Dienstag, 1. Februar 2011

A Christmas Carol



Autor: Charles Dickens
Original: A Christmas Carol (1843)
meine Bewertung: 5 von 5

Seit Jacob Marley vor sieben Jahren gestorben ist, führt sein ehemaliger Partner Ebenezer Scrooge das Geschäft alleine. Er ist in der ganzen Stadt als geiziger, unglücklicher alter Mann bekannt, dem man besser aus dem Weg geht, wenn er schlechte Laune hat. Und die hat er quasi ständig.

Seinem Angestellten Bob Cratchit, der in ärmlichen Verhältnissen lebt, ist er ein ständiger Quell der Pein, da er ihm keine freien Tage erlaubt oder gar Kohle, um sein Schreibstübchen im bitterkalten London ordentlich zu beheizen. Auch das mit großen Schritten herannahende Weihnachtsfest ändert nichts an der Laune Scrooges. Und wenn, dann macht die Fröhlichkeit rund um ihn Scrooge nur noch missmutiger.

Am Tag vor dem Weihnachtsfest macht sich Scrooge nach der Arbeit ein kärgliches Abendessen und setzt sich schließlich an den kaum beheizten Kamin. Kurz bevor er einnickt, erscheint ihm mit viel Gerassel der Geist seines ehemaligen Geschäftspartners Marley, der ihn davor warnt, sein Leben so hartherzig wie bisher weiter zu leben. Marleys Geist zeigt ihm die Ketten, die er sich während seines Lebens durch seinen Geiz selbst angelegt hat und bittet ihn inständig, sein Leben zu ändern, so lange das noch geht.

Scrooge glaubt zuerst nicht an eine wahre Erscheinung, doch als ihm Marley eindrucksvoll beweist, dass er tatsächlich ein Geist ist, bleibt Scrooge nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden. Marleys Geist kündigt ihm für dieselbe Nacht den Besuch von drei Geistern an: der Geist der vergangenen Weihnacht, der Geist der kommenden Weihnacht und der Geist des gegenwärtigen Weihnachtsfestes.

Obwohl Scrooge hofft, den Geistern zu entkommen, tauchen sie doch pünktlich auf, jeder zu einer anderen vollen Stunde. Der erste Geist entführt Scrooge in die Vergangenheit und zeigt ihm sein Leben als Kind. Danach geht’s zu seinem Neffen ins Weihnachten der Gegenwart, schließlich noch in ein Weihnachtsfest der Zukunft, bei dem Scrooge mit einem Toten konfrontiert wird. Niemand kommt zum Begräbnis, die Leute scheinen froh sein, von dieser Pest befreit zu sein und stehlen der Leiche auch noch die Leintücher und das Kleingeld aus den Hosentaschen. Als Scrooge erkennt, dass der Tote niemand anderer ist, als er selbst, beschließt er, sein Leben zu ändern.

Die wundersame Wandlung beginnt sofort nach dem Aufwachen: Es ist der Morgen des Weihnachtsfestes. Scrooge nutzt die Chance, kauft für die arme Familie Cratchit den größten Puter, den er finden kann, grüßt die Leute fröhlich, spendet Geld für die Armen und besucht schließlich seinen Neffen. Aus Scooge ist ein anderer Mann geworden…

Wer kennt ihn nicht, den Inhalt der Weihnachtsgeschichte? Schließlich wurde das Buch mehrmals verfilmt, unter anderem mit den Muppets und der Familie Duck. Im Jahr 2009 kam eine Neuverfilmung mit Jim Carey als Ebenezer Scrooge in die Kinos. Die Geschichte ist also hinlänglich bekannt, aber niemand kann sie besser erzählen, als der Meister himself: Charles Dickens. Deshalb sollte das Buch auch unbedingt in der Originalsprache gelesen werden.

Für mich ist es DER Weihnachtsklassiker schlechthin, ein Buch, das man ruhig jedes Jahr vor Weihnachten lesen kann. Es ist kitschig, hat eine herrliche Moral, es bringt Dickens‘ Zuneigung zu den armen Londonern zum Ausdruck – und es ist viktorianisch-verträumt. Ein Buch, das man kennen sollte. Unbedingt auf Englisch lesen!
Taschenbuch: 154 Seiten
Verlag: Reclam, Ditzingen (1986)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 3150091500
ISBN-13: 978-3150091500

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen