Samstag, 31. Mai 2008

Die Apothekerin



Autorin: Ingrid Noll
Original: Die Apothekerin (1994)
meine Bewertung: 3 von 5


In einer Heidelberger Frauenklinik sind zwei Frauen Bettnachbarinnen. Eine von ihnen, Hella Moormann, hat das Bedürfnis, sich die Zeit dort zu vertreiben. Also erzählt sie ihrer Leidens-genossin Rosemarie Hirte Szenen aus ihrem Leben. Da Frau Hirte meist schon nach ein paar Minuten schnarcht, wird Hella offener und erzählt auch allerlei Geheimnisse aus ihrem Leben.

Die gelernte Apothekerin Hella hatte immer schon ein Helfersyndrom. Sie hat dies meist dadurch kompensiert, sich absolut gescheiterte Existenzen als Freunde anzulachen. Neben einem Kriminellen und einem Drogensüchtigen gehörten schon allerlei andere zwielichtige Gestalten zu ihren Bettgenossen. Doch jetzt ist sie mit Levin liiert. Dieser ist zwar erheblich jünger als Hella, lässt sich von ihr bekochen und die Doktorarbeit in Zahnmedizin schreiben, aber sonst scheint er halbwegs okay zu sein.

Doch eines Tages erfährt Levin, dass sein Opa, mit dem ihm eigentlich nichts außer einer riesigen zu erwartenden Erbschaft verbindet, im Krankenhaus liegt, weil er einen Herzinfarkt hatte. Hella und Levin besuchen den alten Knochen, als es ihm – zum Leidwesen von Levin – wieder etwas besser geht zuhause in seiner stattlichen Villa.

Hella und der Opa sind sich sofort sympathisch. Fast schon tut es Hella leid, dass sie einem verrückten Plan von Levin zugestimmt hat, der ihn bald schon zum Erben machen würde. Bei der Testamentseröffnung jedoch erleben die Beteiligten einen Schock- alles kommt ganz anders, als sich Dienstmädchen, Enkel und Freundin des Enkels das vorgestellt haben.
Als dann auch noch der Freund vom Dienstmädchen ins Spiel kommt, wird die Sache verrückt – sogar mörderisch. Die Geschichte ist sehr kurzweilig und auch spannend, wenn auch nicht besonders raffiniert. Man würde der Heldin gerne ein paar Mal so richtig in den Hintern treten, weil sie sich nicht besonders rational verhält, aber ansonsten ist das Buch ganz nett.

Broschiert: 248 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 27., Aufl. (November 1996)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257229305
ISBN-13: 978-3257229301

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