Freitag, 27. November 2009

Im Höllbach ist die Hölle los



Autor: Manfred Böckl
Original: Im Höllbach ist die Hölle los (1992)
meine Bewertung: 2 von 5

Es ist Sommer, die Mitglieder der Pizzabande genießen gerade ihren ersten Ferientag, als sie in der alten Burgruine zufällig auf ein ganzes Arsenal an unbewohnten Wohnwägen stoßen. Sie wollen sich nur ein wenig umsehen, doch da werden sie von zwielichtigen Typen, offenbar den Besitzern, vertrieben.

Die Pizzabande, bestehend aus Schräubchen, Milli, TH und Tommi, macht sich daraufhin ein paar gemütliche Stunden am Hof von Millis Eltern. Doch allzu lang währt die Ruhe bei den Pizzabande-Mitgliedern ja nie und schon bald finden sich die Freunde in einem neuen Abenteuer wieder. Sie entdecken, dass im Höllbach laufend Fische sterben und stoßen auf eine Spur zu den Umweltverschmutzern, die irgendwie Gift in den Höllbach leiten. Ehrensache, dass sich die Kinder ans Ermitteln machen und die Schuldigen finden…

Die Pizzabande schlägt in dieselbe Kerbe wie die Knickerbocker Bande oder auch TKKG. Eine Bande, bestehend aus Mädchen und Jungs um die dreizehn Jahre und mit verschiedenen Charaktereigenschaften machen sich daran, Verbrechen aufzuklären, natürlich mühelos und allen Gefahren trotzend. Für Kinder im Zielgruppenalter eine nette Unterhaltung, die im Vergleich zu den TKKG Büchern ohne Klischees auskommt.
Gebundene Ausgabe: 122 Seiten
Verlag: Egmont Franz Schneider Verlag (1992)
ISBN-10: 3505046523
ISBN-13: 978-3505046520

Dienstag, 10. November 2009

Death of a Prankster



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Prankster (1988)
meine Bewertung: 4 von 5


Der Winter hat die Schottischen Highlands fest im Griff. Da kommt es der Familie des alten und unglaublich reichen Andrew Trent alles andere als gelegen, dass das Familienoberhaupt zur Versammlung bittet. Doch scheinbar geht es dem Alten schlecht, es könnte also sein, dass sich hier die letzte Gelegenheit für die gierige Verwandtschaft ergibt, für eine Testamentsänderung zu ihren Gunsten zu sorgen. Man macht sich also aus allen Richtungen Großbritanniens auf den Weg zum Trentschen Anwesen.

Unter den Gästen befinden sich die beiden altjungferlichen Töchter Betty und Angela, der adoptierte Sohn und Lebemann Charles mit seiner Verlobten Titchy Gold, der Bruder des Millionärs, Jeffrey mit seiner Frau Jan und schließlich Paul, Stiefsohn Jeffrey Trents, mit seiner Freundin Melissa Clarke. Niemand freut sich besonders auf das Wiedersehen mit dem Patriarchen, ist er doch im ganzen Ort bekannt für seine kindischen Späße.

Schon am ersten Abend in dem überheizten Anwesen liegen die Nerven blank. Andrew macht seine Späßchen, versteckt Furzkissen, lässt Wasser und Mehlsäcke von halboffenen Türen fallen und versteckt sogar eine Puppe in einem Schrank, die wie eine Leiche herausstürzt, als dieser geöffnet wird. Alle machen gute Miene zum bösen Spiel, könnte es doch sein, dass der Alte sie in seinem Testament dafür fürstlich belohnt.

Besonders lang reicht die Geduld der Anwesenden allerdings nicht, denn schon wenig später wird Andrew Trent ermordet aufgefunden. Passenderweise stürzt er mit einem Messer in der Brust aus dem Schrank. Als Hamish Macbeth gerufen wird, bittet dieser zunächst den Butler Enrico, zu überprüfen, ob er auch tatsächlich tot ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass Hamish wegen eines Spaßes zum Trentschen Anwesen geordert wäre. Doch Trent ist tot – und bald darauf muss auch eine zweite Person aus der Familie daran glauben…

Mit Hamish Macbeth hat M. C. Beaton bei mir eine Saite zum Schwingen gebracht. Der Dorfpolizist ist mir schon nach dem zweiten Band sehr ans Herz gewachsen, „Death of a Prankster“ ist nun der dritte aus der Reihe. Der schottische Akzent wird immer leichter zu verstehen, auch die Eigenheiten der Dorfbewohner sind sympathisch. Beaton schafft eine heimelige Atmosphäre, zwar nicht so ausgetüftelt wie Christie, aber nett und kurzweilig.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (6. November 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1845297369
ISBN-13: 978-1845297367

Sonntag, 8. November 2009

Tatsächlich Liebe



Autor: Philip O'Connor
Original: Love Actually (2003)
meine Bewertung: 2 von 5

Es ist kurz vor Weihnachten in London: David Farley ist gerade zum Premierminister von England gewählt worden, gerade bei den Frauen hat er nicht nur durch seinen Wahlkampf und seine politischen Ideen überzeugt, sondern durch sein Äußeres. Rund 19 Prozent seiner Wählerinnen finden besonders sein Lächeln sehr sexy.

Eigentlich hätte er so kurz nach dem Einzug in die Downing Street Number Ten andere Sorgen, aber ausgerechnet da trifft ihn er auf die Liebe seines Lebens. Klassischerweise seine Sekretärin. Doch auch in anderen Teilen der Stadt verlieben sich Menschen, erfahren am eigenen Leib, dass Liebe nicht immer schön ist und manchmal sogar weh tut.

Das Buch entstand nach dem gleichnamigen Weihnachtsfilm mit Colin Firth, Rowan Atkinson und Keira Neightley. Man wird mit einer Vielzahl von Menschen und Pärchen konfrontiert, ein so dünnes Büchlein wie dieses schafft es allerdings nicht, eine Tiefe zu erzeugen oder Sympathien für die Protagonisten zu schaffen. Der Film ist wahrscheinlich um einiges besser, das Buch, das sehr oberflächlich bleibt, kann man sich aber getrost sparen.
Taschenbuch: 187 Seiten
Verlag: Goldmann (2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442456010
ISBN-13: 978-3442456017

Freitag, 6. November 2009

Death of a Scriptwriter



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Scriptwriter (1998)
meine Bewertung: 3 von 5

Rein zufällig lernt der Kleinstadtpolizist aus dem kleinen schottischen Städtchen Lochdubh die ehemalige Romanautorin Patricia Martin-Broyd kennen. Diese ist jenseits der siebzig und lebt einsam und allein in ihrem Cottage. Sie hält sich für eine wahre Lady und benimmt sich auch so.

Ihre Bücher haben sich schon in ihren Hoch-Zeiten weniger als mäßig verkauft, es waren langatmige, detailverliebte Krimis. Seit langer Zeit hat Patricia schon keine Zeile mehr geschrieben, sie lebt von einem ausreichenden Erbe. Doch dann passiert etwas Ungeahntes.

Ein Filmproduzent stößt auf ihr erstes Buch und möchte gern die Rechte daran. Er übertölpelt die ältliche Lady mit dem Versprechen, ihre Bücher würden neu aufgelegt werden, sobald die Serie erst einmal ins Fernsehen käme. Patricia ist überglücklich, sie kann an nichts anderes mehr denken und unterschreibt den Vertrag.

Bald darauf kommt das Filmteam in Macbeths und Patricias Gegend, um einen passenden Drehort zu finden. Sie entscheiden sich für den winzigen Ort Drim. Das Buch wurde von einem Drehbuchautoren fast ins Unkenntliche entstellt, etliche Nacktszenen wurden eingebaut und die Rolle der scharfsinnigen Detektivin erhält eine großbusige B-Schauspielerin.

Patricia will es sich nicht nehmen lassen, beim Dreh zuzusehen und ist natürlich mehr als entsetzt, was aus ihrem Buch wurde. Sie hatte gewiss keine Pot rauchende Kommune im Sinn, als sie ihren schottischen Hochlandkrimi schrieb. Doch nicht nur mit der Autorin verscherzt es sich der Drehbuchautor, sondern auch mit dem Mann der Schauspielerin, seiner Assistentin und den Dorfbewohnern von Drim.

Irgendwie wundert es keinen, als kurz nach den größeren Eklats der Drehbuchautor mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden wird. Hamish Macbeth wird hellhörig und mischt sich in die Ermittlungen ein, so gut es eben geht. Ihm ist klar, dass es unendlich viele Motive für den Mord geben musste, doch genausoviele Alibis findet er. Die Sache verkompliziert sich, als zwei weitere Menschen tot aufgefunden werden.

„Death of a Scriptwriter“ ist der zweite Krimi, den ich von M. C. Beaton gelesen habe. Bei „Death of a Snob“ hatte ich noch so meine Probleme mit den Passagen, die in schottischem Akzent verfasst sind, doch daran gewöhnt man sich sehr schnell, so dass bereits dieser Krimi wesentlich mehr Spaß macht.

Hamish ist ein sympathischer Polizist mit seinen Ecken und Kanten. In vielerlei Hinsicht ähnelt er mit seiner komplexen Persönlichkeit dem Schottischen Hochland, das in Beatons Krimis sehr plastisch beschrieben wird. Der Fall an sich mag vielleicht nicht besonders ausgeklügelt sein, dafür ist es das Drumherum. Beatons Krimis leben von ihren Charakteren und den Eigenheiten selbiger. Eine Serie, die ich mir wohl zur Gänze zulegen werde.
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (30. Juli 2009)
ISBN-10: 1845299094
ISBN-13: 978-1845299095