Mittwoch, 22. Juli 2009

Das Ende aller Dinge



Autor: Nigel Mc Crery
Original: Silent Witness (2001)
meine Bewertung: 3 von 5

Gerade eben war die Gerichtsmedizinerin noch am Militärstützpunkt Leeminghall zu einer sogenannten Hangar Party eingeladen, hatte Spaß und nette Gespräche – genauso wie die anderen Gäste auch. Doch kaum ist sie zurück in ihrem Haus, erreicht sie ein Telefonanruf. Sie wird von ihrer Dienststelle zu einer grausam zugerichteten Leiche beordert. Die Leiche wurde genau dort gefunden, wo sie und Hunderte andere sich vor kurzer Zeit noch vergnügt haben: in einem Hangar der U. S. Militärbasis Leeminghall.

Die britische Polizei nimmt sich des seltsamen Mordes an, der ein bisschen was von einem Ripper-Mord hat. Die Bauchdecke der jungen Frau wurde aufgeschlitzt, eine Unmenge Blut vergossen und die Nieren entfernt. Ein wahrlich erschreckender Anblick, selbst für die hartgesottene Gerichtsmedizinerin Samantha Ryan.

Klarerweise nimmt sich die englische Polizei des Falles an, schließlich war die Ermordete Britin. Doch es dauert nicht lang, bis auch das FBI auf der Matte steht – der Mord geschah immerhin auf einer Militärbasis, also auf amerikanischem Boden. Was außerdem zu denken gibt: in den Staaten gab es ähnliche Morde, überall wurde ein ominöses Omega-Zeichen und ein Zettel mit einem Spruch aus Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ gefunden.

Natürlich konkurrieren die FBI-Beamten und das Home Office und es dauert nicht lang, bis sich Samantha Ryan zwischen den Fronten wiederfindet. Als hätte sie nicht schon genug mit ihrem verkorksten Liebesleben und dem Tod ihrer Mutter zu bewältigen, wird ihr auch das Berufsleben schwer gemacht. Doch sie findet einige Hinweise, die die wahre Identität des Mörders nicht mehr länger geheim halten können, ganz nach dem Locard’schen Prinzip: „Jeder Kontakt hinterlässt eine Spur.“

Mit „Das Ende aller Dinge“ habe ich mal wieder eine SUB-Leiche abgebaut, sozusagen. Rund drei Jahre hat es auf meinem Stapel ungelesener Bücher ein eher unbeachtetes Dasein gefristet, zu Unrecht, wie man bis ca. 30 Seiten vor dem Schluss meinen möchte. Es ist wirklich spannend, hat genügend Romantik und Tragik, dazu einen Schuss Blut und Forensik und eine sympathische Protagonistin. Bis dahin also alles fein.

Blöd nur, dass der Schluss so dermaßen an den Haaren herbei gezogen daher kommt und mit dem Mörder war ich auch keineswegs einverstanden. Irgendwie wird einfach gar nichts erklärt, weder die Sprüche aus Huxleys Buch noch der Grund für das Zeichen, das an den Mordschauplätzen gefunden wird. Irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass entweder der Verlag oder die Produktion das falsche Ende ans Buch geklatscht haben. Schade, so bleibt das, was eigentlich vielversprechend begonnen hätte, doch nur Mittelmaß.
Taschenbuch
Verlag: Piper; Auflage: 3 (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492234240
ISBN-13: 978-3492234245

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