Mittwoch, 30. Dezember 2009

Bibliomania



Autor: Steven Gilbar
Original: Bibliotopia (2008)
meine Bewertung: 4 von 5


Steven Gilbar hat in diesem dünnen Bändchen mehrere Leselisten versammelt, dazwischen tummeln sich immer wieder interessante Fakten aus der Welt der Literatur. Neben Listen mit den Nobelpreisträgern, Listen mit den dicksten Büchern oder Romanen mit Tieren in der Hauptrolle, erfährt man wichtiges über deutsche Literaturpreise oder große Bibliotheken.

Ein sehr liebevoll zusammengestelltes Büchlein, in das man immer wieder gerne reinliest und aus dem man vielleicht die ein oder andere Leseanregung mitnimmt. Was man bemängeln könnte ist, dass vor allem bei den Erklärungen zu Fremdwörtern aus dem Verlagswesen die Erklärung oft sehr knapp gehalten ist und sich mir letztlich die wahre Bedeutung eines Wortes oft nicht wirklich erschlossen hat.

Broschiert: 176 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257237812
ISBN-13: 978-3257237818

Dienstag, 29. Dezember 2009

High Voltage Tattoo



Autorin: Kat von D.
Original: High Voltage Tattoo (2009)
meine Bewertung: SAHNESTÜCK!!

"I'm a canvas of my experiences. My story is etched in lines and shading, and you can read it on my arms, my legs, my shoulders and my stomach. But like everybody else, I was born naked and screaming, waiting for my life to write itself on my skin." So beginnt die außergewöhnliche Biografie einer außergewöhnlichen Frau.

Kat von D. ist erst 27, ihr Körper mit Tätowierungen übersät und sie selbst ist die Tätowiererin der Stars. Sie hat in ihrer Show "LA Ink" Musiker, Schauspieler und sogar Pornostars als Kunden, Kat selbst ist nicht nur wegen ihres Äußeren, sondern vor allem wegen der Qualität ihrer Tätowierungen selbst schon ein Star - zumindest in der Szene.

Zwar wird ihr oft nachgesagt, hochnäsig zu sein und eine "bad attitude" zu haben, ihre Biografie allerdigns liest sich wie eine Liebeserklärung an ihre Profession, sie schreibt ebenso poetisch über ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Tätowierungen und die Tätowierungen, die sie gemacht hat, über Musen, die Liebe und das Leben im Allgemeinen. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, Lionel Deluy hat für wunderbare Fotos gesorgt, jede Seite ist anders. Ein Buch, das man entdecken muss - bei jedem erneuten Blick findet man neue Details, Kat von D. zeigt sich von ihrer sehr persönlichen und überaus sympathischen Seite.

Ein Muss für alle Fans von Kat von D., für Freunde der Hautkunst oder solche, die es noch werden wollen. Aber auch für die Eltern jener längst erwachsen gewordenen Kinder, die nicht verstehen können, warum man das Bedürfnis haben kann, seine Erinnerungen auf der Haut zu tragen (schade, dass meine Mutter nicht Englisch kann...). Kat zeigt, wie weit weg Tätowierungen vom Schmuddel-Image mittlerweile sind und was an Qualität möglich ist. Sicher, für freakige Farbe ist wohl mit einem Profi auf diesem Gebiet am besten beraten, in Sachen Porträts und b/g spielt Kat in der obersten Liga.

Meine Bibel und das Lesehighlight des Jahres!
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Collins Design (2009)
Sprache: Englisch
ISBN-13: 978-0061684388

Samstag, 26. Dezember 2009

Die Weihnachtsmarkt-Bande



Autor: Wolfram Hänel
Original: Die Weihnachtsmarkt Bande (2004)
meine Bewertung: Flop!

Milli und Panik sind Schulfreunde und erleben allerhand Abenteuer miteinander. An einem Tag im Advent wird Panik von ihrer Mutter beauftragt, deren Uhr zum Uhrmacher in der Stadt zu bringen. In der Nähe befindet sich ein Weihnachtsmarkt, und gemeinsam mit Milli, der sie begleitet, wagt sie einen Abstecher dorthin.

Was am Weihnachtsmarkt vor sich geht, ist allerdings alles andere als weihnachtlich. Taschendiebe treiben sich zwischen den Buden herum und niemandes Geld ist mehr sicher. Ehrensache, dass sich Milli, Panik und deren Freund, der Dichter, darum kümmern und versuchen, die Diebe zu stellen. Ob die Pennerin etwas mit der Sache zu tun hat? Oder die kleinen Türken, die vor den Kaufhäusern ihre Weihnachtslieder singen?

An sich ist die Idee des Adventkrimis in 24 Kapiteln ja eine ganz nette, wenn auch keine, die Hänel geboren hat. Die 24 Kapitel sind an den langen Seiten nicht getrennt, sondern nur perforiert, so dass jeden Tag mit einem Brieföffner ein Kapitel geöffnet werden kann. Besser, als jeden Tag schon morgens Schokolade zu essen. Das ist aber auch schon das einzig positive, das man an diesem Buch entdecken kann.

Verwirrend ist schonmal, dass Milli ein Junge und Panik ein Mädchen ist. Da im ersten Kapitel nicht genügend auf die beiden Kinder eingegangen wird, tut man sich auch als Erwachsener nicht ganz so leicht mit er ungewöhnlichen Namensgebung. Weiters scheint das Buch Teil einer Serie zu sein, da manchmal auf andere Abenteuer verwiesen wird, bzw. Personen wie alte Bekannte in die Geschichte eingeführt werden, ohne sie näher zu erklären.

Außerdem störte mich beim Lesen massiv die Ausdrucksweise des Autors. Er scheint entweder ein Problem mit Beistrichen zu haben, oder aber generell mit Konjunktionen zu haben. Als Beispiel: "Milli und Panik sitzen in der Schule. Und hören nicht zu." Ein nerviger Stil, der das ganze Buch über beibehalten und inflationär verwendet wird.

Ein weiteres Problem des Buches: Die Figurenzeichnung erfolgt sehr stereotyp, von Anfang an werden die türkischen Sänger als "die kleinen Türken" bezeichnet und genauso, wie "der Tätowierte" generell verdächtigt, etwas mit den Diebstählen zu tun zu haben. Und dass die "Pennerin" auch ihre Finger im Spiel haben muss, scheint klar zu sein. Es gibt weit, weit bessere Adventkalendergeschichten, um Hänel werde ich definitiv den größten verfügbaren Bogen machen. Und ihn nicht mehr lesen.
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: cbj (2. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3570216989

Freitag, 25. Dezember 2009

Nicht schon wieder Weihnachten



Herausgeberin: Daniela Kampa
Original: Nicht schon wieder Weihnachten (2009)
meine Bewertung: 3 von 5


Wie schon seit einigen Jahren habe ich mir auch heuer wieder Daniela Kampas Sammlung von Weihnachtsgeschichten gekauft. Nachdem ich in den letzten Jahren ein, zweimal enttäuscht wurde, weil sowieso bereits bekannte Geschichten in mehreren Bänden verwertet wurden, war ich heuer wieder einmal etwas positiver überrascht.

Folgende Geschichten finden sich in der Sammlung:

„Der Mann, der Weihnachten liebte“ von Henry Slesar
„Weihnachten mit Winterberg“ von Martin Suter
„Dinah, die Weihnachtshure“ von David Sedaris
„Weihnachten“ von Robert Gernhart
„Krippe“ von Richard Ford
„Segne mich Vater, denn ich habe gesündigt“ von Ray Bradbury
„Der Tannenbaum“ von Anton Čechov
„Die drei stillen Messen“ von Alfonse Daudet
„Die Geschichte von den Kobolden, die einen Totengräber entführten“ von Charles Dickens
„Die Diebe, die nießen mussten“ von Thomas Hardy
„Der Eltern Weihnachtsfest“ von Ring Lardner
„Der Weihnachtsbaum“ von Joachim Ringelnatz
„Lieber Weihnachtsmann“ von René Goscinny
„Tagebuch“ Jakob Hein
„Mein schönstes Weinachtserlebnis“ von Nikolaus Heidelbach
„Die Wohltat“ von Laura de Weck
„Supermann und Superfrau“ von Wladimir Kaminer
„Weihnachten“ von Charles Bukowski
„Das Restaurant an der Place des Terres“ von Georges Simenon
„Klirr, Gläschen, klirr“ von Marten t Hart

Diese Sammlung ist bis auf einige wenige Ausnahmen gut gelungen, es handelt sich durchwegs um halbwegs spannende und mysteriöse Geschichten rund um das Weihnachtsfest. Verschiedene Zeiten und Bräuche werden dabei ebenso thematisiert wie unterschiedliche Schichtzugehörigkeiten und Länder. Interessante vorweihnachtliche Lektüre der spannenden und leichten Art.


Dienstag, 15. Dezember 2009

Der Geheimcode - Artemis Fowl



Autor: Eoin Colfer
Original: The Eternity Code (2003)
meine Bewertung: 4 von 5

Die Zeit für den jungen Meisterganoven Artemis Fowl wird knapp. Sein Vater, der Begründer des Fowl-Imperiums und selbst krimineller als die Mafia, liegt in Helsinki in einem Krankenhaus und erholt sich langsam von seiner Gefangenschaft. Doch die Zeit in Haft hat ihn geprägt und so spricht er immer wieder davon, ein ehrbarer Bürger werden zu wollen. Und gleichzeitig erwartet er das auch von seinem Sohn, der sich in seiner Abwesenheit um die Mehrung des Familienvermögens gekümmert hat.

Artemis hat sich gemeinsam mit seinem Leibwächter Butler einen beträchtlichen Ruf erworben, hat er doch in vergangenen Abenteuern die Tagebücher DaVincis gefälscht und verkauft, die ägyptischen Pyramiden verschachert und die Feen der Unterwelt um einen Teil ihres Goldes gebracht. Jetzt plant er den ultimativen Coup. Mithilfe eines mit Feentechnologie ausgerüsteten Supercomputers in handlicher Größe erpresst er einen der mächtigsten Männer der Welt. Dass es eine so gefährliche Mission werden würde und er erneut auf die Hilfe aus der Feenwelt angewiesen sein würde, hat er bei der Planung des Geniestreiches aber nicht geahnt.

„Der Geheimcode“ ist eigentlich der dritte Teil der Artemis-Fowl-Reihe, aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit dem Buch auch sehr viel Spaß haben kann, ohne die Vorgänger zu kennen. Die Geschichte ist actionreich, witzig und hat sehr berührende Seiten. Ein bisschen glorifiziert wird Kriminalität und Ganoventum schon, aber einen Gegenpol dazu bildet die neue Vernunft seines Vaters, die gegen Ende des Buches immer häufiger zutage tritt.

Richtig nett zu lesen ist auch die abwechselnde Darstellung von Tagebucheinträgen Artemis‘ und der eigentlichen Geschichte. Für Kinder ab zwölf sicher ein Erlebnis, ich wurde schon angefixt und muss mir unbedingt auch die anderen Bände besorgen. Auch die Bücher mit Meg Finn sind ein paar Stunden des Lesens wert!
Broschiert: 322 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Dezember 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604854
ISBN-13: 978-3548604855

Freitag, 11. Dezember 2009

Der Weihnachtshund



Autor: Daniel Glattauer
Original: Der Weihnachtshund (2004)
meine Bewertung: 5 von 5

Kurt ist der kleine Rauhaardackel von Max und war wohl soetwas wie ein Arbeitsunfall. Und das kam so: Max ist mehr oder weniger Journalist, also seine Tätigkeit könnte man durchaus als journalistisch bezeichnen. Er verfasst einerseits die Rätselseite, schreibt andererseits die Untertitel zu den Nackedei-Bildern der Zeitschrift und außerdem in einem Tiermagazin mit ungefähr vier Abonnenten eine Kolumne über sein Leben mit einem Hund – und das ist eben Kurt.

Kurt hat einen Lieblingssessel und mit diesem viel gemeinsam: beide bewegen sich gar nicht. Max muss Kurt zum Gassigehen fast hinaus in den Park tragen, sein Hund scheint ständig müde zu sein. Also führen sie eine friedliche Koexistenz, die von gegenseitiger Ignoranz geprägt ist.

Weihnachten naht und Max beschließt, dem Fest zu entfliehen. Also gibt er eine Annonce auf, in der er jemanden sucht, der Kurt während seiner Abwesenheit betreut. Die Betreuung dabei beschränkt sich sowieso nur darauf, Kurt gelegentlich in den Park zu schleifen und seine Schnauze in die Futterschüssel zu tunken. Schnell finden sich auch Interessenten, darunter auch Katrin.

Katrin mag eigentlich Hunde nicht besonders, doch sie sieht in Kurt ihre einzige Chance, dem Weihnachtsfest bei ihren Eltern zu entfliehen, denn die können Hunde überhaupt nicht ausstehen. Was weder Katrin noch Max ahnen: Kurt führt ein geheimes Nachtleben, das durch die Aufnahme bei Katrin unterbrochen wird – Kurt entwickelt sich unter ihrer Obhut zu einem beinahe lebendigem Wesen. Und irgendwie entwickelt sich da auch zwischen Max und Katrin was…

Glattauers Schmäh liegt einfach auf meiner Wellenlänge, ich liebe die Wortspiele und die Sprache, die er verwendet – wahrscheinlich ein Umstand, mit dem der Nicht-Österreicher bzw. Nicht-Wiener eher wenig anfangen kann, zugegebenermaßen ist die Geschichte auch ziemlich vorhersehbar. Aber sie hat mich in Weihnachtsstimmung gebracht wie heuer sonst gar nichts, ich liebe Hunde und hab auch Kurt gleich in mein Herz geschlossen. Platte Geschichte mit Happy End (natürlich!) aber viel Herz, Humor und Komik in der Sprache und Situation.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (12. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442467624
ISBN-13: 978-3442467624

Ich und die Anderen



Autor: Matt Ruff
Original: Set this House in Order (2003)
meine Bewertung: 5 von 5

Andy Gage hat ein Problem. Beziehungsweise mehrere dutzend. Er leidet an einer Multiplen Persönlichkeitsstörung, doch gemeinsam mit seiner Psychiaterin Dr. Grey hat er es geschafft, in seinem Kopf ein Haus zu bauen, in dem jeder Seele ihr eigener Platz zugewiesen ist. Abwechselnd dürfen die verschiedenen Seelen den Körper übernehmen und ein bisschen Zeit für sich in der „Realität“ beanspruchen, doch sie werden dabei immer von der Hauptseele Andy überwacht, der die Verantwortung für den Körper trägt, während sein Vater für das Haus der Seelen sorgt.

Dadurch hat sich Andys Leben entscheidend verbessert, er hat keine Blackouts mehr so wie früher, nur selten gerät er in Schwierigkeiten, aber immer muss er sehr aufmerksam sein und vor allem die wilderen Seelen scharf im Auge behalten. Natürlich erfordert dies einen straff geregelten Tagesablauf und Drogen und Alkohol sind tabu.

Andy hat Glück, denn er lernt eines Tages Julie Sivik kennen. Sie betreibt ein Softwareunternehmen namens „Reality Factory“ und findet, Andy sei ein idealer Berater für ihre Programmentwickler. Andys Leben scheint fast perfekt zu sein – sofern das halt mit verschiedenen Seelen, die natürlich alle unterschiedliche Bedürfnisse haben, möglich ist. Doch dann verliebt sich Andy blöderweise in seine Chefin und dank ihr konsumiert er wesentlich mehr Alkohol, als ihm lieb ist. Als in Julie abweist, gerät sein Leben ein wenig aus den Fugen, richtig schlimm ist es dann aber erst, als Julie Penny Driver einstellt.

Penny ist ebenfalls eine Multiple, allerdings hat sie sich das selbst noch nicht so richtig eingestanden. Julie möchte, dass Andy Penny hilft, ebenfalls ein Haus zu bauen und ihre unterschiedlichen Seelen zu vereinen, doch die Sache gestaltet sich viel schwieriger, als anfangs erwartet. Während Penny jedoch ihr Leben sehr, sehr langsam zu ordnen vermag, wird Andys Leben umso schneller wieder chaotisch.

Es beginnt eine Spurensuche, die Andy zurück zu dem Haus führt, in dem ihm in seiner Kindheit Schreckliches angetan wurde und das letztlich dazu geführt hat, dass sich Seelenteile von seiner Hauptseele abgespalten haben. Penny begleitet ihn durch die Odyssee und versucht mit ihren verschiedenen Seelen ihm so gut wie möglich zur Seite zu stehen.

„Ich und die Anderen“ ist das erste Buch, das ich von Matt Ruff gelesen habe, meine Meinung über das Buch ist also unabhängig von seinem bisherigen Werk, besonders oft wird in Kritiken nämlich betont, das Buch sei „total anders“. Anders vielleicht, aber auf keinen Fall schlecht. Anfangs hat man noch ein wenig seine Probleme damit, sich in eine zweifache Metaebene zu begeben – der Leser beobachtet Andy Gage, der aber seinerseits seine Seelen immer im Auge behält. Doch schon nach einigen Kapiteln hat man Andy ebenso ins Herz geschlossen wie seine „Mitbewohner“.

Es ist eine sehr ernsthafte Thematik, mit der sich Ruff beschäftigt, und natürlich kann ich nicht beurteilen, inwiefern seine Schilderungen dem tatsächlichen Leben eines Menschen mit einer Multiplen Persönlichkeitsstörung entspricht, aber ich kann sagen, dass durch die sympathischen Hauptdarsteller eindrücklich klar wurde, dass es sich nicht um eine „Verrücktheit“ handelt, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung, mit der die Betroffenen selbst Probleme haben, mit denen sie aber auch gut zurande kommen können. Die Multiple Persönlichkeitsstörung wird zum Thema, ohne die Betroffenen bloß zu stellen oder ins Lächerliche zu ziehen.

Durch den Umfang, die ernsthafte Thematik und die ungewöhnliche Perspektive ist das Buch zwar eher anstrengend in der Lektüre, durch eine gewisse Situationskomik und hintergründigen Humor wird es zwischenzeitlich aber doch immer wieder etwas aufgelockert. Angenehm ist auch, dass die Problematik der beiden Hauptfiguren, nämlich die Ursache ihrer seelischen Abspaltung, zwar erzählt wird, allerdings Details im Dunkel bleiben. Ich empfand das nicht als oberflächlich, wie andere Rezensenten oft bemängeln, sondern als respektvoll. Der Leser bekommt Einblick in das tiefste Innere der Protagonisten, nämlich ihre Seelen. Meines Empfindens nach ist es dann nicht notwendig, sensationsgierige oder voyeuristische Bedürfnisse des Lesers zu befriedigen. Ein Buch, das sicher nicht im Vorbeigehen gelesen werden kann (allein schon aufgrund des Umfangs), das aber dafür auch länger im Gedächtnis bleibt.
Taschenbuch: 720 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423208902
ISBN-13: 978-3423208901