Sonntag, 20. Juni 2010

Töchter des Feuers



Autorin: Nora Roberts
Übersetzerin: Uta Hege
Original: Born in Fire (1994)
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Maggie Concannon hat das Pech, die Tochter eines Mannes und einer Frau zu sein, die sich nicht lieben, aber dennoch aus Anstand ihr Leben miteinander verbringen. So sehr Maggies Mutter ihre Tochter hasst, so sehr wird diese von ihrem Vater geliebt, der all seine Ersparnisse zur Verfügung gestellt hat, damit seine älteste von zwei Töchtern eine Ausbildung zur Glasbläserin in Venedig machen kann.

Mittlerweile ist Maggie zurück und arbeitet in ihrem kleinen Häuschen und in ihrem bescheidenen Atelier an Vasen, Schalen, Kerzenständern und ähnlichem aus Glas. Ihr Vater ist vor fünf Jahren in ihren Händen gestorben, seither kümmert sich Maggies jüngere Schwester Brianna um die nicht eben geschätzte Mutter. Brianna hat aus ihrem Elternhaus eine kleine Pension gemacht, wird von ihrer Mutter herumkommandiert und benörgelt, während Maggie sich ganz ihrer Arbeit widmet und sich wenn, dann nur hitzige Wortwechsel mit ihrer Mutter liefert.

Der gegenseitige Hass ist tief begründet. Maggie wurde als uneheliches Kind gezeugt, weshalb ihre Mutter den Erzeuger heiratete, ihre Karriere als begnadete Sängerin aufgab und ihr Leben mit einem Mann verbrachte, mit dem sie nichts verband. Und Maggie fühlt sich deshalb ebenso schuldig, ihr wird von ihrer Mutter nichts gegönnt und sie selbst führt ein Einsiedlerleben im irischen Dörfchen Clare, nur wenige hundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt.

Eines Tages beginnt der berühmte Galeriebesitzer Rogan Sweeney sich für die Kunstwerke der jungen, schönen und heißblütigen Irin zu begeistern. Er überredet sie zu einer Ausstellung, die von unglaublichem Erfolg gekrönt ist. Schnell wird Maggie zu einem international gefragten Star der Kunstszene und nicht nur die Zeitungen und Kritiker interessieren sich für sie, sondern auch Rogan Sweeney, der kultivierte Dubliner, hat es auf sie abgesehen.

Praktischerweise verliebt sich Rogan bereits auf Seite 20 oder so in die rothaarige Maggie und sie sich in ihn. So dauert es dann noch eine gefühlte Ewigkeit, besser gesagt, rund 390 Seiten, bis die beiden endlich auch auf einer Gefühlsebene zusammen finden und nicht nur körperlich harmonieren.

Das Buch ist leider von außergewöhnlicher Fadesse. Die Sex-Szenen sind wenig prickelnd und überraschend emotionslos beschrieben, die irische Landschaft mit immer wiederkehrenden Allgemeinplätzen bedacht und auch die Hintergründe Maggies unglücklicher Mutter werden nur oberflächlich gestreift.
Es kommt einen so vor, als würde man eine dünne ungewürzte Suppe löffeln, die nicht ansatzweise zu begeistern vermag – aber man löffelt sie halt aus, weil man gerne wissen möchte, wie das Teller aussieht, das sich darunter verbirgt. In dieser Hinsicht wurde ich auch hier enttäuscht. Weder verbarg sich am Ende ein kleiner Twist, eine Überraschung oder gar ein Juwel am Grunde der langweiligen Suppe, noch war der Weg zu diesem nichtssagenden (und von Anfang an vorhersehbaren) Ende in irgend einer Art und Weise spannend. Von Roberts habe ich erstmal genug.

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (1. Januar 1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442437806
ISBN-13: 978-3442437801

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