Montag, 1. November 2010

Mängelexemplar



Autorin: Sarah Kuttner
Original: Mängelexemplar (2009)
meine Bewertung: 5 von 5


Karo Herrmann ist jung, arbeitet in einer hippen Werbeagentur, hat einen Freund und scheint eigentlich glücklich zu sein. Gut, da sind diese Wutausbrüche, die sie regelmäßig in die Luft gehen lassen, die Beziehung zu ihrem Philipp ist auch eher eine schale Angelegenheit, die daraus resultiert, dass keiner der beiden sie beenden möchte und der Job – ja, den hat sie gerade verloren.

Karo fühlt sich schlecht, schlechter, am schlechtesten. Sie hat Panikattacken, sieht aber ihr Problem ein und begibt sich in Therapie. Sie arbeitet mit ihrer Therapeutin akribisch ihre Kindheit, in der es einen seltsamen Onkel gab, auf und findet auch wieder den Weg zu ihrer Mutter, die selbst an Depressionen, Angststörung und Panikattacken litt und wirft gemeinsam mit ihr allmorgendlich Psychopharmaka ein. Es dauert zwar etwas länger, aber als schließlich auch noch Max daher kommt, stabilisiert sich Karos Gefühlsleben etwas, nur um erneut auf eine Achterbahnfahrt zu gehen.

„Mängelexemplar“ ist ein Roman mit ernster Thematik, auf den ersten Blick scheint dies gar nicht so gut zu Sarah Kuttner zu passen. Aber man hat sich schnell mit dem Charakter der Karo angefreundet, fühlt und bangt mit ihr. Kuttner gelingt ein interessanter Spagat: Einerseits ist ihr Roman ernsthaft, andererseits hat er deshalb nicht weniger Tempo und Sprachwitz als Kuttners Kolumnen. Einfach eine Empfehlung!

Broschiert: 272 Seiten
Verlag: Fischer, S., Verlag GmbH; Auflage: 1. (11. März 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3100422058
ISBN-13: 978-3100422057

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