Sonntag, 18. April 2010

Schrei in der Nacht



Autorin: Mary Higgins Clark
Original: A Cry in the Night (1982)
meine Bewertung: 5 von 5

Jenny ist eine junge Frau, die mit ihren zwei kleinen Mädchen in New York lebt. Sie bringt die zweijährige Tina und die dreijährige Beth jeden Morgen in die Tagesstätte, arbeitet sich schließlich in einer Kunstgalerie die Füße wund, hetzt anschließend wieder zurück zur Tagesstätte, um ihre Kinder abzuholen, dann kämpft sie sich mit den beiden Kleinen zurück in ihre winzige Wohnung, kocht ihnen etwas Schnelles und fällt schließlich todmüde ins Bett. Und am nächsten Tag beginnt alles von vorne. Es ist anstrengend, aber es ist ihr Leben.

Eines Tages verändert sich ihr Leben beinahe schlagartig. Sie bereitet die Ausstellung für den Newcomer und neuen Stern am Kunsthimmel, Erich Krueger, vor und lernt im Laufe der Vernissage den Künstler höchstpersönlich kennen. Sie findet ihn auf Anhieb attraktiv, muss dann aber schnell weg, um ihre Kinder von der Tagesmutter abzuholen. Als sie gerade mit den beiden Kindern am Arm die Häuserblocks entlang läuft, steht plötzlich Erich Krueger wie ein strahlender Prinz vor ihr.

Er beginnt der hübschen Jenny den Hof zu machen, schnell überredet er sie, mit ihm auf seine Farm zu kommen. Jenny trennt sich zwar nur schweren Herzens von New York und ihren Freunden, aber das Leben auf Erichs Farm und an Erichs Seite entpuppt sich als äußerst angenehm. Sie muss sich keine Sorgen mehr um Geld machen, die Farm ist riesengroß und erinnert eher an ein Herrenhaus, es gibt Angestellte und Erich liebt die beiden Mädchen schier abgöttisch.

Es dauert allerdings nicht lang, passieren auch schon die ersten Seltsamkeiten. Immer wieder verschwindet Erich für ein paar Tage in die Hütte im Wald, deren Lage niemand kennt, um zu malen. Die Menschen verhalten sich ihr gegenüber sehr scheu, sie erhält keine Anrufe und keine Post von Freunden zu Hause, Erich entpuppt sich als peinlich ordentlicher Mensch und auch das Verhältnis zu ihren Kindern beginnt sich zu wandeln. Als schließlich ihr Exmann Kevin von sich hören lässt, tot im Fluss aufgefunden wird und Jenny unter Mordverdacht gerät, beginnt Jenny an ihrem eigenen Urteilsvermögen zu zweifeln. Sie weiß gar nicht, in welch großer Gefahr sie und die Kinder schweben…

„Schrei in der Nacht“ ist ein von der ersten Seite an spannendes Buch. Es fesselt und bringt immer wieder neue Überraschungen, ohne dabei ins Unglaubliche abzugleiten. Zwar fragt man sich schon öfter, wie rational Jenny handelt, doch im Endeffekt gibt es für alles eine glaubhafte Erklärung. Die Stimmungen sind fast wie in der Dose konserviert. Eine absolute Empfehlung, schade, dass ich Mary Higgins Clark noch nicht früher entdeckt habe – aber besser spät als nie!
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. April 1987)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453024370
ISBN-13: 978-3453024373

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