Freitag, 20. Februar 2009

Remember Me?



Autorin: Sophie Kinsella
Original: Remember Me? (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

London, 2004. Lexi ist mit ihren Arbeitskolleginnen einen drauf machen gegangen. Sie ist eine maushaarige kleine Angestellte mit schiefen Zähnen und einigen Kilos zuviel auf den Rippen, aber sie hat mit ihren Mädels eine Unmenge an Spaß. Sie trinken, tanzen und singen Karaoke. Ihr Freund Loser Dave hat sie gerade sitzen gelassen, aber das ist nur noch mehr Grund zu trinken.

Am Heimweg regnet es, Lexi rutscht aus und verliert das Bewusstsein. Als sie wieder aufwacht, liegt sie im Krankenhaus, außerdem schreiben wir das Jahr 2007. Lexi ist zugegebenermaßen verwirrt. Die Krankenschwester erklärt ihr, dass sie wohl ihre Erinnerung an die letzten drei Jahre verloren hat. Das erscheint Lexi zwar ein wenig seltsam, muss aber so sein. Schließlich haben sich ihre abgekauten Nägel scheinbar über Nacht in manikürte Models von Händen verwandelt, aus ihrem mausgrauen Haar ist eine kastanienbraune, glänzende Mähne geworden, ihre Zähne sind nicht mehr schief wie Grabsteine, sondern wunderschöne Porzellanbeißer. Auch ihre Figur hat sich verändert: plötzlich trägt Lexi zwei Kleidergrößen kleiner. Ihre Figur ist durchtrainiert und perfekt geworden.

Was ihr die Krankenschwester erzählt hat, muss also wahr sein. Sie kann sich an die letzten drei Jahre nicht erinnern, aber sie müssen irgendwann stattgefunden haben. Denn auch aus ihrer kleinen Schwester ist ein Teenager geworden und ihre Mutter scheint gealtert zu sein. Ihre Mom und Schwester kommen sie besuchen und erzählen ihr die wesentlichen Details: Lexi hat Karriere gemacht, ist reich, lebt in einem Penthouse und hat einen wunderbaren Mann geheiratet.

Dieser wunderbare Mann ist Eric. Er holt sie vom Krankenhaus ab und bringt sie in ein atemberaubendes Loft mit herrlichem Ausblick, einem Sofa, das zehntausend Pfund kostet und computergesteuerter Einrichtung. Er erzählt ihr, die Chefin ihrer früherer Abteilung geworden zu sein, einen Haufen Geld zu verdienen und dass ihre beste Freundin Rosalie sei.

Natürlich verwirrt das das ehemalige Mauerblümchen. Ihre beste Freundin seit Kindheitstagen war doch Fi, ihr Ankleidezimmer ist voll mit figurbetonten, teuren Kleidungsstücken, die so gar nicht zum Stil Lexis passen zu scheinen.

Nach und nach versucht sie, wieder in ihr altes Leben hineinzufinden. Sie lernt ihre angeblichen Freunde kennen und versucht, auch in ihrer Abteilung als Chefin wieder Fuß zu fassen. Doch was ist in diesen drei Jahren nur passiert? Woher kam die wunderbare Veränderung vom Schwein zum Schwan – und ist sie wirklich so wunderbar, wie sie anfangs scheint?

Ihre früheren Freunde wollen nichts mit ihr zu tun haben, ihr Mann ist ein Fremder für sie und dann taucht auch noch ein Typ auf, der behauptet, ihr geheimes Verhältnis zu sein. Doch auch an diesen Mann kann sie sich nicht erinnern, ebensowenig wie an alles andere.

Die Idee ist einfach genial. Es ist witzig, Lexi dabei zu beobachten, wie sie vom Aschenbrödel zu Cinderella wird und sich so gar nicht in ihrem neuen Leben zurecht findet. Sie ist eine durch und durch sympathische Protagonistin, der man nur das Beste wünscht, natürlich bekommt sie das schlussendlich auch. Es ist spannend, weil man ebensowenig wie sie weiß, was passiert ist und wie sich die Sache schließlich in Wohlgefallen auflöst.

Ein wirklich witziges Buch, das einem graue Regentage vertreibt und einfach nur Spaß macht. Die Sprache ist flapsig, Lexi eine Person wie du und ich. Einfach nur toll!
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Black Swan (4. Dezember 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552772763
ISBN-13: 978-0552772761

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