Freitag, 16. April 2010

Der Club der Teufelinnen



Autorin: Olivia Goldsmith
Original: First Wives Club (1987)
meine Bewertung: 1 von 5

Die Freundinnen Annie, Elise und Brenda, allesamt die Ehefrauen mehr oder weniger wohlhabender Unternehmer, pflegen einen eher losen Kontakt. Erst als die Vierte im Bunde, Cynthia, sich das Leben nimmt, treffen sie wieder aufeinander. Sie sind völlig fassungslos über die Tat ihrer Freundin, noch härter trifft sie die Art und Weise, wie Cynthias Mann mit seinem Verlust umgeht. Nämlich, indem er zur Tagesordnung über geht. Als dann Annie auch noch ein Brief erreicht, denn Cynthia vor ihrem Selbstmord verfasste und an sie schickte, bringt dies das Fass zum Überlaufen.

Cynthia beschreibt darin die Qualen ihrer Ehe, welch ein Schwein ihr Mann war, wie oft er sie und seine Geschäftspartner betrog und sie schlug. Auch die anderen drei Frauen merken daraufhin, wie unglücklich sie sind. Annies Mann etwa kann nicht damit umgehen, dass er eine Tochter mit Down-Syndrom hat und verlässt sie unter anderem deshalb. Als das Kind in ein Pflegeheim kommt, ist Annie am Boden zerstört. Sie hat keinen Mann mehr und keine Aufgabe mehr.

Die ewig dicke und etwas vulgäre Brenda hingegen kämpft sich durchs Leben, seit ihr Mann sie zugunsten einer jüngeren verlassen hat. Obwohl er Millionen scheffelt, ist er nicht bereit, seiner Frau Unterhalt für die beiden gemeinsamen Kinder zu bezahlen. Und Elise, die ehemalige Schauspielerin, trinkt zuviel, ist einsam und lässt sich auf ein Techtelmechtel mit einem Paparazzo ein. Die Freundinnen schwören sich, für einander da zu sein und es nicht so weit kommen zu lassen wie Cynthia. Außerdem wollen sie Rache an ihren Exmännern und an Cynthias Exmann.

Praktischerweise haben die Exmänner untereinander Geschäftsbeziehungen und außerdem ist da noch die New Yorker High Society, die sehr überschaubar ist. Die Frauen haben Geld und Einfluss und beschließen, systematisch vorzugehen…

Wer den wirklich witzigen Film mit Diane Keaton (Annie), Goldie Hawn (Elsie) und Bette Middler (Brenda) kennt, wird vom Buch maßlos enttäuscht sein. Es ist weder witzig noch spannend, und was eigentlich eine Ode auf die Starke Frau werden hätte können, entpuppt sich als trauriger und sehr bemühter Versuch, schließlich schaffen es die Frauen erst wieder nur, ihre Männer durch das Geld eines anderen Mannes fertig zu machen. Das Happy End ist einfach zu platt und vorhersehbar, die Geschichte durch wenig Dialoge eher träge.

Viele Personen werden in die Handlung gestoßen, ohne sie richtig einzuführen oder auszuformen, weshalb man schnell den Überblick über all die Exmänner, neuen Ehefrauen, geschiedenen Frauen, Kinder und Freunde von Kindern verliert. Allein schon wegen seines 90er-Flairs ist der Film sehenswert und sehr charmant, das Buch hingegen, das als Vorlage für den Film diente, kann man getrost auslassen.
Taschenbuch
Verlag:
Heyne (1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453122348
ISBN-13: 978-3453122345

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