Samstag, 28. März 2009

Fish and Fritz



Autor: Wolfgang Koydl
Original: Fish and Fritz (2009)
meine Bewertung: 5 von 5

„Engländer haben hässliche Zähne und waschen sich nicht. Sie setzen sich in eine Wanne mit lauwarmen Wasser!“ ist der entsetzte Ausruf der kleinen Tochter, als das Familienober-haupt Wolfgang Koydl, seines Zeichens Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung, seiner Frau und seiner Tochter verkündet, wohin ihn der Chef als nächstes beordert hat: nach London.

Die Koffer werden gepackt, der Umzugscontainer fährt vor und die Familie begibt sich auf die Insel. Nachdem man dort einige Tage in einem notdürftigen Zimmerchen eines Bed & Breakfasts verbracht hat, geht es ins neue Haus. Das geringfügig kleiner ist, als die Umzugscontainer, die mittlerweile den Weg von Amerika nach London geschafft haben.

Koydls wichtigster Auftrag in London ist es, einen Nachruf auf die Queen zu schreiben. Die Dame ist nämlich nicht mehr ganz so taufrisch. Der Journalist setzt sich daraufhin in den Kopf, das Staatsoberhaupt persönlich kennen zu lernen. Er setzt alle Hebel in Bewegung, tritt dabei in so manches Fettnäpfchen und versucht nebenher noch, selbst in London heimisch zu werden und seiner Frau und Tochter wässrigen Tee und schlechtes Wetter schmackhaft zu machen.

Koydl hat ein höchst amüsantes Buch geschrieben, das dazu beiträgt, die Macken der Engländer zu liebenswerten Schrullen zu machen. Es ist ein positives Werk, das nicht hämisch oder ätzend daher kommt und schon gar nicht klischeehaft mit Vorurteilen aufwartet, sondern von einer Familie berichtet, die zwar ein anderes Leben gewohnt war, sich aber bereitwillig auf das Abenteuer einlässt. Man erfährt so einiges über Land, Leute und Leben der Briten und versteht mit einem Male, warum man drüben eben anders lebt als hüben. Unbedingt empfehlenswert, vor allem für Menschen, die zum ersten Mal auf die Insel übersetzen.
Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Ullstein TB-Verlag (1. März 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548372562
ISBN-13: 978-3548372563

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