Montag, 26. Oktober 2009

Das Lied der Honigvögel



Autorin: Anne McCullagh Rennie
Original: Song of the Bellbirds (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Die junge Lizzy Foster lebt gemeinsam mit ihrem Vater und zwei Angestellten auf einer Farm im australischen Outback. Sie hat eine wunderschöne Stimme und liebte es, gemeinsam mit ihrer Mutter zu singen. Doch als diese sich mit einem Musicalstar auf und davon macht und nie wieder nach Hause zurück kehrt, verbietet der hart arbeitende Farmer seiner Tochter das Singen.

Lizzy ist sehr musikalisch und beginnt an ihrer Schule, die Musikschülerinnen von Schwester Angelica mit dem Klavier zu begleiten. Sie probt mit ihnen für die große Aufführung am Ende des Jahres. Sanft drängen sie die Schwestern der Schule immer wieder, selbst wieder mit dem Singen zu beginnen und auch ihre Großmutter mütterlicherseits, die in Toowoomba lebt, würde ihre Enkelin gerne wieder singen hören.

Das Schicksal arrangiert es schließlich so, dass Lizzy doch wieder singt – und alle Zuhörer in ihren Bann schlägt. Sie blüht während des Singens richtig auf und würde ihre Freude gerne mit ihrem Vater teilen. Doch dann zieht ein Gewitter auf Kinmalley, der Farm der Fosters zusammen. Es stürmt, blitzt und donnert und Dan läuft aus dem Haus, um nach dem Rechten zu sehen. Am Rückweg erleidet dieser einen Herzinfarkt und stirbt in den Armen seiner Tochter. Bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben beschließt die junge Lizzy Foster, nie wieder in ihrem Leben den Mund zum Singen aufzumachen.

Neben der Trauer um ihren Vater muss sie auch noch damit klar kommen, dass sie von nun an bei ihrer Großmutter in deren kleiner Wohnung in Toowoomba leben wird, vor und nach der Schule arbeiten muss und sowohl die Farm als auch ihre geliebten Hunde und Pferde verkauft werden.

Die Zeit vergeht, Lizzy wird älter und immer wieder kehrt ihr Leben schicksalhaft an einen Punkt zurück, an dem sie einfach wieder zum Gesang zurück kehren muss. Denn egal, wie sehr sie das Singen an die verlorenen Lieben erinnert, so bringt es Lizzy auch immer wieder Gutes in ihr Leben. Im Laufe der Zeit entwickelt sich Lizzys Karriere immer weiter, sie erhält ein Stipendium in Wien und mausert sich schließlich zur gefragtesten Opernsängerin der Welt. Ihr Leben gleicht einer Achterbahn, doch am Ende geht es immer weiter bergauf als bergab…

„Das Lied der Honigvögel“ ist eine sehr, sehr schmalzige Romanze, die Heldin ist sympathisch und ihr Leben geschüttelt von Schicksalsschlägen, die sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit verkraftet, vor allem, da Kismet immer wieder auch mehr als positive Trümpfe für Lizzy bereit hält.

Was irgendwie seltsam ist: Es ist im Buch die Rede von einer großen Dürreperiode, die Farmer rundherum leiden und es gibt nicht genug Wasser. Dennoch nimmt Lizzy schon im nächsten Absatz ein Vollbad, außerdem liest man auf Seite 268: „Es war Ende April und die Rosen verbreiteten eine herbstliche Pracht“ – aha!

Das Fazit des Buches: Für einen bestimmten Leserinnentyp wahrscheinlich die optimale Lektüre: bittersüße Romanze mit Happy End. Normalerweise lese ich persönlich sowas nur dann, wenn es mit absolut genialem Humor gepaart ist, beispielsweise bei Susan Elizabeth Phillips oder Sophie Kinsella. Ich mag keine schmalzigen Bücher, aber dieses hat es peinlicherweise vermocht, mich stellenweise zu Tränen zu rühren.

Wahrscheinlich muss einiges zusammenpassen, damit man das Buch mögen kann, ansonsten kriegt man davon wohl so eine Art Zuckerschock. Aber wenn man Diabetiker ist und einem nach einem Zuckerschub ist: Gute Wahl!
Taschenbuch: 366 Seiten
Verlag: Weltbild,,, (1. Januar 2005)
ISBN-10: 3898975827
ISBN-13: 978-3898975827

Kommentare:

  1. „Es war Ende April und die Rosen verbreiteten eine herbstliche Pracht“ – aha!

    Das liegt wohl daran, dass sich Australien auf der Südhalbkugel befindet. Und im April ist dort nunmal Herbst ;)

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  2. Lizzy ach Lizzy, wohl war das Lied der Honigvögel an mir vorbei geglitten.

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