Dienstag, 14. September 2010

Das Geheimnis der Schnallenschuhe



Autorin: Agatha Christie
Original: One, Two, Buckle my Shoe (1940)
Übersetzung: ? (Donauland-Ausgabe)
meine Bewertung: 3 von 5


Eigentlich wollte Hercule Poirot nur zum Zahnarzt gehen. Aber selbst da wird er mit einem Mord konfrontiert. Sein Besuch bei Dr. Morley verläuft Ereignislos, beschwingt und erleichtert verlässt er nach seinem Termin das Haus. Er hat wieder einmal seinen halbjährlichen Vorsorgetermin ohne wesentliche Schmerzen überstanden. Als Poirot sich vom Doktor verabschiedet, lebte dieser noch. Doch kurz darauf wird der Zahnarzt tot in seinem Behandlungszimmer aufgefunden.

Morley hat sich scheinbar erschossen, die Polizei glaubt an einen Selbstmord, vor allem auch deshalb, weil niemand ein Motiv für den Mord am Arzt hat, keine Fremden im Haus gesehen wurden und er an diesem Tag einen folgenschweren Fehler gemacht hat: Ein Patient starb in seinem Hotelzimmer nach seinem Zahnarztbesuch, aufgrund einer überdosierten Beruhigungsspritze, wie sie beim Zahnarzt verabreicht wird.

Obwohl Inspektor Japp, ein persönlicher Freund des kleinen belgischen Detektivs, fest an seine Selbstmord-Theorie glaubt, ist Poirot nicht ganz seiner Meinung. Zu viele Ungereimtheiten hat er entdeckt, außerdem taucht eine weitere Leiche auf – macht insgesamt drei. Eine Frau wird eindeutig ermordet in der Wohnung einer anderen Frau aufgefunden, eindeutig ermordet. Und ebenso wie der ausländische Mann, der tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde, war auch diese Dame eine Patientin des Zahnarztes.

Der Kreis der Verdächtigen ist nicht groß, eigentlich ist er gar nicht vorhanden. Poirot stochert deshalb im Dunklen, auf die Unterstützung Japps ist er glücklicherweise nicht angewiesen, denn der weigert sich lange, eine Morduntersuchung einzugestehen. Der Fall ist verwirrend, doch vor Poirots kleine grauen Zellen ist kein Mörder sicher…

Tatsächlich ist diese Geschichte mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot eine sehr verwirrende, für den Leser ist es nahezu nicht möglich, den Mörder noch vor dem Superschnüffler zu identifizieren. Insgesamt kommt etwas sehr viel Spionage vor, die Auflösung ist weniger schlüssig als man dies von Christie gewohnt ist. Dennoch ist es eine unterhaltsame und spannende Lektüre, die sich ein Christie-Fan natürlich nicht entgehen lassen darf, um Christie kennen zu lernen gibt es wohl weit geeignetere (und auch bekanntere) Werke.
Broschiert: 206 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2., Aufl. (16. November 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596173094
ISBN-13: 978-3596173099

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen