Samstag, 19. Februar 2011

Die Rache



Autor: Eoin Colfer
Original: The Opal Deception (2004)
Übersetzung: Claudia Feldmann
meine Bewertung: 5 von 5

Die verbrecherische Wichtelin Opal Koboi, nach ihrem Coup mit einer Koboldbande von der Zentralen Untergrund Polizei (ZUP) verhaftet, liegt eigentlich im Koma. Sie wird regelmäßig überwacht, es werden Gentests genommen und ihre Vitalfunktionen überprüft. Die Unterirdischen wollen auf jeden Fall verhindern, dass die Wichtelin mit dem Plan, die Weltherrschaft an sich zu reißen, erneut auf Achse geht. Eigentlich gibt es keine Möglichkeit, aus diesem Gefängnis zu entfliehen, aber dennoch gelingt Opal die Flucht.

Dieses Mal ist ihre einzige Motivation Rache. Sie möchte erstens Artemis und Holly ausschalten und zweitens die gesamte Bevölkerung der Unterirdischen. Sie plant, sich zu einem Menschen umoperieren zu lassen, sich einen Adoptivvater zu suchen und als Mensch zu leben, während die Menschen die Unterirdischen für sie vernichten. Der Plan ist teuflisch und von Opals Hochmut durchtränkt – und der kommt bekanntlich vor dem Fall.

Derweil ist Artemis nach einer erneuten Gedächtnislöschung wieder dazu übergegangen, sich als Verbrecher zu betätigen. Ironischerweise ist er gerade dabei, das berühmte Gemälde „Der Elfendieb“ zu klauen, als er von Opal attackiert und entführt wird. Er hat keine Ahnung, was da passiert ist, schließlich kann er sich an keines seiner Abenteuer mit den Unterirdischen erinnern, auch als Opal Holly gefangen nimmt, fällt der Groschen erst langsam.

Artemis hat aber vor seiner Gedächtnislöschung dafür gesorgt, dass er eine Art Sicherheitsseil hat. Mulch Diggums ist im Besitz einer Laserdisk, die das Gedächtnis von Butler wieder reaktivieren kann. Diggums bricht aus dem Gefängnis aus und macht sich auf dem Weg zu Fowl Manor, dem Herrenhaus der Fowls. Nachdem Butler die Disk angesehen hat, ist ihm alles klar: Er weiß nun, was er zu tun hat.

Ganz im Gegensatz zu Artemis und Holly. Diese sind in einem ehemaligen Vergnügungspark, der nun von Trollen bewohnt wird, eingesperrt. Trolle sind äußerst unangenehme Wesen, selbst wenn man nicht – so wie Artemis und Holly – mit einem Pheromon eingesprüht ist, das die blutrünstigen Tiere auf einen aufmerksam macht. Wird es den beiden gelingen, sich aus dieser brenzligen Situation zu befreien und Opal erneut hinter Gitter zu bringen?


Der vierte Band der Artemis Fowl Reihe steht seinen Vorgängern in nichts nach. Die Geschichte ist faszinierend, spannend und intelligent konstruiert, der Sprachwitz nimmt sogar von Band zu Band zu, so dass es hier – trotz einiger sehr trauriger Szenen – auch etwas zu lachen gibt. Wenn man sich in der Artemis Fowl Reihe bis zu band vier durchgelesen hat, fällt es einem richtig schwer, das Buch am Ende zur Seite zu legen und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Die Versuchung, gleich ohne Pause und kopfüber in Band fünf zu versinken, ist einfach zu groß.

Die Wesen der Unterirdischen sind mittlerweile zu Freunden geworden: Nicht nur zu Freunden von Artemis und Butler, sondern auch von den Lesern, so dass einen der Verlust eines solchen Freundes doppelt schmerzt und man mitbangt und mitzittert bis zur letzten Zeile. Eine Empfehlung nicht nur für junge Leser ab zwölf, sondern auch für alle erwachsenen Leser, die sich gerne in Fantasiewelten verlieren.
Broschiert: 336 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548606601
ISBN-13: 978-3548606606

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