Montag, 25. Januar 2010

Coraline



Autor: Neil Gaiman
Original: Coraline (2002)
meine Bewertung: 5 von 5

Coraline ist gerade mit ihren Eltern in ein nettes Wohnhaus mit Garten gezogen. Ihre Eltern arbeiten viel, deshalb ist das kleine Mädchen auch dementsprechend viel alleine zu Hause. Da trifft es sich gut, dass Coralines liebstes Hobby das Erforschen ist. Zum Glück ist das Haus groß, der Garten verwildert und die Nachbarn sind denkbar seltsam, so dauert es einige Zeit, bis Coraline zum ersten Mal langweilig wird.

Auf einem ihrer Streifzüge durch das Haus entdeckt sie eine seltsame Tür. Die Tür an sich ist eigentlich nicht so seltsam – allerdings ist der Umstand, dass diese immer verschlossen gehalten wird, umso seltsamer. Natürlich wird Coraline neugierig, also holt sie sich den Schlüssel und öffnet die Tür.

Nachdem sie einem langen Gang gefolgt ist, trifft sie auf eine Art Parallel-Welt. Alles scheint so zu sein, wie bei ihr zu Hause, nur um einen Tick seltsamer. Da ist beispielsweise ihre Mutter – aber sie ist es nicht wirklich. Es ist eine Frau, die ihrer Mutter unheimlich ähnlich sieht und gerne möchte, dass Coraline in dieser anderen Welt bei ihr bleibt.

Doch Coraline flieht zurück in ihre eigene Welt, weil sie die Aussicht, selbst Knöpfe als Augen angenäht zu bekommen, so wie ihre „andere Mutter“, nicht gerade berauschend findet. Nach einiger Zeit fällt ihr auf, dass ihre echten Eltern verschwunden sind. Anfangs macht sich das Mädchen noch nicht allzu große Sorgen, schließlich ist sie oft allein. Aber so nach und nach beginnt sie doch, ihre Eltern zu vermissen.

Coraline hat einen schrecklichen Verdacht, der sich schon bald bewahrheiten soll: Die andere Mutter hat ihre wahren Eltern in ihre Gewalt gebracht, um sie zurück in die andere Welt zu locken. Coraline ist abenteuerlustig und mutig, deshalb wagt sie erneut den Gang in die Parallelwelt. Unheimliches geschieht dort – nur gut, dass sie einen treuen Wegbegleiter für die Reise gefunden hat. Aber wird sie ihre Eltern aus den Klauen der schrecklichen anderen Mutter befreien können?

„Coraline“ ist ein einfach schräges Buch, das adäquat gruselt und auch Spaß macht. Gaimans Humor ist super, das kleine Mädchen ist so herrlich dreidimensional gestaltet, dass man sie ihm einfach abnimmt. Zum Vergleich Film/Buch kann ich nichts sagen, weil ich den Film (natürlich) nicht gesehen habe. Ich mag Coraline und ihre Welt, in der es das Schlimmste ist, wenn es mal nicht Pizza aus der Mikrowelle gibt und es aber ganz normal ist, wenn aus dem versperrten Zimmer sprechende Katzen auftauchen. Gut, vielleicht kennt man das ein oder andere Detail schon aus anderen (Kinder-)Büchern, aber hey, was solls. Pommes schmecken auch anders als Bratkartoffeln!
Taschenbuch: 194 Seiten
Verlag: HarperTeen; Auflage: Reissue (4. Mai 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0060575913
ISBN-13: 978-0060575915

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