Samstag, 15. August 2009

Der große Gatsby



Autor: F. Scott Fitzgerald
Original: Great Gatsby; the (1925)
meine Bewertung: 5 von 5

Jay Gatsby, geborener Gatz, hat es aus relativ ärmlichen Verhältnissen zum Millionär gebracht. Er kauft sich eine protzige Villa auf Long Island, in die während der Sommermonate regelmäßig die New Yorker High Society der 20er Jahre lädt. Es sind ausgelassene Feste, zu denen sich viele Menschen einfinden. Es wird gefeiert, gelacht und getanzt bis in die frühen Morgenstunden. Beobachtet wird das bunte Treiben von Nick Carraway, der sich ein kleines Häuschen in der Nähe von Gatsbys Villa gekauft hat.

Gegenüber des Sees befindet sich die Villa von Nicks Cousine Daisy, die mit Tom Buchanan verheiratet ist. Er wird öfter in die Villa eingeladen, wo er nicht nur den Mann seiner Cousine näher kennen lernt, sondern auch Daisys mondäne und selbstbewusste Freundin Jordan Baker. Diese gefällt ihm ziemlich gut und es ergibt sich, dass diese Details aus dem ehelichen Leben seiner Cousine erzählt.

Die Ehe scheint alles andere als gut zu sein. Tom betrügt Daisy seit längerem mit der Frau eines Automechanikers und erweist sich auch sonst nicht gerade als Gentleman. Als eines Tages schließlich Jay Gatsby an ihn herantritt und ihn bittet, ein Treffen zwischen ihm und Daisy in Nicks Haus zu arrangieren, willigt Nick ein. Gatsby und Daisy waren vor dem Ersten Weltkrieg ein Paar, doch dann wurde Gatsby einberufen und Daisy zu einer lukrativen Verbindung mit Tom Buchanan gedrängt.

Nick organisiert ein Treffen zwischen Gatsby und Daisy. Die beiden erkennen sich sofort wieder und scheinen sich zu lieben wie eh und je. Daisy ist zwischen ihrem Mann und ihrem Geliebten hin und her gerissen und das Schicksal, an dessen Ende drei Tote stehen, nimmt seinen Lauf.

„Der große Gatsby“ ist ein faszinierendes Buch. Es führt in die Stimmung der 20er Jahre ein und zeigt, wie Oberflächlichkeiten, vor allem bei Frauen, immer noch auf der Tagesordnung stehen. Andererseits wird auch das langsame Bröckeln dieses Klischees dargestellt, beispielsweise in der Figur der Jordan Baker, die – anders als Daisy – eine selbstständige Frau ist, der das Geld der Männer egal ist.

Die Eleganz dieser Zeit, die nur mit viel Mühe aufrecht erhalten werden kann – schließlich ist gerade der Erste Weltkrieg vorbei – zieht den Leser in seinen Bann, ebenso wie die spannende Handlung. Neben Gesellschaftskritik und Romantik kann der Roman mit Spannung aufwarten, was ihn Wert macht, gelesen zu werden.
Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (10. April 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3937793038
ISBN-13: 978-3937793030

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