Donnerstag, 16. Oktober 2008

Weiblich, ledig, untot



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Dead and Unwed (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Betsy Taylor hat echt einen Scheißtag hinter sich, als sie an diesem Abend aufwacht. Sie wurde gefeuert, hatte einen Autounfall und starb. Und als sie jetzt aufwacht und an sich runterblickt, hat sie einen entsetzlich billigen Fummel in pink an, der ihr überhaupt nicht steht und ihre Füße stecken in hässlichen Fake-Pumps.

Erst nach und nach wird ihr klar, was in dieser Nacht passiert ist: Sie wurde von einem Auto überfahren und ihr Kopf wurde zerquetscht. Sie liegt in einem Sarg. Betsy wäre nicht Betsy, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde. Sie macht sich auf den Weg zu ihrer Wohnung, teilt ihrer besten Freundin Jessica, ihrer Mutter, ihrem Stiefmonster und ihrem Vater die tolle Neuigkeit mit: Sie ist nicht tot. Die meisten ihrer Angehörigen sind darüber so erleichtert, dass sie völlig ausblenden, was das bedeuten könnte. Doch Betsy wird durch Eric Sinclair, einem ungeheuer gutaussehenden Typen, und Nostro, einem widerlichen Ekelpaket auf die Sprünge geholfen: Sie ist ein Vampir.

Nach und nach stellt sich allerdings heraus, dass sie keine gewöhnliche Vampirin sein kann. Das Sonnenlicht kitzelt sie nicht einmal, sie spricht Worte wie „Gott“ oder „Jesus“ aus, ohne mit der Wimper zu zucken, hängt sich ein Kreuz um, ohne sich in Asche zu verwandeln und sucht sogar eine Kirche auf, um mit dem Priester zu sprechen. Dennoch genießt sie alle Vorzüge eines echten Vampirs: Sie ist unglaublich stark, sieht auch im Dunklen, hat ein Gehör wie ein Luchs und kann Wände hochklettern.

Eigentlich fände sie das Leben – oder besser: den Untod – ganz okay so. Ein bisschen Leid tut es Betsy allerdings, dass sie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen kann. Aber ansonsten scheint alles okay zu sein. Wären da nicht der unheimlich gutaussehende Eric Sinclair, ein ziemlich mächtiger Vampir, der sich in den Kopf gesetzt hat, sie sei die Königin der Verdammten (oder so ähnlich) und Nostro, der für sich beansprucht, Chef der Untoten zu sein. Irgendwie lässt sich Betsy schließlich doch bequatschen und rettet auf hochhackigen Pumps mal so nebenher die Vampirschaft.

„Weiblich, ledig, untot“ ist in vielerlei Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es handelt sich um eine Vampirromanze, die besonders spaßig durch die Tatsache wird, dass die Protagonistin so gar nicht akzeptieren will, dass sie anders tot sein soll, als sie gelebt hat. Viele witzige Szenen ergeben sich durch die Widerlegung gängiger Vampir-Klischees und die Kombination aus typischem Frauenroman mit dem Blutsauger-Genre. Was aber tatsächlich nervt und was ich nie verstehen werde: Wieso müssen Schuhe in allen Chick-Lit Büchern eine derart große Rolle spielen? Oder bin ich tatsächlich die einzige Frau auf diesem Planeten, die neue Schuhe dann kauft, wenn die alten durchgelatscht sind? Übrigens finden sich auf den ersten 50 Seiten ein Grammatik- und ein Orthografiefehler. Für die kann Mary Janice Davidson zwar nichts, darauf hinweisen wollte ich trotzdem.

Fazit: Ein spaßiges Buch, das durchaus überrascht, in vielen Punkten aber auch dem Klischee eines Frauenbuchs gerecht wird. Es ist der erste Band einer Reihe, weshalb es auch ganz okay ist, dass gewisse Handlungsstränge nicht restlos aufgeklärt werden und einige Fragen offen bleiben. Auch die Nachfolgebände werden Eingang in mein Bücherregal finden, das ist sicher.

Broschiert: 314 Seiten
Verlag: Egmont Lyx; Auflage: 1 (15. September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581237
ISBN-13: 978-3802581236

1 Kommentar:

  1. booki schreibt am 24.10.2008 um 20:06 Uhr:
    Klingt ganz gut, bin in letzter Zeit öfter über das Buch gestolpert. Werde es mal auf die Wunschliste setzen. Ich kann dich jedenfalls beruhigen: ich habe auch keinen Schuhtick, wir haben wohl stattdessen einen Büchertick;)

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