Sonntag, 4. Mai 2008

Hengstparade



Autorin: Gaby Hauptmann
Original: Hengstparade (2004)
meine Bewertung: 3 von 5

Karin hat sich verliebt. In Harry. Das Problem ist nur, dass sie jenseits der 30 ist und einfach keine Zeit mehr hat – und vor allem keine Lust – zuerst in die Beziehung zu investieren und dann doch nur wieder enttäuscht zu werden. Harry kommt ihr auch einfach viel zu gutaussehend vor, um es bei einer Freundin zu belassen, außerdem fährt er regelmäßig alleine in den Urlaub. Karin kommt das alles spanisch vor, deshalb beschließt sie, seine Exfreundin anzurufen. Die beiden treffen sich zum Kaffeeklatsch und Karins schlimmste Befürchtungen werden wahr: Christiane erzählt ihr von den ständigen Ausflügen auf einen Reiterhof.

Karin möchte der Sache auf den Grund gehen und schickt deshalb ihre 58-jährige, geschiedene Mutter auf einen Urlaub am Reiterhof. Natürlich ausgestattet mit einer Beschreibung von Harry und mit dem Auftrag, jedes etwaige Techtelmechtel ihres Angebeteten zu melden. Hella packt also ihre Sachen und fliegt nach Niedersachsen auf den Reiterhof der Familie Lex. Sie begegnet dort vielen netten Menschen, die sie gerne in ihre Runde aufnehmen und auch mit Harry freundet sie sich an. Nur Barbara Lex, die Chefin, bleibt ihr ein Rätsel.

Auf die Pferde wagt sich Hella nicht, nur auf die Kutsche, die vom gutmütigen Dschingis Khan gezogen wird, der seinen Weg alleine kennt. Doch eines Tages beschließt Hella, Harry und einer anderen Reiterin zu folgen. Da sie keine Ahnung von Pferden, geschweige denn von Kutschen hat, verletzt sie sich bei diesem Ritt so sehr, dass sie bewusstlos wird. Als sie wieder aufwacht, befindet sie sich in der Hütte von Kurt Schleyer, einem verdammt gut aussehenden Naturburschen.

Es kommt wies kommen muss. Hella verliebt sich in Kurt, ohne von seiner Vergangenheit und seiner Verbindung zur Familie Lex zu wissen. Dabei wird gerade diese interessant, als Marga Lex einen Reitunfall hat und nicht mehr lebend davon zurück kehrt. Marga war Kurts Exfrau und noch dazu scheint es, als wäre ihr Tod kein Unfall gewesen. Hatte Kurt einen Grund, seiner Exfrau nach dem Leben zu trachten? Hella geht auf Spurensuche und findet eine verzwickte, intrigante Familiengeschichte dabei.

Und zu allem Überfluss hat Harry auch noch seine Freundin angerufen, weil er sie gerne in dieser tragischen Zeit mit am Reiterhof hätte. Karin lässt sich überreden, packt ihre Sachen und reist also auch auf den Reiterhof. Dort wird sie natürlich ihrer eigenen Mutter vorgestellt, was die Situation für die Zukunft ein wenig haarig macht.

Die Geschichte ist spannend und doch einigermaßen interessant, leider fehlt aber der rote Faden. Anfangs scheint es darum zu gehen, dem Liebesleben von Harry, dem vermeintlichen Fremdgänger, nachzuspüren. Doch kaum ist Hella auf dem Reiterhof angekommen, stößt sie auf eine intrigante Familie, nur um sich dann zu verlieben, ein Liebesabenteuer zu verleben und sich schließlich auf eine Detektivgeschichte einzulassen. Und was ist mit Harry und Karin passiert? Die sind inzwischen schon längst abgereist.

Sprachlich ist das Buch zwar einfach, jedoch um Welten besser, als andere Hauptmanns. Die Geschichte wirkt leider konstruiert, dafür ist der Hauptcharakter der Hella wenigstens sympathisch. Außerdem bleiben gegen Ende noch viel zu viele Fragen offen, die aufzuklären der Geschichte nicht geschadet hätte. Schade, dabei wäre die Grundidee tatsächlich gut gewesen.
Taschenbuch: 318 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 3., Aufl. (Januar 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 3492241263
ISBN-13: 978-3492241267

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