Donnerstag, 15. Mai 2008

Straßenpizza



Autor: Kinky Friedman
Original: Roadkill (1997)
meine Bewertung: 3 von 5

Der ehemalige Countrysänger und jetzige Privatdetektiv Kinky Friedman erlebt eines Morgens den Schock seines doch recht bescheidenen Lebens: Aus dem Badezimmerspiegel blickt ihm ein Zigeuner entgegen, der ihm rät, auf Achse zu gehen. Natürlich ist Kinky ob der beginnenden Midlife-Crisis ein wenig angesäuert, doch dann kommt ein Angebot, das er fast nicht abschlagen kann. Sein alter Freund und ziemlich erfolgreicher Countrysänger Willie Nelson bittet ihn, ihn auf seiner Tour zu begleiten.

Kinky macht sich auf den Weg und ist bald darauf mit Willie Nelson und dessen Band im Honeysuckle Rose – Tourbus unterwegs. Kinky merkt, dass da etwas nicht stimmt und streckt seine nicht gerate zarten Antennen aus. Nach und nach erfährt er, dass Gator, der Chauffeur des Torubusses, vor einiger Zeit mit dem Tourbus einen Indianer überfahren hat. Seither ist Willie sich sicher, dass er verflucht ist und als nächstes daran glauben muss.

Der Kinkstah recherchiert weiter und bittet schließlich auch Rambam, ihm mit dessen Methode zu unterstützen. Doch die Maschinen arbeiten nicht schnell genug. Eines Nachts wird der persönliche Butler von Willie, der ihm außerdem unglaublich ähnlich sieht, angeschossen. Die Suche nach dem Täter geht weiter. Im Verlaufe der Ermittlungen trifft Kinky auf weitere Indianer, Exfrauen und Mafiabosse. Und als der Fall gelöst ist, ist schließlich der Klient verschwunden.

Friedman ist einfach herrlich politisch unkorrekt, er erzählt auf eine Art, die einem liegen muss. Vom Hundertsten kommt er aufs Tausendste und verliert sich manchmal in Kleinigkeiten, dabei beweist er eine außerordentliche Intelligenz, auch was seinen Witz betrifft. Anfangs und bei flüchtigem Lesen kommt einem sein Humor vielleicht etwas platt vor, doch bei genauerem Hinlesen erkennt man die literarischen, musikalischen und politischen Anspielungen. Etwas, das man von einem texanischen, jüdischen, countrysingenden Cowboy vielleicht nicht erwarten würde.

Schade dabei ist, dass in diesem Fall die Geschichte zwar spannend, aber irgendwie substanzlos ist und seine Wortkreationen im Verlaufe selbiger zu Plattitüden verkommen. Es ist vielleicht beim ersten Mal lustig, wenn er schreibt „er hatte ein Gehirn von der Größe eines walisischen Bergarbeiterdorfes“, aber wenn das im Buch ständig so weiter geht, erlebt der Witz dadurch eine gewaltige Inflation. Dennoch: Wer sich manchmal über schwarzen Humor und politische Unkorrektheit amüsieren kann, ist mit den Werken Friedmans gut bedient.
Taschenbuch
Verlag: Heyne (2002)
ISBN-10: 3453198948
ISBN-13: 978-3453198944

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