Mittwoch, 2. Januar 2008

Hercule Poirots Weihnachten



Autorin: Agatha Christie
Original: Hercule Poirot's Christmas (1939)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist kurz vor Weihnachten, der Zeit der Vergebung und des Friedens. Der alte Simeon Lee, ein unwahrscheinlich reicher wie unausstehlicher Mann hat in sein Herrenhaus seine erwachsenen Söhne und deren Frauen eingeladen, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Außerdem erhielt auch seine Enkelin, eine Halbspanierin, eine Einladung zum Fest, nachdem ihre Mutter, eine geborene Lee, gestorben ist.

Sowieso im Haus leben Alfred Lee und seine Frau Lydia, zu Besuch kommen David Lee und seine Frau Hilda, George Lee und seine Frau Magdalene, sowie Pilar Estravados und das schwarze Schaf der Familie, Harry Lee. Unangekündigt steht dann auch noch Stephen Farr vor der Tür, der Sohn des ehemaligen Geschäftspartners von Simeon Lee.

Verschiedene Charaktere haben sich also in Goston Hall versammelt. Die vernünftige Lydia, der ewig duldende Alfred, die junge und naive Magdalene, ihr geiziger Mann George, das ehemalige Muttersöhnchen David und dessen resolute Frau Hilda. Außerdem wäre da noch der jungenhafte spitzbübische Harry. Dem Familienoberhaupt bereitet es diebische Freude, die zusammengekommene Familie zu ärgern und zu demütigen, so ist es fast nicht verwunderlich, dass am Heiligen Abend ein Mord geschieht. Brutal wie ein Schwein wird Simeon Lee mit durchgeschnittener Gurgel in seinem von innen verschlossenen Arbeitszimmer gefunden. Hercule Poirot, der belgische Meisterdetektiv, ist zufällig in der Nähe und wird zu Rate gezogen.

Vieles scheint sehr unklar zu sein und nicht nur die Familienmitglieder, sondern auch Stephen Farr und der Leibdiener Simeons, Horbury, wird als Täter nicht ausgeschlossen. Intrigen entwickeln sich, um jede Schuld von sich zu weisen, doch Poirot blickt hinter die Kulissen der Schmierenkomödie und schon bald gelingt es ihm, den wahren Mörder zu entlarven.

Wie fast alles von Agatha Christie ist auch dieses Werk spannend aufgebaut und auf jeden Fall einen Versuch wert. Viele der Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte anders, als man anfangs vermutet hätte und selbst einem geübten Krimi-Leser wird es nicht leicht fallen, den Mörder schon vor der berühmten Enttarnung vor aller Augen zu entlarven. Viele der Zusammenhänge sind ein wenig weit hergeholt, außerdem scheint Poirot fast hellseherische Fähigkeiten zu haben, ein, zwei Zufälle sind auch ein wenig zu zufällig. Dennoch als Fazit: Ein Krimi in guter, englischer Tradition, mit viel Stimmung und Spannung.
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (1. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596177707
ISBN-13: 978-3596177707

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