmet und eine dem winterlichen Wald. Alle Szenen verfügen über viele liebevolle Details, zu denen sich gut Gutenachtgeschichten erfinden lassen.

Was leider ein wenig stört, ist die Verarbeitung des Buches. Es handelt sich um ein dünnes Pappbilderbuch, das ich bisher zweimal angesehen habe. Und schon jetzt merkt man an den Bugstellen, dass sich die Farbe ablöst. Das ist schade, denn oftmaliges Ansehen durch tapsige Kinderhändchen übersteht das Buch dann wohl nicht besonders gut.

Gebundene Ausgabe: 10 Seiten
Verlag: Schwager & Steinlein; Auflage: 1., Aufl. (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896009877
ISBN-13: 978-3896009876

Sonntag, 26. Oktober 2008

Ahoi



Autorin: Ellen Prinz
Original: Ahoi (2005)
meine Bewertung: 1 von 5

Hella aus Papenburg, Halbtagsfriseuse und alleinerziehende Mutter zweier Kinder, kann ihr Glück kaum fassen. Sie hat soeben eine Reise auf einer Luxusyacht im Indischen Ozean gewonnen. Das Beste an der Sache ist: Sie wird nicht allein reisen, sondern das ganze Boot wird vollbesetzt mit Stars sein.

Die Reise wird von Kameras begleitet, sie ist damit Gastdarstellerin in einer TV-Reality Serie. Hella freut sich, denn was sind ein paar Kameras schon für ein Preis, wenn man dafür mit Prominenten eine Yacht teilen darf? Außerdem wird auch Tommy Bergmann, der Moderator der Show und ihr absoluter Liebling, mit an Bord sein.

Der Vertrag ist schnell unterschrieben, die Reue kommt bereits im Flugzeug. Während sich die Stars und Sternchen affektiert und blasiert geben, vermisst Hella ihre beiden Kinder unheimlich. Aus dem vermeintlichen Luxustrip wird außerdem schnell ein Himmelfahrts-Kommando. Seltsame Dinge passieren an Bord der Yacht und sämtliche Mitglieder der Besatzung, auch die Stars, verschwinden nach und nach. Während die Besatzung dies in einem unbeobachteten Moment tut, sterben die Stars vor laufender Kamera.

Was ist da bloß los? Hella fürchtet um ihr Leben und beginnt, die Sache in die Hand zu nehmen. Schließlich möchte sie ihre beiden Kinder so schnell wie möglich wieder in die Arme schließen können. Doch wer spielt ein falsches Spiel?

Die Idee des Buches ist zweifellos ganz nett, birgt außerdem einiges an Spannungspotential. Die Ausarbeitung jedoch lässt zu wünschen übrig. Schon viel zu früh hat man den richtigen Verdacht, auch wenn die Geschichte allzu inkonsequent auf diese Aufklärung hinausläuft. Sprachlich sehr flapsig, da wollte jemand wohl einen spannenden Frauenroman schreiben, der vor platter Romantik nur so trieft. Außerdem hat das Lektorat nicht aufgepasst und die Autorin ebenso wenig. Bis zum Ende konnte man sich scheinbar nämlich nicht darüber einigen, ob Hellas Freundin, die auf die Kinder aufpasst, nun Kiki oder Kitty heißt.

Einen Punkt gibt es dafür, dass Schuhe keine wichtige Rolle spielen, obwohl sie neuerdings scheinbar zu jedem „Frauenbuch“ zu gehören scheinen und auch sonst auf einige Klischees verzichtet wird. Die Hauptfigur ist weiters sympathisch und kompetent angelegt, was man auch positiv anrechnen kann. Ansonsten: Es gibt weit Besseres auf diesem Gebiet!
Taschenbuch: 285 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (Januar 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426628945
ISBN-13: 978-3426628942

Samstag, 25. Oktober 2008

Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren



Autorin: Erma Bombeck
Original: I lost everything in the post-natal depression (1969)
meine Bewertung: 5 von 5

Die berühmteste Hausfrau der Welt schlägt sich durch Berge von Wäsche, durch den Dschungel, der mal ihre Küche war und findet dennoch immer wieder Zeit, von ihrem Alltag zu berichten und launisch die amerikanische Gesellschaft zu kommentieren. Sie tut dies auf amüsante Art und Weise, man kann sogar teilweise herzlich lachen, beispielsweise wenn sie sich über Phänomene lustig macht, die jeder kennt, nicht nur die Hausfrau an sich, sondern einfach jede Frau.

Erma Bombecks Geschichten sind zwischendurch immer wieder für ein paar nette Stunden bestens geeignet und sollten von jedem Mann gelesen werden, der es wagt, seine Frau zu fragen: „Und Schatz, was hast du heute eigentlich den ganzen Tag so gemacht?“

Taschenbuch
Verlag: Lübbe; Auflage: 16., Aufl. (28. Februar 1983)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404102320
ISBN-13: 978-3404102327

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Elvis, Jesus und Coca-Cola



Autor: Kinky Friedman
Original: Elvis, Jesus & Coca-Cola (1993)
meine Bewertung: 3 von 5

Als eines Abends Downtown Judy zum alten Kinkstah ins Apartement kommt, obwohl gerade eine bestimmte Zeit im Monat ist, hätte Kinky Friedman, seines Zeichens jüdischer Cowboy aus Texas und Detektiv in New York, bereits ahnen müssen, dass die Nacht noch was für ihn bereit hält. Als dann das leicht feminine Telefon in Pink auf seinem Nachtkästchen zu läuten beginnt, schwant ihm Böses. Er nimmt das Gespräch deshalb an seinem Schreibtisch an, hätte sich aber lieber setzen sollen.

Sergeant Cooperman vom Polizeipräsidium ordert ihn an einen Tatort. Kinkys Freundin Uptown Judy ist verschwunden, hinterlassen hat sie nur eine Schleifspur am Boden ihrer Wohnung und Kinkys Namen und Telefonnummer auf einem Block neben dem Bett. Blöd, dass kurz darauf auch noch Legs ermordet aufgefunden wird. Neben ihm die Telefonnummer und der Name des Kinkstahs. Er scheint in ernsten Schwierigkeiten zu stecken.

Kinky ruft also seine Freunde, die Village Irregulars, zusammen, um den Fall aufzuklären. Irgendwie scheint es damit zusammen zu hängen, dass der kürzlich verstorbene Tom Baker, Freund der Irregulars, eine Dokumentation über Elvis gemacht hat. Der Fall scheint verrückt zu werden, aber das sind die Irregulars ja auch.

Mit viel Alkohol, Zigarren und der Hilfe seiner Freunde schafft Kinky es dann natürlich wieder, das Geheimnis um die Elvis-Dokumentation und die beiden Judys zu lösen. Er tut dies auf seine eigene höchst ungewöhnliche aber auch amüsante Weise.

Man muss bei jedem Kinky-Buch darauf gefasst sein, auf seine kinky-ismen zu stoßen, die mit der Zeit etwas langweilig werden. Als Paradebeispiel dafür: „Ich war so high, dass ich eine Leiter brauchte, um mir in den Arsch zu treten“. Dieser Satz kommt in jedem Buch vor – manchmal sogar mehrmals. Und es ist nicht der einzige seiner Gemeinplätze. Beim ersten Mal noch kreativ, beim zweiten Lesen vielleicht noch amüsant, dann aber nervend.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, darf man auch nicht gerade zart besaitet sein, wenns um die Schilderung von Körperausscheidungen oder Mordopfern geht, außerdem kanns doch auch vorkommen, auf ein paar Vorurteile des Kinkstahs zu stoßen. Wer meine schräge Art von Humor teilt, wird immer wieder ein paar Stunden Amüsement und geringfügige Spannung damit erleben, ideal für eine zweistündige Bahnfahrt. Zuviele von Friedmans Krimis in kurzen Abständen nacheinander verderben den Spaß allerdings gewaltig.
Broschiert
Verlag: Rotbuch Verlag (2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3434540644
ISBN-13: 978-3434540649

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Weiblich, ledig, untot



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Dead and Unwed (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Betsy Taylor hat echt einen Scheißtag hinter sich, als sie an diesem Abend aufwacht. Sie wurde gefeuert, hatte einen Autounfall und starb. Und als sie jetzt aufwacht und an sich runterblickt, hat sie einen entsetzlich billigen Fummel in pink an, der ihr überhaupt nicht steht und ihre Füße stecken in hässlichen Fake-Pumps.

Erst nach und nach wird ihr klar, was in dieser Nacht passiert ist: Sie wurde von einem Auto überfahren und ihr Kopf wurde zerquetscht. Sie liegt in einem Sarg. Betsy wäre nicht Betsy, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde. Sie macht sich auf den Weg zu ihrer Wohnung, teilt ihrer besten Freundin Jessica, ihrer Mutter, ihrem Stiefmonster und ihrem Vater die tolle Neuigkeit mit: Sie ist nicht tot. Die meisten ihrer Angehörigen sind darüber so erleichtert, dass sie völlig ausblenden, was das bedeuten könnte. Doch Betsy wird durch Eric Sinclair, einem ungeheuer gutaussehenden Typen, und Nostro, einem widerlichen Ekelpaket auf die Sprünge geholfen: Sie ist ein Vampir.

Nach und nach stellt sich allerdings heraus, dass sie keine gewöhnliche Vampirin sein kann. Das Sonnenlicht kitzelt sie nicht einmal, sie spricht Worte wie „Gott“ oder „Jesus“ aus, ohne mit der Wimper zu zucken, hängt sich ein Kreuz um, ohne sich in Asche zu verwandeln und sucht sogar eine Kirche auf, um mit dem Priester zu sprechen. Dennoch genießt sie alle Vorzüge eines echten Vampirs: Sie ist unglaublich stark, sieht auch im Dunklen, hat ein Gehör wie ein Luchs und kann Wände hochklettern.

Eigentlich fände sie das Leben – oder besser: den Untod – ganz okay so. Ein bisschen Leid tut es Betsy allerdings, dass sie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen kann. Aber ansonsten scheint alles okay zu sein. Wären da nicht der unheimlich gutaussehende Eric Sinclair, ein ziemlich mächtiger Vampir, der sich in den Kopf gesetzt hat, sie sei die Königin der Verdammten (oder so ähnlich) und Nostro, der für sich beansprucht, Chef der Untoten zu sein. Irgendwie lässt sich Betsy schließlich doch bequatschen und rettet auf hochhackigen Pumps mal so nebenher die Vampirschaft.

„Weiblich, ledig, untot“ ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es handelt sich um eine Vampirromanze, die besonders spaßig durch die Tatsache wird, dass die Protagonistin so gar nicht akzeptieren will, dass sie anders tot sein soll, als sie gelebt hat. Viele witzige Szenen ergeben sich durch die Widerlegung gängiger Vampir-Klischees und die Kombination aus typischem Frauenroman mit dem Blutsauger-Genre. Was aber tatsächlich nervt und was ich nie verstehen werde: Wieso müssen Schuhe in allen Chick-Lit Büchern eine derart große Rolle spielen? Oder bin ich tatsächlich die einzige Frau auf diesem Planeten, die neue Schuhe dann kauft, wenn die alten durchgelatscht sind? Übrigens finden sich auf den ersten 50 Seiten ein Grammatik- und ein Orthografiefehler. Für die kann Mary Janice Davidson zwar nichts, darauf hinweisen wollte ich trotzdem.

Fazit: Ein spaßiges Buch, das durchaus überrascht, in vielen Punkten aber auch dem Klischee eines Frauenbuchs gerecht wird. Es ist der erste Band einer Reihe, weshalb es auch ganz okay ist, dass gewisse Handlungsstränge nicht restlos aufgeklärt werden und einige Fragen offen bleiben. Auch die Nachfolgebände werden Eingang in mein Bücherregal finden, das ist sicher.

Broschiert: 314 Seiten
Verlag: Egmont Lyx; Auflage: 1 (15. September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581237
ISBN-13: 978-3802581236

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Krabat



Autor: Otfried Preußler
Original: Krabat (1980)
meine Bewertung: 4 von 5

Seit dem Tod seiner Eltern ist Krabat ein Vollwaise. Der Junge hat einige Zeit lang im Haushalt vom Dorfpastor gewohnt. Das war ihm aber zu anstrengend, also hat er sich des Nächtens aus dem Staub gemacht und lebt fortan mit einigen Waisenjungen auf der Straße. Mit Betteln und seiner Gewitztheit schlägt er sich recht gut.

Eines Nachts hat er allerdings einen seltsamen Traum. Er sieht darin Raben, die ihm zukrächzen, doch in die Mühle am Koselbruch zu kommen. Der Traum ist so überzeugend, dass sich Krabat auf den Weg macht.

In der Mühle wird erlebt er seltsames. Er kommt mitten in der Nacht an, der Meister der Mühle, ein seltsamer Mann, bringt ihn zum Schlaflager. Dort wird er nächsten Morgen von den elf anderen Mühlenknappen geweckt. Seine Arbeit als Lehrjunge in der Mühle beginnt. Anfangs ist die Arbeit hart, doch das Essen ist gut und ausreichend, und unter den Kollegen findet er bald gute Freunde. Besonders Tonda, Michal und Juro erweisen sich als wahre Freunde.

Nach und nach fallen Krabat die ungewöhnlichsten Dinge auf, die in der Mühle passieren und langsam wird auch er mit diesen Vorgängen vertraut und erweist sich sogar als gelehriger Schüler in der schwarzen Schule. Doch jedes Jahr am Neujahrstag finden die Knappen einen der ihren tot auf. Krabat ahnt, dass auch er bald an der Reihe sein wird. Er beschließt allerdings, um sein Leben und das seiner Freunde zu kämpfen. Und ausgerechnet ein Mädchen spielt dabei eine große Rolle…

Die Geschichte von Krabat hat alles, was ein gutes Kinderbuch braucht: Sie ist spannend, sie hat Helden und Bösewichte und die Welt ist geheimnisvoll und phantastisch. Doch auch Erwachsene werden ihren Spaß dabei haben, denn die Sprache ist doch anspruchsvoll und das Buch insgesamt nicht kindisch. Was zum Abzugspunkt führt, ist die Tatsache, dass auf doch relativ wenigen Seiten eine Geschichte abgehandelt wird, die insgesamt sehr viel mehr hergeben würde. Aber auch so auf jeden Fall ein Klassiker, den man gleich neben den „Fünf Freunden“ und „Momo“ stehen haben sollte!

Unbekannter Einband: 349 Seiten
Verlag: Dtv - großdruck (April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423252812
ISBN-13: 978-3423252812