Donnerstag, 20. Mai 2010

Die Häupter meiner Lieben



Autorin: Ingrid Noll
Original: Die Häupter meiner Lieben (1993)
meine Bewertung: 4 von 5

Die siebzehnjährige Schülerin Maya hat die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für ein glückliches Leben. Ihr Bruder Carlo hasst sie und nimmt jede Gelegenheit wahr, sie zu verletzen und ihr Streiche zu spielen. Ihre Mutter ist depressiv, arbeitet lustlos in einem Altenheim und macht sich nichts aus ihrer Tochter Maya, dafür vergöttert und verwöhnt sie Carlo. Ihr Vater, ein Künstler, ist schon vor Jahren abgehauen.

Erst als eine neue Schülerin in die Klasse kommt, bekommt Mayas Leben etwas Farbe. Farbe, die sie zuvor nur durch gelegentliches Klauen in ihr Leben brachte. Maya und Cora, die Neue, freunden sich schnell an und werden ein Herz und eine Seele. Gemeinsam suchen sie Coras Vater, begehen einige krumme Touren, haben viel Spaß und töten schließlich drei bis vier Menschen, zumindest mehr oder weniger.

Cora und Maya haben sich zu einer eingeschworenen Gemeinschaft entwickelt, deren Glück so schnell keiner stören darf. Denn wehe jemand bedroht die Idylle, vorzugsweise ein Mann: dem blüht Schreckliches!

Die Romane von Ingrid Noll zeichnen sich durch ihre Protagonistinnen aus. Sie erzählt die Geschichten von Frauen, die erreichen, was sie wollen, egal zu welchem Preis. Das ist zwar manchmal etwas sehr drastisch und überzogen, dafür aber immer amüsant. Man schließt die Figuren ins Herz und kann ihnen ihre Missetaten nicht so richtig übelnehmen. Witzige Unterhaltung mit einem kräftigen Schuss schwarzem Humor und ein wenig Bösartigkeit. Noll macht Spaß!
Taschenbuch: 279 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 30., Aufl. (September 1994)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257227264
ISBN-13: 978-3257227260

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen