Sonntag, 30. August 2009

Deception Point



Autor: Dan Brown
Original: Deception Point (2002)
meine Bewertung: 4 von 5


Rachel Sexton, eine brilliante Datenanalystin, wird eines Tages vom Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich in die Arktis geschickt, um dort die Echtheit eines unglaublichen Fundes zu bestätigen. Kurzfristig befindet sich Rachel in einem kleinen Gewissenskonflikt, ist doch ihr Vater Senator Sedgewick Sexton, seinerseits Präsidentschaftskandidat.

Da Rachel eine integere Wissenschafterin ist und sie mit ihrem Vater rein gar nichts verbindet, nimmt sie den Auftrag des Präsidenten an und fliegt aufs Milne Eisschelf. Was sie dort erwartet, raubt ihr den Atem. Ein Meteorit ist unter einer meterdicken Eisschicht eingeschlossen, darin eingeschlossen befinden sich die versteinerten Überreste von Lebewesen, die Kellerasseln ähneln – aber viel größer sind.

Mehrere zivile Wissenschafter haben die Authentizität des Fundes bereits bestätigt, auch Rachel ist überzeugt, vor außerirdischem Leben zu stehen. Der Meteorit wurde gerade zur richtigen Zeit gefunden – nämlich zu einer Zeit, in der sich der Präsident um seine Wiederwahl Sorgen machen muss, weil sein Gegner, Senator Sedgewick Sexton, mit dem brisanten Thema NASA auf Stimmenfang geht und die ständigen Misserfolge der Milliarden verschlingenden Behörde anprangert.

Der Meteorit wird aus dem Eis geborgen, alle Vorbereitungen für eine Pressekonferenz werden getroffen. Es herrscht Aufregung auf dem dunklen Gelände, die Wissenschafter versammeln sich und warten auf die Live-Übertragung der Pressekonferenz aufs Festland. Niemandem fällt auf, dass ein Wissenschafter rund um das Bergungsloch des Meteoriten einen erstaunlichen Fund macht, der die Geschichte des Meteoriten aus dem All in Frage stellt. Noch bevor er jedoch seine Entdeckung an die anderen zivilen Forscher weitergibt, bekommt jemand kalte Füße. Er wird in das eiskalte mit Wasser gefüllte Loch geworfen, wo er nach einem grausamen Todeskampf ertrinkt.

Kurz darauf geraten Rachel und die anderen Forscher, nämlich Corky Marlinson, Norah Mangor und Michael Tolland, in eine mehr als brenzlige Situation, aus der sich nur drei retten können – und auch das nur mit viel Glück und nur vorerst. Irgendjemand hat großes Interesse daran, dass die Authentizität des Fundes weiterhin nicht bezweifelt wird, dafür ist dieser jemand bereit, viele Menschenleben zu opfern.

Wird letztlich das Mysterium um die vermeintlich außerirdischen Kreaturen gelüftet? Wer wird überleben? Und wer sind die Menschen, die die Fäden der dunklen Machenschaften ziehen? Verdächtige gäbe es ja genug…

„Deception Point“ ist nach „Digital Fortress“ das zweite Buch von Dan Brown, allerdings wäre es fast bei diesen zwei Büchern geblieben, da sie nicht besonders erfolgreich waren. Erst als er die Bestseller „Angels and Demons“ und „The Da Vinci Code“ landete, wurden auch die älteren beiden Werke wieder nachgefragt.

Dieses Buch ist in das typische Thriller-Genre einzuordnen, Brown folgt dabei der Tradition vieler amerikanischer (und männlicher) Jungautoren wie Robert Ludlum, Clive Cussler oder auch Ken Follett. Viele, die die Religions-Thriller von ihm kennen (oder die Filme gesehen haben) und noch keins der Frühwerke, werden mit einer gewissen Erwartungshaltung an das Buch herangehen: mysteriöse Zeichen in der Bibel, Codes und so weiter. Die werden ein wenig enttäuscht sein.

Es gibt zwar genügend Verschwörung, allerdings ohne religiösem Beiwerk. Doch eins bleibt gleich: Das Muster, nach dem das Buch aufgebaut ist. Eine überaus kluge und schöne Frau löst gemeinsam mit einem smarten Wissenschafter ein Rätsel, natürlich verlieben sich die beiden und müssen gleichzeitig um ihr Leben bangen.

Natürlich ist fast alles in dem Buch eher weit hergeholt, manches mag der Realität nahe kommen und einiges ist sogar Fakt (Tipp: „bathynomius giganteus“ googlen oder auch mal bei hier ein bisschen schmökern), das Buch ist wohl eher nicht das, was man anspruchsvolle Literatur nennen würde – aber: es ist unterhaltsam.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist es spannend, man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen und obwohl man über das schon bekannte Muster die Augen verdrehen möchte, kann man darüber hinweg sehen. Ich steh dazu: ich mag Dan Browns Bücher. Sie sind flotte, spannende und gar nicht so dumme Unterhaltung für zwischendurch.
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Random House UK; Auflage: New ed. (1. Mai 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552151769
ISBN-13: 978-0552151764

Kommentare:

  1. Warten wir nicht alle schon sehnsüchtig auf "Das verlorene Symbol"? :-) Ja, zugegeben, ich werde ihn mir auch holen, nachdem ich alle anderen von ihm bereits gelesen habe.
    "Deception Point" war glaube ich sogar das erste, das ich von ihm gelesen habe. Da stieß mir diese schablonenhafte Eröffnung noch nicht so auf. (Ein Mord geschieht, die Geschichte beginnt) Inzwischen hoffe ich, dass er das in dem neuen Buch abschalten wird, dann taugt er wirklich optimal als spannende Unterhaltungslektüre.

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  2. Ich bin auch schon gespannt. Ich will aber das englische Paperback haben, sonst schauts im Regal so blöd aus :0)

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