Sonntag, 28. März 2010

Gut gegen Nordwind



Autor: Daniel Glattauer
Original: Gut gegen Nordwind (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

Die quirlige Emmi Rothner möchte unbedingt ihr Abonnement eines Magazins kündigen, doch ihre E-Mail landet versehentlich in der Mailbox von Leo, einem Sprachpsychologen. Dieser weist Emmi auf das Versehen hin, womit die Angelegenheit erledigt sein könnte. Dann kommt jedoch Weihnachten und Emmi verschickt an ihren E-Mail Verteiler eine Massenmail. Darunter auch an Leo.

Sie erwischt Leo am falschen Fuß, denn dieser befindet sich gerade auf der Suche nach seinem Humor, der ihm irgendwie abhanden gekommen ist. Emmi erweist sich dafür als umso humorvoller und aufgeschlossener und irgendwie kommt es schließlich, dass sich zwischen den beiden eine E-Mail Bekanntschaft entwickelt.

Es dauert, allerdings nicht besonders lang, bis sich die beiden sehr vertraut sind und auch treffen möchten. Ein wesentliches Problem dabei ist Emmis Familie. Emmi ist nämlich glücklich verheiratet mit ihrem Bernd und hat zwei Kinder aus dessen erster Ehe geerbt. Dennoch ist da Leo, der eine Faszination auf sie ausübt und den sie gerne kennen lernen möchte…

„Gut gegen Nordwind“ ist ein eher ungewöhnlicher Liebesroman. Er lebt, ohne dass sich die Protagonisten körperlich nahe kommen – und dennoch sind sie sich so nahe. Der Schreibstil ist flott und sehr humorvoll, ein paar witzige Stunden sind damit garantiert. Über den Schluss könnte man ein wenig unzufrieden sein, allerdings kann man ja immer noch auf ein happieres Ende in der Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ hoffen.

Glattauer hat den Liebesbrief ins Zeitalter der digitalen Medien gehievt und kommt mit der natürlichen Beschleunigung durch das E-Mail Medium wunderbar zurecht. Eine Geschichte, wie sie auch das Leben schreiben hätte können. Das einzige, was ich nicht besonders toll fand, war die Aufmachung. Dafür ist aber wahrscheinlich eher der Verlag verantwortlich. Als Leser verliert man nämlich schon mal den Überblick, wer jetzt welches E-Mail geschrieben hat. Denn „Gute Nacht, Emmi“ könnte Leo genauso gut wie Emmi selbst geschrieben haben. Vielleicht könnte man in einer weiteren Auflage darüber nachdenken, ob man nicht optisch übersichtlicher gestalten könnte, wer gerade am Zug ist.

Schöne Lesestunden sind garantiert, auf die Fortsetzung bin ich schon mehr als gespannt. Aber solange es die nicht als Taschenbuch gibt, weigere ich mich standhaft. Leicht fällt’s mir nicht.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: dritte auflage (Juli 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442465869
ISBN-13: 978-3442465866

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