Sonntag, 30. August 2009

Deception Point



Autor: Dan Brown
Original: Deception Point (2002)
meine Bewertung: 4 von 5


Rachel Sexton, eine brilliante Datenanalystin, wird eines Tages vom Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich in die Arktis geschickt, um dort die Echtheit eines unglaublichen Fundes zu bestätigen. Kurzfristig befindet sich Rachel in einem kleinen Gewissenskonflikt, ist doch ihr Vater Senator Sedgewick Sexton, seinerseits Präsidentschaftskandidat.

Da Rachel eine integere Wissenschafterin ist und sie mit ihrem Vater rein gar nichts verbindet, nimmt sie den Auftrag des Präsidenten an und fliegt aufs Milne Eisschelf. Was sie dort erwartet, raubt ihr den Atem. Ein Meteorit ist unter einer meterdicken Eisschicht eingeschlossen, darin eingeschlossen befinden sich die versteinerten Überreste von Lebewesen, die Kellerasseln ähneln – aber viel größer sind.

Mehrere zivile Wissenschafter haben die Authentizität des Fundes bereits bestätigt, auch Rachel ist überzeugt, vor außerirdischem Leben zu stehen. Der Meteorit wurde gerade zur richtigen Zeit gefunden – nämlich zu einer Zeit, in der sich der Präsident um seine Wiederwahl Sorgen machen muss, weil sein Gegner, Senator Sedgewick Sexton, mit dem brisanten Thema NASA auf Stimmenfang geht und die ständigen Misserfolge der Milliarden verschlingenden Behörde anprangert.

Der Meteorit wird aus dem Eis geborgen, alle Vorbereitungen für eine Pressekonferenz werden getroffen. Es herrscht Aufregung auf dem dunklen Gelände, die Wissenschafter versammeln sich und warten auf die Live-Übertragung der Pressekonferenz aufs Festland. Niemandem fällt auf, dass ein Wissenschafter rund um das Bergungsloch des Meteoriten einen erstaunlichen Fund macht, der die Geschichte des Meteoriten aus dem All in Frage stellt. Noch bevor er jedoch seine Entdeckung an die anderen zivilen Forscher weitergibt, bekommt jemand kalte Füße. Er wird in das eiskalte mit Wasser gefüllte Loch geworfen, wo er nach einem grausamen Todeskampf ertrinkt.

Kurz darauf geraten Rachel und die anderen Forscher, nämlich Corky Marlinson, Norah Mangor und Michael Tolland, in eine mehr als brenzlige Situation, aus der sich nur drei retten können – und auch das nur mit viel Glück und nur vorerst. Irgendjemand hat großes Interesse daran, dass die Authentizität des Fundes weiterhin nicht bezweifelt wird, dafür ist dieser jemand bereit, viele Menschenleben zu opfern.

Wird letztlich das Mysterium um die vermeintlich außerirdischen Kreaturen gelüftet? Wer wird überleben? Und wer sind die Menschen, die die Fäden der dunklen Machenschaften ziehen? Verdächtige gäbe es ja genug…

„Deception Point“ ist nach „Digital Fortress“ das zweite Buch von Dan Brown, allerdings wäre es fast bei diesen zwei Büchern geblieben, da sie nicht besonders erfolgreich waren. Erst als er die Bestseller „Angels and Demons“ und „The Da Vinci Code“ landete, wurden auch die älteren beiden Werke wieder nachgefragt.

Dieses Buch ist in das typische Thriller-Genre einzuordnen, Brown folgt dabei der Tradition vieler amerikanischer (und männlicher) Jungautoren wie Robert Ludlum, Clive Cussler oder auch Ken Follett. Viele, die die Religions-Thriller von ihm kennen (oder die Filme gesehen haben) und noch keins der Frühwerke, werden mit einer gewissen Erwartungshaltung an das Buch herangehen: mysteriöse Zeichen in der Bibel, Codes und so weiter. Die werden ein wenig enttäuscht sein.

Es gibt zwar genügend Verschwörung, allerdings ohne religiösem Beiwerk. Doch eins bleibt gleich: Das Muster, nach dem das Buch aufgebaut ist. Eine überaus kluge und schöne Frau löst gemeinsam mit einem smarten Wissenschafter ein Rätsel, natürlich verlieben sich die beiden und müssen gleichzeitig um ihr Leben bangen.

Natürlich ist fast alles in dem Buch eher weit hergeholt, manches mag der Realität nahe kommen und einiges ist sogar Fakt (Tipp: „bathynomius giganteus“ googlen oder auch mal bei hier ein bisschen schmökern), das Buch ist wohl eher nicht das, was man anspruchsvolle Literatur nennen würde – aber: es ist unterhaltsam.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist es spannend, man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen und obwohl man über das schon bekannte Muster die Augen verdrehen möchte, kann man darüber hinweg sehen. Ich steh dazu: ich mag Dan Browns Bücher. Sie sind flotte, spannende und gar nicht so dumme Unterhaltung für zwischendurch.
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Random House UK; Auflage: New ed. (1. Mai 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552151769
ISBN-13: 978-0552151764

Samstag, 29. August 2009

13 blaue Katzen



Autor: Thomas Brezina
Original: 13 blaue Katzen (1997)
meine Bewertung: 2 von 5

Die vier Juniordetektive der Knickerbocker Bande hat es in diesem Abenteuer nach Las Vegas verschlagen. Sie sind gerade auf der Suche nach der Adresse für eine Führung durch ein Geisterhaus, als sie an einer anderen unheimlichen Villa vorbei kommen.

Durch einen Zufall bleibt Axel kurz zurück und betritt aus Versehen die falsche der unheimlichen Villen. Er sucht seine Freunde in dem weitläufigen Gebäude in der Annahme, seine Freunde schon zu finden. Als er einen dunklen Raum betritt, sieht er auf einem Bett einen alten Mann. Dieser winkt ihn herbei und flüstert ihm zu: „Ich habe es getan und es gibt 13 Opfer. Die blauen Katzen wissen alles!“

Kurz darauf tut der Alte seinen letzten Atemzug, schließt die Augen und stirbt. Axel flieht in Panik aus der Villa. Er fühlt sich nicht allein auf dem Gelände und ist mit den Nerven fix und fertig, als er wieder auf seine Freunde stößt. Immerhin war er gerade der einzige Ohrenzeuge eines Geständnisses. Doch wer sind die Opfer, von denen der Alte gesprochen hat? Und was sind blaue Katzen?

Als die vier Kinder wieder vereint sind, steht für sie jedenfalls fest: Das Geheimnis um die Villa und die 13 blauen Katzen muss gelöst werden. Sie begeben sich auf Spurensuche und bekommen dabei – wie so oft – Unterstützung von einem jungen Erwachsenen. Oder treibt auch er ein falsches Spiel?

Die Geschichte ist ganz okay und halbwegs spannend, wahrscheinlich gerade richtig für die Zielgruppe der jüngeren Leser. Als erwachsenem Leser fällt einem natürlich auf, wie sehr sich die Zufälle häufen und schon ungefähr ab der Mitte des Buches hat man eine ungefähre Ahnung, wie das Buch wohl ausgehen wird. Ideal für die Leser, für die die Bücher gemacht wurden, stammt doch die Knickerbocker Bande aus einer Zeit, in der Kinder noch wussten, wie man Rad fährt, im Wald Spuren sucht und sich ohne Computer und Playstation beschäftigt.
Gebundene Ausgabe: 138 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1996)
ISBN-10: 3473470422
ISBN-13: 978-3473470426

Freitag, 28. August 2009

Ein todsicherer Job



Autor: Christopher Moore
Original: A dirty Job (2006)
meine Bewertung: 5 von 5


Charlie Asher muss auf die harte Tour lernen, wie nah Freud und Leid beieinander liegen. Er fährt ins Krankenhaus, um seine neugeborene Tochter zu besuchen, doch als er das Zimmer seiner Frau Rachel betritt, sieht er, wie eine gänzlich in mintgrün gekleidete Gestalt sich über sie beugt. Kurz darauf ist Rachel tot.

Charlie befindet sich im Gefühlschaos. Er muss sich um seine kleine, zuckersüße Tochter kümmern, den Tod seiner Frau, an der er wirklich sehr hing, verkraften und gleichzeitig seinen Trödelladen weiterführen. Wie es der Zufall so will, tötet er nebenher auch noch zwei Menschen. Zumindest glaubt er das. Er macht sich auf die Suche nach Antworten und stöbert dabei den Mann in Mintgrün auf. Der Plattenhändler erklärt Charlie das Wesen ihrer Jobs:

Die beiden sind zwei der zahlreichen Gehilfen des Todes. Sie tauchen auf, wenn Menschen sterben und müssen dafür sorgen, die sogenannten „Seelenschiffchen“, Gegenstände, an denen den Verstorbenen viel lag, an neue Besitzer zu bringen. Sie sind also wie Boten und nicht für den Tod ihrer „Klienten“ verantwortlich. Doch nicht nur die Seelenboten sind auf der Suche nach den Seelenschiffchen, sondern auch die Wesen, die unter der Stadt leben.

Wenn es ihnen gelingt, die Seelenschiffchen an sich zu reißen, wird ihre Macht stärker und sie können sich aus der Unterwelt vorwagen. Weil Charlie seinen neuen Job anfangs nicht besonders ernst nimmt, werden die Gullyhexen, wie Charlie die Wesen nennt, immer mächtiger.

Auch in Erziehungsfragen ist Charlie leicht überfordert. Seine kleine Tochter hat herausgefunden, dass sie Menschen und Tiere töten kann, indem sie darauf zeigt und „Mietzi“ sagt. Die beiden riesigen Höllenhunde, die plötzlich aufgetaucht sind und die Kleine beschützen, erweisen sich als resistent gegen alle Mordversuche durch Charlie und schlussendlich doch als wahrer Segen.

„Ein todsicherer Job“ ist eines der witzigsten Bücher der letzten Jahre. Moore versteht es, durch eine total abgedrehte Welt zu führen, mit Charakteren, die man einfach lieben muss. Vom Höllenhund bis zu den beiden Babysittern oder seinen Angestellten im Trödelladen – man schließt die Figuren ins Herz, lebt mit ihnen und leidet mit ihnen.

Besonders der schüchterne und überforderte Charlie, der sogar kleine Allmachtsphantasien hegt, vereint einige Aspekte des durchschnittlichen Lesers und macht ihn so zu einem Teil des Geschehens.

Neben dem vordergründigen situationskomischen Aspekten sind es auch der Sprachwitz und der teilweise hintergründige Humor, die das Buch zu einem absoluten Must-Read für alle Fans des etwas dunkleren spaßigen Genres machen. Ein intelligent konstruiertes Highlight mit viel Action, Tränen der Freude und des Leids und einer gehörigen Portion Respektlosigkeit. Top!
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 1 (13. November 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542251
ISBN-13: 978-3442542253

Donnerstag, 27. August 2009

Cowboy Joe



Autor: Kurt Bracharz
Original: Cowboy Joe (1994)
meine Bewertung: 4 von 5

Johann Natter ist Dorfpolizist, bis ihm das Missgeschick mit der Kuh passiert, das ihm den Spitznamen „Cowboy Joe“ einbringt. Als nach einem Zusammenstoß mit einem Auto die Kuh wie betäubt auf ihren Hinterbeinen sitzen bleibt und mit dem Kopf wackelt, versucht Natter, sie mit einem Schuss zwischen die Augen zu erledigen. Blöd nur, dass ihm das nicht wirklich gelingt und es für sein Versagen auch noch zahlreiche Zeugen, darunter ausgerechnet einen Reporter des Lokalblatts und andere Polizisiten, igbt.

Natters Chef ist natürlich sauer ob des Schadens, den Natters Versagen dem Ansehen der Polizei zufügt und versetzt ihn deshalb zur Kripo. Natters Ruf und Spitzname eilen ihm voraus, doch wider Erwarten macht sich der Dorfpolizist, der noch dazu ein „Wälder“ ist, ziemlich gut jenseits des Bregenzer Waldes und in ganz neuen Gefilden.

Er macht sich einen Namen im Rotlichtmilieu und in der Drogenszene, hat viel einzustecken und lernt die besonders dunklen Seiten der menschlichen Existenz kennen. „Cowboy Joe“ dringt dabei so weit vor, dass er sich selbst als Akteur wider findet, der sich schwer tut, die Grenzen zu ziehen. Er gerät in diese Position nicht bewusst, sondern wird nach und nach hineinmanövriert. Wird er den Weg zurück wieder finden? Und wer ist er nach diesem Selbsterfahrungs-Trip?

Bracharz wurde nicht umsonst schon mit einigen wichtigen Literaturpreisen (darunter dem Deutschen Krimipreis) ausgezeichnet. Er schafft es, auch den Nicht-Vorarlbergern einen guten Einblick in die Gewohnheiten und Perfiditäten des westlichsten der österreichischen Bundesländer.

Die Geschichte trieft vor hintergründigem Humor, und verfügt über einigen Spannungsbogen. Natter ist – wie andere Kollegen, beispielsweise Brenner oder Polt – ein einfach liebenswerter Charakter, eben weil er so ist, wie er ist und wie viele sein wollen. Er macht sich nicht viel aus der Meinung anderer und ist ein harter Hund. Doch auch der harte Hund muss am Ende vor der toten Kuh kapitulieren. Natter könnte die österreichische Light-Version von Kinky Friedman sein, Bracharz ist unser kleiner Vonnegut.
Broschiert: 216 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1., Auflage (7. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852188172
ISBN-13: 978-3852188171

Sonntag, 23. August 2009

Im Reich des Geisterzaren



Autor: Thomas Brezina
Original: Im Reich des Geisterzare (1993)
meine Bewertung: 3 von 5

Die Knickerbocker Bande hat zwei Karten für die legendäre und ausverkaufte Show des „Geisterzaren“ bekommen, die momentan in einem Wiener Theater Station macht. Niemand weiß, wer der Geisterzar ist, angeblich handelt es sich um einen Toten, der herumspukt, sobald er gerufen wird. Die Vorkehrungen im Theater sind sehr streng, niemand darf hinter die Bühne oder beim Auf- und Abbau der Kulissen zusehen. Der Geisterzar scheint mit einem Geheimnis auf Tour zu sein.

Da die Kinder ja nur zwei Karten bekommen haben, knobeln sie, wer die Show besuchen darf. Lieselotte und Dominik sind die Glücklichen. Doch auch Axel und Dominik bekommen in letzter Sekunde noch Tickets. Als alle Zuseher die Plätze eingenommen haben, beginnt die Gruselshow. Doch für Axel ist es mehr als nur eine Show. Er wird während der Vorstellung entführt und niemand bekommt etwas davon mit.

Als er nach der Show nicht wieder auftaucht, machen sich die verbliebenen drei Knickerbocker echte Sorgen. Sie steigen noch in der Nacht ins Theater ein, nur um zu entdecken, dass Axel in einem Sarg gelandet ist. Er lebt, ist aber nicht ansprechbar. Als die Kinder Alarm schlagen und das Theater durchsucht wird, ist ihr Kumpel unauffindbar.

Durch einen willkommenen Zufall gelangen die Kinder schließlich nach Russland, wo sie sich zum Palast des Geisterzaren begeben und weitere Nachforschungen anstellen. Es wird wieder einmal brenzlig, doch die Knickerbocker lassen niemals locker – und so lösen sie schlussendlich auch dieses Geheimnis.

Wie immer: An dieser Stelle folgt nicht wieder ein Plädoyer für die Knickerbocker Bande. Aber: Für Kinder im Zielgruppen-Alter (so um die acht Jahre) sicher eine spannende Lektüre. Warum auch nicht? Die Hauptcharaktere sind stark und selbstbewusst, den Mädchen kommt meist dieselbe Rolle zu wie den Jungs (auch wenn Poppi oft ein wenig weinerlich dargestellt wird) und das Ende ist immer ein Glückliches. Mir persönlich wäre es lieber, meine Kinder läsen die Knickerbocker Bande als gar nicht.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Wien, hpt-Verlagsgesellschaft mbH, (1993)
ISBN-10: 3700403070
ISBN-13: 978-3700403074

Montag, 17. August 2009

Fever Pitch



Autor: Nick Hornby
Original: Fever Pitch (1992)
meine Bewertung: 3 von 5

In „Fever Pitch“, Nick Hornbys erstem Roman, erzählt der Autor von seiner großen Liebe Fußball und der noch größeren Liebe Arsenal London. Von 1968 bis 1992 reichen dabei die Erinnerungen. Er begibt sich auf eine Spurensuche, in der er den Ursprung seines Fandaseins ergründet, erkennt, welche bedeutende Rolle der Verein und die Spiele in seinem Leben einnehmen und wie er sich gemeinsam mit dem Fußball entwickelt hat.

Dabei wird vor allem eines klar: Fanliebe kann so weit gehen, dass man meint, der Fan baue sein Leben rund um den Mittelpunkt Fußball auf. „Fever Pitch“ ist ein schwer nachzuerzählender Roman, er enthält eine Menge biografischer Anekdoten, allerdings noch viel mehr Fußball. Für einen gänzlich desinteressierten Menschen wie mich eine Herausforderung. Handwerklich ist das Buch ein Hornby, voller Sprachwitz und stilistisch sauber. Und obwohl die Thematik doch sehr speziell ist, hat es doch genügend Momente, die es nicht zulassen, das Buch einfach so aus der Hand zu legen.

Für Fußballfans – beziehungsweise noch besser: Arsenal London Fans – ein absolutes Muss, für Hornby Fans vielleicht auch, für alle anderen hat Hornby genügend tolle Romane zu bieten, die weniger nischenfüllend sind. Natürlich kann man sich auch einfach auf das Abenteuer einlassen – enttäuscht wird man wahrscheinlich nicht werden, die Erwartungshaltungen sind jedoch andere, wenn man „Hornby“ hört.
Taschenbuch: 335 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462025864
ISBN-13: 978-3462025866

SOS vom Geisterschiff



Autor: Thomas Brezina
Original: SOS vom Geisterschiff (1991)
meine Bewertung: 2 von 5


Axel, Lilo, Poppi und Dominik, die vier Mitglieder der Knickerbocker Bande, halten sich gerade in Deutschland auf. Sie wurden als Vertreter ihrer jeweiligen Schulen zum „Vifzack“ Wettbewerb eingeladen, bei dem die klügsten Kinder verschiedener Länder und Altersgruppen gegeneinander antreten. Als die Kinder einen Nachmittag frei haben, schlendern sie den nebeligen Rhein entlang. Sie haben sich voneinander getrennt, um ihre neuen Funkgeräte zu testen.

Plötzlich taucht aus dem Nebel auf dem Fluss ein riesiges Schiff auf. Dominik ist der einzige Zeuge, seine Freunde glauben ihm auch nicht, als er von dem unheimlichen Schiff erzählt, auf dem angeblich nur Skelette ihr Unwesen treiben. So schnell es aufgetaucht ist, so schnell verschwindet es auch. Die Juniordetektive rätseln noch über die seltsame Beobachtung, als sie einen SOS-Ruf empfangen, der nur vom Schiff kommen kann.

Natürlich ist die Abenteuerlust der Knickerbocker Bande geweckt. Sie geraten in einen Fall mit Menschenraub, einem gefährlichen Folterknecht, einem blonden Gangster und einem Monster – und nebenbei gibt es noch den „Vifzack“ Wettbewerb zu meistern. Axel, Lilo, Poppi und Dominik gelingt es, einen gefährlichen Plan zu verhindern und Gauner hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Ich werde hier nicht nocheinmal mein Plädoyer für die Knickerbocker Bande halten, ihr könnt es ja nachlesen. Dieser Fall ist leider etwas sehr kompliziert, undurchsichtig und sehr an den Haaren herbei gezogen. Es gibt tatsächlich einfallsreichere Geschichten der Knickerbocker Bande – aber der Vollständigkeit der Sammlung halber…
Gebundene Ausgabe: 135 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1992)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470163
ISBN-13: 978-3473470167

Samstag, 15. August 2009

Der große Gatsby



Autor: F. Scott Fitzgerald
Original: Great Gatsby; the (1925)
meine Bewertung: 5 von 5

Jay Gatsby, geborener Gatz, hat es aus relativ ärmlichen Verhältnissen zum Millionär gebracht. Er kauft sich eine protzige Villa auf Long Island, in die während der Sommermonate regelmäßig die New Yorker High Society der 20er Jahre lädt. Es sind ausgelassene Feste, zu denen sich viele Menschen einfinden. Es wird gefeiert, gelacht und getanzt bis in die frühen Morgenstunden. Beobachtet wird das bunte Treiben von Nick Carraway, der sich ein kleines Häuschen in der Nähe von Gatsbys Villa gekauft hat.

Gegenüber des Sees befindet sich die Villa von Nicks Cousine Daisy, die mit Tom Buchanan verheiratet ist. Er wird öfter in die Villa eingeladen, wo er nicht nur den Mann seiner Cousine näher kennen lernt, sondern auch Daisys mondäne und selbstbewusste Freundin Jordan Baker. Diese gefällt ihm ziemlich gut und es ergibt sich, dass diese Details aus dem ehelichen Leben seiner Cousine erzählt.

Die Ehe scheint alles andere als gut zu sein. Tom betrügt Daisy seit längerem mit der Frau eines Automechanikers und erweist sich auch sonst nicht gerade als Gentleman. Als eines Tages schließlich Jay Gatsby an ihn herantritt und ihn bittet, ein Treffen zwischen ihm und Daisy in Nicks Haus zu arrangieren, willigt Nick ein. Gatsby und Daisy waren vor dem Ersten Weltkrieg ein Paar, doch dann wurde Gatsby einberufen und Daisy zu einer lukrativen Verbindung mit Tom Buchanan gedrängt.

Nick organisiert ein Treffen zwischen Gatsby und Daisy. Die beiden erkennen sich sofort wieder und scheinen sich zu lieben wie eh und je. Daisy ist zwischen ihrem Mann und ihrem Geliebten hin und her gerissen und das Schicksal, an dessen Ende drei Tote stehen, nimmt seinen Lauf.

„Der große Gatsby“ ist ein faszinierendes Buch. Es führt in die Stimmung der 20er Jahre ein und zeigt, wie Oberflächlichkeiten, vor allem bei Frauen, immer noch auf der Tagesordnung stehen. Andererseits wird auch das langsame Bröckeln dieses Klischees dargestellt, beispielsweise in der Figur der Jordan Baker, die – anders als Daisy – eine selbstständige Frau ist, der das Geld der Männer egal ist.

Die Eleganz dieser Zeit, die nur mit viel Mühe aufrecht erhalten werden kann – schließlich ist gerade der Erste Weltkrieg vorbei – zieht den Leser in seinen Bann, ebenso wie die spannende Handlung. Neben Gesellschaftskritik und Romantik kann der Roman mit Spannung aufwarten, was ihn Wert macht, gelesen zu werden.
Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (10. April 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3937793038
ISBN-13: 978-3937793030

Freitag, 14. August 2009

Wildwasser



Autor: Paulus Hochgatterer
Original: Wildwasser (1997)
meine Bewertung: 4 von 5


Es ist ein heißer Sommertag irgendwann in den Neunzigern. Jakob ist gerade sechzehn geworden und nicht gerade ein Sonnenschein. Seit sein Vater verschwunden ist, fühlt er sich in seiner eigenen Familie als Außenseiter. Seine vierzehnjährige Schwester und seine Mutter sitzen mit Campari am Balkon und stecken die Köpfe zusammen – Mädchenkram. Er ist dabei nicht erwünscht.

Jakob packt seine Sachen, nimmt sich etwas Geld aus der Lade seiner Mutter und besteigt sein Fahrrad. Als Proviant hat er ein wenig Spezialgewürz, wie sein Freund den Mix aus verschiedenen Tablettenpulvern nennt und eine Österreichkarte.

Sein Weg führt ihn Richtung Weyer. Ein ziemlich weiter Weg von Wien aus, doch Jakob ist davon überzeugt, dass er es schaffen wird. Er ist getrieben von der Frage, was seinem Vater passiert ist, als er damals während einer Wildwasser Tour mit dem Kanu verschwand. Die Sonne, die erbarmungslos vom Himmel brennt, ist nur eins seiner Probleme. Als er Rast macht, wird ihm sein teurer Fahrradsattel gestohlen.

Zuerst fährt Jakob ohne Sattel weiter, dann klaut er sich einen billigen von einem anderen Fahrrad. Der Sattel ist hart, die Sonne brennt noch immer vom Himmel, sein Körper beginnt zu streiken. Doch ein bisschen Spezialgewürz und schon geht’s weiter. Bis es eben nicht mehr weiter geht.

Jakob schleppt seinen geschundenen und mittlerweile protestierenden Körper unter eine Weide, um sich auszuruhen. Er wird dort von einem katholischen Priester gefunden, der nicht viele Fragen stellt und ihn einfach mit zu sich und seiner Mutter nimmt. Die beiden pflegen nicht nur ihn gesund, sondern haben auch ein autistisches Mädchen namens Judith in ihrer Obhut. Schnell fasst Jakob Vertrauen und Zuneigung zu dieser seltsamen Familie. Er weiß, dass auch der Pfarrer jemanden im Wasser verloren hat.

Gemeinsam mit ihm und Judith stellt sich Jakob schließlich den Dämonen seiner Kindheit und schafft es, sich von seinem Vater zu verabschieden. Auch der Pfarrer findet seine innere Ruhe.

Die Geschichte von Jakob ist eine berührende. Der Junge fühlt sich daheim ungeliebt, also macht er sich auf die Suche. Was er dabei findet, ist aber mehr als nur die Unglücksstelle seines Vaters, sondern auch Freunde und Zuneigung. Spannend und mit subtilem Humor.

„Wildwasser“ war die erste Geschichte von Paulus Hochgatterer, die ich gelesen habe, obwohl er aus meiner Heimatstadt stammt. Da mich das Buch überzeugt hat, folgen sicher noch weitere. In seiner Art erinnert Jakob ein wenig an die Außenseiter von Vonneguts „Zielwasser“ oder ein bisschen an Holden Caulfield aus J. D. Salingers „Der Fänger im Roggen“, wenn man Anithelden mag, dann ist man mit der kurzen Erzählung „Wildwasser“ gut bedient!
Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423211512
ISBN-13: 978-3423211512

Donnerstag, 13. August 2009

Die ko(s)mische Abnehm-Fibel



AutorInnen Pseudonym: Garesa Normeyer
Original: Die ko(s)mische Abnehm-Fibel (2009)
meine Bewertung: 1 von 5

Eins vorweg: Ich habe das Buch bestellt, weil es dazu einen Rezensionswettbewerb gibt. So nach dem Motto: Wer die beste Rezension schreibt, gewinnt ein Netbook. Zwei verdächtig überschwängliche Rezensionen haben mich neugierig gemacht. Da ich ja sowieso lese, mein Laptop schon fast am Eingehen ist und ich gerade Zeit hatte, habe ich das Buch bestellt und gelesen. Rezension folgt hiermit. Gewinnaussichten habe ich damit wohl keine, dafür habt ihr eine ehrliche Meinung.

Das Buch ist streckenweise nett geschrieben, die Illustrationen sind wirklich süß. Der Untertitel verrät es schon: „Wie sie in 3 Tagen keine 15 Kilo abnehmen“. Streckenweise ist satirisch beschrieben, was jede Frau empfindet, die sich zu dick fühlt. Hin und wieder entlockt es einem ein schwaches Grinsen, mehr aber auch nicht. Und am Inhalt ist nichts Neues, so dass man sich ernsthaft fragen muss: Wieso sollte jemand 10,20 Euro für ein 100 Seiten dünnes Buch ausgeben, das einem erzählt, was man sowieso schon weiß und jeden Tag selbst erlebt? Ach ja, da war ja die Sache mit dem Rezensionswettbewerb…

Kann man sich getrost sparen, 10 Euro sind in einem Weightwatchers Kurs besser aufgehoben und bringen mehr. Jetzt muss ich mir mein Netbook zwar selber kaufen (ich glaub, die geforderte „niedliche“ Rezension hab ich hiermit nicht geschafft), geh aber mit gutem Gewissen schlafen. Den einen Punkt gibt’s für die Illustratorin des Autoren-Trios.
Broschiert: 108 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (19. Mai 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837093654
ISBN-13: 978-3837093650

Dienstag, 11. August 2009

Der Bumerang des Bösen



Autor: Thomas Brezina
Original: Der Bumerang des Bösen (1994)
meine Bewertung: 2 von 5

Axel, Lilo, Poppi und Dominik, die vier Kumpels der Knickerbocker Bande hat es auf den fünften Kontinent verschlagen. Es sind Sommerferien und eine Freundin von Poppis Mutter hat sich dazu bereit erklärt, die Kinder in Australien auf ihrer Farm für ein paar Wochen aufzunehmen.

Blöd nur, dass es im Australischen Busch praktisch nichts zu tun gibt. Tante Margaret, wie die Kinder die Freundin von Poppis Mutter nennen, lebt mit ihrem Mann und ihrer verpickelten elfjährigen Tochter Sarah auf einer Farm, weit und breit ist nichts. Der nächste Nachbar ist mehrere Kilometer entfernt und auch von den Kängurus haben die vier Juniordetektive bald die Nase voll.

Kein Wunder also, wenn sie nach Abenteuer suchen. Sarah ist ihnen zuwider, also machen sie allein rund um die Farm auf Entdeckungsreise. Sie stoßen auf einen alten Schuppen, der ihnen gleich verdächtig vorkommt. Onkel Albert hat ihnen verboten, sich dem Schuppen zu nähern, außerdem ist er mit einem elektrischen Zaun gesichert und hat eine Solaranlage am Dach. Natürlich stellt das für die Knickerbocker Bande eine regelrechte Einladung dar.

Sie klettern über den ausgeschalteten Zaun, nähern sich der Hütte und haben plötzlich alle Waffen in der Hand. Die Kinder gehen aufeinander los. Zum Glück können sie in letzter Minute fliehen, laufen aber direkt einem seltsamen Aboriginee in die Arme, der ihnen einen schwarzen Bumerang vor die Füße wirft und sich aus dem Staub macht.

Zweifellos passieren unheimliche Dinge rund um die Farm und die Kinder möchten sich unbedingt jemandem anvertrauen. Sie können Sarah nicht ausstehen und auch deren Eltern kommen ihnen verdächtig vor. Doch es gibt da noch die junge Buschärztin Dr. Gordon, die mehrmals pro Woche mit ihrem Hubschrauber auf die Farm kommt. Aber ob es so eine gute Idee ist, sie in die Entdeckung der Bande einzuweihen?

Immer wieder habe ich das Gefühl, mich verteidigen zu müssen, wenn ich mal wieder einen Ausflug in meine früheste Kindheit als Leser wage – und ich tue es auch an dieser Stelle wieder. Klar, literarisch wertvoll ist wahrscheinlich was anderes, aber ebenso unwahrscheinlich wie spannend sind die Abenteuer, die die Knickerbocker Bande erlebt.

Wahrscheinlich schätzt man Bücher dieser Art nur dann, wenn man sie das erste mal gelesen hat, als man tatsächlich zur Zielgruppe gehörte. Heißt also: Wer nie im Alter von zehn, elf Jahren mit Poppi, Axel, Lilo und Dominik auf Abenteuerjagd war, wird einfach einen etwas distanzierteren Zugang haben und die Bücher als Schund abtun. Wer sie als Kind gelesen hat, wird sich zurück erinnern, wie man mitgefiebert hat, welches sein Lieblingsmitglied war und welches der Abenteuer man selbst gerne erleben wollte.

Die Knickerbocker Bande hat nicht erst ein Kind zu wahren Leseratten gemacht. Warum also nicht? Kinder zwischen acht und zwölf Jahren werden sich damit wahrscheinlich heute noch genauso gut unterhalten wie die Kinder vor fünfzehn Jahren, auch wenn sich die Zeiten geändert haben mögen. Als Kritikpunkt zu dieser Geschichte: Für mein Empfinden selbst als Knickerbocker-Abenteuer sehr an den Haaren herbei gezogen, irgendwie fehlt da die Logik.
Gebundene Ausgabe: 136 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1994)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470317
ISBN-13: 978-3473470310