Dienstag, 7. September 2010

The Lost Symbol



Autor: Dan Brown
Original: The Lost Symbol (2009)
meine Bewertung: 5 von 5

Der berühmte Symbologe Professor Robert Langdon erhält einen Anruf vom Sekretär seines besten Freundes. Dieser befindet sich in der Bedrouille, denn am Abend soll eine Tagung stattfinden, für die der Redner kurzfristig ausgefallen ist. Der Sekretär bittet also Robert, statt diesem Redner einzuspringen und einen Vortrag zu halten. Der Vortrag soll das Capitol behandeln, da die Tagung in den Räumen des berühmten Washingtoner Capitols stattfinden soll. Robert sagt zu, schnappt sich seine Notizen und macht sich auf den Weg nach Washington.

Als er jedoch im Vortragssaal ankommt, erlebt er eine herbe Enttäuschung: er ist leer. Als in der Rotunde des Capitols genau an dem Augenblick eine abgetrennte menschliche Hand auftaucht, die der von Roberts Freund Peter verblüffend ähnlich sieht, ist Langdon klar, dass er wieder einmal mitten in das Auge eines Hurricanes geraten ist. Sofort wird die Rotunde abgeriegelt, verblüffenderweise ist auch die CIA sofort zur Stelle, als hätte es nur darauf gewartet, einzugreifen.

Direktor Inoue Sato und Langdon scheinen zwar am selben Strang zu ziehen, aber die beiden geraten sich immer wieder in die Haare. Für Langdon ist die Sorge um seinen Freund Peter Solomon vorrangig, welche Ziele Sato verfolgt, wird lange nicht klar. Sicher ist, dass sich Peter Solomon in höchster Gefahr befindet, ebenso wie dessen Schwester Katherine, die gerade dabei ist, wichtige Durchbrüche in der Noetik zu verzeichnen – Ergebnisse, die Welt in Atem versetzen und keinen Stein auf dem anderen lassen würden, würden sie an die Öffentlichkeit geraten.

Es entbrennt eine Schnitzeljagd. Peters unbekannter aber gefährlicher Entführer erwartet von Peter Langdon, die Zeichen zu entschlüsseln, die ihn zu geheimen Pyramide der Freimaurer führen soll, die angeblich die Treppe zu einem Portal erhält. Langdon hielt diese Legende immer für ein Gerücht, doch vor langer Zeit hatte ihm Peter Solomon, einer der höchsten Freimaurer in seiner Loge, ein kleines Paket anvertraut, das laut seiner Aussagen unglaublich wertvoll sein soll und den Weg zum Portal weisen kann. Langdon hat dieses Paket auf Anordnung des Sekretärs mitgebracht – und schwebt nun ebenfalls in höchster Lebensgefahr, da er für den Entführer nur so lange von Wert ist, wie die Jagd nach Hinweisen zum Portal andauert.

Brown hat wieder einmal einen absolut spannenden Roman geschaffen, der Tatsachen und Fiktion ebenso gekonnt miteinander verwebt wie subtile Liebesgeschichten, urbane Legenden und Verschwörungstheorien. Dieses Mal sind es die Freimaurer, die Brown mit Hilfe der Figur des Symbologen Langdon auseinanderpflückt. Es ist dabei egal, wie „wahr“ seine Aussagen sind, einfach deshalb, weil es sich um einen Roman handelt, dessen Handlung man Brown abnimmt. Mir persönlich ist es auch egal, wie sehr Brown behauptet, sich mit seinen Romanen auf Tatsachen zu stützen – schließlich ist das ja auch nichts anderes als ein literarischer Kunstgriff (man denke nur an die „Zeitungsberichte“ in Stephen Kings „Carrie“).

Wahrscheinlich handelt es sich bei Browns Werken tatsächlich um trivialste Trivialliteratur, die mit viel Halbwissen angereichert ist, um sich den Anschein intelligenter Lektüre zu geben; das kann durchaus sein. Allerdings stellt sich hier schon die Frage: Was erwartet man? Liest man Brown im Bewusstsein um dessen Unterhaltungscharakter, so ist es ein durchaus sinnvoller Zeitvertreib. Besonders dumm kann Brown auch nicht sein – immerhin liefert der Mann einen Bestseller nach dem anderen ab. Und selbst wenn diese, wie von Jeffrey Eugenides behauptet, immer nach dem selben Muster funktionieren: Auch das Prinzip von Sex ist im Grunde immer gleich – was aber niemanden davon abhält, es immer wieder zu tun und immer wieder mit den Möglichkeiten der vorgegebenen Grenzen zu experimentieren.

Was ich mit Sicherheit behaupten kann: Die Geschichte war spannend, obwohl mir viel zu früh ein wesentliches Detail aufgefallen ist, das einen wichtigen Punkt in der Geschichte schon lange vorweg genommen hat. Aber nichts destotrotz eine unterhaltsame, kurzweilige Lektüre. Schade, dass der Tätowierte der Böse ist – das ist nun doch ein wenig viel Klischee. Robert Langdon Fans werden ihren Spaß daran haben. Für 2012 (oh, welch symbolhaftes, schicksalhaftes Jahr!) ist eine Verfilmung geplant, in der Hauptrolle soll wieder Tom Hanks zu sehen sein. Dieser hat seine Sache in „DaVinci Code“ und „Illuminati“ gut gemacht, seither trägt Langdon für mich unweigerlich Hanks Gesichtszüge, sodass man sich auch auf die Verfilmung freuen kann.
Broschiert: 670 Seiten
Verlag: Transworld Publishers (Juli 2010)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552161233
ISBN-13: 978-0552161237

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