Samstag, 26. Juni 2010

Röslein rot



Autorin: Ingrid Noll
Original: Röslein rot (1998)
meine Bewertung: 3 von 5

Annerose hat es nicht leicht in ihrem Leben. Sie ist Hausfrau und Mutter, Ehefrau und Bürokraft ebenso wie Fußabstreifer und Dienerin ihres Mannes. Sie findet ein wenig Ruhe und Ablenkung wenn sie sich an ihre Hinterglasbilder setzt und malt oder Stillleben betrachtet und in den Details versinkt.

Immer schon hatte sie den Verdacht, dass ihr Mann nicht ganz treu sein könnte. Als er dann auch noch stolz wie ein Pfau die Liebesbriefe herumzeigt und vorliest, die er von einer anderen, weit jüngeren, Frau erhalten hat, ist Annerose tief in ihrem Stolz gekränkt. Sie weiß, dass die Frau krank ist und noch nie ein Wort mit ihrem Mann gewechselt hat, doch so nach und nach kommen ihr immer mehr Dinge seltsam vor.

Als ihr Mann eine alte Freundin aus Studientagen wiedertrifft und für sein Architektur-Büro engagiert, ist Annerose plötzlich fest von der Schuld ihres Mannes überzeugt. Sie beginnt, sich zu rächen. Zuerst fallen die geliebten Tannen ihres Gatten Anneroses Wut zum Opfer, als sie schließlich mit ihrer Halbschwester nach Italien fährt, braut sich zuhause einiges zusammen – Annerose ist dabei nicht ganz unschuldig.

Natürlich kommt es auch noch zu dem Noll’schen Mord, doch der lässt in dieser Geschichte auf sich warten – und der Tod trifft noch dazu eher ein unerwartetes Opfer. Das Ende ist dann zwar nicht unbedingt happy, aber doch eines, mit dem sich der geneigte Leser anfreunden kann.

Witzig an dem Buch ist, dass es dazu ein kleines Heftchen gibt, in dem die Stillleben abgebildet sind, über die Annerose häufig sinniert. Der Leser kann so nachvollziehen, worüber Annerose schreibt und für sich selbst die Bilder betrachten. Das Buch ist nicht der allerbeste Krimi von Noll, aber man kann doch einige nette Stunden damit verbringen.
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 10., Aufl. (Mai 2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257231512
ISBN-13: 978-3257231519

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