Montag, 28. Februar 2011

Die verlorene Kolonie



Autor: Eoin Colfer
Original: The Lost Colony (2008)
Übersetzung: Claudia Feldmann
meine Bewertung: 5 von 5


Wieder einmal hat Artemis Fowl einen genialen Coup geplant. Er befindet sich mitten in Barcelona, hat alles genau berechnet und seinen Leibwächter Butler so platziert, dass er ihm Rückendeckung gibt. Er wartet darauf, dass sich ein Dämon materialisiert. Klingt seltsam, ist aber im Leben von Artemis Fowl beinahe schon alltäglich. Doch dieses Mal tut sich vorerst nichts. Artemis hat sich verrechnet, denn mit großem Getöse materialisiert sich später als ursprünglich berechnet ein Dämon, dieser erscheint aus einer Art Zeittunnel und reißt Artemis mit sich.

Der Junge wird auf die Insel der Dämonen, Hybras, katapultiert, doch dort bleibt er nicht lange. Er hat genug Silber bei sich, um sich in seiner Welt zu verankern und wird deshalb wieder zurückgesogen. Was seltsam ist: ständig taucht in letzter Zeit die kleine Minerva Palazzo auf: ein Mädchen, das an Genialität Artemis fast schon übertrifft. Und auch seine beängstigende Skrupellosigkeit hat sie mit ihm gemeinsam.

Blöd nur, dass sich eine Menge Probleme auftun und Artemis seine seltsamen Gefühle für das Mädchen momentan so gar nicht gebrauchen kann. Eigentlich ist Minerva ja einer der aktuellen Feinde. Denn: Hybras, die Insel der Trolle, die vor Jahrtausenden von mächtigen Zauberern in eine Parallelewelt verschoben wurde, um die Trolle zu schützen, ist im Begriff, sich aufzulösen. Also muss sich Artemis mal wieder mit seinen überaus sympathischen Freunden aus der Unterwelt zusammen tun, um sowohl die eine als auch die andere Welt zu retten.

Mit an Bord sind wieder Zentaur Foaley, die Elfe Holly und Mulch Diggums, der Tunnelzwerg. Neben dem strukturellen Problem der Insel Hybras muss sich Artemis aber auch noch mit der kleinen Minerva herumschlagen, die ihm Holly entführt hat, um die Elfe vor dem Nobelpreiskommitee vorzuführen. Nicht auszudenken, welche Folgen das für die Menschen auf und die Bewohner unter der Erde hätte…

Auch das fünfte Abenteuer von Artemis Fowl und seinen Freunden muss sich nicht vor seinen Vorgängern verstecken. Es ist wieder einmal ein rasantes Buch mit zauberhaften Hauptdarstellern, dieses Mal findet sich zu den bisher bekannten Charakteren auch noch ein Troll ein, der so sehr aus der Art geraten ist, dass er fast schon als sensibel bezeichnet werden kann.

Es ist eine so fantastische Welt, dass man sich wirklich schwer tut, sich am Ende von ihren Bewohnern zu trennen. In diesem Band wird Artemis ein wenig menschlicher als bisher, er bekommt sanftere Züge, was ihm aber nicht schadet. Man darf gespannt sein, wie die Serie noch weiter geht…
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (1. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548268676
ISBN-13: 978-3548268675

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen