Mittwoch, 28. April 2010

Der Brenner und der liebe Gott



Autor: Wolf Haas
Original: Der Brenner und der liebe Gott (2009)
meine Bewertung: 5 von 5

Jetzt is schon wieder was passiert. Der Herr Simon, ehemals Polizeibeamter und Privatdetektiv, hat ein Kind verloren. Pass auf, das war so. Der Brenner war als gut bezahlter und angesehener privater Chauffeur beim Bauunternehmer Kressdorf angestellt. Seine zugegebenermaßen recht nette Aufgabe bestand darin, die zweijährige Tochter Helena zwischen der Abtreibungsklinik ihrer Mutter in Wien und dem jeweiligen Aufenthaltsort des Vaters herumzukutschieren. Der Dienstwagen ist immer tipp topp, weil die Helena das so mag. Überhaupt hat sich so eine Art Freundschaft zwischen der Helena und dem Brenner, pardon, Herrn Simon, entwickelt.

Doch dann passiert dem Brenner ein folgenschwerer Fehler. Er kann sich auf der Tankstelle nicht entscheiden, welche Schokolade er für die Helena mitnehmen soll. Er hat die Kleine nur kurz im Wagen gelassen, um das Benzin zu zahlen und eben Süßigkeiten zu kaufen. Als er wieder zurück kommt, erlebt er den Schock seines Lebens: Die kleine Helena ist verschwunden.

Wie paralysiert handelt der Ex-Detektiv, Ex-Polizist und, wie ihm schwant, Ex-Chauffeur und tut erstmal – gar nichts. Er ist fassungslos. Seinen Job kann er natürlich abschreiben, alle Zeitungen sind voll von dem Vorfall, Menschen werden befragt, verzweifelt Zeugen gesucht und man klammert sich an einen Strohhalm: Wenn sich der Entführer meldet, wird Lösegeld bezahlt.

Der Brenner kann halt auch nicht wirklich aus seiner Haut heraus und stellt deshalb auf eigene Faust Ermittlungen an, die schließlich zu mehr als nur einer Leiche, einer heftigen Romanze und einem fanatischen Abtreibungsgegner führen. Ob der Brenner aus dieser Sache nochmal heil heraus kommt?

Wer schon die anderen Bücher von Wolf Haas mochte, wird auch dieses lieben. Der Humor des österreichischen Schriftstellers ist einfach genial, schwarz und staubtrocken. Wortspiele, Anspielungen und der typische Wiener Schmäh machen aus den Brenner-Büchern kleine Charakterstudien der Österreicher im Allgemeinen und der österreichischen Schlawiner im Besonderen. Wahrscheinlich kommt Haas vor allem in Österreich gut an, weil doch viele Austriazismen verwendet werden und das Erzähltempo sich doch sehr von den atemlosen Krimis und Thrillern aus dem englischsprachigen Raum und auch aus deutschsprachigen Nachbarländern unterscheidet. Aber auch im Post-Tempo kommt man ans Ziel. Also Schnecke Hilfsausdruck.
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (28. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3455401899
ISBN-13: 978-3455401899

Dienstag, 27. April 2010

Wo waren Sie, Dr. Highley?



Autorin: Mary Higgins Clark
Original: The Craddle will fall (1981)
meine Bewertung: 3 von 5

Die noch sehr junge aber dennoch erfolgreiche Staatsanwältin Katie deMaio ist auf den Weg nach Hause, als ihr Wagen in einer Kurve von der Straße gerät und sich überschlägt. Zwar ist Katie nicht viel passiert, dennoch wird sie in die nahegelegene Klinik gebracht. Man gibt ihr ein Zimmer und Beruhigungsmittel und steckt sie zur Beobachtung ins Bett. Trotz der Beruhigungsmittel kann Katie nicht einschlafen, was wahrscheinlich mit ihrer panischen Angst vor Krankenhäusern hat, seitdem ihr Mann an Krebs gestorben ist.

Zur Ablenkung blickt sie aus dem Fenster in die trübe Nacht hinaus und beobachtet schier Unglaubliches: Ein Mann lädt den bewegungslosen Körper einer Frau in einen Kofferraum und fährt mit ihr davon. Die Staatsanwältin will ihren Augen nicht trauen und schläft schließlich aufgrund der Beruhigungsmittel doch ein. Was sie nach dem Aufwachen als bösen Traum abtut, erweist sich bald als tragische Gewissheit: Vangie Lewis, die hochschwangere Nachbarin ihrer Schwester wird tot aufgefunden. Was wie ein Suizid aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Mord. Die Ermittlungen beginnen und Katie hat ständig das Gefühl, dass sie eigentlich etwas weiß. Doch das hat sich ganz tief in ihrem Bewusstsein versteckt.

Während Katie darauf hofft, die vergrabenen Erinnerungen bald wieder hervorholen zu können, hofft ein anderer, dass dieses Wissen ihr nie bewusst wird. Der Mörder hat nämlich bemerkt, dass er beobachtet wurde. Und er weiß auch, von wem. Nachdem er bereits vor einigen Morden nicht zurückgeschreckt hat, um sein Geheimnis, das er als wissenschaftlichen Durchbruch wertet, nicht zu gefährden. Katie bleibt nicht mehr viel Zeit, denn der Wahnsinnige will auch sie ruhig stellen…

Erst vor kurzem habe ich Mary Higgins Clark für mich entdeckt. Fabelhafte, seichte und spannende Unterhaltung, die sich ausgezeichnet für gemütliche Stunden am See oder im Garten eignet. Was allerdings bei diesem Band doch auffällt: es kommen viele Personen zusammen, die miteinander zu tun haben. Die Ermordete ist die Nachbarin der Schwester der Hauptfigur, ein Freund des Schwagers von Katie ist ein Arbeitskollege von ihr und gleichzeitig in die attraktive Staatsanwältin verliebt und so weiter. Etwas weniger „Zufälle“ hätten dem Buch nicht geschadet, auch die Tatsache, dass man den Mörder bereits von der ersten Seite an kennt, nimmt der Geschichte etwas an Spannung. Aber dennoch ein Buch, das man mal lesen kann.
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. April 1992)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453053206
ISBN-13: 978-3453053205

Freitag, 23. April 2010

Mordshunger



Autor: Frank Schätzing
Original: Mordshunger (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Hauptkommissar Romanus Cüpper und sein Adjudant Rabenhorst stehen vor einem Problem: Sie müssen den Mordfall Inka von Barneck bearbeiten. Das bedeutet vor allem, an jeder Ecke auf einen potentiellen Mörder zu stoßen, denn Feinde hatte Inka von Köln bis nach Italien. Als engsten Kreis der Verdächtigen können die beiden Schnüffler bald einige Personen definieren. Dazu gehört die ehemalige Geschäftspartnerin der von Barneck, ihr Ehemann, dessen Doppelgänger, die Freundin des Doppelgängers, ein seltsamer Mafioso und eine Tierpflegerin aus dem Kölner Zoo.

Der Fall wird immer verzwickter, statt dass sich etwas klärt, wird die Geschichte nur immer undurchsichtiger. Kommissar Cüpper und Rabenhorst geben ihr Bestes und obwohl sie zeitweise von Hunger und den kulinarischen Genüssen Kölns abgelenkt werden, gelingt es ihnen dann letztlich doch, den Fall aufzuklären.

„Mordshunger“ ist ein spannender Krimi, der seinen Höhepunkt auf sehr dramatische Weise am Ende des Buches erreicht. Bis dahin ist die Geschichte gespickt von Überraschungen und Twists, mit denen der Leser nicht wirklich rechnet. Aber neben dieser Haupthandlung ist es auch ein Buch mit einem sehr sympathischen Cüpper in der Hauptrolle. Der Ermittler bleibt keine zweidimensionale Figur, obwohl man nur wenig über seine Vergangenheit erfährt, ist er doch durch und durch liebenswürdig und erlebt während des Buches auch in seinem Privatleben Überraschungen und Twists.

Auch der Humor kommt in „Mordshunger“ nicht zu kurz. Die Dialoge sind spritzig und hintergründig, vor allem der Auftritt von Rabenhorsts Mutter ist genial. Für mich eins er Highlights des bisherigen Lesejahres, ich werde definitiv beizeiten auch den anderen Büchern von Schätzing eine Chance geben.
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 1 (11. September 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442459249
ISBN-13: 978-3442459247

Welttag des Buches

Seit 1995, als die UNESCO den 23. April als Welttag des Buches und des Urherberrechts erklärte, finden an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen rund um das Buch und das Lesen auf der ganzen Welt statt. Für alle Leseratten gilt an diesem Tag auf jeden Fall: ein Buch kaufen gehen! Leider habe ich aber keine Ahnung, was ich mir heute gönnen könnte. Ein Krimi? Einen Klassiker? Etwas Lustiges?

Dienstag, 20. April 2010

Die Maske



Autor: Dean Koontz
Original: The Mask (1981)
meine Bewertung: 2 von 5

Die angesehene Psychotherapeutin Carol Tracy und ihr Mann Paul, ebenfalls Akademiker, bemühen sich um die Adoption eines Kindes, als draußen ein enormes Gewitter und ein unheimlicher Sturm über Pennsylvania hereinbrechen. Carol beschleicht ein ungutes Gefühl und tatsächlich ist nichts mehr so, wie es vorher war, als der Sturm erstmal loslegt.

Beinahe muss jemand im Büro der Adoptionsstelle sein Leben lassen, im Haus der Tracys geschehen unheimliche Dinge, ständig ist ein unheimlich pochendes und klopfendes Geräusch zu hören. Die Ursache dafür bleibt allerdings unauffindbar. Und auch im Haus von Dr. Grace Mitowski spielt sich Mysteriöses ab.

Grace adoptierte Carol, als diese 16 war und schon eine lange Odyssee an Pflegefamilien hinter sich hatte. Carol entwickelte sich sehr gut unter ihrer Anleitung und liebevollen Führung, auch das Trauma einer ungewollten Schwangerschaft zu dieser Zeit und die Tatsache, dass sie selbst ein Kind zur Adoption freigegeben hatte, lernt Carol zu akzeptieren. Gerade aus diesem Grund möchte sie nun selbst ein Kind mit Paul adoptieren. Aber irgendetwas will sie davor hindern.

Grace träumt schlecht, ihre Alpträume von abgehackten Köpfen erweisen sich als nur zu wahr. Ob das mit dem sechzehnjährigen Mädchen zusammenhängt, das Carol eines Tages vors Auto rennt, daraufhin ihr Gedächtnis vergisst und vorübergehend bei den Tracys wohnen darf? Eins ist sicher: Von einer der handelnden Personen geht eine unbestimmte Gefahr aus…

„Die Maske“ ist ein recht interessanter Roman, der zwar schon hin und wieder spannend wird, aber von Anfang an sehr vorhersehbar ist. Die Figuren sind ganz nett gestaltet, allerdings ist das Buch so dünn, dass nicht wirklich diese Tiefe erreicht wird, wie das beispielsweise in anderen Koontz-Büchern oder in Büchern anderer Thriller-Autoren der Fall ist. Etwas mehr Länge hätte dem Buch sehr gut getan, in der insgesamten Ausarbeitung der Details. Das Ende kommt doch relativ jäh (aber erwartet und genauso, wie es kommen muss) und mit wenig Rafinesse. Die übersinnlichen Elemente nimmt man Koontz einfach in diesem Buch weit weniger ab, als beispielsweise Stephen King in seinen schlechtesten Werken.
Broschiert: 284 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (November 1999)
ISBN-10: 3453007662
ISBN-13: 978-3453007666

Sonntag, 18. April 2010

Schrei in der Nacht



Autorin: Mary Higgins Clark
Original: A Cry in the Night (1982)
meine Bewertung: 5 von 5

Jenny ist eine junge Frau, die mit ihren zwei kleinen Mädchen in New York lebt. Sie bringt die zweijährige Tina und die dreijährige Beth jeden Morgen in die Tagesstätte, arbeitet sich schließlich in einer Kunstgalerie die Füße wund, hetzt anschließend wieder zurück zur Tagesstätte, um ihre Kinder abzuholen, dann kämpft sie sich mit den beiden Kleinen zurück in ihre winzige Wohnung, kocht ihnen etwas Schnelles und fällt schließlich todmüde ins Bett. Und am nächsten Tag beginnt alles von vorne. Es ist anstrengend, aber es ist ihr Leben.

Eines Tages verändert sich ihr Leben beinahe schlagartig. Sie bereitet die Ausstellung für den Newcomer und neuen Stern am Kunsthimmel, Erich Krueger, vor und lernt im Laufe der Vernissage den Künstler höchstpersönlich kennen. Sie findet ihn auf Anhieb attraktiv, muss dann aber schnell weg, um ihre Kinder von der Tagesmutter abzuholen. Als sie gerade mit den beiden Kindern am Arm die Häuserblocks entlang läuft, steht plötzlich Erich Krueger wie ein strahlender Prinz vor ihr.

Er beginnt der hübschen Jenny den Hof zu machen, schnell überredet er sie, mit ihm auf seine Farm zu kommen. Jenny trennt sich zwar nur schweren Herzens von New York und ihren Freunden, aber das Leben auf Erichs Farm und an Erichs Seite entpuppt sich als äußerst angenehm. Sie muss sich keine Sorgen mehr um Geld machen, die Farm ist riesengroß und erinnert eher an ein Herrenhaus, es gibt Angestellte und Erich liebt die beiden Mädchen schier abgöttisch.

Es dauert allerdings nicht lang, passieren auch schon die ersten Seltsamkeiten. Immer wieder verschwindet Erich für ein paar Tage in die Hütte im Wald, deren Lage niemand kennt, um zu malen. Die Menschen verhalten sich ihr gegenüber sehr scheu, sie erhält keine Anrufe und keine Post von Freunden zu Hause, Erich entpuppt sich als peinlich ordentlicher Mensch und auch das Verhältnis zu ihren Kindern beginnt sich zu wandeln. Als schließlich ihr Exmann Kevin von sich hören lässt, tot im Fluss aufgefunden wird und Jenny unter Mordverdacht gerät, beginnt Jenny an ihrem eigenen Urteilsvermögen zu zweifeln. Sie weiß gar nicht, in welch großer Gefahr sie und die Kinder schweben…

„Schrei in der Nacht“ ist ein von der ersten Seite an spannendes Buch. Es fesselt und bringt immer wieder neue Überraschungen, ohne dabei ins Unglaubliche abzugleiten. Zwar fragt man sich schon öfter, wie rational Jenny handelt, doch im Endeffekt gibt es für alles eine glaubhafte Erklärung. Die Stimmungen sind fast wie in der Dose konserviert. Eine absolute Empfehlung, schade, dass ich Mary Higgins Clark noch nicht früher entdeckt habe – aber besser spät als nie!
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. April 1987)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453024370
ISBN-13: 978-3453024373

Samstag, 17. April 2010

American Psycho



Autor: Bret Easton Ellis
Original: American Psycho (1991)
meine Bewertung: 4 von 5

Patrick Bateman hat alles, was man braucht, um ein tolles Leben in New York zu führen. Er hat eine Menge Geld, für das er nicht wirklich arbeiten muss, einen Job, der ihn wenig einnimmt und eine Freundin, die wenigstens hübsch ist. Außerdem umgibt er sich ausschließlich mit luxuriösen Markenartikeln und ebenso kostspieligen Freunden.

Die weitere Handlung des Buches ist schnell geklärt. Patrick und seine Freunde gehen in exklusive Restaurants, konsumieren Drogen, gehen auf Partys, unterhalten sich über Kleidung und wie man sie richtig kombiniert, nie jedoch über tiefgreifendes, Gefühle oder Tagesgeschehen. Die Welt ist ebenso oberflächlich geworden, wie der Erzähler der Geschichte, Bateman. Was seine Freunde nicht über ihn wissen, ist, dass Bateman ein geheimes Doppelleben als Serienmörder führt. Er stellt grausame Dinge mit seinen Opfern an und beschreibt diese bis aufs kleinste Detail. Als er immer wieder im Gespräch einfließen lässt, wie sehr er doch sein Gegenüber quälen möchte, wird er einfach ignoriert. Was nicht in die Welt passt, wird ausgeklammert, kann nicht sein.

Tatsächlich ist nicht die Geschichte an sich das Faszinierende dieses Buches, sondern die Form. Ellis wird nicht müde, haarklein auszuführen, wie die Garderobe der Figuren aussieht, welche Marken sie tragen, welche Zahnpasta sie verwenden – man wird ein wenig eingelullt, beginnt während des Lesens, mit der Aufmerksamkeit ökonomischer umzugehen und lässt sich einlullen. Dann auf einmal der Schock: Der Ton des Erzählers geht unvermindert monoton weiter, doch die Dinge, die er schildert, sind umso schockierender. Der Leser wird immer wieder aus seiner Lethargie gerissen, die Oberflächlichkeit, mit der man liest, wird durch die Grausamkeit des Inhalts immer wieder unterbrochen.

Zugegeben, das Buch ist harter Tobak und strapaziert die Nerven, allerdings nur, wenn man es schafft, sich auf den Schreibstil Ellis‘ anzupassen. Anfangs ist man doch eher genervt von der ständigen Aufzählung von Markenartikeln und beinahe Echtzeit-Beschreibung von Batemans Badezimmerritual. Doch wenn man es geschafft hat, sich auf die wellenförmige Bewegung im Buch einzulassen und wenn man einen guten Magen hat, kann man dem Buch einiges an Spannung abgewinnen. Bis zum Schluss bleibt nicht klar, ob Bateman gefasst wird und ob er ein tatsächliches Problem hat, oder sich seine Gewalttaten lediglich in seiner Phantasie stattgefunden haben.
Broschiert: 548 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1 (16. Januar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462036998
ISBN-13: 978-3462036992

Freitag, 16. April 2010

Der Club der Teufelinnen



Autorin: Olivia Goldsmith
Original: First Wives Club (1987)
meine Bewertung: 1 von 5

Die Freundinnen Annie, Elise und Brenda, allesamt die Ehefrauen mehr oder weniger wohlhabender Unternehmer, pflegen einen eher losen Kontakt. Erst als die Vierte im Bunde, Cynthia, sich das Leben nimmt, treffen sie wieder aufeinander. Sie sind völlig fassungslos über die Tat ihrer Freundin, noch härter trifft sie die Art und Weise, wie Cynthias Mann mit seinem Verlust umgeht. Nämlich, indem er zur Tagesordnung über geht. Als dann Annie auch noch ein Brief erreicht, denn Cynthia vor ihrem Selbstmord verfasste und an sie schickte, bringt dies das Fass zum Überlaufen.

Cynthia beschreibt darin die Qualen ihrer Ehe, welch ein Schwein ihr Mann war, wie oft er sie und seine Geschäftspartner betrog und sie schlug. Auch die anderen drei Frauen merken daraufhin, wie unglücklich sie sind. Annies Mann etwa kann nicht damit umgehen, dass er eine Tochter mit Down-Syndrom hat und verlässt sie unter anderem deshalb. Als das Kind in ein Pflegeheim kommt, ist Annie am Boden zerstört. Sie hat keinen Mann mehr und keine Aufgabe mehr.

Die ewig dicke und etwas vulgäre Brenda hingegen kämpft sich durchs Leben, seit ihr Mann sie zugunsten einer jüngeren verlassen hat. Obwohl er Millionen scheffelt, ist er nicht bereit, seiner Frau Unterhalt für die beiden gemeinsamen Kinder zu bezahlen. Und Elise, die ehemalige Schauspielerin, trinkt zuviel, ist einsam und lässt sich auf ein Techtelmechtel mit einem Paparazzo ein. Die Freundinnen schwören sich, für einander da zu sein und es nicht so weit kommen zu lassen wie Cynthia. Außerdem wollen sie Rache an ihren Exmännern und an Cynthias Exmann.

Praktischerweise haben die Exmänner untereinander Geschäftsbeziehungen und außerdem ist da noch die New Yorker High Society, die sehr überschaubar ist. Die Frauen haben Geld und Einfluss und beschließen, systematisch vorzugehen…

Wer den wirklich witzigen Film mit Diane Keaton (Annie), Goldie Hawn (Elsie) und Bette Middler (Brenda) kennt, wird vom Buch maßlos enttäuscht sein. Es ist weder witzig noch spannend, und was eigentlich eine Ode auf die Starke Frau werden hätte können, entpuppt sich als trauriger und sehr bemühter Versuch, schließlich schaffen es die Frauen erst wieder nur, ihre Männer durch das Geld eines anderen Mannes fertig zu machen. Das Happy End ist einfach zu platt und vorhersehbar, die Geschichte durch wenig Dialoge eher träge.

Viele Personen werden in die Handlung gestoßen, ohne sie richtig einzuführen oder auszuformen, weshalb man schnell den Überblick über all die Exmänner, neuen Ehefrauen, geschiedenen Frauen, Kinder und Freunde von Kindern verliert. Allein schon wegen seines 90er-Flairs ist der Film sehenswert und sehr charmant, das Buch hingegen, das als Vorlage für den Film diente, kann man getrost auslassen.
Taschenbuch
Verlag:
Heyne (1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453122348
ISBN-13: 978-3453122345

Dienstag, 13. April 2010

Dämliche Dämonen



Autor: Royce Buckingham
Original: Demonkeeper (2009)
meine Bewertung: 3 von 5

Nathan Grimlock ist ein Teenager, doch schon hat er eine Menge mehr Probleme am Hals als nur ein paar Pickel und Stimmbruch. Seit seine Eltern gestorben sind, lebt er bei einem Ziehvater, doch auch dieser ist nun von ihm gegangen. Zu Nates Erbe gehört allerdings nicht nur ein großes Haus, sondern auch eine große Aufgabe. Nates Pflegevater war seinerseits nämlich Hüter eines Hauses voller Dämonen und des „Tieres“, einem schrecklichen Monster, das im Keller des Hauses lebt und sich mit Vorliebe von Herumstreunern und Waisenkindern ernährt.

Nate hat also ein Haus voller Dämonen, aber keine Freunde. Gerade als er beschlossen hat, mal ein wenig vor die Tür zu gehen und ein paar Leute kennen zu lernen, bricht das Chaos aus. Das Tier hat sich aus dem Keller befreit und hat die Jagdsaison auf Kinder eröffnet, außerdem taucht ein schräger und sehr dürrer Mann auf, der Anspruch auf das Haus erhebt und sich die persönlichen Helfer Nates aneignen möchte.

Mittlerweile hat aber Nate nicht nur mehr nur die Unterstützung seiner persönlichen Dämonen, sondern auch zwei Freunde, die versuchen, ihm beizustehen. Auch wenn sie längst nicht alles verstehen, was rund um sie vorgeht.

„Dämliche Dämonen“ ist eine ganz nette Geschichte, die teilweise ganz unterhaltsam zu lesen ist, aber nicht unbedingt eine literarische Glanzleistung. Man merkt, wieviel Liebe und Herzblut der Autor in die Geschichte gesteckt hat, aber als Erwachsenenbuch ist es leider nur okay. Da die Protagonisten aber alle im Teenager-Alter sind, ist es möglicherweise ein spannendes Buch für die Zielgruppe. Vielleicht werde ich mir auch „Mürrische Monster“ irgendwann besorgen, Buckingham hat jedenfalls eine sympathische Geschichte abgeliefert und man hofft, dass er sich steigert.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (12. Oktober 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442265746
ISBN-13: 978-3442265749

Wer zuletzt beißt



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and Unworthy (2007)
meine Bewertung: 3 von 5

Die Flitterwochen des frisch vermählten Königspaares der Vampire, Betsy und Eric, sind noch nicht allzu lange vorbei, doch Betsy wird in ihrer Pflicht als Königin der Untoten keine Sekunde Pause gegönnt. Zum einen ist da mal ihre (endlich) tote Stiefmutter Ant, die ihr selbst im Tode noch Kopfzerbrechen bereitet. Diese will ihren Tod einfach nicht wahrhaben und spukt deshalb unnötigerweise im Haus der Truppe rund um Betsy herum.

Außerdem sind die Biester entkommen, wilde Vampire, die sich an Betsy rächen wollen und sie nicht als ihre rechtmäßige Herrscherin anerkennen wollen – nichts Neues für Betsy, doch die rohe Gewalt, mit der die Biester vorgehen, erstaunt sie doch und versetzt sie auch in Rage. Sie schafft es, Fähigkeiten freizusetzen, von denen sie bislang nichts geahnt hat. Dennoch gelingt es ihr nicht ganz, ihre sterblichen Freunde komplett außen vor zu lassen, die wieder einmal in brenzlige Situationen geraten.

Dazu kommt noch, dass der Freund von Betsys bester Freundin Jessica ein Cop ist und mittlerweile schon voll im Bilde ist, was den Lebenswandel von Betsy und Sinclair betrifft. Und er ist alles andere als begeistert davon. Er ist sogar bereit, Betsy in große Gefahren zu bringen, was wiederum seine Beziehung mit Jessica ordentlich ins Wanken versetzt.

Der siebte Band um die Vampirkönigin mit Schuhtick ist um einiges blutrünstiger (sic!) als die Vorgängerbände, dennoch sehr amüsant zu lesen und sympathisch. Schade nur, dass die Tochter des Teufels, praktischerweise Betsys Stiefschwester, so gut wie gar nicht vorkommt, ebenso Betsys geerbtes Kind, eigentlich ihr Bruder. Dieser wird einfach zusammen mit Laura auf ein Abstellgleis entsorgt.

Insgesamt ist dieser Band einer der eher mittelmäßigen dieser Reihe, wenn auch nicht der schlechteste. Es macht meistens Spaß, die verschrobene Vampirkönigin, ihre sterblichen Freunde und all die anderen seltsamen Wesen bei so etwas ähnlichem wie ihrem Alltag zu beobachten. Eine nette Serie, die dahintröpfelt aber zu großen Teilen wirklich witzig daherkommt.
Broschiert: 255 Seiten
Verlag: Lyx (15. Januar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581970
ISBN-13: 978-3802581977

Sonntag, 11. April 2010

Der kleine Lord



Autorin: Frances Hodgson Burnett
Original: Little Lord Fauntleroy (1887)
meine Bewertung: 5 von 5

Cedric Errol lebt, seit sein Vater gestorben ist, mit seiner über alles geliebten Mutter in New York, weit weg vom Heimatland seines Vaters, der einst von England nach Amerika gekommen war. Cedric ist noch ein unschuldiges kleines Kind, blondgelockt und mit einem sehr einnehmenden Wesen. Deshalb hat er in New York auf viele Freunde und ist allseits beliebt.

Eines Tages taucht ein Anwalt aus England bei den Errols auf. Er weist sich als Bevollmächtigter des Earl of Dorincourt aus, Cedrics Großvater. Es ist eine unglaubliche Geschichte, die er dem kleinen Cedric erzählt. Angeblich ist dieser der neue Lord of Dorincourt, weil alle anderen Erben des Grafen, darunter ja auch Cedrics Vater, verstorben sind.

Da der Anwalt, Mr. Havisham, genau weiß, welch ein verbitterter und vielgehasster Mensch der Graf in England ist, fühlt sich sofort zu dem kleinen Jungen freundschaftlich verbunden. Er tut deshalb alles, um vor Cedric den schlechten Charakter des Grafen zu verbergen.

Als Cedric schließlich mit seiner Mutter nach England kommt, muss diese in einem Häuschen ein wenig entfernt vom Schloss Dorincourt leben. Genauso wie zum Rest der Welt ist der Graf auch zu Cedrics Mutter äußerst unhöflich, er möchte aus dem kleinen Lord einen ebenso grausamen Menschen machen, wie er selbst einer ist. Blöd nur, dass auch der griesgrämige Mann nicht anders kann, als den Jungen ins Herz zu schließen.

Langsam, aber doch, taut das Eis rund um das Herz des Grafen und allein der unerschütterliche Glaube Cedrics an das gute Wesen seines Großvaters bringt diesen schließlich dazu, genauso zu werden, wie Cedric ihn immer schon gesehen hat.

„Der kleine Lord“ ist mit Recht eines der beliebtesten Kinderbücher – und das schon seit über hundert Jahren. Die Geschichte ist liebevoll und witzig erzählt, man schließt den kleinen Cedric ebenso ins Herz wie all die Menschen, die mit ihm in der Geschichte in Berührung kommen. Nett, schön, lesenswert.
Gebundene Ausgabe: 211 Seiten
Verlag: Arena; Auflage: 4., Aufl. (1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401045660
ISBN-13: 978-3401045665

Samstag, 3. April 2010

Polt.



Autor: Alfred Komarek
Original: Polt. (2009)
meine Bewertung: 3 von 5

Im Leben von Simon Polt hat sich einiges getan. Er ist nicht mehr bei der Polizei, mittlerweile besitzt er ein Drittel des Kirchenwirts, den er und seine beiden Freunde Friedrich Kurzbacher und Sepp Räuschl, gepachtet haben und aus ihm und aus der Lehrerin Karin Walter ist ein richtiges Paar geworden. In der Zeit zwischen Kirchenwirt und Freizeit hilft Polt außerdem der Frau Habesam im Kaufhaus. Zur Polizei hat er kaum noch Kontakt, nur mit seinem jungen Exkollegen Norbert Sailer verbindet ihn soetwas wie eine Freundschaft.

So kommt es, dass Polt auch gerade bei Norbert und seiner Frau Birgit zu Besuch ist, als ihm dieser einen kleinen Spaziergang anbietet. Es ist bereits dunkel, doch der Mond spiegelt sich im kleinen Weingarten Sailers auf einem Gegenstand. Beim Näherkommen bemerken Polt und Sailer, dass eine Leiche im Weingarten des Polizisten liegt.

Im Wiesbachtal leugnet jeder, den Ermordeten gekannt zu haben. Da Polt und Sailer selbst in Verdacht geraten, etwas mit dem Mord zu tun zu haben, nimmt Polt seine Tätigkeit als Ermittler wieder auf – zumindest privat. Er hört sich um und kommt bald zum Schluss, dass ihm vor allem die weiblichen Mitglieder der Dorfgemeinde nicht die ganze Wahrheit gesagt haben…

in diesem Band erhält der Leser besonders viel Einblick in das Privatleben des Polizisten und seiner Freundin Karin Walter, die Nachrichten für Polt hat, die sein Leben noch mehr in Unordnung bringen, als dies die Ereignisse rund um den Ermordeten im Weingarten vermögen. Es ist eine nette Geschichte mit hintergründigem Humor und atmosphärischer Dichte. Man darf gespannt sein, ob dies tatsächlich der letzte Roman der Polt-Serie sein soll, wie der Punkt im Titel annehmen lässt.


Gebundene Ausgabe: 168 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (17. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852186048
ISBN-13: 978-3852186047

Freitag, 2. April 2010

Die Omama im Apfelbaum



Autorin: Mira Lobe
Original: Die Omama im Apfelbaum (1973)
meine Bewertung: 4 von 5

Andi ist ein wenig traurig. Er möchte so gerne spielen, aber niemand hat für ihn Zeit. Seine Mutter arbeitet, sein Vater ebenso und seine beiden Geschwister Jörg und Christl sind gerade dann, wenn er etwas unternehmen möchte, beschäftigt. Da ist es für Andi umso schlimmer, dass er keine Oma hat. Alle seine Freunde haben eine Oma, der Robert hat sogar eine Oma, die in Amerika lebt und ihn „Bobby“ nennt.

Alles, was Andi von seiner Oma hat, ist ein Foto. Als er eines Tages im Apfelbaum sitzt und seine Füße baumeln lässt, sitzt plötzlich die Oma vom Foto neben ihm auf dem Ast. Und diese Oma hat es in sich. Sie ist sogar noch viel besser, als die Amerika-Oma vom Robert und ganz anders, als Andi sich das vorgestellt hat.

Andi hat viel Spaß mit seiner neuen Omama im Apfelbaum, aber dann zieht eines Tages im Haus nebenan eine ältere Frau ein. Auch die ist richtig nett, aber irgendwie weiß Andi nicht so richtig, ob ihm die Omama aus dem Apfelbaum nicht böse ist, wenn er bei der Nachbarin Kuchen isst und ihr beim Möbel-Rücken hilft.

„Die Omama im Apfelbaum“ ist ein Kinderbuch, das schon in meiner Kindheit vor mehr als 20 Jahren einige Jährchen am Buckel hatte. Trotzdem kann man es aber auch heute, mehr als 35 Jahre nach seiner Entstehung, problemlos und mit viel Freude lesen. Es ist eine spannende und nette Geschichte über Omas und Enkel und darüber, wie die Beziehung zwischen ihnen sein sollte. Sehr gut geeignet für die Leserschaft unter 8 Jahren.
Gebundene Ausgabe: 107 Seiten
Verlag: Jungbrunnen Verlag; Auflage: 15., Aufl. (1991)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3702640002
ISBN-13: 978-3702640002

Donnerstag, 1. April 2010

Blumen für Polt



Autor: Alfred Komarek
Original: Blumen für Polt (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Im Waldviertler Wiesbachtal ist Frühling geworden. Der Gendarm Simon Polt hat nicht nur Frühlingsgefühle der hübschen Dorflehrerin Karin Walter gegenüber, sondern auch alle Hände voll zu tun. Eben ist ein Unfall mit tödlicher Folge passiert. Ein Motorradfahrer, der dafür bekannt war, Unfälle zu provozieren, um die Versicherungsprämien und Schmerzensgeld zu kassieren, hat sich verrechnet. Bei einem seiner selbst herbei geführten Unfälle ist er zu Tode gekommen, der alte und tatterige Fahrer des Unfallwagens muss sich nun vor Gericht verantworten. Für Polt, dessen Gerechtigkeitssinn weit ausgeprägter ist, als es das Gesetz vermag, für Gerechtigkeit zu sorgen, setzt einiges daran, um dem Alten das Leben leichter zu machen.

Außerdem gibt es im Wiesbachtal noch den geistig behinderten Willi, der niemandem etwas zu Leide tut und in seiner Welt der König ist. Er liegt im frischen Frühlingsgras in der Sonne, hat sich eben noch mit Simon Polt unterhalten, der ihn vor dem Lössabsturz gewarnt und ihm eingeschärft hat, diesem nicht zu nahe zu kommen und ist schon im nächsten Moment tot. Für Simon Polt, der mit Willi irgendwie befreundet war, ein tragischer Tod, der ihn auch persönlich berührt. Was wie ein Unfall aussieht, ist keiner, da ist sich Polt sicher.

Als er seltsame Vorgänge unter den Schulkindern Karin Walters bemerkt und sich vier der Jungs besonders auffällig zeigen, setzt er seine Ermittlungen im Fall Willi auch in diese Richtung fort. Doch was können Volksschulkinder mit dem sinnlosen Tod eines harmlosen Menschen zu tun haben? Simon Polt begibt sich einerseits auf eine Reise in die Vergangenheit, als er versucht, Willis leibliche Eltern aufzustöbern, dennoch verschließt er seine Augen auch nicht vor der Gegenwart.

Wie immer ist der Fall Polts nicht besonders actionreich oder nervenzerfetzend, dafür aber so voll von Lokalkolorit und Stimmungen, dass man Komareks Serie dennoch gerne liest, vorausgesetzt, man legt mehr Wert auf die Details als auf einen Pageturner. Bereits wenn man den ersten Band der Serie gelesen hat, fühlt man sich in den Wiesbachtaler Kellergassen wohl und willkommen und kehrt immer wieder gerne dorthin zurück. Wie der jährliche Weihnachtsbesuch bei Verwandten. Er geht einen das ganze Jahr über nicht ab, man hat anfangs nicht die größte Lust darauf, aber wenn man schon einmal da ist, kann man auch ein wenig die Augen offen halten und wird überrascht sein, welche Details man auf eine ruhige, unaufregende Art aus seinen Mitmenschen herausbekommt. Nette Unterhaltung für warme Frühlingstage.
Taschenbuch: 185 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 7., Aufl. (Oktober 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257232950
ISBN-13: 978-3257232950

Superhenne Hanna



Autor: Felix Mitterer
Original: Superhenne Hanna (1977)
meine Bewertung: 5 von 5

Hanna ist eine ganz besondere Henne. Sie ist feuerrot, uralt, kann fliegen und außerdem die Sprache der Menschen und Tiere verstehen. Hanna lebt schon seit Ewigkeiten auf einem schönen Bauernhof, wo sie die Chefin unter den Hühnern ist und immer wieder gerne in der Stube beim Bauern und seiner Familie gesehen ist. Schon so manchem Hahn hat sie die Federn gerupft und manchen Fuchs in die Wüste geschickt. Hanna ist allseits beliebt und hat viele Freunde, sogar der Fuchs Bartl hat ordentlich Respekt vor ihr.

Eines Tages erfährt Hanna, dass es ein neues Gebäude am Rand des Dorfes gibt. Eine riesige Halle, ohne Fenster, dafür aber mit vielen Hühnern. Eine Legebatterie soll das sein. Hanna hat sowas noch nie gesehen, darum macht sie sich eines Nachts auf, um die Hühner in der Legebatterie zu besuchen. Was sie dort vorfindet, verwirrt sie zutiefst. Die Hühner können nicht picken und nicht scharren, sie wissen nicht, was die Sonne ist oder wie sich Gras anfühlt, sie können nie im Sand baden oder ihre Eier bebrüten.

Hanna tun ihre Schwestern furchtbar leid. Als es Tag wird, macht sie sich auf den Weg zurück zu ihrem Bauernhof. Sie erzählt dem Bauern und seiner Familie von der himmelschreienden Ungerechtigkeit. Die Kinder und der Bauer helfen Hanna dabei, einen Plan zu entwickeln und diesen mit Hilfe von Bartl und dessen Freunde auszuführen. Wird Hannas Plan gelingen?

„Superhenne Hanna“ ist ein sehr nettes Kinderbuch, das ohne Beschönigung auskommt und dennoch in kindgerechter Sprache vermittelt, was in Legebatterien vor sich geht. Ein hoffnungsvolles Buch mit einem Happy End, sympathischen Hauptdarstellern und einfacher, aber nicht kindischer, Sprache. Wahrscheinlich der Klassiker unter den Oster-Büchern. Unbedingt (vor-)lesen!
Broschiert: 150 Seiten
Verlag: Arena (Januar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401023578
ISBN-13: 978-3401023571