Samstag, 10. Januar 2009

Roter Engel



Autorin: Tess Gerritsen
Original: Life Support (1997)
meine Bewertung: 5 von 5

Während einer Nachtschicht wird in die Notaufnahme des Springer Hospitals ein alter Mann eingeliefert, der verwirrt ist und nackt durch die Kälte irrte. Die gängigen Untersuchungen ergeben keine eindeutige Diagnose. Der Mann wird deshalb an einer Bahre festgeschnallt und ein Röntgen angeordnet. In dieser Nacht geht alles Schlag auf Schlag, so dass niemand bemerkt, wie sich der Mann wieder aus dem Staub macht.

Diese Panne wird der diensthabenden Ärztin, Dr. Toby Harper, angelastet. Sie muss sich dafür verantworten, dass ein scheinbar kranker Mann aus einem Krankenhaus verschwindet. Auch sonst ist ihr Leben im Moment nicht gerade rosig. Bryan, der Sanitäter, der sich während ihrer Nachtschichten um Dr. Harper salzheimerkranke Mutter kümmert, wird abgeworben, gute Nachfolger sind rar. Schließlich findet sie eine Bewerberin, die ideal erscheint. Dr. Harper ahnt nicht, dass sie sich damit das Böse ins Haus holt.

Außerdem wird ein weiterer Patient eingeliefert, der dieselben Symptome zeigt, wie der zuvor verschwundene Mann. Harper ordnet eine rechtsmedizinische Untersuchung an, gegen den enormen Widerstand von Dr. Wallenberg, dem Oberarzt des Altenheims, aus dem beide Männer stammen. Und was sie da findet, kostet nicht nur einem Freund von ihr, sondern beinahe auch ihr selbst das Leben.

Tess Gerritsen, selbst Internistin, hat einen spannenden Roman geschrieben, von dem man beinahe atemlos jede Seite verschlingt. Es handelt sich dabei nicht um platte Unterhaltung oder plumpe Effekthascherei, sondern um einen intelligenten Thriller einer Autorin, die sich in ihrem Metier auskennt. Gerritsen schreckt dabei auch nicht davor zurück, lieb gewonnene Figuren um die Ecke zu bringen. Sehr empfehlenswert und sicher nicht mein letzter Thriller von ihr!
Taschenbuch: 412 Seiten
Verlag: Blanvalet (4. Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442352851
ISBN-13: 978-3442352852

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