Montag, 24. Mai 2010

Lindwurmspuk vor Mitternacht



Autor: Thomas Brezina
Original: Lindwurmspuk vor Mitternacht (1990)
meine Bewertung: 1 von 5

Axel, Lieselotte, Poppi und Dominik, die vier Kinder, die gemeinhin als „die Knickerbocker Bande“ bekannt sind, machen gemeinsam mit Axels Vater in Kärnten am Wörther See Urlaub. Es sind Sommerferien, das Wetter ist heiß und die Stimmung fröhlich. Die Kinder dürfen im Garten hinter dem Hotel, das einer Bekannten von Axels Vater gehört, zwei Zelte aufschlagen und die Freuden des Sommers genießen.

Die Kinder haben aber nicht lange ihre Ruhe. Denn schon bald beschwert sich ein Hotelgast, der behauptet, sie hätten ein wertvolles Musikinstrument aus seinem Zimmer gestohlen und würden nun Geld verlangen. Natürlich sind die Kinder unschuldig, doch spätestens, als sie selbst Drohbriefe erhalten und immer wieder eine kleine Figur des Kärntner Wahrzeichens, des Lindwurms, auftaucht und auf geheimnisvolle Weise wieder verschwindet, wissen sie, dass die Knickerbocker Bande einen neuen Fall zu lösen hat.

Die vier Juniordetektive machen sich auf die Suche nach einem Schuldigen. Ihnen kommt dabei ganz gelegen, dass Herr Klingmeier, Axels Vater, geschäftlich zurück nach Linz gerufen wird und sie fast völlig unbeaufsichtigt in Kärnten bleiben dürfen. Eines Abends beobachten Axel und Lilo eine merkwürdige Gestalt am See, die sie zuerst für ein Ungeheuer halten. Jetzt sind die Grübelzellen der Kinder auf Hochtouren und es dauert auch nicht lang, bis sie auf eine heiße Spur stoßen…

„Lindwurmspuk vor Mitternacht“ ist eines der früheren Knickerbocker Bande-Abenteuern, was man der Geschichte auch anmerkt. Es scheint fast so, als sei Brezina mittendrin die Puste ausgegangen und als habe er sich dann erneut ein Herz gefasst und einfach da weitergeschrieben, wo er ursprünglich aufgehört hat. Irgendwie kommt es dem Leser so vor, als sei dem Autor der Faden verloren gegangen. Als ob er einen Schal gestrickt hätte, für den die blaue Wolle nicht ganz gereicht hat. Mit einem Knopf an ein Stück grüne Wolle angeknotet, weitergestrickt, fertig.

Besonders schlampig hat in diesem Band auch das Lektorat gearbeitet. Die Geschichte spielt in Österreich, die Knickerbocker Bande besteht aus vier österreichischen Kindern. Also mag es ganz sinnvoll sein, bekannte Austriazismen zu verwenden. Allerdings wünscht man sich als Leser schon ein wenig Konsequenz. Nett, dass statt „T-Shirt“ das Wort „Leibchen“ verwendet wird, auch „Semmeln“ statt „Brötchen“ sind völlig legitim. Aber wieso dann „Lollipopp“ und nicht „Schlecker“? Neben zahlreichen Beistrichfehlern darf man sich auch über „wo ward ihr“, „Babies“ und „in Hunderten kleiner Scheine…“ ärgern.

Ansonsten sicher eins der Knickerbocker-Bücher, auf die man getrost verzichten kann – wenn man schon nicht auf die gesamte Serie verzichten möchte. Die ja, im Großen und Ganzen, sehr gewaltfrei und kindergerecht daherkommt. Natürlich sind wie immer viele Zufälle im Spiel, die beiden jüngeren Bandenmitglieder sind jene, die weniger kapieren, denen Dinge zustoßen und die nie alleine auf die heiße Spur geraten, aber immerhin treffen viele Geschlechterstereotype wohltuender Weise nicht zu und auch die Kleinen bekommen in einigen Abenteuern ihre große Chance. Knickerbocker Bande ja, Lindwurmspuk eher nein.
Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473562033
ISBN-13: 978-3473562039

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