Mittwoch, 15. September 2010

Erntedank



Autoren: Volker Klüpfel, Michael Kobr
Original: Erntedank (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Im beschaulichen Allgäu gehen schreckliche Dinge vor sich. Eine männliche Leiche wird gefunden – an sich ist das selbst im Allgäu nichts Ungewöhnliches, allerdings wurde die Leiche gar grausig zugerichtet. Ein Rabe wurde kunstvoll auf der Brust des Opfers drapiert, ein Auge wurde ihm ausgehackt und den Tod fand der ehemalige Kaffee-Fahrten-Veranstalter mittels eines gekonnt geführten Schnittes einer Sense.

Nun ist Kommissar Kluftinger an sich schon nicht mit dem stärksten Magen ausgerüstet, was den Anblick von Leichen betrifft. Allerdings ist ihm das nun fast zuviel. Dennoch funktioniert sein fast fotografisches Gedächtnis und er entdeckt, als er sich schon längst von dem Fund weggedreht hat, ein wichtiges Detail: In der Halswunde des Opfers steckt ein kleines Zettelchen.

Der Mord hat etwas Ritualhaftes an sich und als eine weitere Leiche, dieses Mal von der Abtreibungsärztin Heiligenfeld, gefunden wird, hat die Polizei es auch noch mit einem Serientäter zu tun. Die Ärztin wurde ebenfalls mit einer Sense hingerichtet, auf ihrer Stirn wurde die Zahl elf eingeritzt. Bei sich trägt sie das Foto einer Kirchenfigur. Kluftinger und seine Kollegen stehen nicht nur vor dem Problem, einen Mörder finden zu müssen, sondern auch noch, weitere Morde verhindern zu müssen.

Hilfe bekommt Kluftinger dieses Mal aus einer eher unerwarteten Ecke. Sein Sohn Markus, seines Zeichens Psychologie-Student, und seine Frau Erika erweisen sich als wertvolle Hilfe. So kommt es, dass das gesamte Kommissariat schließlich damit beschäftigt ist, alte Sagenbücher zu wälzen.

Schon bald hat man auch einen Verdächtigen, auf den alle Hinweise nur zu gut passen. Da verschwindet plötzlich der Bruder von Staatsanwalt Möbius. Nun zählt jede Sekunde, der Mörder muss gefasst werden, bevor er sein irres Werk fortsetzt. Wird Kluftinger noch rechtzeitig kommen?

Ich oute mich hiermit als Kluftinger-Fan. Für mich hat er etwas von Kommissar Kugelblitz, den ich als Kind schon verehrt habe (und der in meiner Phantasie sowieso aussieht wie Altmeister Hercule Poirot). Ein wenig brummelig, dicklich, unbeholfen und gemütlich. Lustig nur unabsichtlich und umgänglich auch nur zufällig. Kluftinger ist ein griesgrämig-sympathischer Ermittler, der nicht nur im Job ziemlich viel um die Ohren hat, sondern auch immer wieder sein Auskommen mit Doktor Lodenbacher finden muss, dessen Ehefrau die beste Freundin von Kluftingers Erika ist. In diesem Band sind die Kluftingers sogar dazu gezwungen, kurzzeitig bei den Lodenbachers zu wohnen. Und dass das nicht gut geht, kann man sich leicht vorstellen.

Der Fall ist spannend konstruiert und als Leser hat man schon ca. 100 Seiten vor Kluftinger ein Aha-Erlebnis und den Mörder dingfest gemacht, dann allerdings kann man mitfiebern, wie lange es noch dauern wird, bis auch Klufti auf den Trichter kommt und wie er ihn schließlich fassen wird. Für Fans von Lokalkolorit, niederbairischen Einwürfen und klassiche Krimihandlungen ist Kluftinger wirklich empfehlenswert. Dieses Buch sollte der Stimmung halber Mitte Oktober/Anfang November lesen.
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 17 (Oktober 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492245110
ISBN-13: 978-3492245111

Kommentare:

  1. Ähm...
    die Erika ist mit der Frau von Dr. Langhammer, und nicht mit Dr. Lodenbacher (Chef) befreundet!!

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  2. Danke für den Hinweis! Ich ändere das jetzt mal in der Rezension nicht, damit der Kommentar seine Richtigkeit behält :D

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