Freitag, 28. August 2009

Ein todsicherer Job



Autor: Christopher Moore
Original: A dirty Job (2006)
meine Bewertung: 5 von 5


Charlie Asher muss auf die harte Tour lernen, wie nah Freud und Leid beieinander liegen. Er fährt ins Krankenhaus, um seine neugeborene Tochter zu besuchen, doch als er das Zimmer seiner Frau Rachel betritt, sieht er, wie eine gänzlich in mintgrün gekleidete Gestalt sich über sie beugt. Kurz darauf ist Rachel tot.

Charlie befindet sich im Gefühlschaos. Er muss sich um seine kleine, zuckersüße Tochter kümmern, den Tod seiner Frau, an der er wirklich sehr hing, verkraften und gleichzeitig seinen Trödelladen weiterführen. Wie es der Zufall so will, tötet er nebenher auch noch zwei Menschen. Zumindest glaubt er das. Er macht sich auf die Suche nach Antworten und stöbert dabei den Mann in Mintgrün auf. Der Plattenhändler erklärt Charlie das Wesen ihrer Jobs:

Die beiden sind zwei der zahlreichen Gehilfen des Todes. Sie tauchen auf, wenn Menschen sterben und müssen dafür sorgen, die sogenannten „Seelenschiffchen“, Gegenstände, an denen den Verstorbenen viel lag, an neue Besitzer zu bringen. Sie sind also wie Boten und nicht für den Tod ihrer „Klienten“ verantwortlich. Doch nicht nur die Seelenboten sind auf der Suche nach den Seelenschiffchen, sondern auch die Wesen, die unter der Stadt leben.

Wenn es ihnen gelingt, die Seelenschiffchen an sich zu reißen, wird ihre Macht stärker und sie können sich aus der Unterwelt vorwagen. Weil Charlie seinen neuen Job anfangs nicht besonders ernst nimmt, werden die Gullyhexen, wie Charlie die Wesen nennt, immer mächtiger.

Auch in Erziehungsfragen ist Charlie leicht überfordert. Seine kleine Tochter hat herausgefunden, dass sie Menschen und Tiere töten kann, indem sie darauf zeigt und „Mietzi“ sagt. Die beiden riesigen Höllenhunde, die plötzlich aufgetaucht sind und die Kleine beschützen, erweisen sich als resistent gegen alle Mordversuche durch Charlie und schlussendlich doch als wahrer Segen.

„Ein todsicherer Job“ ist eines der witzigsten Bücher der letzten Jahre. Moore versteht es, durch eine total abgedrehte Welt zu führen, mit Charakteren, die man einfach lieben muss. Vom Höllenhund bis zu den beiden Babysittern oder seinen Angestellten im Trödelladen – man schließt die Figuren ins Herz, lebt mit ihnen und leidet mit ihnen.

Besonders der schüchterne und überforderte Charlie, der sogar kleine Allmachtsphantasien hegt, vereint einige Aspekte des durchschnittlichen Lesers und macht ihn so zu einem Teil des Geschehens.

Neben dem vordergründigen situationskomischen Aspekten sind es auch der Sprachwitz und der teilweise hintergründige Humor, die das Buch zu einem absoluten Must-Read für alle Fans des etwas dunkleren spaßigen Genres machen. Ein intelligent konstruiertes Highlight mit viel Action, Tränen der Freude und des Leids und einer gehörigen Portion Respektlosigkeit. Top!
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 1 (13. November 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542251
ISBN-13: 978-3442542253

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