Freitag, 31. Juli 2009

Klein Stuart



Autor: E. B. White
Original: Stuart Little (1945)
meine Bewertung. 5 von 5

Familie Little hat Nachwuchs bekommen. Es ist ein süßer Junge, der ihnen viel Freude bereitet, allerdings ist er sehr klein geraten. Der zweite Sohn der Familie ist nur zirka zwei Zoll groß, also ungefähr so groß wie eine Maus. Auch sonst hatte Stuart ziemlich große Ähnlichkeit mit einer Maus: Eine spitze Nase, einen langen Schwanz, große Öhrchen und ein glattes Fell.

Weil Stuart so klein ist, muss sich die Familie einiges einfallen lassen, um dem kleinsten Familienmitglied allen Komfort zu bieten, den es braucht. Vater, Mutter und der älteste Sohn sind nämlich normal groß geraten. So turnt Stuart jeden Morgen auf das Waschbecken, um dort mit einem winzigen Hammer gegen die Armatur zu schlagen und so das Wasser aufzudrehen. Dass er so klein ist, bringt aber auch viele Vorteile. Wenn beispielsweise Dinge in den Abfluss fallen, ist Stuart jederzeit bereit, diese Dinge zu suchen.

Der kleine Mäuserich liebt seine Familie und seinen Bruder sehr und auch zur Hauskatze der Familie hegt er eine gewisse Zuneigung. Doch als eines Tages ein kleiner Vogel verletzt ans Fenster kommt und seine Eltern die Vogelfrau, die Margalo heißt und außergewöhnlich hübsch ist, aufnehmen und gesund pflegen, verliebt er sich richtig heftig. Doch Margalo bleibt nicht ewig, sie folgt dem Ruf der Natur und fliegt im Herbst in wärmere Gefilde.

Als Margalo verschwunden ist, wird Klein Stuart tief traurig. Er macht sich auf in die große weite Welt, um seine Freundin zu suchen. Allerlei Herausforderungen und Abenteuer stellen sich ihm in den Weg, er macht neue Bekanntschaften und meistert unbekannte Situationen. Doch wird er seine gefiederte Freundin ausfindig machen?

Nach „Wilbur und Charlotte“ ist „Stuart Little“ das zweite Buch, das ich von E. B. White gelesen habe und ich bin ebenso begeistert, wie ich es damals von Spinne und Schweinchen war. Als wäre es selbstverständlich, hat eine menschliche Familie ein Familienmitglied, das eine Maus ist. Da Stuart aber genauso behandelt wird, wie alle anderen, hat er erhebliches Selbstbewusstsein entwickelt, das er natürlich auch ausstrahlt. Niemand macht sich über ihn lustig oder stellt sich ihm in den Weg, er schafft, was er sich vorgenommen hat, weil er immer Menschen um sich hatte, die ihn unterstützten. Soviel zur Moral.

Doch auch der Spaß kommt in der Geschichte nicht zu kurz. Schließlich gerät Stuart in Situationen, die für eine Maus reichlich absurd sind, dadurch erhält das Buch eine Art Humor aus der Situationskomik. Stuart ist einfach sympathisch, und das auch, obwohl er im Buch gänzlich anders beschrieben wird, als man ihn von der Disney-Verfilmung kennt. Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Illustrationen von Garth Williams, die nicht künstlich-kitschig daher kommen, sondern zur Geschichte passen. Unbedingte Empfehlung für Tiergeschichten-Fans, Menschen, die an „Firmin“ Spaß hatten und vor allem: Kinder.


Taschenbuch: 148 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 2., Aufl. (April 2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257231474
ISBN-13: 978-3257231472

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