Freitag, 22. Mai 2009

Gucci, Glamour und große Liebe



Autorin: Carmen Reid
Original: The Personal Shopper (2007)
meine Bewertung: 3 von 5

Annie schuftet hart, seit dem ihr Mann Roddy verunglückt ist. Sie hat zwei halbwüchsige Kinder zu ernähren, von denen die ältere gerade im Teenager Alter ist und verrückt spielt und der jüngere kaum je ein Wort über die Lippen bringt, weil er so schüchtern ist. Außerdem liebt Annie die schönen Dinge des Lebens, nämlich Designer-Kleidung. Und auch die muss irgendwie finanziert werden.

Sie arbeitet deshalb als persönliche Einkaufsberaterin in einem Nobelkaufhaus, betreibt eine Handelsbörse auf eBay und möbelt nebenher auch noch Wohnungen auf, um sie mit einem gehörigen Gewinn weiterzuverkaufen. Und alles, was Annie macht, macht sie gut. Zumindest was die Arbeit betrifft. Sie hat zahlreiche gut betuchte Kundinnen und auch ihre Internetbörse läuft nicht so schlecht.

Doch im Privatleben tut sich einiges, das nicht so ganz nach Plan verläuft. Ihr Sohn möchte Musikunterricht bei dem etwas schmuddeligen neuen Lehrer nehmen, der nebenher ein Auge auf Annie geworfen hat, Lana ist schwerst pubertierend und macht in der Schule so ziemlich alles, was verboten ist. Und außerdem hat sich Annie dazu entschlossen, einen reichen Mann zu ehelichen.

Blöd nur, dass die Kinder Gray – eben diesen reichen Mann – nicht leiden können und er eine sehr große Abneigung gegen Lärm und Unordnung hegt. Die denkbar schlechtesten Voraussetzungen, um zusammen zu ziehen. Dennoch wagt Annie das Experiment. Sie wünscht sich einfach ein sicheres Nest, denn als ihre Chefin herausfindet, dass sie während ihrer regulären Arbeitszeit zusätzlich ihre Handelsbörse betreibt und dort auch noch eine aus dem Nobelkaufhaus gestohlene Handtasche anbietet, feuert sie ihre beste Verkäuferin.

Annie weiß, wer die Tasche gestohlen hat und wie sie in ihre Handelsbörse gekommen ist, aber alles passiert so schnell und rund um sie scheint die Welt zusammen zu brechen. Doch immer wieder ist da eine verlässliche Schulter. Viel zu lange bemerkt Annie nicht, dass genau diese Schulter vielleicht das ist, was sie in ihrem Leben braucht.

Der Roman von Carmen Reid erinnert sehr an ein schlechtes Plagiat der Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn Annie ist nicht wirklich shopping-süchtig, außerdem ist der Ausgangspunkt ein ganz anderer. Im Mittelpunkt steht eigentlich die Frau, die hart arbeitet, um ihre Kinder auf eine gute Schule schicken zu können und die alles tut, um ihr Leben als Familie aufrecht zu erhalten, auch wenn der geliebte Vater nicht mehr Teil der Familie ist.

Die Story liest sich ganz nett, allerdings gibt es weit lustigere Frauenromane. Für mich war die Geschichte sehr – fast zu sehr – voraussehbar, außerdem ist die Geschichte anfangs ein wenig verwirrend, denn erst auf Seite 140 wurde klar, dass Roddy, der Vater, die Familie nicht einfach nur verlassen hat, sondern gestorben ist. Und der obligatorische schwule Freund der Protagonistin darf natürlich auch nicht fehlen.

Ganz nette Unterhaltung mit sehr leichtem Tiefgang, wenn man allerdings genial-witzige Frauenromane bevorzugt, sind beispielsweise die Bücher von Susan Elizabeth Philipps oder Sophie Kinsella die bessere Wahl.
Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426639637
ISBN-13: 978-3426639634

Kommentare:

  1. Ich wollte gerade ein Bittschreiben an dich verfassen, dass du nie diese Vampir-Frauenromane an dich heranlässt, da habe ich leider diese Betsy-Romane gefunden. :-)
    Ehrlich, Frauenromane sind ja noch ok so als literarisches Popcornkino zwischendurch, aber diese Stephenie Meyer-Trittbrettfahrer für Erwachsene sind einfach nur *würg*. Und so viele...

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  2. Naja, aber der erste Teil der Betsy-Reihe war richtig gut! Und da ich ja ein Seriensammel-Freak bin...
    Ich hab mir auch zur Gewohnheit gemacht, Bücher erst zu beurteilen, wenn ich sie gelesen hab - also muss ich zwangsläufig auch schlechte Bücher lesen *gg*
    Aber du kennst das ja auch, oder? Man muss erst eine schlechte Show gesehen zu haben, um zu wissen, dass sie schlecht war =)

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