Mittwoch, 11. März 2009

Mrs Dalloway



Autorin: Virginia Woolf
Original: Mrs Dalloway (1925)
meine Bewertung: 3 von 5

Es ist ein Juni-Mittwoch im London des Jahres 1923. Am Abend will Clarissa Dalloway, Dame der Londoner Gesellschaft, eine Party geben. Clarissa geht ihren täglichen Verrichtungen nach, außerdem widmet sie sich den Party-Vorbereitungen. Der Leser begleitet Clarissa durch diesen Tag, ebenso wie einige ihrer Party-Gäste, Dienstboten und Menschen aus dem näheren Umfeld der Dalloways.

Beinahe minutiös wird der Juni Tag beschrieben, man begleitet die Figuren durch London. Es ist ein Buch, in dem äußerlich rein gar nichts passiert, doch gerade diese Kleinigkeiten, von denen berichtet wird, führen den Erzählfaden ins Innere der Figuren. Äußerlich ruhig, aber innerlich durchleben die Figuren ihre eigenen Abgründe.

Die Figuren gehen in gewisser Weise ihrer eigener Wege, geleitet von äußerlichen Geschehen wie das Schlagen Big Bens oder eine Fehlzündung eines Autos, sind aber doch miteinander verknüpft und streben auf einen gemeinsamen Höhepunkt zu, der in der Party Clarissas schließlich sein Finale erlebt.

Das Besondere an diesem vierten Roman von Virginia Woolf ist nicht das Erzählte an sich, sondern die Art und Weise des Erzählens. Man erhält als Leser in dieser Stille des heißen Junitages eine handvoll Figuren mit ihren eigenen Geschichten, die nicht explizit erzählt werden, sondern sich aus Dialogen und Monologen zusammensetzen. „Mrs. Dalloway“ ist ein Buch, das man nicht abends im Bett lesen sollte, man schläft nämlich spätestens nach einer halben Seite ein. Aber es ist das richtige Buch für gestresste Menschen, die sich eine Auszeit gönnen wollen. Ganz okay, ein Buch ,dem ich auf Englisch irgendwann noch eine Chance geben werde.
Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (21. April 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866155042
ISBN-13: 978-3866155046

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