Dienstag, 6. Oktober 2009

Milchgeld



Autoren: Volker Klüpfel, Michael Kobr
Original: Milchgeld (2005)
meine Bewertung: 3 von 5

Es ist Montag. Das Wochenende ist gerade vorbei, am Abend steht eine Musikprobe an, und bis zum nächsten Wochenende ists noch weit hin. Keine guten Voraussetzungen also für einen Tag, um schön zu werden. Doch Montags gibt es die von Erika Kluftinger selbst gemachten Kässpatzen, der einzige Lichtblick weit und breit. Und vielleicht auch das Einzige, was den Montag erträglich macht. Dieser Montag unterscheidet sich jedoch von den Montagen davor: Das Telefon läutet, als Kluftinger bereits in der Tracht für die Musikprobe ist und seine Kässpatzen verspeisen möchte.

Kluftinger wird zu einem Tatort gerufen. Ein Mord. Und das bei ihm in Altusried, wo sonst doch nie etwas passiert. Der Kommissar verspeist hektisch den letzten Rest seiner Mahlzeit, ist froh über die verpasste Musikprobe und schon am Weg zum Tatort. Dort wird er mit einem toten Lebensmittelchemiker aus einem größeren Milchverarbeitungsbetrieb konfrontiert, der mit einer Ikea-Vorhangschnur erdrosselt worden war.

Zwar kann Kluftinger keine Toten sehen und muss auch gleich gegen die Übelkeit ankämpfen, dennoch arbeitet sein beinahe fotografisches Gedächtnis aber einwandfrei und prägt sich alle Einzelheiten des Tatortes ein. Kluftinger ist aufgeregt. Er freut sich über den spannenden und wichtigen Fall, weiß aber schon, dass es mit seiner Frau daheim Stress geben wird. Die beiden haben einen Urlaub gebucht, nach Mallorca. Kluftinger ist froh, dass auch dieser Kelch an ihm vorüber geht, doch seine Frau ist natürlich wütend und beschließt, ausgerechnet mit der Frau seines Erzfeindes zu verreisen.

Kluftinger wird also zum Strohwitwer, was ihm aber auch ganz gelegen kommt. So kann er seine ganze Energie in die Aufklärung des Falles stecken, der ihn schon bald in die Vergangenheit führt. Es wird spannend, ein wenig gefährlich und schließlich mysteriös…

„Milchgeld“ ist der erste Fall von Kommissar Kluftinger, er spielt im schönen Allgäu, das in wunderbaren Szenen beschrieben wird. Der Kommissar ist ein sympathischer Mensch, auch wenn er zu Wutausbrüchen und zum Fluchen neigt, doch das macht ihn nur menschlicher. Nett ist auch, dass man einiges über sein Privatleben erfährt, das zwar halbwegs harmonisch zu verlaufen scheint, dem man aber auch anmerkt, dass es sich um ein langjähriges Eheleben handelt.

Es war gute Unterhaltung, die Charaktere sind plastisch geschildert und auch die Landschaftsbeschreibungen sind so verlockend, dass man gerne seine Wanderschuhe einpacken und sich auf den Weg durch die grünen Wiesen machen möchte. „Milchgeld“ ist nett, humorvoll und spannend, für Fans von Regionalkrimis durchaus lesenswert. Auch ich werde Klufti weiterverfolgen!

Taschenbuch: 309 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 19., Aufl. (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492242162
ISBN-13: 978-3492242165

1 Kommentar:

  1. Klingt gut, werde ich mir mal anschauen..Witzig, grad wo ich über diesen Beitrag stolpere, gibts im Radio Werbung für Kluftinger, muss einen neuen Fall geben! LG Jörn

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