Freitag, 11. Dezember 2009

Der Weihnachtshund



Autor: Daniel Glattauer
Original: Der Weihnachtshund (2004)
meine Bewertung: 5 von 5

Kurt ist der kleine Rauhaardackel von Max und war wohl soetwas wie ein Arbeitsunfall. Und das kam so: Max ist mehr oder weniger Journalist, also seine Tätigkeit könnte man durchaus als journalistisch bezeichnen. Er verfasst einerseits die Rätselseite, schreibt andererseits die Untertitel zu den Nackedei-Bildern der Zeitschrift und außerdem in einem Tiermagazin mit ungefähr vier Abonnenten eine Kolumne über sein Leben mit einem Hund – und das ist eben Kurt.

Kurt hat einen Lieblingssessel und mit diesem viel gemeinsam: beide bewegen sich gar nicht. Max muss Kurt zum Gassigehen fast hinaus in den Park tragen, sein Hund scheint ständig müde zu sein. Also führen sie eine friedliche Koexistenz, die von gegenseitiger Ignoranz geprägt ist.

Weihnachten naht und Max beschließt, dem Fest zu entfliehen. Also gibt er eine Annonce auf, in der er jemanden sucht, der Kurt während seiner Abwesenheit betreut. Die Betreuung dabei beschränkt sich sowieso nur darauf, Kurt gelegentlich in den Park zu schleifen und seine Schnauze in die Futterschüssel zu tunken. Schnell finden sich auch Interessenten, darunter auch Katrin.

Katrin mag eigentlich Hunde nicht besonders, doch sie sieht in Kurt ihre einzige Chance, dem Weihnachtsfest bei ihren Eltern zu entfliehen, denn die können Hunde überhaupt nicht ausstehen. Was weder Katrin noch Max ahnen: Kurt führt ein geheimes Nachtleben, das durch die Aufnahme bei Katrin unterbrochen wird – Kurt entwickelt sich unter ihrer Obhut zu einem beinahe lebendigem Wesen. Und irgendwie entwickelt sich da auch zwischen Max und Katrin was…

Glattauers Schmäh liegt einfach auf meiner Wellenlänge, ich liebe die Wortspiele und die Sprache, die er verwendet – wahrscheinlich ein Umstand, mit dem der Nicht-Österreicher bzw. Nicht-Wiener eher wenig anfangen kann, zugegebenermaßen ist die Geschichte auch ziemlich vorhersehbar. Aber sie hat mich in Weihnachtsstimmung gebracht wie heuer sonst gar nichts, ich liebe Hunde und hab auch Kurt gleich in mein Herz geschlossen. Platte Geschichte mit Happy End (natürlich!) aber viel Herz, Humor und Komik in der Sprache und Situation.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (12. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442467624
ISBN-13: 978-3442467624

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