Mittwoch, 30. Dezember 2009

Bibliomania



Autor: Steven Gilbar
Original: Bibliotopia (2008)
meine Bewertung: 4 von 5


Steven Gilbar hat in diesem dünnen Bändchen mehrere Leselisten versammelt, dazwischen tummeln sich immer wieder interessante Fakten aus der Welt der Literatur. Neben Listen mit den Nobelpreisträgern, Listen mit den dicksten Büchern oder Romanen mit Tieren in der Hauptrolle, erfährt man wichtiges über deutsche Literaturpreise oder große Bibliotheken.

Ein sehr liebevoll zusammengestelltes Büchlein, in das man immer wieder gerne reinliest und aus dem man vielleicht die ein oder andere Leseanregung mitnimmt. Was man bemängeln könnte ist, dass vor allem bei den Erklärungen zu Fremdwörtern aus dem Verlagswesen die Erklärung oft sehr knapp gehalten ist und sich mir letztlich die wahre Bedeutung eines Wortes oft nicht wirklich erschlossen hat.

Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257237812
ISBN-13: 978-3257237818

Dienstag, 29. Dezember 2009

High Voltage Tattoo



Autorin: Kat von D.
Original: High Voltage Tattoo (2009)
meine Bewertung: SAHNESTÜCK!!

"I'm a canvas of my experiences. My story is etched in lines and shading, and you can read it on my arms, my legs, my shoulders and my stomach. But like everybody else, I was born naked and screaming, waiting for my life to write itself on my skin." So beginnt die außergewöhnliche Biografie einer außergewöhnlichen Frau.

Kat von D. ist erst 27, ihr Körper mit Tätowierungen übersät und sie selbst ist die Tätowiererin der Stars. Sie hat in ihrer Show "LA Ink" Musiker, Schauspieler und sogar Pornostars als Kunden, Kat selbst ist nicht nur wegen ihres Äußeren, sondern vor allem wegen der Qualität ihrer Tätowierungen selbst schon ein Star - zumindest in der Szene.

Zwar wird ihr oft nachgesagt, hochnäsig zu sein und eine "bad attitude" zu haben, ihre Biografie allerdigns liest sich wie eine Liebeserklärung an ihre Profession, sie schreibt ebenso poetisch über ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Tätowierungen und die Tätowierungen, die sie gemacht hat, über Musen, die Liebe und das Leben im Allgemeinen. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, Lionel Deluy hat für wunderbare Fotos gesorgt, jede Seite ist anders. Ein Buch, das man entdecken muss - bei jedem erneuten Blick findet man neue Details, Kat von D. zeigt sich von ihrer sehr persönlichen und überaus sympathischen Seite.

Ein Muss für alle Fans von Kat von D., für Freunde der Hautkunst oder solche, die es noch werden wollen. Aber auch für die Eltern jener längst erwachsen gewordenen Kinder, die nicht verstehen können, warum man das Bedürfnis haben kann, seine Erinnerungen auf der Haut zu tragen (schade, dass meine Mutter nicht Englisch kann...). Kat zeigt, wie weit weg Tätowierungen vom Schmuddel-Image mittlerweile sind und was an Qualität möglich ist. Sicher, für freakige Farbe ist wohl mit einem Profi auf diesem Gebiet am besten beraten, in Sachen Porträts und b/g spielt Kat in der obersten Liga.

Meine Bibel und das Lesehighlight des Jahres!
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Collins Design (2009)
Sprache: Englisch
ISBN-13: 978-0061684388

Samstag, 26. Dezember 2009

Die Weihnachtsmarkt-Bande



Autor: Wolfram Hänel
Original: Die Weihnachtsmarkt Bande (2004)
meine Bewertung: Flop!

Milli und Panik sind Schulfreunde und erleben allerhand Abenteuer miteinander. An einem Tag im Advent wird Panik von ihrer Mutter beauftragt, deren Uhr zum Uhrmacher in der Stadt zu bringen. In der Nähe befindet sich ein Weihnachtsmarkt, und gemeinsam mit Milli, der sie begleitet, wagt sie einen Abstecher dorthin.

Was am Weihnachtsmarkt vor sich geht, ist allerdings alles andere als weihnachtlich. Taschendiebe treiben sich zwischen den Buden herum und niemandes Geld ist mehr sicher. Ehrensache, dass sich Milli, Panik und deren Freund, der Dichter, darum kümmern und versuchen, die Diebe zu stellen. Ob die Pennerin etwas mit der Sache zu tun hat? Oder die kleinen Türken, die vor den Kaufhäusern ihre Weihnachtslieder singen?

An sich ist die Idee des Adventkrimis in 24 Kapiteln ja eine ganz nette, wenn auch keine, die Hänel geboren hat. Die 24 Kapitel sind an den langen Seiten nicht getrennt, sondern nur perforiert, so dass jeden Tag mit einem Brieföffner ein Kapitel geöffnet werden kann. Besser, als jeden Tag schon morgens Schokolade zu essen. Das ist aber auch schon das einzig positive, das man an diesem Buch entdecken kann.

Verwirrend ist schonmal, dass Milli ein Junge und Panik ein Mädchen ist. Da im ersten Kapitel nicht genügend auf die beiden Kinder eingegangen wird, tut man sich auch als Erwachsener nicht ganz so leicht mit er ungewöhnlichen Namensgebung. Weiters scheint das Buch Teil einer Serie zu sein, da manchmal auf andere Abenteuer verwiesen wird, bzw. Personen wie alte Bekannte in die Geschichte eingeführt werden, ohne sie näher zu erklären.

Außerdem störte mich beim Lesen massiv die Ausdrucksweise des Autors. Er scheint entweder ein Problem mit Beistrichen zu haben, oder aber generell mit Konjunktionen zu haben. Als Beispiel: "Milli und Panik sitzen in der Schule. Und hören nicht zu." Ein nerviger Stil, der das ganze Buch über beibehalten und inflationär verwendet wird.

Ein weiteres Problem des Buches: Die Figurenzeichnung erfolgt sehr stereotyp, von Anfang an werden die türkischen Sänger als "die kleinen Türken" bezeichnet und genauso, wie "der Tätowierte" generell verdächtigt, etwas mit den Diebstählen zu tun zu haben. Und dass die "Pennerin" auch ihre Finger im Spiel haben muss, scheint klar zu sein. Es gibt weit, weit bessere Adventkalendergeschichten, um Hänel werde ich definitiv den größten verfügbaren Bogen machen. Und ihn nicht mehr lesen.
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: cbj (2. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3570216989

Freitag, 25. Dezember 2009

Nicht schon wieder Weihnachten



Herausgeberin: Daniela Kampa
Original: Nicht schon wieder Weihnachten (2009)
meine Bewertung: 3 von 5


Wie schon seit einigen Jahren habe ich mir auch heuer wieder Daniela Kampas Sammlung von Weihnachtsgeschichten gekauft. Nachdem ich in den letzten Jahren ein, zweimal enttäuscht wurde, weil sowieso bereits bekannte Geschichten in mehreren Bänden verwertet wurden, war ich heuer wieder einmal etwas positiver überrascht.

Folgende Geschichten finden sich in der Sammlung:

„Der Mann, der Weihnachten liebte“ von Henry Slesar
„Weihnachten mit Winterberg“ von Martin Suter
„Dinah, die Weihnachtshure“ von David Sedaris
„Weihnachten“ von Robert Gernhart
„Krippe“ von Richard Ford
„Segne mich Vater, denn ich habe gesündigt“ von Ray Bradbury
„Der Tannenbaum“ von Anton Čechov
„Die drei stillen Messen“ von Alfonse Daudet
„Die Geschichte von den Kobolden, die einen Totengräber entführten“ von Charles Dickens
„Die Diebe, die nießen mussten“ von Thomas Hardy
„Der Eltern Weihnachtsfest“ von Ring Lardner
„Der Weihnachtsbaum“ von Joachim Ringelnatz
„Lieber Weihnachtsmann“ von René Goscinny
„Tagebuch“ Jakob Hein
„Mein schönstes Weinachtserlebnis“ von Nikolaus Heidelbach
„Die Wohltat“ von Laura de Weck
„Supermann und Superfrau“ von Wladimir Kaminer
„Weihnachten“ von Charles Bukowski
„Das Restaurant an der Place des Terres“ von Georges Simenon
„Klirr, Gläschen, klirr“ von Marten t Hart

Diese Sammlung ist bis auf einige wenige Ausnahmen gut gelungen, es handelt sich durchwegs um halbwegs spannende und mysteriöse Geschichten rund um das Weihnachtsfest. Verschiedene Zeiten und Bräuche werden dabei ebenso thematisiert wie unterschiedliche Schichtzugehörigkeiten und Länder. Interessante vorweihnachtliche Lektüre der spannenden und leichten Art.


Dienstag, 15. Dezember 2009

Der Geheimcode - Artemis Fowl



Autor: Eoin Colfer
Original: The Eternity Code (2003)
meine Bewertung: 4 von 5

Die Zeit für den jungen Meisterganoven Artemis Fowl wird knapp. Sein Vater, der Begründer des Fowl-Imperiums und selbst krimineller als die Mafia, liegt in Helsinki in einem Krankenhaus und erholt sich langsam von seiner Gefangenschaft. Doch die Zeit in Haft hat ihn geprägt und so spricht er immer wieder davon, ein ehrbarer Bürger werden zu wollen. Und gleichzeitig erwartet er das auch von seinem Sohn, der sich in seiner Abwesenheit um die Mehrung des Familienvermögens gekümmert hat.

Artemis hat sich gemeinsam mit seinem Leibwächter Butler einen beträchtlichen Ruf erworben, hat er doch in vergangenen Abenteuern die Tagebücher DaVincis gefälscht und verkauft, die ägyptischen Pyramiden verschachert und die Feen der Unterwelt um einen Teil ihres Goldes gebracht. Jetzt plant er den ultimativen Coup. Mithilfe eines mit Feentechnologie ausgerüsteten Supercomputers in handlicher Größe erpresst er einen der mächtigsten Männer der Welt. Dass es eine so gefährliche Mission werden würde und er erneut auf die Hilfe aus der Feenwelt angewiesen sein würde, hat er bei der Planung des Geniestreiches aber nicht geahnt.

„Der Geheimcode“ ist eigentlich der dritte Teil der Artemis-Fowl-Reihe, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit dem Buch auch sehr viel Spaß haben kann, ohne die Vorgänger zu kennen. Die Geschichte ist actionreich, witzig und hat sehr berührende Seiten. Ein bisschen glorifiziert wird Kriminalität und Ganoventum schon, aber einen Gegenpol dazu bildet die neue Vernunft seines Vaters, die gegen Ende des Buches immer häufiger zutage tritt.

Richtig nett zu lesen ist auch die abwechselnde Darstellung von Tagebucheinträgen Artemis‘ und der eigentlichen Geschichte. Für Kinder ab zwölf sicher ein Erlebnis, ich wurde schon angefixt und muss mir unbedingt auch die anderen Bände besorgen. Auch die Bücher mit Meg Finn sind ein paar Stunden des Lesens wert!
Broschiert: 322 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Dezember 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604854
ISBN-13: 978-3548604855

Freitag, 11. Dezember 2009

Der Weihnachtshund



Autor: Daniel Glattauer
Original: Der Weihnachtshund (2004)
meine Bewertung: 5 von 5

Kurt ist der kleine Rauhaardackel von Max und war wohl soetwas wie ein Arbeitsunfall. Und das kam so: Max ist mehr oder weniger Journalist, also seine Tätigkeit könnte man durchaus als journalistisch bezeichnen. Er verfasst einerseits die Rätselseite, schreibt andererseits die Untertitel zu den Nackedei-Bildern der Zeitschrift und außerdem in einem Tiermagazin mit ungefähr vier Abonnenten eine Kolumne über sein Leben mit einem Hund – und das ist eben Kurt.

Kurt hat einen Lieblingssessel und mit diesem viel gemeinsam: beide bewegen sich gar nicht. Max muss Kurt zum Gassigehen fast hinaus in den Park tragen, sein Hund scheint ständig müde zu sein. Also führen sie eine friedliche Koexistenz, die von gegenseitiger Ignoranz geprägt ist.

Weihnachten naht und Max beschließt, dem Fest zu entfliehen. Also gibt er eine Annonce auf, in der er jemanden sucht, der Kurt während seiner Abwesenheit betreut. Die Betreuung dabei beschränkt sich sowieso nur darauf, Kurt gelegentlich in den Park zu schleifen und seine Schnauze in die Futterschüssel zu tunken. Schnell finden sich auch Interessenten, darunter auch Katrin.

Katrin mag eigentlich Hunde nicht besonders, doch sie sieht in Kurt ihre einzige Chance, dem Weihnachtsfest bei ihren Eltern zu entfliehen, denn die können Hunde überhaupt nicht ausstehen. Was weder Katrin noch Max ahnen: Kurt führt ein geheimes Nachtleben, das durch die Aufnahme bei Katrin unterbrochen wird – Kurt entwickelt sich unter ihrer Obhut zu einem beinahe lebendigem Wesen. Und irgendwie entwickelt sich da auch zwischen Max und Katrin was…

Glattauers Schmäh liegt einfach auf meiner Wellenlänge, ich liebe die Wortspiele und die Sprache, die er verwendet – wahrscheinlich ein Umstand, mit dem der Nicht-Österreicher bzw. Nicht-Wiener eher wenig anfangen kann, zugegebenermaßen ist die Geschichte auch ziemlich vorhersehbar. Aber sie hat mich in Weihnachtsstimmung gebracht wie heuer sonst gar nichts, ich liebe Hunde und hab auch Kurt gleich in mein Herz geschlossen. Platte Geschichte mit Happy End (natürlich!) aber viel Herz, Humor und Komik in der Sprache und Situation.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (12. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442467624
ISBN-13: 978-3442467624

Ich und die Anderen



Autor: Matt Ruff
Original: Set this House in Order (2003)
meine Bewertung: 5 von 5

Andy Gage hat ein Problem. Beziehungsweise mehrere dutzend. Er leidet an einer Multiplen Persönlichkeitsstörung, doch gemeinsam mit seiner Psychiaterin Dr. Grey hat er es geschafft, in seinem Kopf ein Haus zu bauen, in dem jeder Seele ihr eigener Platz zugewiesen ist. Abwechselnd dürfen die verschiedenen Seelen den Körper übernehmen und ein bisschen Zeit für sich in der „Realität“ beanspruchen, doch sie werden dabei immer von der Hauptseele Andy überwacht, der die Verantwortung für den Körper trägt, während sein Vater für das Haus der Seelen sorgt.

Dadurch hat sich Andys Leben entscheidend verbessert, er hat keine Blackouts mehr so wie früher, nur selten gerät er in Schwierigkeiten, aber immer muss er sehr aufmerksam sein und vor allem die wilderen Seelen scharf im Auge behalten. Natürlich erfordert dies einen straff geregelten Tagesablauf und Drogen und Alkohol sind tabu.

Andy hat Glück, denn er lernt eines Tages Julie Sivik kennen. Sie betreibt ein Softwareunternehmen namens „Reality Factory“ und findet, Andy sei ein idealer Berater für ihre Programmentwickler. Andys Leben scheint fast perfekt zu sein – sofern das halt mit verschiedenen Seelen, die natürlich alle unterschiedliche Bedürfnisse haben, möglich ist. Doch dann verliebt sich Andy blöderweise in seine Chefin und dank ihr konsumiert er wesentlich mehr Alkohol, als ihm lieb ist. Als in Julie abweist, gerät sein Leben ein wenig aus den Fugen, richtig schlimm ist es dann aber erst, als Julie Penny Driver einstellt.

Penny ist ebenfalls eine Multiple, allerdings hat sie sich das selbst noch nicht so richtig eingestanden. Julie möchte, dass Andy Penny hilft, ebenfalls ein Haus zu bauen und ihre unterschiedlichen Seelen zu vereinen, doch die Sache gestaltet sich viel schwieriger, als anfangs erwartet. Während Penny jedoch ihr Leben sehr, sehr langsam zu ordnen vermag, wird Andys Leben umso schneller wieder chaotisch.

Es beginnt eine Spurensuche, die Andy zurück zu dem Haus führt, in dem ihm in seiner Kindheit Schreckliches angetan wurde und das letztlich dazu geführt hat, dass sich Seelenteile von seiner Hauptseele abgespalten haben. Penny begleitet ihn durch die Odyssee und versucht mit ihren verschiedenen Seelen ihm so gut wie möglich zur Seite zu stehen.

„Ich und die Anderen“ ist das erste Buch, das ich von Matt Ruff gelesen habe, meine Meinung über das Buch ist also unabhängig von seinem bisherigen Werk, besonders oft wird in Kritiken nämlich betont, das Buch sei „total anders“. Anders vielleicht, aber auf keinen Fall schlecht. Anfangs hat man noch ein wenig seine Probleme damit, sich in eine zweifache Metaebene zu begeben – der Leser beobachtet Andy Gage, der aber seinerseits seine Seelen immer im Auge behält. Doch schon nach einigen Kapiteln hat man Andy ebenso ins Herz geschlossen wie seine „Mitbewohner“.

Es ist eine sehr ernsthafte Thematik, mit der sich Ruff beschäftigt, und natürlich kann ich nicht beurteilen, inwiefern seine Schilderungen dem tatsächlichen Leben eines Menschen mit einer Multiplen Persönlichkeitsstörung entspricht, aber ich kann sagen, dass durch die sympathischen Hauptdarsteller eindrücklich klar wurde, dass es sich nicht um eine „Verrücktheit“ handelt, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung, mit der die Betroffenen selbst Probleme haben, mit denen sie aber auch gut zurande kommen können. Die Multiple Persönlichkeitsstörung wird zum Thema, ohne die Betroffenen bloß zu stellen oder ins Lächerliche zu ziehen.

Durch den Umfang, die ernsthafte Thematik und die ungewöhnliche Perspektive ist das Buch zwar eher anstrengend in der Lektüre, durch eine gewisse Situationskomik und hintergründigen Humor wird es zwischenzeitlich aber doch immer wieder etwas aufgelockert. Angenehm ist auch, dass die Problematik der beiden Hauptfiguren, nämlich die Ursache ihrer seelischen Abspaltung, zwar erzählt wird, allerdings Details im Dunkel bleiben. Ich empfand das nicht als oberflächlich, wie andere Rezensenten oft bemängeln, sondern als respektvoll. Der Leser bekommt Einblick in das tiefste Innere der Protagonisten, nämlich ihre Seelen. Meines Empfindens nach ist es dann nicht notwendig, sensationsgierige oder voyeuristische Bedürfnisse des Lesers zu befriedigen. Ein Buch, das sicher nicht im Vorbeigehen gelesen werden kann (allein schon aufgrund des Umfangs), das aber dafür auch länger im Gedächtnis bleibt.
Taschenbuch: 720 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423208902
ISBN-13: 978-3423208901

Freitag, 27. November 2009

Im Höllbach ist die Hölle los



Autor: Manfred Böckl
Original: Im Höllbach ist die Hölle los (1992)
meine Bewertung: 2 von 5

Es ist Sommer, die Mitglieder der Pizzabande genießen gerade ihren ersten Ferientag, als sie in der alten Burgruine zufällig auf ein ganzes Arsenal an unbewohnten Wohnwägen stoßen. Sie wollen sich nur ein wenig umsehen, doch da werden sie von zwielichtigen Typen, offenbar den Besitzern, vertrieben.

Die Pizzabande, bestehend aus Schräubchen, Milli, TH und Tommi, macht sich daraufhin ein paar gemütliche Stunden am Hof von Millis Eltern. Doch allzu lang währt die Ruhe bei den Pizzabande-Mitgliedern ja nie und schon bald finden sich die Freunde in einem neuen Abenteuer wieder. Sie entdecken, dass im Höllbach laufend Fische sterben und stoßen auf eine Spur zu den Umweltverschmutzern, die irgendwie Gift in den Höllbach leiten. Ehrensache, dass sich die Kinder ans Ermitteln machen und die Schuldigen finden…

Die Pizzabande schlägt in dieselbe Kerbe wie die Knickerbocker Bande oder auch TKKG. Eine Bande, bestehend aus Mädchen und Jungs um die dreizehn Jahre und mit verschiedenen Charaktereigenschaften machen sich daran, Verbrechen aufzuklären, natürlich mühelos und allen Gefahren trotzend. Für Kinder im Zielgruppenalter eine nette Unterhaltung, die im Vergleich zu den TKKG Büchern ohne Klischees auskommt.
Gebundene Ausgabe: 122 Seiten
Verlag: Egmont Franz Schneider Verlag (1992)
ISBN-10: 3505046523
ISBN-13: 978-3505046520

Dienstag, 10. November 2009

Death of a Prankster



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Prankster (1988)
meine Bewertung: 4 von 5


Der Winter hat die Schottischen Highlands fest im Griff. Da kommt es der Familie des alten und unglaublich reichen Andrew Trent alles andere als gelegen, dass das Familienoberhaupt zur Versammlung bittet. Doch scheinbar geht es dem Alten schlecht, es könnte also sein, dass sich hier die letzte Gelegenheit für die gierige Verwandtschaft ergibt, für eine Testamentsänderung zu ihren Gunsten zu sorgen. Man macht sich also aus allen Richtungen Großbritanniens auf den Weg zum Trentschen Anwesen.

Unter den Gästen befinden sich die beiden altjungferlichen Töchter Betty und Angela, der adoptierte Sohn und Lebemann Charles mit seiner Verlobten Titchy Gold, der Bruder des Millionärs, Jeffrey mit seiner Frau Jan und schließlich Paul, Stiefsohn Jeffrey Trents, mit seiner Freundin Melissa Clarke. Niemand freut sich besonders auf das Wiedersehen mit dem Patriarchen, ist er doch im ganzen Ort bekannt für seine kindischen Späße.

Schon am ersten Abend in dem überheizten Anwesen liegen die Nerven blank. Andrew macht seine Späßchen, versteckt Furzkissen, lässt Wasser und Mehlsäcke von halboffenen Türen fallen und versteckt sogar eine Puppe in einem Schrank, die wie eine Leiche herausstürzt, als dieser geöffnet wird. Alle machen gute Miene zum bösen Spiel, könnte es doch sein, dass der Alte sie in seinem Testament dafür fürstlich belohnt.

Besonders lang reicht die Geduld der Anwesenden allerdings nicht, denn schon wenig später wird Andrew Trent ermordet aufgefunden. Passenderweise stürzt er mit einem Messer in der Brust aus dem Schrank. Als Hamish Macbeth gerufen wird, bittet dieser zunächst den Butler Enrico, zu überprüfen, ob er auch tatsächlich tot ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hamish wegen eines Spaßes zum Trentschen Anwesen geordert wäre. Doch Trent ist tot – und bald darauf muss auch eine zweite Person aus der Familie daran glauben…

Mit Hamish Macbeth hat M. C. Beaton bei mir eine Saite zum Schwingen gebracht. Der Dorfpolizist ist mir schon nach dem zweiten Band sehr ans Herz gewachsen, „Death of a Prankster“ ist nun der dritte aus der Reihe. Der schottische Akzent wird immer leichter zu verstehen, auch die Eigenheiten der Dorfbewohner sind sympathisch. Beaton schafft eine heimelige Atmosphäre, zwar nicht so ausgetüftelt wie Christie, aber nett und kurzweilig.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (6. November 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1845297369
ISBN-13: 978-1845297367

Sonntag, 8. November 2009

Tatsächlich Liebe



Autor: Philip O'Connor
Original: Love Actually (2003)
meine Bewertung: 2 von 5

Es ist kurz vor Weihnachten in London: David Farley ist gerade zum Premierminister von England gewählt worden, gerade bei den Frauen hat er nicht nur durch seinen Wahlkampf und seine politischen Ideen überzeugt, sondern durch sein Äußeres. Rund 19 Prozent seiner Wählerinnen finden besonders sein Lächeln sehr sexy.

Eigentlich hätte er so kurz nach dem Einzug in die Downing Street Number Ten andere Sorgen, aber ausgerechnet da trifft ihn er auf die Liebe seines Lebens. Klassischerweise seine Sekretärin. Doch auch in anderen Teilen der Stadt verlieben sich Menschen, erfahren am eigenen Leib, dass Liebe nicht immer schön ist und manchmal sogar weh tut.

Das Buch entstand nach dem gleichnamigen Weihnachtsfilm mit Colin Firth, Rowan Atkinson und Keira Neightley. Man wird mit einer Vielzahl von Menschen und Pärchen konfrontiert, ein so dünnes Büchlein wie dieses schafft es allerdings nicht, eine Tiefe zu erzeugen oder Sympathien für die Protagonisten zu schaffen. Der Film ist wahrscheinlich um einiges besser, das Buch, das sehr oberflächlich bleibt, kann man sich aber getrost sparen.
Taschenbuch: 187 Seiten
Verlag: Goldmann (2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442456010
ISBN-13: 978-3442456017

Freitag, 6. November 2009

Death of a Scriptwriter



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Scriptwriter (1998)
meine Bewertung: 3 von 5

Rein zufällig lernt der Kleinstadtpolizist aus dem kleinen schottischen Städtchen Lochdubh die ehemalige Romanautorin Patricia Martin-Broyd kennen. Diese ist jenseits der siebzig und lebt einsam und allein in ihrem Cottage. Sie hält sich für eine wahre Lady und benimmt sich auch so.

Ihre Bücher haben sich schon in ihren Hoch-Zeiten weniger als mäßig verkauft, es waren langatmige, detailverliebte Krimis. Seit langer Zeit hat Patricia schon keine Zeile mehr geschrieben, sie lebt von einem ausreichenden Erbe. Doch dann passiert etwas Ungeahntes.

Ein Filmproduzent stößt auf ihr erstes Buch und möchte gern die Rechte daran. Er übertölpelt die ältliche Lady mit dem Versprechen, ihre Bücher würden neu aufgelegt werden, sobald die Serie erst einmal ins Fernsehen käme. Patricia ist überglücklich, sie kann an nichts anderes mehr denken und unterschreibt den Vertrag.

Bald darauf kommt das Filmteam in Macbeths und Patricias Gegend, um einen passenden Drehort zu finden. Sie entscheiden sich für den winzigen Ort Drim. Das Buch wurde von einem Drehbuchautoren fast ins Unkenntliche entstellt, etliche Nacktszenen wurden eingebaut und die Rolle der scharfsinnigen Detektivin erhält eine großbusige B-Schauspielerin.

Patricia will es sich nicht nehmen lassen, beim Dreh zuzusehen und ist natürlich mehr als entsetzt, was aus ihrem Buch wurde. Sie hatte gewiss keine Pot rauchende Kommune im Sinn, als sie ihren schottischen Hochlandkrimi schrieb. Doch nicht nur mit der Autorin verscherzt es sich der Drehbuchautor, sondern auch mit dem Mann der Schauspielerin, seiner Assistentin und den Dorfbewohnern von Drim.

Irgendwie wundert es keinen, als kurz nach den größeren Eklats der Drehbuchautor mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden wird. Hamish Macbeth wird hellhörig und mischt sich in die Ermittlungen ein, so gut es eben geht. Ihm ist klar, dass es unendlich viele Motive für den Mord geben musste, doch genausoviele Alibis findet er. Die Sache verkompliziert sich, als zwei weitere Menschen tot aufgefunden werden.

„Death of a Scriptwriter“ ist der zweite Krimi, den ich von M. C. Beaton gelesen habe. Bei „Death of a Snob“ hatte ich noch so meine Probleme mit den Passagen, die in schottischem Akzent verfasst sind, doch daran gewöhnt man sich sehr schnell, so dass bereits dieser Krimi wesentlich mehr Spaß macht.

Hamish ist ein sympathischer Polizist mit seinen Ecken und Kanten. In vielerlei Hinsicht ähnelt er mit seiner komplexen Persönlichkeit dem Schottischen Hochland, das in Beatons Krimis sehr plastisch beschrieben wird. Der Fall an sich mag vielleicht nicht besonders ausgeklügelt sein, dafür ist es das Drumherum. Beatons Krimis leben von ihren Charakteren und den Eigenheiten selbiger. Eine Serie, die ich mir wohl zur Gänze zulegen werde.
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (30. Juli 2009)
ISBN-10: 1845299094
ISBN-13: 978-1845299095

Samstag, 31. Oktober 2009

Lipstick Jungle



Autorin: Candace Bushnell
Original: Lipstick Jungle (2005)
meine Bewertung: 4 von 5

New York: Schmelztigel von Kulturen, Hochburg der Eitelkeiten, aber auch Mekka der drei besten Freundinnen Nico Reilly, Victory Ford und Wendy Healy. So unterschiedlich die drei Frauen jenseits der 40 auch sind, eins haben doch gemeinsam: alle drei sind erfolgreiche Geschäftsfrauen mit einem Jahreseinkommen in Millionenhöhe. Doch gerade an der Spitze der High Society wird die Luft manchmal sehr dünn und Freundschaften besonders stark auf die Probe gestellt.

Nico ist verheiratet und hat eine Tochter. Während ihr Mann sich darin übt, ihr zu sagen, wie sie sich zu benehmen hat und welche Partys zu besuchen sind, ist sie die Herausgeberin des renommierten Hochglanzmagazines „Bonfire“. Es reicht ihr jedoch längst nicht, die Chefin nur einer Zeitschrift zu sein. Sie möchte an die Spitze der Verlagssparte des Medienkonzerns Splatch-Verner. Doch dieser Platz ist heiß umkämpft.

Ebenfalls bei Splatch-Verner tätig ist Wendy. Sie widmet sich ihrem Job als Filmproduzentin mit der größten Hingabe. Eine Menge Blockbuster und Auszeichnungen gingen bereits auf ihr Konto, fehlt nur noch der Oscar – und auch an dem wird fleißig gearbeitet. Ihr Mann ist für die Kindererziehung und –versorgung verantwortlich, was dieser wirklich mit Bravour meistert.

Victory Ford, der Freigeist unter den Busenfreundinnen, ist Modedesignerin. Sie hat sich gerade frisch verliebt, unpassenderweise in den exzentrischen Multimillionär Lyn Bennet. Ihre Marke trudelt ein wenig, fängt sich aber schnell wieder. Sie steht kurz davor, ihre Marke an ein namhaftes französisches Modehaus zu verkaufen und damit selbst zur mehrfachen Millionärin zu werden.

Betrachtet man das Leben der drei Business-Ladys so oberflächlich wie das ganze New York letztlich ist, scheint alles perfekt zu sein. In Wahrheit jedoch brodelt es im Privatleben der Freundinnen massiv. Wendy wird von ihrem Mann verlassen, der sich praktischerweise auch noch am gemeinsamen Konto, in das sowieso nur sie eingezahlt hatte, bedient. Die Kinder nimmt sie ihm weg, doch diese wollen nicht wirklich bei ihrer Mutter bleiben, schließlich ist sie wie eine Fremde.

Nico schläft schon mehrere Jahre nicht mehr mit ihrem Mann. Er hat einfach keine Lust darauf, etwas zu tun, was er nicht wirklich will. Also wird einfach darauf verzichtet. Dann lernt Nico allerdings das unglaublich fantastische und vor allem sehr junge Männermodel Kirby Atwood kennen. Schnell entwickelt sich eine knisternde Romanze, die ihr fast ihren Job und Kopf kostet.

Victory hingegen betrinkt sich in Frankreich anlässlich der Filmfestspiele so sehr, dass sie fast ohne Gedächtnis an den vorigen Abend aufwacht, aber sie das dumpfe Gefühl plagt, etwas sehr Schlimmes getan zu haben. Als sie Lyn, mit dem sie gerade eine Beziehungspause hat, im Hotelrestaurant trifft und dieser eine gebrochene Nase hat, dämmert es ihr langsam…

„Lipstick Jungle“ stammt aus der Feder von Candace Bushnell, die schon mit „Sex and the City“ einen Welterfolg landete – vor allem im Fernsehen (das Buch war von vernachlässigbarer Qualität). Momentan sorgt auch die Serie zu „Lipstick Jungle“ für angenehme Mittwochabend-Stunden, das Buch jedoch weicht in vielerlei Hinsicht von der Serie ab. Was nicht wirklich schlimm ist.

Der Vorteil ist: sowohl das Buch als auch die Folgen der Serie haben zwar dieselben Protagonistinnen und dieselbe Idee, allerdings wurde das Buch für die Serie einfach tauglicher gemacht, das Buch ist genauso unterhaltsam. Die Unterschiede sorgen außerdem für Spannung bei denen, die das Buch schon gelesen haben. Es ist humorvoll, verfügt über Romanze, Intrige, Spannung und ist ereignisreich. Langeweile kommt nicht auf, im Gegenteil.

Man brennt darauf, zu erfahren, wie es nun weiter geht, wie sich die Mädels aus der Affäre ziehen oder selbst Intrigen schmieden. Außerdem macht es sowieso Spaß, von Frauen zu lesen, die durch ihre eigene Leistung in die High Society aufgestiegen sind und sich dort behaupten können. Zwar werden Männer doch sehr häufig als „der Feind“ abgestempelt, was im Endeffekt ja auch stark pauschalisierend ist, allerdings zeigt es auch, dass sich die Geschlechter nunmal ergänzen und das Leben seine Würze durch die Mischung erhält.

Was mich an „Sex and the City“ so sehr gestört hat und elementar in vielen anderen Frauenbüchern zu sein scheint, hat hier gefehlt: Dieser unerträgliche Schuhfetischismus, Markenwahn, Sexhunger und Gossip – und das war gut so. Ach, und auch der obligatorische schwule beste Freund, der sich fantastisch mit Mode auskennt – auch der wurde diesmal weggelassen. Nichts gegen Schuhe, Sex oder schwule Freunde, im Gegenteil. Aber sehr viel gegen 0815 Klischees.

„Lipstick Jungle“ ist zwar ein klassisches Frauenbuch, aber wenigstens kein plattes und dummes Machwerk, sondern wohltuende Lektüre für verregnete Herbsttage. Sich die Serie anzusehen ist auch kein Fehler.
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (April 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548266967
ISBN-13: 978-3548266961

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Wo ist der Millionen-Storch?



Autor: Thomas Brezina
Original: Wo ist der Millionen-Storch? (1991)
meine Bewertung: 2 von 5

Die Knickerbockerbande ist am Neusiedlersee. Poppis Onkel Witzmann hat die Kinder eingeladen, ein paar Tage bei ihm auf dem Hausboot zu verbringen. Doch schon als die Kinder in Eisenstadt am Bahnhof ankommen und nicht abgeholt werden, merken sie, dass da etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Passenderweise beginnt es auch noch in Strömen zu regnen.

Völlig durchnässt kommen die Kinder beim Hausboot an. Doch auch da ist von Onkel Justus, einem schrägen Erfinder, weit und breit keine Spur. Dafür hören sie ein seltsames Klopfen. Es ist die Haushälterin, die von einem Unbekannten in den Wandschrank gesperrt wurde. Von Onkel Justus fehlt weiterhin jede Spur.

Schon bald haben die Kinder den Verdacht, dass der Onkel entführt wurde. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie immer wieder auf einen geheimnisvollen „Millionen-Storch“. Aber was soll das sein? Und wer ist hinter diesem Millionen-Storch her? Denn der Urlaubsaufenthalt der Knickerbockerbande entwickelt sich immer mehr zu einem Detektivabenteuer, genau so wie auch alle anderen Ausflüge der Bande. Eins jedoch ist hier neu: Lilo verliebt sich!

„Wo ist der Millionen-Storch“ ist eins der früheren Abenteuer der Knickerbockerbande und von daher noch ein wenig glaubwürdiger als die späteren Geschichten, relativ spannend und mit einer logischen Auflösung am Schluss. Für Erstleser sicher eine gute Idee.
Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1990)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470082
ISBN-13: 978-3473470082

Dienstag, 27. Oktober 2009

Angst und Schrecken in Las Vegas



Autor: Hunter S. Thompson
Original: Fear and Loathing in Las Vegas (1971)
meine Bewertung: 4 von 5

Sportjournalist Raoul Duke und sein Anwalt, Dr. Gonzo, machen sich auf den Weg nach Las Vegas. Duke aka Thompson, hat den Auftrag, über das legendäre Autorennen durch die Wüste zu berichten. Eine staubige Angelegenheit und auch weit weniger spektakulär als anfangs angenommen, also muss Flüssigkeit her. Und diese natürlich nach Möglichkeit alkoholisch. Da man sich ja auch nicht nur flüssig ernähren sollte, packen die beiden auch noch Unmengen von Drogen ein. Genau genommen packen sie einfach alle Drogen ein, die es gibt.

Auf einer Art Dauertrip überstehen die beiden das Wüstenrennen mehr oder weniger gut, doch schon bald darauf müssen sich die beiden in die Höhle des Löwen begeben, als sie nämlich von der Drogenkonferenz der Polizei in Las Vegas erfahren. Sie schmuggeln sich unter hunderte Polizisten und schaffen es dennoch, irgendwie heil aus der Sache herauszukommen, ganz im Gegensatz zu ihrem Hotelzimmer und dem Auto (liebevoll „roter Hai“ getauft).

Es ist die Beschreibung eines einzigen Dauertrips, unterbrochen von ein wenig Arbeit, die aber nur eine marginale Rolle spielt, eines unbegreiflichen Lebensstils, einer wahnwitzigen Reise durch den amerikanischen Traum. Dennoch sollte man das Buch nicht unterschätzen. Es hat Tiefe und zeigt einen Protagonisten, der ständig auf der Flucht vor sich selbst ist und dabei ist, sich zeitweise selbst zu verlieren.

Zwar habe ich den Film noch nie gesehen, das muss ich aber unbedingt nachholen. Es ist ein faszinierendes Buch, das mindestens genauso witzig wie Wahn ist und ein Tempo vorlegt, dem man mit Spannung folgt. Einfach eine Empfehlung! Gonzo at his best.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: N.-A. (1. April 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453401379
ISBN-13: 978-3453401372

Der Fluch des schwarzen Ritters



Autor: Thomas Brezina
Original: Der Fluch des schwarzen Ritters (1995)
meine Bewertung: 2 von 5

Die Knickerbocker Bande wurde von der über 160 Kilo schweren Zirkusartistin Tante Fee in den Zirkus ein, der gerade in der Nähe von St. Pölten in Niederösterreich zu Gast ist. Die Kinder sind fasziniert von den Trapezkünstlern, die scheinbar mühelos durch die Luft segeln, den gefährlichen Tieren und den lustigen Clowns.

Bei einer Abendvorstellung jedoch geschieht das Unfassbare: Während die Trapezkünstler ihre atemberaubende Nummer zum Besten geben, fliegt ein schwarzer Ninja-Stern durch das Zelt, das Trapez wird durchgeschnitten, die Trapezkünstler stürzen ab, ein kleines Mädchen wird verletzt. Zum Glück konnte das Sicherheitsnetzt das Schlimmste verhindern. Die Knickerbocker Bande sieht, wie ein Mensch in schwarzem Ritterkostüm davon eilt.

Natürlich ist die Neugierde der Knickerbocker Bande geweckt. Sie wollen herausfinden, wer der schwarze Ritter ist und was er mit seinen Manipulationsversuchen bezwecken möchte. Denn diese häufen sich immer mehr. Tiere kommen fast zu Schaden und die Mitarbeiter des Zirkus sind bereits verängstigt, man verdächtigt sich gegenseitig.

Die vier Kinder der Knickerbockerbande machen sich auf Spurensuche und haben schon bald einen Verdächtigen ausgemacht. Jetzt muss dieser nur noch dingfest gemacht werden. Natürlich können sie dabei auf die tatkräftige Tante Fee bauen.

Solides Abenteuer der Knickerbockerbande, über das sich die Leserzielgruppe der ca. achtjährigen Erstkrimi-Leser sicher begeistern kann.
Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: N.-A. (1992)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470104
ISBN-13: 978-3473470105

Montag, 26. Oktober 2009

Das Lied der Honigvögel



Autorin: Anne McCullagh Rennie
Original: Song of the Bellbirds (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Die junge Lizzy Foster lebt gemeinsam mit ihrem Vater und zwei Angestellten auf einer Farm im australischen Outback. Sie hat eine wunderschöne Stimme und liebte es, gemeinsam mit ihrer Mutter zu singen. Doch als diese sich mit einem Musicalstar auf und davon macht und nie wieder nach Hause zurück kehrt, verbietet der hart arbeitende Farmer seiner Tochter das Singen.

Lizzy ist sehr musikalisch und beginnt an ihrer Schule, die Musikschülerinnen von Schwester Angelica mit dem Klavier zu begleiten. Sie probt mit ihnen für die große Aufführung am Ende des Jahres. Sanft drängen sie die Schwestern der Schule immer wieder, selbst wieder mit dem Singen zu beginnen und auch ihre Großmutter mütterlicherseits, die in Toowoomba lebt, würde ihre Enkelin gerne wieder singen hören.

Das Schicksal arrangiert es schließlich so, dass Lizzy doch wieder singt – und alle Zuhörer in ihren Bann schlägt. Sie blüht während des Singens richtig auf und würde ihre Freude gerne mit ihrem Vater teilen. Doch dann zieht ein Gewitter auf Kinmalley, der Farm der Fosters zusammen. Es stürmt, blitzt und donnert und Dan läuft aus dem Haus, um nach dem Rechten zu sehen. Am Rückweg erleidet dieser einen Herzinfarkt und stirbt in den Armen seiner Tochter. Bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben beschließt die junge Lizzy Foster, nie wieder in ihrem Leben den Mund zum Singen aufzumachen.

Neben der Trauer um ihren Vater muss sie auch noch damit klar kommen, dass sie von nun an bei ihrer Großmutter in deren kleiner Wohnung in Toowoomba leben wird, vor und nach der Schule arbeiten muss und sowohl die Farm als auch ihre geliebten Hunde und Pferde verkauft werden.

Die Zeit vergeht, Lizzy wird älter und immer wieder kehrt ihr Leben schicksalhaft an einen Punkt zurück, an dem sie einfach wieder zum Gesang zurück kehren muss. Denn egal, wie sehr sie das Singen an die verlorenen Lieben erinnert, so bringt es Lizzy auch immer wieder Gutes in ihr Leben. Im Laufe der Zeit entwickelt sich Lizzys Karriere immer weiter, sie erhält ein Stipendium in Wien und mausert sich schließlich zur gefragtesten Opernsängerin der Welt. Ihr Leben gleicht einer Achterbahn, doch am Ende geht es immer weiter bergauf als bergab…

„Das Lied der Honigvögel“ ist eine sehr, sehr schmalzige Romanze, die Heldin ist sympathisch und ihr Leben geschüttelt von Schicksalsschlägen, die sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit verkraftet, vor allem, da Kismet immer wieder auch mehr als positive Trümpfe für Lizzy bereit hält.

Was irgendwie seltsam ist: Es ist im Buch die Rede von einer großen Dürreperiode, die Farmer rundherum leiden und es gibt nicht genug Wasser. Dennoch nimmt Lizzy schon im nächsten Absatz ein Vollbad, außerdem liest man auf Seite 268: „Es war Ende April und die Rosen verbreiteten eine herbstliche Pracht“ – aha!

Das Fazit des Buches: Für einen bestimmten Leserinnentyp wahrscheinlich die optimale Lektüre: bittersüße Romanze mit Happy End. Normalerweise lese ich persönlich sowas nur dann, wenn es mit absolut genialem Humor gepaart ist, beispielsweise bei Susan Elizabeth Phillips oder Sophie Kinsella. Ich mag keine schmalzigen Bücher, aber dieses hat es peinlicherweise vermocht, mich stellenweise zu Tränen zu rühren.

Wahrscheinlich muss einiges zusammenpassen, damit man das Buch mögen kann, ansonsten kriegt man davon wohl so eine Art Zuckerschock. Aber wenn man Diabetiker ist und einem nach einem Zuckerschub ist: Gute Wahl!
Taschenbuch: 366 Seiten
Verlag: Weltbild,,, (1. Januar 2005)
ISBN-10: 3898975827
ISBN-13: 978-3898975827

Der kleine Held












Autor: Walter von Molo
Original: Der kleine Held (1950)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist Sommer. Der junge Walter wandert mit seiner Mutter, seinem Vater und seinem Bruder einen Forstweg entlang, angeführt von einem einheimischen Bauern. Die Familie aus Wien macht in dem kleinen Dorf am Land, Nonnenkirchen, Urlaub – oder besser: Sommerfrische, wie man es damals wohl nannte. Wir schreiben das Jahr 1850, der kleine Walter hat ein Lungenleiden und ist deshalb das Sorgenkind der Familie. Aber es ist schön, die Menschen sind nett und der Familie stehen drei unbeschwerte Monate bevor. Der Vater jedoch kommt nur jedes Wochenende, er muss zurück in die Stadt um zu arbeiten.

Die Familie ist wohlhabend, man hat eine Wohnung in Wien, eine Mietkutsche und eine Zugehfrau. Während der Sommerfrische bessert sich Walters Gesundheit zusehends, er verliebt sich sogar in die Bauerstochter. Umso schwerer fällt den Colas der Abschied von Nonnenkirchen, als es wieder Herbst wird.

Die Schule beginnt von neuem, es ist unsicher, ob Walter sitzen bleiben wird oder es doch noch schafft. Umso überraschter ist man, als Walter schließlich sogar zum Studium an der Universität zugelassen wird. Seine Gesundheit ist schon bald kein Thema mehr und Walter, der bisher immer im Schatten seines gelehrten Bruders, dem Schriftsteller, macht sich doch recht gut.

Während Walters Leben besser wird, bleibt die Familie nicht von Schicksalsschlägen verschont. Der Bruder wird leicht verrückt, die Verwandten sterben, man zieht in eine andere Wohnung und auch die politische Situation des einst so glanzvollen Wiens erweist sich als etwas prekärer als angenommen.

Das Buch lag mehr als 10 Jahre auf meinem Stapel ungelesener Bücher und nun frage ich mich, warum ich es dazu kommen ließ. Vielleicht war es auch gut so, um die Stimmung und die politischen Hintergründe des Buches richtig verstehen zu können, doch der Humor und die Sichtweise des Erzählers erwiesen sich als sehr ansprechend. Es ist eine Art Entwicklungsroman, der Leser begleitet den Erzähler vom kleinen Helden bis zum erwachsenen Beamten, der sein Glück in der Liebe sucht, bekommt latent mit, wie sich die Gegebenheiten in Wien verändern und welcher Geist diese Zeit durchweht – etwa, wenn sich die Familie fasziniert vor dem Lichtschalter versammelt und nicht glauben kann, wo das Licht auf Knopfdruck herkommt.

Molos autobiografischer Roman ist eine echte Empfehlung. Zwar wird man sich schwer tun, das Buch zu bekommen, aber falls man es auf einem Flohmarkt irgendwo liegen sieht, sollte man es unbedingt mitnehmen.

Antiquariat,
330 Seiten

Die Ochsentour



Autor: Charles Bukowski
Original: Shakespeare never did this (1979)
meine Bewertung: 5 von 5

Charles Bukowski, der Pole mit den deutschen Wurzeln und der Rockstar unter den Schriftstellern, wird von seinen Verlegern eingeladen, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Deshalb reist er im Jahr 1979 gemeinsam mit seiner Freundin Linda Lee zuerst nach Paris und Südfrankreich und kommt schließlich in Deutschland an.

Er versteht sich blendend mit seinem Übersetzer Carl Weiss und dessen Familie, er begibt sich auf Lese- und Sauftouren, lernt Deutschland am Ende der 70er Jahre kennen und lieben und sammelt weiteren Stoff für seine Erzählungen. Das Buch ist mit zahlreichen Bildern illustriert, die Bukowski und Linda Lee im Kreise ihrer Freunde und Bekannten zeigen und so einen Einblick in den Privatmenschen Bukowski geben.

Bukowski als Rüpel, Säufer, Misanthrop und harter Hund – so wird er selbst gerne gesehen und so präsentiert er sich auch. Doch „Die Ochsentour“ zeigt weit mehr als diese äußerliche Hülle. Das Buch zeigt Bukowski von einer intelligenten, humorvollen und liebenswürdigen Seite. Für alle Bukowski-Fans ein wahres Highlight!
Taschenbuch: 168 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 9 (1. Juli 1991)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596106796
ISBN-13: 978-3596106790

Montag, 19. Oktober 2009

Das Zombie-Schwert des Sultans



Autor: Thomas Brezina
Original: Das Zombie-Schwert des Sultans (1994)
meine Bewertung: 2 von 5

Die vier Mitglieder der Knickerbocker Bande, Axel, Lieselotte, Poppi und Dominik befinden sich auf den Weg in die Türkei. Der beste Freund von Axel, Jussuf, hat die vier Kinder in seine Heimat eingeladen, in die er überraschend zurückkehren musste, nachdem er einen Großteil seines Lebens in Österreich verbracht hat. Er ging mit Axel zur Schule und die beiden wurden nicht nur Freunde, sondern fast wie Brüder. Vor allem auch, weil sich die beiden rein äußerlich sehr stark ähneln, man möchte meinen, sie sind Zwillingsbrüder.

Nur so können sich die Kinder auch erklären, dass zuerst das Flugzeug, in dem sie unterwegs sind und schließlich auch Axel entführt wird. Die verbleibenden Knickerbocker müssen sich gegen die Entführer des Flugzeugs behaupten und machen sich schließlich auf eine Verfolgungsjagd. Sie wollen ihren Freund befreien und müssen außerdem Jussuf finden, denn sie merken, dass dieser in Gefahr ist.

Als die drei schließlich Jussuf ausfindig machen, erfahren sie, weshalb Axel entführt wurde. Sie müssen schnell handeln und sich auf die Suche nach dem Zombie-Schwert des Sultans machen…

Wie immer hat natürlich das Abenteuer ein Happy End, die Kinder geraten in brenzlige Situationen, aus denen sie sich natürlich befreien können, die Geschichten sind für Erst-Krimi-Leser sicher unterhaltsam und spannend. Eigentlich muss man sagen, dass Brezina mit seiner Knickerbocker Bande Helden erschaffen hat, die auch Freunde aus anderen Kulturkreisen haben, in der auch Mädchen Helden sein können und auch Jungs mal weinen. Hm, ganz gut, eigentlich.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
ISBN-10: 3700401493
ISBN-13: 978-3700401490

Dienstag, 13. Oktober 2009

Der törichte Engel



Autor: Christopher Moore
Original: The Stupidest Angel (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist Weihnachten im kleinen Städtchen Pine Cove. Die Kellnerinnen kramen ihre Weihnachtsmann-Mützen vom Dachboden und auf die gestrickten Rentierpullover wird ein Touristen-Aufschlag verrechnet. Es riecht nach Zimt und Tannenbäume Doch es ist bei weitem nicht alles perfekt in Pine Cove.

Lena Marquez ist gerade dabei, einen der unter Artenschutz stehenden Tannenbäume Pine Coves zu fällen, weil sie den an bedürftige Familien verschenken möchte, als ihr Exmann Dale auftaucht. Ein heftiger Streit entbrannt zwischen den beiden, in dessen Verlauf Lena ihren Exmann mit einer Schaufel erschlägt. Blöderweise hat Dale noch sein Weihnachtsmann-Kostüm an. Als der kleine Josh zufällig vorbei kommt, sieht er, wie der Weihnachtsmann tot in die Knie sinkt – er läuft um sein Leben.

Mit aller Kraft des Verzweifelten beginnt Josh, zu beten. Er wünscht sich inbrünstig, dass der Weihnachtsmann nicht tot sei – und irgendwer erbarmt sich seiner. Der Erzengel Raziel, bereits bekannt aus „Die Bibel nach Biff“ und nicht gerade eine Leuchte, kommt auf die Erde. Wieder einmal bekommt er nur die Hälfte seines Auftrages gebacken, er erweckt einfach alle Toten wieder zum Leben.

Gerade als die Lonely Christmas Party in der Kirche stattfindet, zu der nicht nur Lena Marquez und ihr geheimnisvoller Lover gekommen sind, sondern auch noch andere exzentrische Bewohner des Dorfes, beispielsweise der Sheriff Theo (der leidenschaftlich gern kifft und nebenbei noch mit einer ehemaligen Actionfilm-Darstellerin verheiratet ist, die einen leichten Knall davon getragen hat und sich für Warrior Babe hält – aber das nur nebenbei) und Joshs Familie, beginnt der Zauber Raziels zu wirken.

Aus dem nahegelegenen Friedhof befreien sich die Leichen, allen voran natürlich die frischeste: Dales. Sie haben irren Heißhunger auf Gehirne, deshalb versuchen sie, die Party zu stürmen. Sie haben aber nicht mit dem schlagkräftigen Warrior Babe gerechnet, das die Party sausen ließ und sich jetzt quasi direkt hinter ihnen befindet…

Christopher Moore ist einfach ein Garant für schräge Geschichten, die mit viel Fantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Seine Charaktere überzeugen, egal wie seltsam sie auch scheinen – sympathisch sind sie meist trotzdem. In „Der törichte Engel“ kommen einige alte Bekannte aus anderen Büchern vor, es ist eine nicht allzuumfrangreiche Geschichte, die einfach Spaß macht, bei weitem aber nicht an die Genialität von „Ein todsicherer Job“ herankommt.

Ganz gut, ein komisches Anti-Weihnachtsbuch und originell, für Moore Fans ein Must-Have, für Moore-Anfänger nicht die beste Einstiegslektüre, weils wahrlich noch Genialeres von ihm gibt.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542243
ISBN-13: 978-3442542246

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Death of a Snob



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Snob (1988)
meine Bewertung: 3 von 5

Hamish Macbeth, Polizeibeamter eines kleinen schottischen Dörfchens, liegt mit Grippe im Bett. Es ist kurz vor Weihnachten und er freut sich auf nichts mehr, als die Feiertage bei seinen Eltern zu verbringen und sich von seiner Mutter bekochen und bemitleiden zu lassen.

Als seine (jetzt nur noch platonische) Freundin Priscilla vorbeikommt und sich ein wenig um ihn kümmert, geht es ihm gleich besser. Doch Priscilla hat einen Anschlag auf ihn. Ihre Freundin Jane Wetherby führt auf der kleinen Insel Eileencraig ein Hotel mit dem klingenden Namen „The Happy Wanderer“. Jane hat den Verdacht, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet und möchte deshalb Macbeth einladen, die Feiertage bei ihr im Hotel zu verbringen und ein wenig herumzuschnüffeln.

Natürlich ist Hamish nicht besonders angetan von der Idee, fühlt er sich doch elend und die Aussicht auf Weihnachten im Kreis seiner Familie ist zu verlockend. Alles kommt jedoch anders als erhofft. Seine Mutter ruft ihn an, um ihn wieder auszuladen, weil die ungeliebte Tante sich angekündigt hat und diese Hamish nicht ausstehen kann. Und dann taucht auch noch Jane persönlich auf, um Hamish einzuladen.

Jane ist eine wahrlich atemberaubende Frau mit enormen Sexappeal, für Hamish ist es völlig unverständlich, wieso ihr die Einheimischen so misstrauisch gegenüber treten und warum ihr jemand nach dem Leben trachten sollte. Außer ihm sind noch ein dickes, aber nettes Ehepaar im „Happy Wanderer“, zudem der Exmann von Jane Wetherby, die hochnäsige Heather Todd und ihr ebenso unsympathischer Ehemann sowie Harriet Shaw, ihres Zeichens eine attraktive und sympathsiche Verfasserin von Kochbüchern.

Hamish freundet sich sofort mit Harriet an und sieht in ihr schon bald seinen Watson, auch wenn es anfangs so scheint, als würden einige Feindseligkeiten innerhalb der Gäste des „Happy Wanderer“ alles an Aufregung sein, was sich über die Feiertage bietet. Doch dann wird Heather Todd tot aufgefunden – und niemand trauert ernstlich um sie. Hamish und Harriet beginnen ihre Ermittlungen, die sie schließlich nach Glasgow führen…

„Death of a Snob“ ist der erste Krimi, den ich aus der Hamish Macbeth-Serie gelesen habe, es ist sogar mein erstes Buch von M. C. Beaton überhaupt. Es war kein Fehler, die Geschichte ist zwar nicht übermäßig spannend, aber es handelt sich um einen typischen Whodunnit, zumindest der Täter bleibt also bis zum Ende unbekannt.

Die Atmosphäre, die Beaton beschreibt, ist halbwegs dicht, die Charaktere sind einigermaßen dreidimensional gestaltet. Verwirrend ist allerdings, dass sich die Namen sehr ähneln (Jane, John, Heather, Harriet, Hamish). Das Buch ist außerdem sehr dünn, weshalb es den Personen auch an Tiefe bzw. Hintergrund fehlt und die Atmosphäre nicht ganz so ausführlich geschildert wird, wie es das Buch vertragen könnte.

Ich habe es auf Englisch gelesen (gibt es M. C. Beaton auf Deutsch eigentlich schon?) und obwohl ich geübte Englischleserin bin, habe ich mich doch eher schwer getan, die Dialoge, die teilweise in Schottischem Dialekt geführt und verfasst wurden, zu entziffern. Aber auch da stellt sich schnell Übung ein.

Alles in allem also ein Buch, das man lesen kann, wenn man gerne seichte Krimiunterhaltung zwischendurch hat und sich an klassischem Whodunnit mit einem klassischen Ermittler erfreuen kann. Ich werde sicher noch mehr von M. C. Beaton lesen! Und was ich noch erwähnen wollte: Auf meinem Buchrücken ist vom Mord an „Morag Todd“ die Rede, die sich im Buch allerdings als „Heather Todd“ herausstellt.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (14. August 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1845296702
ISBN-13: 978-1845296704

Dienstag, 6. Oktober 2009

Milchgeld



Autoren: Volker Klüpfel, Michael Kobr
Original: Milchgeld (2005)
meine Bewertung: 3 von 5

Es ist Montag. Das Wochenende ist gerade vorbei, am Abend steht eine Musikprobe an, und bis zum nächsten Wochenende ists noch weit hin. Keine guten Voraussetzungen also für einen Tag, um schön zu werden. Doch Montags gibt es die von Erika Kluftinger selbst gemachten Kässpatzen, der einzige Lichtblick weit und breit. Und vielleicht auch das Einzige, was den Montag erträglich macht. Dieser Montag unterscheidet sich jedoch von den Montagen davor: Das Telefon läutet, als Kluftinger bereits in der Tracht für die Musikprobe ist und seine Kässpatzen verspeisen möchte.

Kluftinger wird zu einem Tatort gerufen. Ein Mord. Und das bei ihm in Altusried, wo sonst doch nie etwas passiert. Der Kommissar verspeist hektisch den letzten Rest seiner Mahlzeit, ist froh über die verpasste Musikprobe und schon am Weg zum Tatort. Dort wird er mit einem toten Lebensmittelchemiker aus einem größeren Milchverarbeitungsbetrieb konfrontiert, der mit einer Ikea-Vorhangschnur erdrosselt worden war.

Zwar kann Kluftinger keine Toten sehen und muss auch gleich gegen die Übelkeit ankämpfen, dennoch arbeitet sein beinahe fotografisches Gedächtnis aber einwandfrei und prägt sich alle Einzelheiten des Tatortes ein. Kluftinger ist aufgeregt. Er freut sich über den spannenden und wichtigen Fall, weiß aber schon, dass es mit seiner Frau daheim Stress geben wird. Die beiden haben einen Urlaub gebucht, nach Mallorca. Kluftinger ist froh, dass auch dieser Kelch an ihm vorüber geht, doch seine Frau ist natürlich wütend und beschließt, ausgerechnet mit der Frau seines Erzfeindes zu verreisen.

Kluftinger wird also zum Strohwitwer, was ihm aber auch ganz gelegen kommt. So kann er seine ganze Energie in die Aufklärung des Falles stecken, der ihn schon bald in die Vergangenheit führt. Es wird spannend, ein wenig gefährlich und schließlich mysteriös…

„Milchgeld“ ist der erste Fall von Kommissar Kluftinger, er spielt im schönen Allgäu, das in wunderbaren Szenen beschrieben wird. Der Kommissar ist ein sympathischer Mensch, auch wenn er zu Wutausbrüchen und zum Fluchen neigt, doch das macht ihn nur menschlicher. Nett ist auch, dass man einiges über sein Privatleben erfährt, das zwar halbwegs harmonisch zu verlaufen scheint, dem man aber auch anmerkt, dass es sich um ein langjähriges Eheleben handelt.

Es war gute Unterhaltung, die Charaktere sind plastisch geschildert und auch die Landschaftsbeschreibungen sind so verlockend, dass man gerne seine Wanderschuhe einpacken und sich auf den Weg durch die grünen Wiesen machen möchte. „Milchgeld“ ist nett, humorvoll und spannend, für Fans von Regionalkrimis durchaus lesenswert. Auch ich werde Klufti weiterverfolgen!

Taschenbuch: 309 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 19., Aufl. (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492242162
ISBN-13: 978-3492242165

Die Heiratsschwindlerin



Autorin: Madeleine Wickham
Original: The Wedding Girl (1999)
meine Bewertung: 4 von 5

In Millys leben läuft gerade alles perfekt. Sie ist drauf und dran, Simon, den Sohn eines bekannten Millionärs, zu heiraten, die Hochzeitsvorbereitungen laufen, ihr Mann liebt sie und die Welt ist mit rosa Girlanden und Geschenken gepflastert. Doch da kommt der Hochzeitsfotograf, um Aufnahmen von Milly in ihrem Brautkleid zu machen. Milly weiß, dass sie diesen Typen schon einmal gesehen hat. Und auch der Fotograf hat den Verdacht, Milly zu kennen.

Die Erkenntnis trifft Milly wie ein Blitzschlag. Vor zehn Jahren hat sie einem schwulen Pärchen, Freunden von ihr, einen Gefallen getan: Sie hat einen der beiden geheiratet, um ihm so eine Aufenthaltsgenehmigung zu verschaffen. Sie hat danach nie wieder etwas von den beiden gehört und angenommen, es würde schon niemandem auffallen, dass sie von Gesetzes wegen schon einmal verheiratet war. Beziehungsweise noch ist, denn eine Scheidung hat nie stattgefunden.

Noch während der Fotosession fällt auch dem Fotografen wieder ein, wo er Milly schon einmal gesehen hat: Bei ihrer standesamtlichen Hochzeit, wo Fotos gemacht wurden und auch er, damals noch ein Teenager, zu den Schaulustigen gehörte. Der Fotograf zieht Milly ein wenig mit dieser Tatsache auf, Milly wird immer verzweifelter. Schließlich lässt sich der Fotograf nicht davon überzeugen, sie zu verwechseln, außerdem weiß niemand von Millys erster Hochzeit.

Natürlich kann sie Simon nicht beichten, was damals vorgefallen war, schließlich würde damit die sehr teure Hochzeit ins Wasser fallen und ihre Familie todunglücklich. Der einzige Inhalt im Leben ihrer Mutter ist momentan die Vorbereitung auf dieses gesellschaftliche Großevent. Immer mehr unter Druck gesetzt, weiß Milly schließlich nicht mehr, wohin. Sie zieht ihre Schwester ins Vertrauen, die ihrerseits ein Geheimnis hat und wendet sich hilfesuchend an ihre Patentante, nicht wissend, dass auch die mit falschen Karten spielt...

„Die Heiratsschwindlerin“ ist ein amüsantes Buch, dessen Plot mal wieder auf einem Klischee beruht: Im entscheidenden Moment sagt die Heldin nicht die Wahrheit oder ihr fällt einfach keine Notlüge ein, daraufhin beginnt sich die Sache zu verwickeln und lustig zu werden. Anfangs fragt man sich zwar noch, wie man so blond und blauäugig sein kann, eine Hochzeit zu verschweigen beziehungsweise dann auch noch eine Scheidung zu verschwitzen, doch schnell vergisst man diesen Hintergrund und findet die Figuren sympathisch.

Zwar hofft man als Leserin bis zum Ende hin, dass das Buch doch anders ausgeht – schließlich erfährt man viel über das Wesen Millys und das Wesen Simons – doch im Endeffekt ist das Happy End natürlich vorprogrammiert. Kurzweilige Unterhaltung, die oberflächlich dahinsaust, ein bisschen Spannung und ein Happy-End: Typische ChickLit, aber wers mag, sollte Wickham unbedingt eine Chance geben. Ihre Bücher, die unter dem Pseudonym „Sophie Kinsella“ erschienen, sind jedoch witziger und verfügen über smartere und tiefgründigere Charaktere.
Taschenbuch
Verlag: Goldmann (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442441498
ISBN-13: 978-3442441495

Montag, 28. September 2009

Ein Schritt ins Leere



Autorin: Agatha Christie
Original: Why didn't they ask Evans? (1934)
meine Bewertung: 4 von 5

Der junge Pfarrerssohn Bobby Jones spielt mit einem Freund Golf, schlecht wie immer. Als dann auch noch Nebel aufzieht, verbessert sich das Spiel dadurch nicht unbedingt. Bobby schafft es nicht, seinen Ball über eine Klippe zu spielen, als er den Ball holen will, erblickt er in der Tiefe etwas Schreckliches. Ein Körper liegt einige Meter unterhalb des Felsvorsprungs. Bevor der Mann endgültig sein Leben verhaucht, ist Bobby bereits bei ihm. Der letzte Satz des bald Toten ist ein Geheimnisvolles „Warum holten sie nicht Evans?“.

Während sein Freund um einen Arzt läuft, bleibt Bobby bei der Leiche. Es handelt sich um einen Mann, der sich wohl das Genick gebrochen haben muss, als er im Nebel einen Schritt zuviel tat. Bobby kramt in den Taschen des Toten nach einem Taschentuch, um ihm sein Gesicht damit zu verdecken. Während seiner Suche findet er ein Foto einer unglaublich schönen Frau. Er prägt sich das bezaubernde Antlitz ein, bevor er die Fotografie zurück in die Taschen des Toten steckt.

Weil Bobby dringend nach Hause in die Kirche muss, um während der Messe die Orgel zu spielen, ist er ziemlich froh, als ein Fremder daher spaziert und ihn in seiner Wache abzulösen. Nach der amtlichen Leichenschau steht fest: Tod durch Unfall.

Doch irgendwie haben Bobby und seine langjährige Sandkastenfreundin Lady Frances Derwent das Gefühl, dass da was nicht stimmen kann. Ihr Verdacht erhärtet sich, als jemand versucht, Bobby mit acht Gran Morphium zu vergiften. Außerdem scheinen die Verwandten des Toten nicht die zu sein, als die sie sich ausgeben.

Frankie und Bobby hecken einen Plan aus, der sie auf das Anwesen der Bassington-ffrenchs (ja, mit zwei kleinen f!) führt. Roger Bassington-ffrench war der Mann, der die Leichenwache übernommen hat, als Bobby wegmusste. Und so wie es scheint, hat dieser nicht nur Wache gehalten, sondern auch die Fotografie in der Tasche des Ermordeten ausgetauscht.

Viele Fragen tun sich auf, beispielsweise, wer der Tote wirklich war, wie es zu dem Unfall kam und was es mit dem absonderlichen letzten Satz des Ermordeten auf sich hat. Dass Frankie die Tochter eines angesehenen Grafen aus altem Adel ist, öffnen sich für sie einige Türen. Gemeinsam mit dem gewitzten und wandlungsfähigem Bobby schafft sie es, das verworrene Knäuel verschiedener Hinweise aufzuknüpfen.

Agatha Christie ist und bleibt die Beste ihres Metiers. Sie versteht es meisterhaft, die Verflechtungen und Verquickungen des alten englischen Landadels zu schildern, ebenso wie die steife Höflichkeit der Briten, mit denen sie soviel mehr auszudrücken vermögen, als man annimmt.

Die Geschichte ist spannend, nur langsam wird klar, wer welche Fäden zieht. Unbestritten sympathisch ist von Anfang an allerdings das Ermittlerduo Lady Frankie Derwent und Bobby Jones. Sympathische Hauptfiguren, deren Privatleben - wie im klassischen Krimistil durchaus üblich -, zumindest teilweise außen vor bleibt, Spannung, Action und Romantik, was will man mehr?

Broschiert: 221 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: Neuausgabe. (Februar 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596168902
ISBN-13: 978-3596168903

Donnerstag, 24. September 2009

Im Schatten des Dämons



Autor: Stefan Wolf
Original: Im Schatten des Dämons (1988)
meine Bewertung: 2 von 5

Tim und Gaby, zwei Mitglieder der TKKG-Bande, sind gerade dabei, für Gaby eine neue Gitarre zu kaufen, als sie mitanhören müssen, wie die Besitzerin und der Besitzer des Musikladens von einem übel aussehenden Subjekt bedroht werden. Der Typ ist ein Baulöwe, der schon mit so mancher krummer Tour billig Grundstücke eingesackt hat.

Die Kinder sind natürlich mächtig sauer, vor allem Tim, der Chef der TKKG-Bande, gegen dessen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn der Baulöwe keine Chance hat. Natürlich stößt ihm Tim gehörig Bescheid, dennoch werden dem Ladenbesitzer kurz darauf die Reifen seines Wagens zerstochen.

Außerdem ereignen sich weitere seltsame Vorfälle. Ein gewisser Dr. Prunk wendet eine neuartige Hypnosetherapie an, die mit einigen Verbrechen in Zusammenhang zu stehen scheinen. Natürlich hält die Bande die Füße nicht still, sondern macht sich daran, die Ganoven dingfest zu machen.

Dieses schon etwas spätere Buch der TKKG-Serie kommt wie immer mit dem erhobenen Moral-Zeigefinger daher, allerdings spielen die Ganoven in dieser Geschichte die Hauptrolle. Vom Internatsleben der Kinder und auch von Willi und Karl liest man beinahe gar nichts, selbst Gaby und Tim, deren Beziehung mittlerweile schon etwas weiter fortgeschritten zu sein scheint, haben nur eine untergeordnete Rolle.

Halt ein Buch aus der Serie, so wie auch die anderen funktionieren. Die jungen Leser bekommen das, was sie erwarten: Eine halbwegs spannende Geschichte, in der Kinder Detektive sind und vor allem einer der Held.
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: cbj (28. Juli 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357015047X
ISBN-13: 978-3570150474

Eins zu null für Silberpfeil



Autor: Kevin Kay
Original: Eins zu null für Silberpfeil (1993)
meine Bewertung: 0 von 5

Stefan ist mit seinen beiden Freunden Michi und Julia, vietnamesischen Kindern, die im nahegelegenen SOS Kinderdorf leben, bei einem Seifenkistenrennen als Zuschauer. Mit von der Partie ist außerdem der nette und etwas brummige Seebär Kapitän Brause und Axi, das uralte Axolotl aus Mexiko. Die Stimmung ist gut, doch als sie gerade Würstchen essen, werden sie vom Gewinnner des Seifenkistenrennens ziemlich blöd angemacht.

Die Kinder schwören Rache und hecken deshalb den Plan aus, selbst eine Seifenkiste zu bauen. Die Erwachsenen helfen den Kindern, auch Axi leistet seinen Beitrag. Doch der hat sich anfangs erst geweigert und macht erst dann mit, als er ein ferngesteuertes Auto geschenkt bekommt, in das er perfekt hineinpasst. Gemeinsam mit seinem Reittier, einem kleinen Pinscher, düst er damit durch die Straßen.

Der gutmütige Polizist Seife drückt nochmal ein Auge zu und hilft dem Axolotl, vor einem selbsternannten Außerirdischen-Jäger zu fliehen. Axi ist ein Axolotl und damit ganz irdisch. Auch wenn er ein paar Sachen kann, die andere Tiere wahrscheinlich nicht können. Sprechen und Autofahren zum Beispiel. Und schon naht der Tag des großen Rennens – ob sie es gewinnen werden?

Das Buch nervt. Vom Anfang bis zum Ende beschimpfen sich die Kinder untereinander, die Erwachsenen die Kinder und die Kinder das Axolotl. Auch Axi kann wie ein Rohrspatz schimpfen und beleidigen. Das ist der erste Eindruck.

Leider wird auch der zweite Eindruck nicht besser. Die Geschichte ist nicht im geringsten spannend, die Charaktere sind kein bisschen charmant oder auch nur sympathisch. Eine Enttäuschung, wenn auch aufgrund der Kürze des Buches wenigstens eine, die schnell vorbei ist.
Gebundene Ausgabe: 122 Seiten
Verlag: Egmont Franz Schneider (Juli 1996)
ISBN-10: 3505049735
ISBN-13: 978-3505049736

Dienstag, 22. September 2009

Cheers, Baby!



Autorin: Janet Evanovich
Original: Hot Stuff (2007)
meine Bewertung: 3 von 5


Um sich das Studium zu finanzieren, jobbt Cate in einer Bar als Kellnerin, in der regelmäßig die Dragqueen Marty für ein volles Haus sorgt. Praktischerweise ist Marty selten zu Hause, hat aber eine riesige Wohnung. Cate kann für wenig Geld in einem Zimmer in Martys Wohnung wohnen, nimmt dafür Martys Post und seine Anrufe entgegen, er ist nämlich selten daheim.

Eines Tages setzt sich Marty nach Aruba ab, kurz darauf beginnt in Cates Leben alles turbulent zu werden. Plötzlich wird ein riesiger Bullmastiff bei ihr abgegeben. Das sabbernde Vieh stiehlt sich in Cates Herz, sie und Biest schließen Freundschaft. Der Hund erweist sich außerdem als ziemlich nützlich, wenn es darum geht, die lästige Kitty Bergmann, die ständig vor Martys Wohnung steht, abzuwimmeln.

Außerdem ist da noch Pugg, ein seltsamer kleiner Mann, den Cates Mutter ihr aufgeschwatzt hat und den sie erst los wird, als der unverschämt gutaussehende Kellen McBride in ihr Leben tritt. Nicht nur Cate, sondern auch Biest sind von ihm begeistert, ebenso wie Cates beiden Nachbarinnen Sharon und Julie.

Doch mit den romantischen Gefühlen wird auch Cates Leben immer mysteriöser. Plötzlich wird in ihre Wohnung eingebrochen, im Treppenhaus liegt ein Toter und irgendwie scheint Kellen etwas damit zu tun zu haben. Marty bleibt allerdings weiterhin verschwunden.

Das Buch ist humorvoll, aber nicht berauschend witzig, es ist ein wenig spannend, wenn auch dem Leser vieles schon viel früher klar ist, als der bemerkenswert naiven Cate, die aber sehr sympathisch ist. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll gezeichnet, sogar mit Biest freundet man sich an.

Gegen Schluss wird allerdings alles ziemlich schnell aufgeklärt, das Ende ist so happy, dass es fast schon nicht mehr happier geht, außerdem auferstehen die toten Schwestern von Kellen scheinbar wieder aus dem Reich der Toten. Als Fazit: Ein ganz nettes, kurzweiliges Buch, das anspruchslos, aber nett ist.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (8. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442468310
ISBN-13: 978-3442468317

Mr. Bats Meisterstück



Autorin: Christine Nöstlinger
Original: Mr. Bats Meisterstück (1976)
meine Bewertung: 3 von 5

Oma Seifertiz und ihr Enkel Robi verbringen einen Tag zusammen. Gerne würde die Oma mit Robi in den Zoo gehen, Fußball spielen und noch andere tolle Dinge tun, doch die Oma ist alt und ihre Füße machen nicht mehr mit. Robi merkt das und tut deshalb so, als wünsche er sich nichts sehnlicher, als mit ihr zusammen Buchteln mit Vanillesauce zu essen.

Doch die Oma hat eine Idee. Sie hat von Herrn Bat gehört, einem Erfinder, der ein sagenhaftes Verjüngungsmittel besitzt. Also packt sie sich und Robi zusammen und macht sich auf den Weg. Die Reise führt bis vor die Tore der Stadt, wo sie auf einer Wiese auf eine Rolltreppe stoßen. Etwas ängstlich besteigen sie die Rolltreppe und tauchen schließlich bei Mr. Bat im Labor auf.

Mr. Bat hat genau das Richtige: Ein Flässchen magischer Verjüngungstinktur, von dem Oma Seifertiz nur ein Löffelchen voll nehmen soll. Die Oma kann es kaum erwarten, sich auf den Heimweg zu machen. Noch bevor sie daheim ankommen, hat sie die ganze Flasche leergetrunken. Robi muss mitansehen, wie seine Oma schrumpft und immer kleiner wird, bis schließlich ein kleines Mädchen vor ihm steht.

Natürlich kann das mit Oma nicht so bleiben. Schließlich muss diese auf Robi aufpassen und nicht umgekehrt. Gemeinsam mit seinen Freunden heckt Robi einen Plan aus, um die Oma wieder groß zu machen. Denn auch die hat schon bald keinen Spaß mehr daran, ständig für ein kleines Mädchen gehalten zu werden…

Christine Nöstlinger hat ein ziemlich originelles Buch geschrieben, das Kinder unter acht Jahren gut unterhalten wird. Es ist ein bisschen spannend und eignet sich hervorragend zum Vorlesen. Die Illustrationen sind dabei nicht besonders schön, was schade ist, aber sonst ein nettes kleines Büchlein mit vielen Austriazismen, die am Ende auch erklärt werden – eigentlich für die deutschen Leser. Allerdings sind es manchmal solche Worte, die leider auch aus dem österreichischen Sprachschatz verschwunden sind. Nöstlinger leistet damit auch einen kleinen Beitrag zur Bewahrung der österreichischen Sprache.
Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
Verlag: Oetinger; Auflage: Neuausgabe. Einmalige Sonderausgabe. (Februar 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3789143197
ISBN-13: 978-3789143199

Samstag, 19. September 2009

Kultbuch England



Autor: Matthias Vogt
Original: Kultbuch England (2009)
meine Bewertung: 4 von 5

Das berühmte Pferderennen in Ascot, die Beatles, Big Ben, Fish and Chips, Fuchsjagd, Guy Fawkes, Harrods… all das lieben die Engländer – und nicht nur sie. Von jeher übt das Inselreich auch auf Milliarden von Touristen eine große Faszination aus.

Matthias Vogt hat sich die Mühe gemacht, in diesem hochwertig verarbeiteten und mit zahlreichen high quality fotos illustrierten Buch die Eckpfeiler der englischen Existenz zu erläutern, geschichtliches Hintergrundwissen zu liefern und liebevoll auf die Marotten der Inselbewohner einzugehen.

Das „Kultbuch England“ ist für alle England-Fans eine wertvolle Ergänzung. Zwar wird ihm das Meiste sowieso schon bekannt sein, hin und wieder liefert das Buch aber wertvolle Ergänzungen.

Schade ist allerdings, dass sich im Impressum kein Erscheinungsjahr findet (laut Amazon 2009) und dass bei manchen Beiträgen die Fakten so stark verkürzt dargestellt werden, dass man oft einen etwas falschen Eindruck der Geschehnisse bekommen könnte. Als Fazit: Für England-Fans eine gute Ergänzung, für England Anfänger wahrscheinlich nur mäßig aufschlussreich.
Gebundene Ausgabe: 159 Seiten
Verlag: Komet; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898368297
ISBN-13: 978-3898368292

Mittwoch, 16. September 2009

Teuflische Schwester



Autor: John Saul
Original: Second Child (1990)
meine Bewertung: 3 von 5

Charles Holloway lebt mit seiner zweiten Frau Phyllis und seiner Tochter Melissa in dem kleinen und exklusiven Küstenstädtchen Secret Cove. Das Leben in Secret Cove ist geprägt von gesellschaftlichen Veranstaltungen im Cove Club, wo Charles ein akzeptiertes Mitglied ist, Phyllis jedoch um die Anerkennung der alteingesessenen Familien ständig bemüht, dennoch findet sie keine rechte Aufnahme in die Kreise der Gesellschaft.

Die Hauptschuld dafür gibt sie ihrer etwas linkischen und eigenbrötlerischen Tochter Melissa. Diese legt wenig Wert auf die Gesellschaft der reichen Kinder, sondern spielt lieber mit dem Neffen der alten Haushälterin und dessen Hund. Sie hat kein leichtes Leben, weil ihre Mutter sie ständig misshandelt und für ihr eigenes erbärmliches Leben verantwortlich macht. Melissa vergöttert ihren Vater, doch der ist viel auf Geschäftsreisen und kann seiner Tochter deshalb nur wenig beistehen.

Melissa hat sich die imaginäre Freundin D’Arcy zugelegt, die sie immer dann ruft, wenn ihre Mutter wieder mit den Lederriemen in ihrem Zimmer steht. Melissa tritt dann beiseite und überlässt es D’Arcy, mit der Situation fertig zu werden, die alles stillschweigend zu ertragen scheint.

Eines Tages erhält die Familie eine schreckliche Nachricht. Das Haus von Charles‘ erster Frau ist abgebrannt. Seine Exfrau und deren zweiter Mann sind in den Flammen umgekommen, nur seine Tochter aus erster Ehe, Teri, kann sich retten. Da die Sechzehnjährige sonst keine Verwandten hat, erklären sich Charles und Phyllis sofort bereit, das hübsche Mädchen in die Familie aufzunehmen. Auch Melissa freut sich, schließlich hat sie sich immer schon eine Schwester gewünscht.

Teri entpuppt sich als umgängliches Mädchen und wird sofort von Phyllis ins Herz geschlossen. Auch um Melissa kümmert sie sich rührend. Doch dann ereignen sich seltsame Vorfälle. Der Hund von Melissas Spielgefährten verschwindet und wird bald darauf tot aufgefunden. Genauso wie sein junges Herrchen. Irgendwie scheint Melissa damit zu tun zu haben, allerdings erinnert sie sich nicht daran, den beiden etwas angetan zu haben. Schließlich muss noch ein Jugendlicher auf schreckliche Weise sein Leben lassen, bevor etwas Licht in die Sache kommt. Was ist wirklich geschehen?

Das Buch ist unheimlich und spannend, schade nur, dass der blöde Text am Buchrücken einfach viel zu viel verrät. Die Geschichte ist darauf aufgebaut, dass man eigentlich einige Zeit lang nicht weiß, welche die „teuflische“ der beiden Schwestern ist, was zu einer Art Überraschungsmoment führt. Zwar früh im Buch, aber bis dahin ist die Handlung auf diesem Unwissen aufgebaut.

Der Buchrückentext sagt dem Leser allerdings schon vor der eigentlichen Lektüre, wer nun die Schuldige ist, was der Geschichte am Anfang den Drive nimmt. Aber auch so ist es ein spannendes Buch, welches gut die Gesellschaft und Atmosphäre im elitären Secret Cove schildert. Natürlich ist John Saul trivialste Trivialliteratur, aber immerhin unterhaltend und spannend. Ein wenig erinnert es an Stephen Kings „Carrie“, ob absichtlich oder unabsichtlich, sei dahin gestellt.
Broschiert
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453046056
ISBN-13: 978-3453046054

Samstag, 5. September 2009

Liebesg'schichten und Heiratssachen

Zwar kein Literatur-Zitat, aber eben drauf gestoßen worden und es ist einfach zu süß:

"Mein Hund ist ein sehr familienfreundlicher Mensch..."

(Erik, Kandidat bei "Liebesg'schichten und Heiratssachen" auf ORF 2)

Freitag, 4. September 2009

Meister Eder und sein Pumuckl Sammelband



Auorin: Ellis Kaut
Original: Meister Eder und sein Pumuckl (ab 1965)
meine Bewertung: 5 von 5

Meister Eder, der schon etwas ältliche Junggeselle, arbeitet in seiner Schreinerwerkstatt, als etwas Seltsames passiert. Der Leimtopf beginnt zu wackeln und zu fluchen und plötzlich wird ein kleiner Kerl sichtbar.

Der freche Kobold mit dem roten Haar gewinnt sofort das Herz des Schreinermeisters, die beiden werden dicke Freunde. Natürlich beschert das Leben mit einem kleinen Kobold, dessen liebstes Hobby das Sachenverstecken ist, nicht nur Freude, sondern auch einige Probleme. Aber natürlich auch Spaß.

In diesem Großband sind drei Einzelbände versammelt, nämlich
- Meister Eder und sein Pumuckl
- Pumuckl spukt weiter
- Immer dieser Pumuckl

Herzerwärmend, ein Ausflug in die Kindheit und immer wieder lesenswert. Aber auch toll zum Vorlesen und gerade erst Entdecken. Harmloser, witziger Spaß mit Kultcharakter!
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: cbj (1. November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570215199
ISBN-13: 978-3570215197

Sonntag, 30. August 2009

Deception Point



Autor: Dan Brown
Original: Deception Point (2002)
meine Bewertung: 4 von 5


Rachel Sexton, eine brilliante Datenanalystin, wird eines Tages vom Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich in die Arktis geschickt, um dort die Echtheit eines unglaublichen Fundes zu bestätigen. Kurzfristig befindet sich Rachel in einem kleinen Gewissenskonflikt, ist doch ihr Vater Senator Sedgewick Sexton, seinerseits Präsidentschaftskandidat.

Da Rachel eine integere Wissenschafterin ist und sie mit ihrem Vater rein gar nichts verbindet, nimmt sie den Auftrag des Präsidenten an und fliegt aufs Milne Eisschelf. Was sie dort erwartet, raubt ihr den Atem. Ein Meteorit ist unter einer meterdicken Eisschicht eingeschlossen, darin eingeschlossen befinden sich die versteinerten Überreste von Lebewesen, die Kellerasseln ähneln – aber viel größer sind.

Mehrere zivile Wissenschafter haben die Authentizität des Fundes bereits bestätigt, auch Rachel ist überzeugt, vor außerirdischem Leben zu stehen. Der Meteorit wurde gerade zur richtigen Zeit gefunden – nämlich zu einer Zeit, in der sich der Präsident um seine Wiederwahl Sorgen machen muss, weil sein Gegner, Senator Sedgewick Sexton, mit dem brisanten Thema NASA auf Stimmenfang geht und die ständigen Misserfolge der Milliarden verschlingenden Behörde anprangert.

Der Meteorit wird aus dem Eis geborgen, alle Vorbereitungen für eine Pressekonferenz werden getroffen. Es herrscht Aufregung auf dem dunklen Gelände, die Wissenschafter versammeln sich und warten auf die Live-Übertragung der Pressekonferenz aufs Festland. Niemandem fällt auf, dass ein Wissenschafter rund um das Bergungsloch des Meteoriten einen erstaunlichen Fund macht, der die Geschichte des Meteoriten aus dem All in Frage stellt. Noch bevor er jedoch seine Entdeckung an die anderen zivilen Forscher weitergibt, bekommt jemand kalte Füße. Er wird in das eiskalte mit Wasser gefüllte Loch geworfen, wo er nach einem grausamen Todeskampf ertrinkt.

Kurz darauf geraten Rachel und die anderen Forscher, nämlich Corky Marlinson, Norah Mangor und Michael Tolland, in eine mehr als brenzlige Situation, aus der sich nur drei retten können – und auch das nur mit viel Glück und nur vorerst. Irgendjemand hat großes Interesse daran, dass die Authentizität des Fundes weiterhin nicht bezweifelt wird, dafür ist dieser jemand bereit, viele Menschenleben zu opfern.

Wird letztlich das Mysterium um die vermeintlich außerirdischen Kreaturen gelüftet? Wer wird überleben? Und wer sind die Menschen, die die Fäden der dunklen Machenschaften ziehen? Verdächtige gäbe es ja genug…

„Deception Point“ ist nach „Digital Fortress“ das zweite Buch von Dan Brown, allerdings wäre es fast bei diesen zwei Büchern geblieben, da sie nicht besonders erfolgreich waren. Erst als er die Bestseller „Angels and Demons“ und „The Da Vinci Code“ landete, wurden auch die älteren beiden Werke wieder nachgefragt.

Dieses Buch ist in das typische Thriller-Genre einzuordnen, Brown folgt dabei der Tradition vieler amerikanischer (und männlicher) Jungautoren wie Robert Ludlum, Clive Cussler oder auch Ken Follett. Viele, die die Religions-Thriller von ihm kennen (oder die Filme gesehen haben) und noch keins der Frühwerke, werden mit einer gewissen Erwartungshaltung an das Buch herangehen: mysteriöse Zeichen in der Bibel, Codes und so weiter. Die werden ein wenig enttäuscht sein.

Es gibt zwar genügend Verschwörung, allerdings ohne religiösem Beiwerk. Doch eins bleibt gleich: Das Muster, nach dem das Buch aufgebaut ist. Eine überaus kluge und schöne Frau löst gemeinsam mit einem smarten Wissenschafter ein Rätsel, natürlich verlieben sich die beiden und müssen gleichzeitig um ihr Leben bangen.

Natürlich ist fast alles in dem Buch eher weit hergeholt, manches mag der Realität nahe kommen und einiges ist sogar Fakt (Tipp: „bathynomius giganteus“ googlen oder auch mal bei hier ein bisschen schmökern), das Buch ist wohl eher nicht das, was man anspruchsvolle Literatur nennen würde – aber: es ist unterhaltsam.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist es spannend, man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen und obwohl man über das schon bekannte Muster die Augen verdrehen möchte, kann man darüber hinweg sehen. Ich steh dazu: ich mag Dan Browns Bücher. Sie sind flotte, spannende und gar nicht so dumme Unterhaltung für zwischendurch.
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Random House UK; Auflage: New ed. (1. Mai 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552151769
ISBN-13: 978-0552151764

Samstag, 29. August 2009

13 blaue Katzen



Autor: Thomas Brezina
Original: 13 blaue Katzen (1997)
meine Bewertung: 2 von 5

Die vier Juniordetektive der Knickerbocker Bande hat es in diesem Abenteuer nach Las Vegas verschlagen. Sie sind gerade auf der Suche nach der Adresse für eine Führung durch ein Geisterhaus, als sie an einer anderen unheimlichen Villa vorbei kommen.

Durch einen Zufall bleibt Axel kurz zurück und betritt aus Versehen die falsche der unheimlichen Villen. Er sucht seine Freunde in dem weitläufigen Gebäude in der Annahme, seine Freunde schon zu finden. Als er einen dunklen Raum betritt, sieht er auf einem Bett einen alten Mann. Dieser winkt ihn herbei und flüstert ihm zu: „Ich habe es getan und es gibt 13 Opfer. Die blauen Katzen wissen alles!“

Kurz darauf tut der Alte seinen letzten Atemzug, schließt die Augen und stirbt. Axel flieht in Panik aus der Villa. Er fühlt sich nicht allein auf dem Gelände und ist mit den Nerven fix und fertig, als er wieder auf seine Freunde stößt. Immerhin war er gerade der einzige Ohrenzeuge eines Geständnisses. Doch wer sind die Opfer, von denen der Alte gesprochen hat? Und was sind blaue Katzen?

Als die vier Kinder wieder vereint sind, steht für sie jedenfalls fest: Das Geheimnis um die Villa und die 13 blauen Katzen muss gelöst werden. Sie begeben sich auf Spurensuche und bekommen dabei – wie so oft – Unterstützung von einem jungen Erwachsenen. Oder treibt auch er ein falsches Spiel?

Die Geschichte ist ganz okay und halbwegs spannend, wahrscheinlich gerade richtig für die Zielgruppe der jüngeren Leser. Als erwachsenem Leser fällt einem natürlich auf, wie sehr sich die Zufälle häufen und schon ungefähr ab der Mitte des Buches hat man eine ungefähre Ahnung, wie das Buch wohl ausgehen wird. Ideal für die Leser, für die die Bücher gemacht wurden, stammt doch die Knickerbocker Bande aus einer Zeit, in der Kinder noch wussten, wie man Rad fährt, im Wald Spuren sucht und sich ohne Computer und Playstation beschäftigt.
Gebundene Ausgabe: 138 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1996)
ISBN-10: 3473470422
ISBN-13: 978-3473470426