Mittwoch, 29. April 2009

Das Geheimnis von Sittaford



Autorin: Agatha Christie
Original: The Sittaford-Mystery (1931)
meine Bewertung: 3 von 5

Joe Trevelyan ist Besitzer eins kleinen Schlösschens hoch im Dartmoor. Er lebt dort mit einem Dienstboten, außerdem befinden sich sechs kleine Cottages in unmittelbarer Nähe des Schlösschens. Der Winter steht vor der Tür, da bekommt er ein seltsames Angebot. Eine Dame aus Südafrika und ihre Tochter möchten den Winter zur Abwechslung gerne mal in Kälte, Schnee und Eis verbringen und bieten deshalb dem Schlossherrn eine ansehnliche Summe. Trevelyan zieht hinunter ins Dorf, die Damen Willett ziehen in sein Anwesen.

Trevelyan, von seiner Gier überwältigt, zieht ins nahe gelegene Dorf. Oben in Sittaford richten sich in der Zwischenzeit Mrs Willett und ihre Tochter Violet im Schlösschen häuslich ein. Sie empfangen gerne Gäste, so auch an jenem schicksalhaften Freitag. Draußen stürmt und schneit es, die Bewohner der umliegenden Häuschen haben sich zum Tee eingefunden. Zur Abendstunde wird schließlich vorgeschlagen, zum Zeitvertreib Tischrücken zu spielen. Und was dabei heraus kommt, ist unheimlich.

Ein Geist offenbart den Anwesenden, dass Joe Trevelyan ermordet wurde. Burnaby, seit langem ein Freund von Trevelyan und sehr skeptisch, lässt diese Botschaft doch keine Ruhe. Er macht sich durch den Schnee und die Kälte auf den Weg ins Dorf, wo er schließlich seinen Freund ermordet in dessen Arbeitszimmer aufgefunden wird.

Schnell ist ein Verdächtiger ausgeforscht: James Pearson, der Neffe des reichen Trevelyan war in der Mordnacht zufällig auch im Dorf. Doch Emily Trefusis und der Journalist Charles Enderby können sich mit dem Verdacht nicht abfinden. Sie stellen auf eigene Faust Ermittlungen an, um James zu entlasten. Die liebreizende Emily lässt nicht locker und hat schließlich eine hilfreiche Eingebung…

Dieses Buch gehört zu jenen, die weder Tommy und Tuppence Beresford, noch Miss Marple oder Hercule Poirot als Protagonisten haben. Wie alle serienlosen Bücher Christies spielt auch ein wenig Romantik mit, wieder hat zumindest eine der Hauptpersonen eine Abneigung gegen Krankenschwestern – vielleicht ein Phänomen der Christie-Literatur, das einmal einer eingehenden Untersuchung bedarf.

Die Geschichte ist spannend und hat eine simple Lösung, auf die auch der Leser leider schon nach den ersten paar Seiten kommt. Denn ein Gespenst in einer – wenn auch in einem englischen Schlösschen spielenden – Krimigeschichte von Agatha Christie kann nur einen rein logischen Ursprung haben.

Leider ein wenig zu offensichtlich und auch mit Längen, aber sicherlich lesenswert und wahrscheinlich gerade in einer eisigen und stürmischen Winternacht ein netter Zeitvertreib.
Broschiert: 206 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 359617368X
ISBN-13: 978-3596173686

1 Kommentar:

  1. Hmm, interessanter Kommentar - das mit der Krankenschwesternabneigung ist mir noch gar nie aufgefallen! Ich muss auch sagen dass ich bis zum Schluss nicht auf die Lösung draufgekommen bin, Hut ab dass du sie schnell gefunden hast! Ich bin aber wohl eine schlechte Christie-Rezensentin, würd allen ihren Büchern 10 von 5 Punkten geben - mindestens! ;o) Lg

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