Dienstag, 17. März 2009

Jack the Ripper. Anatomie einer Legende



Autoren: H. Püstow/T. Schachner
Original: Jack the Ripper. Anatomie einer Legende (2006)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist der nieselige, kalte Herbst des Jahres 1888, Londoner East End. Whitechapel. Seit geraumer Zeit treibt ein Serienkiller sein Unwesen im Londoner Armenviertel. Er hat es dabei vornehmlich auf Prostituierte abgesehen, die der Killer grausam abschlachtet und dann irgendwo liegen lässt.

Die Londoner Polizei steht vor einem Rätsel, es gelingt ihr einfach nicht, den Mörder zu fangen. In der Bevölkerung regieren Angst und Schrecken. Doch nach fünf bestialischen Morden ist plötzlich Schluss. Das Morden hat ein Ende – doch wer war dieser Unbekannte, der sich schon bald einen Spaß daraus machte, die Polizei an der Nase herumzuführen und dem man den Spitznamen „Jack the Ripper“ gegeben hat?

Püstow und Schachner liefern mit ihrem Sachbuch ein umfangreiches Kompendium zu dem Fall. Sie geben einen Überblick über das Leben und die sozialen Umstände in Whitechapel am Ende des 19. Jahrhunderts, so dass sich der Leser ein Bild über die Stimmung der damaligen Zeit machen kann. Danach werden die „kanonischen Fünf“ dargelegt. Es handelt sich dabei um die fünf Opfer des Rippers, die eindeutig ihm zugerechnet werden. Man erfährt alles über ihren Lebenswandel, die Vorgehensweise der Polizei, mögliche Spuren und Hinweise. Belegt wird dies durch eine große Masse zeitgenössischer Zeitungs- und Polizeiberichte und Zeugenaussagen.

Abgerundet wird das Werk durch eine Darstellung der meistverdächtigen Männer der damaligen Zeit. Schachner und Püstow weisen darauf hin, dass man sich selbst eine Meinung bilden möge. Sie zählen die Fakten auf, geben eine Übersicht, was für und was gegen eine tatsächliche Täterschaft sprechen könnte.

Alles in allem ein sehr interessantes Buch, wertneutral, gut zu lesen und mit vielen Quellen belegt. Einige Bilder sind auch vorhanden, jedoch für jemanden, der sich bereits etwas in die Thematik eingelesen hat, nichts noch nie Dagewesenes. Eine sicher gute Einstiegslektüre, die angenehm unreißerisch daherkommt.
Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
Verlag: Militzke; Auflage: 2 (März 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861897539
ISBN-13: 978-3861897538

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